Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden
00:00:00: Aber funktioniert es dann wirklich immer? Oder fährt man schon manchmal weg und ärgert
00:00:09: sie zu Hause immer noch drüber? Wir starten die Initiative für mehr Empathie im Straßenverkehr.
00:00:14: Willkommen zu "Besser leben", der Standard-Podcast "Zum Glücklich werden". Ich bin Franziska Zoodl
00:00:24: und ich bin Antonia Raut. Und wir reden heute über ein Thema, das uns beide aktuell besonders
00:00:29: glücklich macht. Wir reden sehr viel darüber, es ist das Radfahren. Ich finde ja, es gibt fast
00:00:35: nichts aus meinem Alltag ein besseres Gefühl gibt als zu einem Termin mit dem Rad zu kommen.
00:00:39: Nicht nur wegen der Bewegung, die man damit im Alltag natürlich unterbringt, sondern auch,
00:00:43: weil es mich immer so mit ein bisschen Stolz erfüllt, dass ich durch meine eigene Kraft und
00:00:47: meine eigene Navigationsfähigkeit an einem Punkt in der Stadt angekommen bin. Das ist ein
00:00:52: bisschen ein Flex, ja. Ja, das Radfahren macht in der Stadt aber trotzdem einfach viele auch ziemlich
00:00:57: nervös, muss ich gestehen. Deswegen komme ich selten in den Genuss, dann sagen zu können,
00:01:01: ich bin mit dem Radel da. Wir holen uns heute aber die Tipps vom Profi, wie man die Ängste gerade
00:01:07: vor dem Fahrradfahren in der Stadt überwinden kann und worauf man achten muss. Deshalb herzlich
00:01:12: willkommen, Philipp Schober. Du bist Master-Trainer bei der Radfahrschule Fahrsicherrad und Raumplaner.
00:01:19: Und ja, wir wollten heute ganz gern wissen, wie wir denn das Fahrradfahren in der Stadt überleben.
00:01:24: Danke, dass du gekommen bist. Danke euch. Wir haben es jetzt schon mehrfach anklingen lassen.
00:01:30: Wir sind jetzt nicht gerade die coolsten Radfahrerinnenwendung, die Stadt geht. Ich nehme
00:01:34: an, du kennst das ja aus deinem Joballtag. Wie geht man damit um, wenn man jetzt am Anfang ein
00:01:38: bisschen nervös ist und irgendwie hunderttausend Albtraumsszenarien vor seinem inneren Auge
00:01:43: ablaufen, bevor man überhaupt aufs Rad steigt? Ja, also der Beginn ist ganz wichtig. Es ist eine
00:01:48: schlechte Idee, wenn man am Montagmorgen in den Frühverkehr mit dem Radfahren einsteigt.
00:01:54: Also es ist ein guter Tipp, sich den Weg gut vorzubereiten, den man auch zurücklegen will.
00:02:00: Und gute Vorbereitung ist eigentlich essentiell. Also die Route, die man vorher täglich zu fahren,
00:02:07: sich im Vorfeld gut anzuschauen. Also gibt es unterschiedliche Apps, unterschiedliche
00:02:12: Routenplaner, die man da verwenden kann. Und auch die Strecke vorab schon mal in der Freizeit am
00:02:19: Wochenende, wo weniger Alltagsradverkehr ist oder KFZ-Verkehr einmal durchfahren und sich die
00:02:28: Route genau anschauen. Wo gibt es Situationen, die eventuell gefährlicher sein könnten oder
00:02:33: etwas kritischer? Wo muss ich mich eigentlich mit dem Fahrrad bewegen? Das ist auch eine sehr
00:02:39: oft gestellte Frage. Das war mir am Anfang auch nicht ganz klar. Also ich habe auch Radfahren am
00:02:45: Land gelernt, bin zwar in der Stadt aufgewachsen, aber Radfahren in der Stadt ist schon ganz was
00:02:50: anderes als über Land oder einfach das Fahrrad als Freizeit Verkehrsmittel zu nutzen. Ich habe
00:02:57: eben bis jetzt mein Rennrad eigentlich auch nur in der Freizeit genutzt und wohne jetzt zentraler.
