Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:00: Willkommen zu "Besser Leben", der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:00:06: Ich bin Franziska Zödel und ich bin Antonia Raut.

00:00:09: Und wir haben uns, während wir auf Sommerpause sind, ein weiteres cooles Replay für euch

00:00:14: rausgesucht.

00:00:15: Und zwar geht es um ein Thema, das im Sommer vieles besonders beschäftigt und aktuell

00:00:19: gerade auch die Antonia.

00:00:21: Ich steige nämlich morgen wieder mal in ein Flugzeug und ich habe dabei einfach doch immer

00:00:26: noch ein ziemlich mulmiges Gefühl, obwohl ich schon viel ausprobiert hab, um mit meiner

00:00:31: Flugangst besser klarzukommen.

00:00:33: Zum Glück haben wir da eine Folgeauflager, die ich mir glaube ich heute Abend noch anhören

00:00:39: werde.

00:00:40: Das solltest du, Martin und ich haben vor einigen Jahren mit der Psychologin Irene Rausch

00:00:44: darüber gesprochen, wie man seine Flugangst in den Griff bekommt und die ist glaube ich

00:00:48: nach wie vor sehr aktuell.

00:00:49: In dem Fall würde ich sagen guten Flug an alle Leidensgenossinnen und hört auch mal rein.

00:00:57: Willkommen zu "Besser Leben", der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:01:02: Ich bin Franziska Zödel.

00:01:03: Ich bin Martin Schauhuber.

00:01:04: Und wir reden heute über "Besser Leben" und "Besser Fliegen".

00:01:08: Bei uns ist nämlich heute zu Gast Irene Rausch, sie ist klinische Psychologin, die sich mit

00:01:12: Flugangst beschäftigt seit vielen Jahren und über das Thema vor kurzem auch ein Buch

00:01:17: geschrieben hat.

00:01:18: Herzlich willkommen bei uns im Studio.

00:01:20: Ebenfalls danke für die Einladung und schönen Tag.

00:01:23: Frau Rausch, vielleicht einmal das Einstieg, warum haben wir überhaupt irrationale Ängste?

00:01:27: Es ist auch die meisten Menschen, die Flugangst haben, wissen sehr genau, dass das Fliegen

00:01:31: eigentlich nicht gefährlich ist im Vergleich zu vielen anderen Sachen, die sie jeden Tag

00:01:34: machen und trotzdem haben die Leute eher Angst vor dem Flieger als vor dem berühmten Weg

00:01:39: zum Flughafen, der statistisch gefährlicher wäre.

00:01:41: Das stimmt, also diese Flugangst, die ist sehr weit verbreitet und der Ursprungsgrund kommt

00:01:47: daher, dass wir einfach erdgebundene Wesen sind.

00:01:51: Das heißt, die Luft ist für unseren Persee eigentlich ein nicht so vertrautes Element.

00:01:55: Das Fliegen ist auch menschheitsgeschichtlich betrachtet, eine sehr junge Erfahrung.

00:02:00: Also so wie wir das jetzt gewöhnt sind im Linienverkehr gibt es das seit 65, 70 Jahren.

00:02:05: Also es hat fast jeder so ein bisschen eine Grundskepsis, wenn man da in 10.000 Meter

00:02:10: höher oben sitzt, schwebt, fliegt, dass man nicht so richtig festen Boden unter den Füßen

00:02:15: hat.

00:02:16: Dadurch gibt es dann wieder diese verzerrte Risikoeinschätzung, weil wenn man in einer

00:02:21: Situation nicht so gut sozusagen unter Kontrolle hat, vermeintlich, dann denkt man, dass das

00:02:26: Risiko höher ist und das ist umgekehrt auch der Fall.

00:02:29: Das heißt, klassisches Beispiel beim Autofahren, da haben wir das Gefühl, wir sitzen hinter

00:02:33: dem Lenkrad, wir können da eingreifen.

00:02:36: Das ist natürlich eine ganz verzerrte Vorstellung, weil man könnte die beste Autofahrerin der

00:02:41: Welt sein.

00:02:42: Man hat das nicht, wer fährt vor einem, wer fährt hinter einem, gibt es einen Reifenplatz

00:02:46: oder sonstige technische Probleme, aber trotzdem man hat das Steuer in der Hand und hat vermeintlich

00:02:52: diesen Glauben, man könnte was tun oder auch Zug fahren, ist auch ein gutes Beispiel.

00:02:57: Also auch da haben wir eben diesen festen Boden unter uns, aber wie man jetzt gerade auch

00:03:01: wieder tragischerweise gesehen hat, ist das Zugfahren also auch nicht immer hundertprozentig

00:03:07: sicher.

00:03:08: Was führt eben dazu, dass man subjektiv das Gefühl hat, das Fliegen ist riskanter und

00:03:14: man kann da weniger tun als bei anderen Verkehrsmitteln.

00:03:18: Tatsächlich ist es so, dass das Fliegen das sicherste Fortbewegungsmittel ist.

00:03:22: Aber bei solchen engsten Zählen ja eigentlich solche Fakten kaum, oder?

00:03:27: Also es wird jetzt niemand sagen, aha, okay, dann fürchte ich mich jetzt nicht mehr.

00:03:31: Das stimmt.

00:03:32: Die Zählen vor allem, also wenn man schon sehr in der Flugengst drinnen ist, nur am Rande

00:03:37: bis gar nicht, das heißt, da ist es schon gut, wenn man an mehreren Ebenen ansetzt.

00:03:43: Also es ist eine emotionale Betroffenheit, die nicht immer mit logischen Argumenten sofort

00:03:49: aus der Welt geschafft werden kann.

00:03:50: Also von daher ist es gut, auch die körperliche Komponente zu beachten, also das wege da die

00:03:56: Vernervensystem zu beruhigen, da gibt es viele Übungen dazu, auch das Verhalten zu optimieren,

00:04:02: weil bei engsten gibt es meistens eigentlich ein Fehlverhalten.