00:03:03: Denkt mir eigentlich, könnte ich mehr mit dem Fahrrad auch im Alltag unterwegs sein, aber ist
00:03:08: dann eigentlich einfach jedes Rad ein gutes Stadtrad oder ist es eher eine blöde Idee?
00:03:12: Ja man kann natürlich jedes Rad benutzen, aber für den Alltag ist es schon empfehlenswert ein
00:03:19: Alltagsrad, wie wir es nennen, zu verwenden, also mit fixer Lichtanlage, mit Kotflügeln,
00:03:26: nicht so schmale Reifen, auch eine Sitzposition wählen, die eben einen guten Überblick verschafft,
00:03:33: also so, dass man andere Verkehrsteilnehmerinnen gut im Blick hat und gut zurecht kommt damit.
00:03:39: Also ich höre aus, mein Rennrad ist nicht unbedingt das Gute City bei.
00:03:43: Ja genau, also manchmal wenn man mit dem Rennrad deine Ausfahrt macht,
00:03:47: muss man natürlich auch das Rennrad in der Stadt verwenden, aber da gibt es halt gewisse
00:03:51: Dinge, auf die man achten muss, also wie ich sage, Strassmanschinen oder andere Verkehrsteilnehmerinnen,
00:03:57: die halt langsamer unterwegs sind, also unterschiedliche Geschwindigkeiten.
00:04:00: Ja zu all diesen Gefahrenquellen kommen wir gleich noch, aber vielleicht mal ganz allgemein,
00:04:04: wie gut eignet sich Wien denn mittlerweile zum Radfahren?
00:04:07: Wien eignet sich eigentlich sehr gut als Stadt zum Radfahren, in den letzten Jahren ist sehr viel
00:04:12: gemacht worden, auch von der Verkehrspolitik ist der Radverkehr immer stärker beachtet worden,
00:04:19: die Infrastruktur ist laufend ausgebaut worden, ja, aber ist natürlich im Vergleich zu anderen
00:04:25: Städten, besonders nordische Städte, Niederlande, Dänemark, da ist noch viel Luft noch oben.
00:04:30: Aber so im Österreich-Schnitt ist Wien wahrscheinlich schon die best ausgebaute Radfahrstadt, oder?
00:04:36: Ja im Vergleich von den Radverkehrsanteilen ist auch noch Luft nach oben, also da könnte noch
00:04:42: mehr Leute aufs Rad steigen im Vergleich zu den Bundesländern, aber es ist schon sehr gut
00:04:47: ausgebaut von der Infrastruktur. Gibt es in Wien Strecken, wo dein Herz höher schlägt, weil
00:04:52: es so toll sind? Also gibt es eine Lieblingsstrecke von dir, wo du sagst, sie sollt jeder mal gefahren
00:04:56: sein mit dem Rad? Ja, also meine Lieblingsstrecke, die verwende ich auch jeden Tag, also auf der
00:05:02: Straße bin ich jeden Tag unterwegs in der Arbeit. Mir ist der Argentiner Straße eine Fahrradstraße,
00:05:07: die nach niederländischem Vorbild gebaut worden ist, mit rotem Ausfall, einer komfortablen Breite,
00:05:14: wirklich viel Radverkehr, also man hat da wirklich was tolles umgesetzt, zu hoffen ist
00:05:19: natürlich, dass das in anderen Bezirken, in anderen Strecken abschnitten auch in dem Standard
00:05:25: umgesetzt wird, ja. Hast du eine Lieblingsstrecke? Ja, die Argentiner Straße ist schon supercool,
00:05:30: also ich bin nicht so oft auf unterwegs, aber da fliegt mein Herz auch höher. Da kommt man sich
00:05:35: kurz so vor, als wäre man gar nicht in Wien, sondern eben irgendwo in den Kopenhagen. Also man
00:05:40: sieht auch unterschiedlichste Leute dort fahren, also vom Kind mit dem Schulrucksack bis zu älteren
00:05:46: Personen, Radtouristen, also das ist wirklich ein Abschnitt im Radverkehrsnetz, der wirklich von
00:05:52: allen Zielgruppen in Anspruch genommen wird und benutzt wird. Super cool, ich habe letztens auch
00:05:57: einen neuen Radweg beim Westbahnhof entdeckt, der, glaube ich, diese Strecke entlasten soll. Genau,
00:06:02: ja. Und den kennt er mal offenbar noch niemand, da ist noch niemand unterwegs gewesen und es ist
00:06:06: einfach eine super Strecke gewesen, hat mich sehr gefreut. Wie schaut es bei dir aus, Antonia?
00:06:09: Ich habe eigentlich eher eine Horrorstrecke. Ich muss auf meinem Weg hier in die Arbeit
00:06:14: nämlich durch die Mariahilferstraße. Ich finde es toll, dass es keine Ampeln gibt,
00:06:19: darüber will ich mich überhaupt nicht beklagen und dass das grundsätzlich verkehrsberuhigt ist,
00:06:22: aber Slalom fahren durch shoppende Wien-Touristinnen und Diopendi schon. Genau, ist für mich ein
00:06:31: Bisschen zu viel Adrenalin am Morgen. Ja, kann ich mir vorstellen, jetzt hat es dir Antonia schon
00:06:35: ins Spiel gebracht, gibt es auch so richtig schlechte Strecken, die du meidest in Wien? Ja, es gibt
00:06:40: natürlich Lücken im Radverkehrsnetz. Das sind zum Beispiel große Hauptstraßen, wo teilweise
00:06:46: wirklich noch keine Radinfrastruktur vorhanden ist, während der Straße. Es gibt andere Steckenabschnitte,
00:06:52: die auch Trästerstraße, Matzelnsdorferplatz, wo wirklich viel Autoverkehr ist, schnelle
00:06:58: Autoverkehr, wo mit dem Fahrrad wirklich sich seinen Weg suchen muss bzw. sich sehr behaupten muss,
00:07:05: dass man gut durchkommt. Steckst du manchmal auch ab? Ja, wenn ich mich nicht auskenne. Es ist so ein
00:07:11: Fall zum Beispiel, oder wenn man sich verfahren hat, dann steckt man ab und schiebt das Rad. Das ist
00:07:17: auch für viele alte Radfreunde gar nicht dabei. Man kann ruhig einmal absteigen, wenn man sich nicht
00:07:24: auskennt, in einer Situation, einer Kreuzung, einfach absteigen, sich anschauen, okay, wie bewältige ich
00:07:32: jetzt diese Kreuzung oder diese Situation? Es ist keine Schande, weil ich mir eigentlich nicht
00:07:36: habe, da immer ein bisschen bammel, dann womöglich erst recht zum Verkehr sind, dann ist es zu werden,
00:07:42: aber auf dem G steigt natürlich absteigen, nicht auf der Mittelspur. Aber wie findet man jetzt
00:07:46: eigentlich die beste Route? Ich bin da immer so ein bisschen am Hin und Her wechseln, je nachdem,
00:07:52: wie ich im Alltag fahre, dann halt mit Google Maps oder wenn ich eine Ausfahrt plane eher mit
00:07:56: Komot. Was hat den besten Überblick über die guten Radrouten so an Apps und Planungstools?
00:08:02: Ja, es gibt eigene Radrouting-Apps, also Google Maps ist ja nicht dabei. Genau, die halt wirklich den
00:08:09: Radverkehr berücksichtigen, die auch Infrastruktur berücksichtigen, also man kann dann auswählen,
00:08:13: okay, ich möchte vermehrt auf Infrastruktur fahren, man kann auch seinen Geschwindigkeitsniveau wählen,
00:08:19: also bin ich eher langsam unterwegs, bin ich eher schnell unterwegs, das kann man dann einstellen
00:08:24: und dementsprechend wird man dann geroutet. Was wären da solche Apps? Bike Citizens, A nach B
00:08:30: wie eine gute App zum Beispiel, die den Radverkehr gut berücksichtigt. Jetzt haben wir schon so ein
00:08:35: bisschen anklängen lassen, es gibt ja im Stadtverkehr auch immer wieder Hindernisse und es gibt auch
00:08:39: Aggressoren, also andere Radfahrer, die irgendwie rücksichtslos fahren. Dann redet die ganze Welt von
00:08:44: diesen E-Mop-Pads, die vielleicht oder möglicherweise von den Radwegen verbannt werden, dann gibt es auch
00:08:49: ganz gemeine Autofahrer und Fußgänger und so weiter. Wie geht man denn mit solchen Hindernissen
00:08:54: und Aggressoren um, damit man sich nicht den ganzen Tag ärgern muss, wenn man Rad fährt?