00:04:06: Das heißt, es wird versucht, die Situation zu vermeiden oder zu flüchten oder sich zu

00:04:10: betäuben oder wie auch immer.

00:04:11: Also daher ist es wichtig, einmal an allen Ebenen anzusetzen, aber dann ist es sowohl

00:04:16: auch essentiell und wichtig, schon auch die Fakten, also auf der kognitiven Ebene.

00:04:22: Es geht immer auch um Gedankenverzerrungen, es geht darum, dass diese Gedanken entgleiten,

00:04:27: dass eben die schlimmsten Katastrophengedanken in der Psychologie entstehen, was da alles

00:04:32: passieren könnte.

00:04:33: Und wenn es also wirklich um die Angst, es geht ja bei vielen auch um die Angst vor

00:04:37: einem Absturz, wenn die in den Vordergrund tritt, dann ist es schon wichtig, schon sich

00:04:42: auch die tatsächlichen Zahlen bewusst zu machen.

00:04:44: Man muss da jetzt nicht in die Mathematik enden, aber es reicht, wenn man weiß, es ist wahrscheinlich

00:04:49: eine Lotto-Sexer zu tippen, als selbst bei einem Flugunfall involviert zu sein.

00:04:54: Hatten Sie in Jahrzehnten dieser Arbeit, gab es einen Menschen, bei dem nur das Logische

00:04:58: gereicht hat?

00:04:59: Das ist eine interessante Frage, das ist sehr davon abhängig, woher die Ängste, also

00:05:05: wo die Ängste wirklich liegen.

00:05:07: Es gibt tatsächlich, also schon auch, ich würde sagen, kann es jetzt prozentuell jetzt nicht

00:05:12: so unterscheiden, aber sagen wir mal so 50/50, also bei diesen Menschen, für die die technischen

00:05:18: möglichen Probleme, die es geben könnte und die Angst eben vor Absturz oder die Angst

00:05:22: vor Turbulenzen oder all das in der Rolle spielt, da reichen schon rationale Argumente

00:05:27: aus.

00:05:28: In einer Gruppe, wo es eben auch um begleitende Ängste geht oder um andere Faktoren, da ist

00:05:33: das nicht unbedingt ausreichend.

00:05:35: Und gibt es eigentlich bei jedem Menschen mit Flugangst, gibt es da einen Auslöser

00:05:39: oder kann man einfach Flugangst haben ohne Grund?

00:05:43: Es gibt immer einen Auslöser, es kommt kein Baby mit Flugangst auf die Welt, denn Ängste

00:05:49: werden immer erlernt, das kann zwar eine gewisse genetische kleine Komponente geben,

00:05:54: dass man schnellere höhere Angstbereitschaft hat, aber das allein ist nicht ausreichend.

00:05:57: Also es gibt immer Auslöser, meistens in Form eines unangenehmer lebten Fluges oder es

00:06:03: reichen auch Erzählungen aus, wenn zum Beispiel der Nackba vom Urlaub nach Hause kommt und

00:06:08: erzählt einen in den schildernsten Farben, ob das der Flug dramatisch verlaufen ist.

00:06:14: Vermeintlich möchte ich dazu sagen, weil wenn man sich das objektiv ansieht, dann ist

00:06:18: meistens waren es ganz normale flugspezifische Begleiterscheinungen, aber wenn man solche

00:06:23: Dinge hört und vielleicht auch öfters hört, dass es fast eine Heldentat war diesen Flug

00:06:28: zu überleben oder wenn man auch in den Medien oder wenn man dann liest Notlandung oder all

00:06:33: diese Dinge, die oft auch falsch klassifiziert werden, weil wenn es wirklich so Rücklandungen

00:06:38: gibt oder technische Landungen, also aber da liest man halt dann oft Notlandung und das

00:06:42: macht natürlich Sorge und von daher wird diese Flugangst oder werden auch andere Ängste

00:06:48: immer aus irgendeinem Grund erlernt.

00:06:51: Kann dieser Auslöser auch einfach von ganz woanders kommen und sich dann irgendwie auf

00:06:55: die Flugangst niederschlagen?

00:06:56: Also ein Freund von mir ist oft flogen, hat viele Problemen erlebt, das war nie ein Problem,

00:07:01: dann ist im privaten Leben halt was vorgefallen, dass ein bisschen zu so einem generellen

00:07:05: Vertrauensverlust geführt hat, so in die Welt quasi und seitdem tut er sich recht

00:07:10: schwer mit Fliegen.

00:07:11: Ist das häufig, kommt das oft vor, dass sie eigentlich gar nicht so zwingend mit dem

00:07:13: Flug was zu tun hat, dieser Auslöser?

00:07:15: Das kann absolut vorkommen, also diese Live-Events, die jeder im Laufe des Lebens in irgendeiner

00:07:21: Form auch erlebt.

00:07:22: Sei es jetzt einfach schwierige Lebenssituationen, Lebenskrisen, Verlust eines geliebten Menschen,

00:07:27: Trennung von einem geliebten Menschen.

00:07:29: Also all das führt erstens einmal zu Stress und Stress ist immer auch mit ein Auslöser

00:07:34: für Flugend und zweitens auch zu veränderten Gewohnheiten.

00:07:39: Also angenommen, man war gewöhnt mit seinem Partner zu fliegen und fliegt dann erstmals

00:07:43: alleine oder all diese Dinge oder eben auch wirklich diese langen Anspannungen, die auch

00:07:49: auf dem Vorfeld da liegen, also das ist ein klassischer Flugangstauslöser neben anderen.

00:07:55: Und jetzt haben Sie ja vorhin schon ganz kurz erwähnt, es gibt ja auch so Begleitängste

00:07:59: bei der Flugangst.