00:08:59: Ja, ich glaube es ist ganz wichtig, dass man die Perspektive des jeweiligen Verkehrsteilnehmer,
00:09:04: der Verkehrsteilnehmerin, gut kennt, dass man auch weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mit dem
00:09:10: Fahrrad unterwegs ist, dass man weiß, wie es aus der Perspektive des Autofahrers, der Autofahrerinnen
00:09:16: aussieht. Ja, auch diese hineinversetzen in den anderen Verkehrsteilnehmer, Verkehrsteilnehmerinnen
00:09:23: ist ganz wichtig. Also diesen Perspektivewechsel zu vollziehen, warum ist die Situation jetzt so
00:09:29: eskaliert? Hat mich der wirklich nicht gesehen oder habe einfach gar nicht gedacht, dass da ein
00:09:35: Radfahren vorbeifahren kann oder der den Vorrang hat und der Autofahrer den Radfahren in den
00:09:42: Vorrang genommen hat. Diesen Perspektivewechsel sollte man vollziehen können. Wir starten die
00:09:47: Initiative für mehr Empathie im Straßenverkehr. Aber funktioniert es dann wirklich immer oder fährt
00:09:53: man schon manchmal weg und ärgert sich zu Hause immer noch drüber? Ja, das schon, aber man sollte
00:09:58: auch verstehen können, dass in der Konfliktsituation niemand gerne zugibt, dass er seinen Fehler
00:10:05: gemacht hat. Jetzt mal Hand aufs Herz. Wie kompetent sind denn die meisten Fahrradfahrerinnen und
00:10:12: Fahrradfahrer im Straßenverkehr, im Stadtverkehr, in Wien, so wenn es um die Berücksichtigung der
00:10:18: Straßenverkehrsregeln und die Rücksichtnahme auf andere geht? Ja, also Fehler machen alle. Alle
00:10:24: Verkehrsteiligungen sind nicht nur die Radfahrerinnen gemeint, sondern wichtig ist, dass man wirklich
00:10:31: gut kommuniziert untereinander. Also auch Radfahrerinnen, Radfahrerinnen, Kfz-Länkerinnen,
00:10:36: Kfz-Länker untereinander und eben unter Fußgänger,
00:10:41: Radfahrern und so weiter. Kommunikation ist ganz wichtig, dass man anzeigt, wo man hinfährt,
00:10:47: wo man hin will. Was man vor hat, Handzeichen geben, eben das Gleichgeld für Autolenkende,
00:10:54: dass die auch den Brinker betätigen. So kann man Konfliktsituationen relativ gut vermeiden.
00:11:00: Und reicht das, was wir da in der Schule, sage ich mal, vermittelt bekommen, weil man braucht ja
00:11:05: auch den Führerschein nicht nur mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Ich erinnere
00:11:09: mich, mein Radfahrführerschein in der Schule war in der vierten Klasse Volksschule. Ich wäre fast
00:11:14: durchgefahren und habe nicht wirklich viel mitgenommen. Als ich mich dann auf der Uni zum
00:11:20: ersten Mal in der Stadt aufs Fahrrad gesetzt habe, war ich eher lost. Ja, es ist halt wichtig,
00:11:26: dass man wirklich schon früh mit dem Radfahren beginnt, dass man auch dabei bleibt. Also Kinder
00:11:31: sollten ja schon früh in der Volksschule mit dem Einstieg, Vorbereitung für die Radverprüfung
00:11:36: da in den Alltagsradverkehr reinrutschen. Leider ist es so, dass viele, vor allem in den Städten,
00:11:43: Kinder keine Möglichkeit haben, die Radverprüfung im Rahmen des Unterrichts zu machen. Also das war
00:11:50: bei mir genauso. Ich hatte nicht die Möglichkeit, dass ich die Radverprüfung absolviere und bin
00:11:54: dann erst später zum Alltagsradfahrer geworden, aber aus Interesse habe. Und wenn man so wie
00:12:00: schwimmen Radfahren in der Schule schon gut vermittelt bekommt, da Vorbereitungskurse macht,
00:12:06: dann bleibt man später auch dabei. Also es gibt ja jetzt auch die Radverkurse für Volksschülerinnen
00:12:12: und denen empfehle ich wirklich auch den Pädagogen, diese kostenlosen Radverkurse in Anspruch zu nehmen.