00:08:00: Manche Menschen haben dann eben, ich vermute mal zum Beispiel Platzangst oder was geht noch

00:08:03: mit der Flugangst bei vielen Menschen einher.

00:08:06: Es geht sehr oft Klaustrophobie damit einher, also Platzangst ist grundsätzlich eine Agoraphobie,

00:08:12: also das kann auch damit einhergehen, das wäre so die Angst vor Menschenansammlungen

00:08:16: oder auch die Angst nicht schnell genug aus einer Situation von einem Ort irgendwo rauskommen

00:08:21: zu können.

00:08:22: Das ist natürlich beim Flugangst der klassische Ort, wo man wirklich eine Stunde oder mehrere

00:08:27: Stunden weiß, man kann dort nicht rauskommen oder eben dieses Gefühl, das beengt sein,

00:08:32: wenn man in einer Gondel sich nicht wohlfühlt oder einem Aufzug, dann wird man sich mit

00:08:37: Sicherheit auch nicht beim Fliegen tun oder Höhenangst kann zum Beispiel auch sein begleitender

00:08:42: Faktor sein.

00:08:43: Also da gibt es einige Ängste, die oft irgendwie zugrunde legen oder eben mit einhergehen

00:08:48: und die dann das Fliegen auch nicht so als superentspannt denjenigen erleben lassen.

00:08:54: Sind das dann die Menschen, die beim Landen sofort aufspringen und rauswollen?

00:08:58: Ja, das kann durchaus auch mit ein Grund sein, neben anderen Gründen, aber viele, da haben

00:09:05: sie vollkommen recht, praktizieren auch so eine Art gedankliche Flucht.

00:09:08: Also falsches Verhalten bezieht sich ja immer entweder auf ein Vermeidungsverhalten oder

00:09:13: auch ein Fluchtverhalten oder auch ein betäubendes Verhalten und dieses Schnellschauen, dass

00:09:17: man vielleicht auf die Uhr schaut und man hält das irgendwie, man hat mit sich selbst

00:09:21: die Vereinbarung, eine Stunde erhält man den Flug aus, aber dann ist Schluss, also das

00:09:25: wäre so eine gedankliche Flucht und da geht es tatsächlich darum, dass die dann nur froh

00:09:29: sind, wie aus dem Flugzeug rauskommen.

00:09:32: Was tut man denn dagegen, wenn man jetzt Flugangst hat?

00:09:35: Ja, das ist abhängig vom Leidensdruck von den finanziellen Möglichkeiten, zeitlichen

00:09:41: Möglichkeiten.

00:09:42: Es gibt eine Palette von professioneller Unterstützung bis hin zu Selbsthilfe, bis hin zu Akutmaßnahmen.

00:09:51: Also man sollte auf jeden Fall dagegen etwas unternehmen, weil wenn man das länger immer

00:09:57: nur mit falschen Verhalten fliegt und das ist dann klassisch, wäre das eben, Alkohol

00:10:03: zu trinken, Beruhigungspulver zu nehmen, weitet sich die Angst immer mehr aus.

00:10:08: Das heißt, sie wird immer größer, es wird dieser Berg, der anfangs vielleicht noch

00:10:12: Lein war, das war vielleicht ein Hausberg, da wir jetzt in Wien sind, der Kahlenberg

00:10:17: wird dann plötzlich zum Großglockner.

00:10:19: Das heißt, fliegt man nur vor einer Gefahr, aber nie vor seiner Angst, denn die fliegt

00:10:23: mit.

00:10:24: Das heißt, irgendwann kommt man nicht drumherum, sich dieser Situation auszusetzen und da

00:10:29: sollte man natürlich wissen, wie kann man bestmöglichst an welcher Strategien gibt es,

00:10:34: um sich da gut zu helfen.

00:10:36: Also das war auch die Intention meines Buches, weil ich da über doch sehr viele Jahre, sehr,

00:10:42: sehr viele Menschen behandelt habe, begleitet durfte auch auf den Flügen und irgendwann

00:10:47: habe ich mir gedacht, es wäre so schön, wenn ich da wirklich diese Best Practice Tips noch

00:10:52: viel mehr Menschen zugänglich machen könnte, weil es oft viel einfacher geht, als man

00:10:56: das manchmal für möglich gehalten hätte, die Ängste auch dann gut in den Griff zu

00:11:01: bekommen.

00:11:02: Fangen wir mal ganz praktisch an.

00:11:04: Jetzt hört uns jemand zu, der oder die im Juli auf Urlaub fliegt und heute schon irgendwie

00:11:08: so ein bisschen nervös ist, wenn er oder sie dran denkt.

00:11:11: Was kann man denn jetzt noch machen in den paar Wochen?

00:11:14: Da kann man sehr viel machen.

00:11:16: Also zum einen sollte man wissen, dass es gut ist, wenn man diesen Flug so ruhig wie

00:11:21: möglich antritt, auch schon im Vorfeld danach zu streben, wenig also den Stress zu reduzieren.

00:11:28: Es macht einen großen Unterschied, ob man als Vielfleger direkt vom letzten Arbeitstag

00:11:33: direkt zum Flughafen fährt, alles liegen und still lässt sich dort in den Sessel fallen

00:11:37: lässt und einfach froh ist, dass man sitzen kann und sich um nichts mehr kümmern muss.

00:11:41: Wenn ein ohnehin schon flugängstlicher Mensch mit diesem Stresspaket das Flugzeug bebritt,

00:11:47: dann wird die Angstschwelle ziemlich sicher schnell überschritten.

00:11:50: Das heißt, man sollte ganz bewusst Dinge im Vorfeld schon erledigen.

00:11:54: Man sollte nicht vom letzten Arbeitstag am nächsten Tag vielleicht schon fliegen.

00:11:59: Schauen, dass man das in Ruhe angeht, dann auch am Flughafen selbst eher frühzeitig hinfahren.

00:12:04: Auch schauen, dass man dort Zeitpuffer hat.