00:12:18: Jetzt heißt es ja oft, besonders von nicht mehr ganz zu jungen Leuten, dass Radfahren in der
00:12:23: Stadt ist ja viel zu gefährlich für Kinder. Und die schauen dann auf die Lastenräder und sagen,
00:12:28: das ist ein Wahnsinn, was Eltern heutzutage machen, die fahren dann mit den Kindern in
00:12:31: der Stadt herum. Wie reagieren auf solche Beobachtungen? Ja, also Radfahren in der Stadt ist
00:12:37: anfühlt sich sehr sicher. Es wird immer so propagiert, ja es ist so gefährlich und starke
00:12:42: Autoverkehr ist natürlich ein Risiko, ja das stimmt. Aber man kann einige Situationen gut vermeiden,
00:12:50: wenn man sich gut auskennt, wenn man selbst auch die Kompetenz gut Rad zu fahren hat,
00:12:55: dann kann man dem gut entgegnen. Was sind denn so die gefährlichsten Situationen,
00:13:01: wo man wirklich einfach aufpassen sollte? Bei rechtsabbiegelnden Kfz sollte man aufpassen,
00:13:09: also im Kreuzungsbereich auf Radfahrer überfahrten, dass man da auch gut gesehen wird. Besonders
00:13:15: größere Fahrzeuge bergen da das größte Gefahrenpotenzial. Das heißt Kreuzungen sind tricky,
00:13:21: mich überfordern ja Baustellenbereiche auch immer und natürlich die alten Straßenbahnschienen. Wie
00:13:28: verhindere ich es, dass ich da dann doch irgendwann einfädle und ich weiß nicht mehr alles breche?
00:13:33: Noch dazu, weil ich Leute kenne, denen genau das passiert ist. Ich kenne Leute, die haben sich
00:13:38: im selben Jahr zweimal bei uns gebrochen. Genau, also Kreuzungsbereiche sind ein Punkt. Straßenbahnschienen
00:13:44: ein anderer, also Straßenbahnschienen im städtischen Bereich bergen eine große Gefahr für Radfahren,
00:13:50: besonders wenn man schmälere Reifen hat, dass man da eben über das Gleis gut drüber kommt,
00:13:56: dass man nicht stecken bleibt. Besonders auch dieser Abstand zwischen den Gleisen,
00:14:00: also zwischen der Schiene und eventuell rechtsparkenden Kfz, also auch dass die rechts parken und wenn
00:14:08: dann die Haltestelle so hervorspringt, dann ist das auch ein Bereich, den man meiden sollte. Also da
00:14:15: ist auch immer diese Position, die man wählt, im Verkehr ganz wichtig. Also wo bewege ich mich
00:14:20: und wo könnte welches Gefahrenpotenzial herrschen? Also fahre ich im Zweifel besser zwischen den
00:14:26: Schienen als zwischen den parkenden Autos und der äußeren Schiene? Genau, also da empfehle ich,
00:14:33: dass ich zwischen den Schienen so fahren, weil man in diesem Bereich zwischen Schiene und parkenden
00:14:37: Autos ziemlich eingesperrt ist und wenn dann plötzlich die Autotür sich eröffnet oder geöffnet
00:14:43: wird, ja es ist ja so, dass die nicht automatisch aufgeht, sondern die muss aufgemacht werden und
00:14:48: der Kfz-Länke schaut nicht vorher in den Rückspiegel oder über die Schulter, dann ist man in diesem
00:14:54: Gefahrenbereich ziemlich eingesperrt. Wir kennen uns ja, weil ich vor einigen Jahren einen Artikel
00:14:58: über Stadtradeln geschrieben habe und du hast mir damals den Tipp gegeben, man muss sich den
00:15:02: Platz nehmen und ich finde, das ist so ein wichtiger Tipp eben, dass man nicht angequetscht an die
00:15:07: Autos irgendwie schüchtern dahin fährt, wo dann eben genau die Gefahr vom Doring besteht, sondern
00:15:11: dass man halt auf der Straße fährt und die anderen Verkehrsteilnehmer einen irgendwie halt wahrnehmen
00:15:16: und berücksichtigen müssen oder das ist wahrscheinlich für so schüchterne neue Stadtradlerinnen
00:15:22: so ein guter Tipp, oder? Ja, das sagt sich leicht, das muss man auch erst erlernen, also dieses
00:15:28: behaupten und selbstbewusst sich im Stadtverkehr bewegen, das kann man auch nicht von heute auf
00:15:33: morgen, also das kommt in der Erfahrung und da ist es halt gut auch, wenn man zum Stadtradfahren
00:15:39: beginnt, dass man sich vielleicht jemanden nimmt, der schon länger mit dem Fahrrad in der Stadt
00:15:44: unterwegs ist, dass man anfänglich mit dem oder der Routen gemeinsam bestreitet, gemeinsam diese
00:15:51: Routen sich anschaut, die man fahren will, vielleicht täglich und der oder diejenige dann
00:15:57: einem gute Tipps geben kann. Jetzt abseits von dem, was man eben selber berücksichtigen kann und
00:16:03: der Radinfrastruktur, was müsste sich denn auf den Radwegen noch ändern? Ich denke da eben an
00:16:08: irgendwie doch diese E-Mopets, für die ich gerne nochmal reden würde, also wäre das auch wirklich
00:16:13: für die Sicherheit wichtig, dass die wegkommen von den Radwegen oder sind die im Endeffekt nur
00:16:18: ein Symptom dafür, dass es einfach breitere Radwege bräuchte? Es braucht sicherlich breitere
00:16:23: Radwege, auch dass man nebeneinander bequem fahren kann, neben Kindern bequem fahren kann, da ist in den
00:16:29: letzten Jahren viel gemacht worden, aber es ist in den letzten Jahren auch viel verabsammelt worden,
00:16:34: ja. Also viele Jahre lang hat man nur auf der Fahrbahn, Bodenmarkierung gemacht und keine
00:16:40: baulich getrennten Radwege, die eben für Kinder besonders wichtig wären, umgesetzt und wichtig ist
00:16:46: auch eben die Kommunikation untereinander, dass man anzeigt, wo man hin will, dass man mit den
00:16:52: anderen kommuniziert. Also du bist nicht der größte Verfechter, dass die jetzt unbedingt von den
00:16:57: Radwegen weg müssen, die E-Mopets? Oder wie siehst du das? Nein, das nicht, aber ich sehe
00:17:03: natürlich die größere Perspektive. Also die Fahrradverordnung gehört generell überarbeitet
00:17:08: und das sehe ich nicht nur die E-Mopets als Problem, die sogenannten E-Mopets, weil sie gelten ja als
00:17:15: Fahrrad derzeit und es sind ja genauso größere Transporträder auf den Radwegen unterwegs und
00:17:23: ich glaube nicht, dass man mit einem Kind in der Transportradkiste vorne dann auch auf der Straße
00:17:30: gerne unterwegs sein will, weil es würde ja diese dann auch betreffen. Noch eine etwas
00:17:35: streitbare Frage. Vorgeschrieben sind Radhelme ja eigentlich nicht. Gescheitest es schon, wenn man
00:17:40: sie trägt? Wie siehst du das? Dann gibt es ja auch sogar Radfahrer, die sagen, also ich kenne
00:17:44: tatsächlich einen, der sagt, er setzt kein Helm auf, weil dann sind die Autofahrer rücksichtsvoller.
00:17:49: Ist da was dran? Halt dich für etwas illusorisch, muss ich ehrlich sagen. Ja, es ist natürlich eine
00:17:56: persönliche Entscheidung, ob man jetzt einen Helm trägt oder nicht. Die meisten tragen derzeit auch
00:18:01: einen Helm. Es ist nur für Kinder bis 12 Jahre gesetzlich vorgeschrieben, dass man meinen Helm
00:18:07: aufsetzen muss, aber ich sehe das auch so gut, wie es derzeit ist, also eine persönliche Entscheidung.