00:12:07: Ein gutes Mittel ist auch Bewegung.

00:12:09: Also wenn man ohnehin vielleicht ein sportlicher Typ ist, dann macht es großen Sinn im Vorfeld

00:12:14: schon ganz bewusst seine Sport ein, hätten zu machen und am Flugtag auch noch, sei es

00:12:19: jetzt auch nur spazieren gehen, eine kleine Runde laufen oder was auch immer, oder man

00:12:22: hat auch am Flughafen selbst Möglichkeiten Bewegung zu machen, so man dazu natürlich

00:12:28: in der Lage ist.

00:12:29: Man kann zum Beispiel statt sich auf die Förderbänder zu stellen, kann man zu Fuß gehen, man kann

00:12:33: Stiegen steigen, statt den Aufzug zu benutzen, also Bewegung baut das Adrenalin auch sehr

00:12:39: gut ab.

00:12:40: Dann gibt es Möglichkeiten, eine ganz simple und einfache Möglichkeit ist einfach eine

00:12:46: bewusste Atmung einzusetzen.

00:12:48: Man kann Ängste sozusagen weg atmen.

00:12:50: Wenn man das schon ein bisschen im Vorfeld übt, ist das natürlich wunderbar.

00:12:55: Ich meine, man könnte es sogar in der Akkutsituation, ist es auch noch nützlich, aber wenn man

00:13:01: vielleicht schon ein paar Tage vorher, oder optimalerweise ein paar Wochen schon vorher

00:13:05: Zeit hat, schauen, dass man einige Minuten sich täglich Zeit nimmt, in den Bauchatmet

00:13:09: bei jedem Einatm, man spürt, wie sich die Bauchdecke hebt.

00:13:12: Man kann sich das vorstellen, wenn ein Luftballon, den man da aufbläst, beim Einatmen wird

00:13:17: dieser Luftballon aufgeblasen, beim Ausatmen geht die ganze Luft wieder raus, man sollte

00:13:22: dann auch länger ausatmen, also das beruhigt wirklich in Minuten schneller das vegetative

00:13:28: Nervensystem.

00:13:29: Im Vorfeld kann man das schon gut tun, natürlich am Flug auch, es gibt dann noch Entspannungsübungen,

00:13:35: aber da ist eben auch eine Anleitung vielleicht ganz günstig, sei das jetzt professionell

00:13:40: oder sei das auch mit Hilfe eines Ratgebers, die Gedanken in den Griff bekommen, also das

00:13:45: ist auch sehr wichtig, dass man diese abbauenden Katastrophengedanken, die einem da alles mögliche

00:13:51: Weiß machen wollen, weil Ängste sind sehr perfid, also ich vergleiche immer, oder ich

00:13:56: nehme immer gerne das Bild eines Angstmonsters, das kennen wir alle fast, es gibt ja keinen

00:14:01: Menschen, der nicht in irgendwelchen Situationen auch Ängste kennt, und das ist dann wie so

00:14:06: ein Angstmonster, das bläst sich auf, das freut sich unheimlich, wenn es einen in Angst

00:14:11: und Schrecken versetzen kann, und da ist es wichtig, es ist ein Angstmonster, ein bisschen

00:14:14: den Wind aus den Segeln zu nehmen, also sich nicht davon zu schrehen, also eine Distanz

00:14:19: zu schaffen, das mitnehmen, vielleicht sogar auf den Flug und sagen, gut, fliegst heute

00:14:23: mit, es geht, also da geben wir jetzt schon sehr eine Tiefe, bzw. es steht auch im Buch

00:14:27: einiges drinnen, aber es geht immer darum, dass man die Ängste sich nicht wehrt und nicht,

00:14:32: weil es geht oft auch um diese Angst vor der Angst, es wird vermutlich gedacht, ich halte

00:14:36: diese Angst nicht aus, was überhaupt nicht stimmt, wenn man die Ängste einmal ablaufen

00:14:42: lässt, diese Angstgefühle, wird nur merken, es ist eigentlich nichts dahinter, die reduziert

00:14:47: sich wieder die Angst, also nur nicht wehren und um Gottes Willen schlimm, und jetzt ist

00:14:53: das Ende gekommen, sondern am besten ist wirklich Artenübungen zu machen, vielleicht

00:14:57: auch was Lustiges, es ist auch eine gute Möglichkeit, sich vielleicht vorher einen

00:15:01: kleinen Video oder irgendwas zurechtzulegen, weil man weiß auch, Lachen und Angst können

00:15:06: gemeinsam nicht existieren, also wenn man sich irgendwie lächelt oder lacht, dann reduziert

00:15:12: es auch das Adrenalin und es werden Glückshormone ausgeschüttet, also es gibt eine ganze Bandbreite

00:15:18: von Möglichkeiten, wie man sich helfen kann.

00:15:20: Ich habe ein bisschen den Eindruck, als wäre genau das passiert, sagen, dass man hier nicht

00:15:24: so machen sollte, nicht so gegen diese Angst wäre, nicht flüchten, das sind schon aber

00:15:28: relativ häufige reflexhafte Reaktionen, also du musst man schon wirklich bewusst immer

00:15:33: schon mit dem Gedanken reingehen vielleicht sogar und sich bewusst auch auf das Einstellen,

00:15:36: dass man eben genau diese Sachen nicht macht, oder man hat halt ihr Buch mit und liest dann

00:15:40: halt nach eben akuten Momente, aber das sind schon normale Reaktionen im Prinzip, oder

00:15:44: diese falschen?