00:18:13: Es ist natürlich, wenn man sportlich Rad fährt, ein bisschen was anderes, weil man da einfach
00:18:18: schneller unterwegs ist. Meistens im Gelände beim Mountainbalken ist es auch sinnvoll,
00:18:23: natürlich einen Helm zu tragen, aber ich halte nichts davon, dass man es gesetzlich vorschreibt
00:18:28: für Erwachsene. Bleiben wir noch kurz beim Equipment, weil ich jetzt doch überlege,
00:18:34: mir ein Stadtrat zuzulegen, wie verhindere ich, dass mir das sofort gefladert wird. Also gutes
00:18:40: Schloss E gibt es da sonst Dinge, die man irgendwie beachten sollt. Einfach keinen 1000 Euro
00:18:45: Stadtrat kaufen, Antonio. Du weißt, was ich verdiene, Francis. Genau, es ist ja wichtig,
00:18:51: auch wo man das Rad abstellt, also nicht nur welches Schloss man verwendet, sondern wo lässt
00:18:56: man sein Rad zurück oder wohin nimmt man es mit. Besonders teure Räder würde ich immer möglichst
00:19:04: gut absperren, nur kurz draußen absperren, ansonsten mitnehmen oder eventuell auch in der
00:19:11: Wohnung lagern, bis viele machen. Da ist natürlich auch das Thema, viele Gebäude haben zu wenige
00:19:18: Möglichkeiten, das Rad sicher unterzubringen. Also Radabstellräume in Wohngebäuden sind
00:19:25: teilweise auch schwer erreichbar, also Stufen, Türen, die sich nicht ausrechnen lassen,
00:19:31: dann gibt es in den Radräumen, wenn es welche gibt, keine Möglichkeiten, das Fahrrad sicher
00:19:36: anzuhängen, abzusperren, am Rahmen abzusperren. Also da ist auch noch sehr viel Nachholbedarf
00:19:43: da. Wer jetzt diesen Podcast gehört hat und total motiviert ist, sofort aufs Rad zu springen,
00:19:48: das sind jetzt so noch mal deine drei Tipps für Leute, die jetzt mit dem Startrad und
00:19:52: anfangen wollen. Entweder man sucht sich einen Buddy, eine Partnerin, ein Partner, mit dem
00:19:59: man aufs Rad aufsteigt, gemeinsam. Also Routenwahl ist auch wichtig, dass man sich vorher anschaut,
00:20:05: wo will ich unterwegs sein, vorher abfahren, ist auch ein guter Tipp und dann steht dem
00:20:11: freudigen Radfahren im Alltag nichts entgegen. Franziska, willst du mein Fahrrad-Buddy sein?
00:20:17: Umbedingt. Sehr schön. Wenn wir nächste Woche dann nicht mehr zu hören sind, hat Franziska
00:20:23: versagt oder Antonia. War nicht schnell genug für mich. Philipp Schober, vielen Dank für
00:20:28: deinen Besuch bei uns im Studio. Danke schön. Wir freuen uns jetzt schon auf eure Erfahrungen
00:20:33: mit dem Startradln oder mit dem Radln am Land. Wichtiger Hinweis auf jeden Fall noch, Podcast-Hören
00:20:38: beim Radfahren eher nicht ratzern. Nein, machen wir nicht. Philipp Schober schüttelt aber
00:20:43: auch nicht den Kopf, schenken kein Problem zu sehen. Ihr könnt uns auch beim Radfahren hören.
00:20:47: Richtig, nichts dagegen. Sehr gut. Trotzdem bitte keine Beschwerden, weil es schief geht an uns.
00:20:53: Alle anderen Nachrichten haben wir sehr gern an besserleben@standard.at. Genauso gute Bewertungen,
00:21:00: fünf Sterne und Kommentare auf Spotify oder wo auch immer ihr uns hört. Das war "Besser lieben,
00:21:06: der Standard-Podcast zum Glücklich werden". Ich bin Franziska Zödel. Ich bin Antonia Rautz. Ciao.
00:21:14: [Musik]