00:15:45: Das sind ganz normale Reaktionen, denn niemanden ist angenehm und das ist natürlich ein klassisches

00:15:51: Reflex, dass man versucht diese Angst zu vermeiden, aber was im Irratze oder was korrigiert werden

00:15:56: sollte, sind die Gedanken, weil wenn man einmal weiß, die Ängste werden nicht kleiner, wenn

00:16:01: man sich dagegen wehr, dem Gegenteil, das ist eben wieder dieses Zitat, man kann nicht

00:16:06: vor seiner Angst fliehen, die Angst flieht immer mit, aber was man kann ist, das muss

00:16:10: man essen, halt nur gut einmal zu wissen, dass man weiß, wenn man diese Ängste einmal

00:16:14: also zumindest die Angstgefühle. Es geht nicht um die Angstgedanken, die sollte man schon in die

00:16:19: Schranken weisen, aber diese unangenehmen Gefühle, dieses Gefühl, ich halte das nicht aus, ich

00:16:24: komme da nicht raus, möglicherweise passiert mir da was, ich könnte oh mächtig werden oder ich

00:16:28: könnte einfach auch diese Angst vor den eigenen körperlichen Reaktionen, die sollte man auch in

00:16:34: die Schranken weisen, denn diese körperlichen Angstsignale, so wie starkes Herzklopfen,

00:16:39: um Schweiß, Masse, Hände, schneller Arten, das kennen wir alle aus anderen Gefühlen, von

00:16:45: anderen Gefühlen, auch von schönen Gefühlen, also wenn man sich sehr freut z.B. oder auch bei

00:16:51: Ärger oder wie auch immer, dann klopft das Herz auch genauso schnell und dann kennt man das auch,

00:16:57: aber dann misstraut man seinem Körper nicht, man misstraut diesen Gefühlen nicht, aber Angst hat,

00:17:02: wie gesagt, ja oft diese sehr gemeine Eigenschaft, dass sie uns eben weismachen will, sie könnte

00:17:08: gefährlich sein, aber Ängste sind nicht gefährlich und von daher werden sie am schnellsten reduziert,

00:17:13: wenn man die Gefühle einfach mal ablaufen lässt. Mich würde jetzt noch interessieren,

00:17:17: gibt es eigentlich beim Buchen eines Flugers, was ich beachten muss, gibt es jetzt irgendeine

00:17:21: Sitzreihe, wo es ruhiger ist, die irgendwie besser für Menschen mit Ängsten oder ist es

00:17:26: besser weiter vorne zu sitzen, weil man dann wieder schneller draußen ist, was ist da ihre

00:17:29: Erfahrung? Also erfahrungsgemäß ist es so, dass wenn man die Wahl hat, rein von den körperlichen

00:17:37: Empfindungen, ist eigentlich so die Mitte des Flugzeuges am angenehmsten, weil da die Flugbewegungen

00:17:44: am wenigsten zu spüren sind oder auch dann eher im vorderen Bereich. Je weiter man hinten sitzt,

00:17:51: desto mehr spürt man alle Flugbewegungen und es kommt noch dazu, dass für Menschen, die vielleicht

00:17:56: auch so mit engen Räumen Schwierigkeiten haben, dass die sehen halt vor sich dann hunderte Menschen

00:18:03: sitzen und die tun sich dann auch oft leichter, wenn sie eher im vorderen Bereich sitzen und nicht

00:18:09: alle vor sich sehen. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man schauen, dass man eher Mitte bis

00:18:15: weiter vorne irgendwo den Platz wählen kann. Ich habe im Flugzeug immer das Gefühl, dass

00:18:19: wahnsinnig viel Alkohol getrunken wird, auf wenig Raum bestellen sich dann alle auf einmal einen

00:18:24: Wein. Sie haben es eh schon gesagt, das ist nicht sehr gescheit, wenn man nervös ist, dass man Alkohol

00:18:27: trinkt. Jetzt gibt es ja dann auch noch baldere Antropfen, alles Mögliche. Ist es so für eine

00:18:31: Erkutthilfe, wenn ich schon im Flieger sitze und ich merke, ich werde jetzt nervös, mir wird

00:18:35: das jetzt alles zu viel. Ist es schon gut, irgendwas dabei zu haben oder zu was raten Sie da?

00:18:40: Also in der Erkutsituation, wenn man jetzt nicht vorbereitet wurde oder wird oder sich selbst

00:18:46: vorbereitet hat, also weil wenn es um die Angstüberwindung geht, sind diese Mittel alle

00:18:50: kontraproduktiv. Das sollte man also nicht verwenden. Wenn man jetzt wirklich sich nicht

00:18:55: vorbereitet hat und davon überwältigt wird, also wenn ein pflanzliches Beruhigungsmedikament

00:19:01: baldere Antropfen sind, sind sie ja harmlos und nicht in irgendeiner Weise schädlich. Wo es sehr

00:19:07: vorsichtig sein sollte, ist Alkohol. Das ist zwar auch verständlich, wird auch von vielen

00:19:11: Passagieren so wie sie sagen, also zur Beruhigung auch eingesetzt, nur der hat auch sehr unangenehme

00:19:17: Begleiterscheinungen. Also erstens geht der Alkohol sehr schnell ins Blut über in der Luft,

00:19:23: weil dort sind einfach veränderte Bedingungen, d.h. alte Stoffwechselvorgänge sind reduziert

00:19:29: und verlangsamt und er wird auch langsamer abgebaut. Er hat auch nur eine kurzfristige

00:19:34: beruhigende Wirkung. Längerfristig steigt dadurch sogar noch die Erregung. Also d.h. auf

00:19:40: einen Kurzstrickenflug, ja, könnte man vielleicht, hat man den Effekt, dass er ein bisschen beruhigt,

00:19:44: aber sobald der Flug länger wird, müsste man ständig sozusagen auch nachdenken, was dann

00:19:49: wieder sehr unangenehm wäre. Und es kommt auch häufig wahr, dass Passagiere dann wirklich

00:19:54: in einen unangenehmen Rauschzustand kommen. Also von daher, und was noch dazu kommt,

00:20:00: auch bei Tranquilizer oder ja, bei Medikamenten ist, es werden dadurch aktive Selbstverwältigungsstrategien

00:20:06: verhindert. D.h. man signalisiert sich selbst, ich brauche eine Substanz, um diese Situation

00:20:13: bewältigen zu können. Und mit jedem Mal wird es wieder schwieriger, weil man weiß ja, das

00:20:18: kann ich nicht ohne irgendeine Substanz aushalten. Und genau darum geht es ja, dass man einmal

00:20:23: den Schalter umlegt und sieht ja, ich kann das. Man ist oft viel, viel stärker, als man

00:20:29: sich das zutraut. Und daher ist es wichtig, also daher ist es weder Alkohol, noch Medikament,

00:20:34: das sind eine gute Bewältigungstrategie. Fluggangs ist ja relativ verbreitert, aber

00:20:38: für die Menschen, die nicht Selbstfluggangs haben und das aber immer noch jetzt bisher

00:20:42: hergeschafft haben, was können die denn tun, wenn sie mit jemandem fliegen, der oder die

00:20:46: Menschen halt relativ stark Gefluggangs hat. Ich bin mal einfach eigentlich allein geflogen

00:20:50: und dann zufällig neben einem Typen gesessen, der zum ersten Mal geflogen ist in seinem

00:20:53: Leben. Und da auch in diesen 80 Minuten von Terana nach Wien, glaube ich auch die Krise

00:20:58: seines Lebens durchlebt hat, da habe ich ihn halt einfach versucht abzulenken. Das war

00:21:02: halt das einzige, was mir irgendwie eingefallen ist. Und das war auch was, wo ich den Eindruck

00:21:05: gehabt habe, das wünscht er sich jetzt gerade. Er war halt auch überrascht von dem natürlich.

00:21:08: Ja, war das erste Mal. Aber wenn ich da schon vorbereitet darauf bin, wenn ich auch mir was

00:21:11: überlegen kann im Vorhinein, was kann ich da machen, um den Menschen zu helfen?

00:21:15: Also die Voraussetzungen, so wie Sie das jetzt auch geschildert haben, dass man selbst gerne

00:21:19: fliegt, dass man selbst kein Thema hat mit dem Fliegen, weil sonst wäre es nicht sehr

00:21:23: ratsam, sonst würde man sich verschließen. Selbsthilfegruppe auf 9.000 Metern.

00:21:27: Dann noch irgendwo das Verstärken. Aber wenn man selbst gerne fliegt, dann kann man durchaus,

00:21:32: sie ist natürlich wieder ein bisschen davon abhängig, geht es um flugspezifische Ängste,

00:21:36: also dem Hintergrund oder geht es um Angstthemen, Angststörungen. Wenn es um flugspezifische

00:21:41: Ängste geht, kann man durchaus die eigene Sicherheit, das, was man selbst weiß. Der Klassiker sind ja

00:21:47: oft Turbulenzen oder schlechte Wetterbedingungen. Aber wenn man da sagt, du, das Flugzeug hält

00:21:53: das aus, das Flugzeug würde dann noch viel mehr aushalten. Es geschieht nichts. Die Flugzeuge

00:21:57: sind ja zum Fliegen da. Also da kann man mal da beruhigen. Wenn andere Angststörungen im Hintergrund

00:22:03: liegen, dann ist es vielleicht als Leia nicht so ganz einfach darauf einzugehen. Aber so wie Sie gesagt

00:22:08: haben, was man immer tun kann und sollte, ist einmal reden mit der Begleitperson, weil die Angst führt

00:22:14: oft dazu, gerade starke Ängste, dass die Betroffenen dann so richtig starr werden. Also da, die ganze

00:22:21: Angst richtet sich nach innen. Und diese Erstarung sollte man lösen. Also da ist es gut zu reden,

00:22:27: zuzusprechen, je nach Beziehungsgrad vielleicht Hand zu halten, einfach da zu sein. Aber vielleicht

00:22:34: nicht auch in dem Sinn, mein Gott, du arme, oder du arme, oder es wird schon bald vorbei gehen,

00:22:38: sondern eher sagen, du, alle Menschen haben Ängste. Und schau mal, wo du vielleicht kompetent

00:22:43: bist. Und ich führe mich, also nicht ich jetzt persönlich, aber ich führe mich von der Spinne,

00:22:49: oder ich trau mich nicht im Meer so weit raus zu schwimmen, oder ich fahre nicht egal. Also es

00:22:53: kennt jeder Mensch irgendwelche Situationen, die nicht so ganz angenehm sind. Wenn man sagt, du,

00:22:58: da fühle ich mich nicht so wohl und du bist da super cool. Und ja, beim Fliegen, das ist halt jetzt

00:23:04: für dich nicht das angenehmste. Aber du schaffst das. Und vielleicht denjenigen dann auch am Munden,

00:23:09: aber vielleicht dann auch überlegt sich, auf den nächsten Flug besser vorzubereiten. Sei das jetzt

00:23:15: in Selbsthilfe, sei das jetzt mit professioneller Unterstützung. Und sonst eben auch so ein Tip,

00:23:20: vielleicht gemeinsam irgendwas Lustiges anschauen am Handy, oder die Atmung da zu unterstützen,

00:23:26: sagen du, weißt du was, jetzt setzen wir uns mal hin, tun wir mal gemeinsam jetzt gut Luft holen und

00:23:32: dann ein paar Minuten lang ruhig atmen. Also solche Sachen kann man, da kann man schon unterstützen.

00:23:37: Sind Ihre Erfahrungen nach Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter auf das Thema sensibilisiert?

00:23:43: Merken die, können die im Fall das Fall irgendwie unterstützen oder haben die all der Hände voll

00:23:48: zu tun an Bord? Es ist Ihnen auf jeden Fall darauf vorbereitet und auch darin geschult. Es ist natürlich

00:23:54: auch abhängig davon. Wissen Sie es? Denn die Fluggangs, die verbirgt sich ja oft, obwohl ja

00:24:01: sehr viele drunter leiden, weil man kann sich vorstellen, wenn da zwei, drei rein sind, nehmen

00:24:06: einander im Flugzeug, dass da zwei Personen sich nicht wohlfühlen. Also das heißt, in jeder Reihe

00:24:11: gibt es ein, zwei Menschen. Aber die zeigen das oft nicht oder jeder verschieden oder da wird

00:24:17: halt vielleicht die Zeit und dann verkehrt herum gehalten oder ein Kreuzzeichen gemacht vor dem

00:24:23: Flug oder eben getrunken oder die sitzen dann ganz starr oder so. Also am glücklichsten wäre es,

00:24:29: wenn man selbst Fluggangs hat und als Passagier fliegt das vielleicht auch sagt, den Flugbegleiter

00:24:35: und sagt, es tun sich erfahrungsgemäß meistens Frauen da irgendwie leichter, wenn man so aufmüsst,

00:24:40: sagt mein Gott, ich führe mich, ich fühle mich nicht wohl. Dann wissen das die Flugbegleiter,

00:24:45: Flugbegleiterinnen und dann je nach ihren zeitlichen Möglichkeiten gehen Sie sicher darauf ein. Also wie

00:24:51: gesagt, das ist abhängig davon, wie viel Zeit sie jetzt haben, aber oft ist schon ein freundliches

00:24:55: Lächeln oder ein Glas Wasser bringen oder Fragen oder einen Bolster bringen oder so

00:25:00: es mehr Zeit gibt, vielleicht auf einem längeren Flug, dass sie sich sogar hinsetzen zu dem Passagier.

00:25:05: Aber wie gesagt, sie sollten es halt wissen und dann werden sie sicher ja möglichstes Ton um

00:25:10: diese Passagiere dann auch gut zu unterstützen. Sie haben es eh schon gesagt, es äußert sich

00:25:14: bei jedem so ein bisschen anders, welche körperlichen Symptome können denn mit so einer Flugangst ein

00:25:19: hergehen? Also schweißen aus der Hände, Herz rasen, wissen wir eh, das ist da alles möglich.

00:25:23: Ja, das ist oft auch Atemnot, also das ist aber auch so ein Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen.

00:25:30: Es ist ja im Flugzeug immer auch genug Luft und Sauerstoff vorhanden, aber in Angstsituationen

00:25:36: gibt es bei manchen so dieses Gefühl, ich kriege dazu wenig Luft und die Muskeln sind sehr

00:25:40: angespannt. Das kann sein auch neben den Symptomen, die sie jetzt schon erwähnt haben, aber frierend zum

00:25:45: Beispiel "Schüttelfrost" auf der emotionalen Ebene. Manche weinen dann auch, was übrigens eine gute

00:25:53: Möglichkeit ist, also dieses weinen, weil das schüttet auch wie das Dresshormone aus. Und es

00:25:59: ist halt diese gedankliche Ebene, die da abwirklich, das ist wie ein, ich vergleicht das wie ein, wie

00:26:04: wenn man als Reiter auf einem Pferd sitzt und das Pferd geht mit einem durch. Also man verliert die

00:26:09: Zügel irgendwie und diese Gedanken, die gehen dann oft durch, eben in Form von ich halte es nicht aus,

00:26:16: ich werde dann nie mehr rauskommen, wenn möglich, könnte ich einen Herzinfarkt bekommen. Also all das

00:26:21: sind so diese klassischen Angstsymptome, die natürlich je nach Schweregraterangst dann leicht

00:26:28: oder schwerer oder bis hin zu sehr intensiv werden können. Was ist denn so der Best Case, wenn man

00:26:33: jetzt anfängt, diese Angst zu bearbeiten? Ist das dann, dass man einfach so sagt, okay, ich fliege

00:26:39: morgen, okay, oder haben Sie schon wirklich Leute erlebt, die dann wirklich auch Freude am Landen,

00:26:43: Freude am Staaten wieder empfinden? So ist die meisten Kinder ja, glaube ich, tun. Das war einer

00:26:47: der Gründe, warum ich auch das Buch geschrieben habe und auch diesen Titel verwendet habe, ganz

00:26:51: bewusst "Blücklich fliegen wir Volkes ihm", denn mir ist klar, es geht natürlich nicht drum, dass ein

00:26:56: von Flugangst gewählter Mensch jetzt den Anspruch haben sollte, ich soll mich da glücklich fühlen,

00:27:03: darum geht es auch gar nicht in einer Angstbehandlung. Aber so wie Sie sagen, ich habe schon sehr, sehr

00:27:09: oft erlebt, den Ängste zu überwinden, mit Ängsten fertig zu werden, führt oft zu massiven

00:27:15: Glücksgefühlen. Also da gibt es ein richtiges Interview im Bad oft und das erlebe ich immer

00:27:20: wieder, dass Menschen, die das niemals für möglich gehalten hätten, dann wirklich gerne

00:27:24: fliegen auch und die dann plötzlich sagen, also ich verstehe das nicht, ich bin jetzt 20 Jahre,

00:27:29: weil jeder Flug für mich eine Qual und jetzt sehe ich erst, dass Fliegen schön ist, die dann beim Fenster

00:27:34: runter schauen, die die Wolken von oben sehen, das ist der Best Case und der ist aber gar nicht so

00:27:40: selten und das ist eben der Grund, wieso man sich Ängsten immer stellen sollte, denn man sieht erst

00:27:47: bei der Überwindung, wie viel eigentlich einen schönen, einen positiven, damit einher geht, man

00:27:52: wird dann auch selbstbewusst. Also es hat so viele gute und schöne Begleiterscheinungen, dass es sich

00:27:58: auf jeden Fall lohnt, Ängste nicht irgendwie zu verbergen oder Situationen zu vermeiden,

00:28:03: sondern zu sagen so, das gehe ich jetzt an, das möchte ich und man wird dann sehr, sehr viele

00:28:09: schöne Nebeneffekte erleben, die damit einher gehen können. Aber führt an der Konfrontation

00:28:15: irgendein Weg dran vorbei oder muss man sich tatsächlich in den Flieger setzen, um seine

00:28:20: Flugangst zu überwinden? Ja tatsächlich ist das schon so, man kann natürlich im trocken Training

00:28:26: diverse therapeutische Methoden auch sich denen unterziehen und das ist auch gut so, aber der

00:28:32: Erfolg misst sich natürlich nur immer daran, dass man sich dem Ganzen auch aussetzt. Also man kann

00:28:38: dann wirklich nur beurteilen, ja diese Behandlung oder diese Strategien oder all das haben geholfen

00:28:45: oder helfen mir. Ich kann es Woche und Monat der Jahre lang im Vorfeld alles im trocken Training

00:28:51: probieren, aber es führt kein Weg dran vorbei und es ist ja auch das Ziel, ich meine es würde

00:28:56: sonst keinen Sinn machen, wenn man nicht dann tatsächlich fliegen würde. Kann aus einem Menschen

00:29:02: mit Flugangst noch einen Pilot oder eine Pilot hinwerden? Das ist eine interessante Frage und

00:29:07: ich kann das wirklich mit gutem Wissen sogar mit Ja beantworten aus meiner eigenen Erfahrung. Es

00:29:13: betrifft natürlich vor allem die Menschen, bei denen es um flugspezifische Ängste ursprünglich ging.

00:29:19: Also ich hatte selbst mal einen jungen Mann in Behandlung und der, also nach der Matura war

00:29:26: der im Alter halt ein junger Maturant und der hatte einfach zu wenig Wissen bis dahin und

00:29:32: er ist auch, ich weiß jetzt gar nicht, wenige Male nur geflogen und es war ihm sehr unheimlich,

00:29:38: weil er nicht wusste, wie ist das alles einzuordnen und dann durch die ganzen Erklärungen hat ihn das

00:29:45: so begeistert. Er war dann so fasziniert und beim Flug selbst, der durfte dann auch ins Cockpit

00:29:51: schauen und er war so fasziniert von dem Piloten, dem Cockpit, wie das vorne aussieht und der Ruhe,

00:29:59: der Sicherheit, all das, was er da erstmal so erlebt hatte, dass er wirklich dann ganz ernsthaft

00:30:04: sich für eine Pilotenlaufbahn interessiert hat. Vielleicht noch das Umgekehrte, weil recht am

00:30:09: Anfang haben sie auch erwähnt, dass auch teilweise das Problem ist, dass man nicht selbst her der Lage

00:30:13: ist. Gibt es Piloten, die die entspanntesten Menschen sind, wenn sie im Cockpit sitzen,

00:30:17: aber eigentlich sich als Passagiere unwohl fühlen? Das gibt es auch. Ja, also da hatte ich

00:30:22: einmal einen anderen Herrn, der war Privatpilot und also da hatte er vorne, wie gesagt, das waren

00:30:30: kleine Maschinen und er ist da gerne geflogen, aber es war ihm sehr unangenehm als Passagier

00:30:37: irgendwo mitzufliegen, denn er hatte, wie sie sagen, gerne das selbst steuern der Hand und hat sich

00:30:44: besser gefühlt, aber wir haben auch dieses Thema dann gut behandelt. Aber es gibt es in jeder

00:30:48: Richtung, stimmt. Dann wie die lästigen Beifahrer dann beim Autofahren? Ganz genau, ja. Ich habe

00:30:54: viele Hörerinnen und Hörer, haben vielleicht gerade an ihren L17 gedacht. Ich glaube, in den meisten

00:30:58: Fällen waren es die Väter, kenne ich zumindest so aus dem Bekanntenkreis, dass er da so immer war.

00:31:02: Die berühmte Hand, die da oben, weiß ich, wie wir das nennen, diesen Griff einfach kreift,

00:31:06: 90 Minuten lang durchgehen. Weil Ängste sind ja irrational, wie wir wissen. Ja, in meinem Fall

00:31:12: vielleicht nicht, also mir als Fahrer mit 17 waren es vielleicht nicht ganz irrational. Fast, ich

00:31:16: stellen mir dich lieber nicht als Pilot vor. Frau Rausch, vielen herzlichen Dank für den Besuch bei

00:31:20: uns im Studio. Sehr gerne und danke auch für die Einladung. Danke fürs Kommen. Ihr könnt auch im

00:31:26: Flugzeug zum Beispiel Podcasts hören, die kann man sich runterdaten, dann hat man es offline zur

00:31:29: Verfügung, zum Beispiel diesen Podcast. Man kann auch im Flugzeug fünf Sternerbewertungen auf allen

00:31:35: gängigen Podcast-Plattformen geben und sogar E-Mails schicken mit weiteren Themen, Vorschlägen,

00:31:40: Rückmeldungen, Lobkritik an uns, an besserleben@standard.at. Hast du Internet im Flugzeug? Kann man

00:31:47: sich kaufen. Okay, nicht bei den Billigfluglinien, mit denen ich fliege, aber ich freue mich,

00:31:51: dass manche Menschen sich das leisten können. Ihr könnt das E-Mail auch vorbereiten und dann

00:31:56: abschicken, wenn ihr gelandet seid. Das ist möglich, stimmt. Wenn ihr möglich machen wollt, dass ich

00:32:00: mit Fluglinien fliege, wo es WLAN gibt, dann sagt uns weiter, dass uns ganz, ganz viele Menschen

00:32:04: hören und irgendwie ganz viel Geld haben. Unbedingt. Das war "Besserleben", der Standard-Podcast

00:32:10: umglücklich werden. Ich bin Franziska Zeudel. Ich bin Martin Schauber. Und produziert wird

00:32:14: die Folge von Christoph Grubitz. Ciao. Bis nächste Woche.