Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:06: Und wenn wahr hat, wann die anderen?

00:00:07: alle fantastisch und warum sind diese drei übergeblieben, also ich rausgekommen.

00:00:10: Du riegst jetzt mehr als vorher, das finde ich ein bisschen irritierender.

00:00:13: Ich habe extra geschwiegen,

00:00:14: weil ich mich so schuldig bin.

00:00:20: Willkommen zu besser leben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:00:23: Ich bin Franziska Zoidel.

00:00:25: Ich bin Martin Schachuba.

00:00:26: Und Martin, du hast mir heute, wie so oft eigentlich, versprochen, dass ich nach der Folge klüger sein werde als zuvor.

00:00:32: Ja, ich verspreche das nicht nur, ich garantiere es sogar.

00:00:35: Also, wir treffen jeden Tag endlos viele Entscheidungen und die meisten davon sind hoffentlich gute.

00:00:40: Aber das menschliche Hirn ist leider nicht ganz perfekt, das wird dich jetzt schockieren.

00:00:44: Es gibt ein paar Denkfehler, die wir sehr, sehr regelmäßig machen, die auch immer das gleiche Muster haben.

00:00:49: Wir sitzen da immer wieder in denselben Verzerrungen auf und das macht uns manipulierbar, das verhindert, dass wir es fehlen lernen, das schadet uns ganz einfach.

00:00:56: Aber wenn man diese kognitiven Verzerrungen, wie sie auf Deutsch korrekt heißen, auf Englisch Biases, wenn man die einmal kennt, dann kann man sich wirklich gut dagegen wehren und da möchte ich heute dir das Rüstzeug dafür geben.

00:01:07: Ich kann das sagen, weil ich kriege es jetzt immer wieder mit, wenn ich diesen Biases aufsitze und dann eine Entscheidung von mir korrigiere, weil ich es check.

00:01:15: Und warum bist du da sozusagen schon ein Schritt weiter und erkennst die Denkfehler?

00:01:19: Da, liebe Franziska, muss ich kurz zurück ins Jahr zwanzigsechzehn.

00:01:22: Ich habe damals zwei Monate in der Tien gewohnt und einer meiner Mitbewohner dort war in Schwede, der dort studiert, auch in seinen frühen Zwanzigern.

00:01:29: Und mir ist von Anfang an aufgefallen, dass der einfach unglaublich gescheit war.

00:01:33: Und ja, der war auch einfach intelligent und sehr gebildet, bla, bla, bla.

00:01:38: Aber mit dem hat man auch wirklich diskutieren können über alles von Gesellschaftspolitik bis Fußballtaktik und er hat mich immer wieder dabei von anderen Denkweisen überzeugt.

00:01:45: Und das war beim damaligen Martin noch schwieriger als jetzt, eh noch ist.

00:01:49: Also ist mir das wirklich bei ihm mehr als bei jedem anderen Menschen davor aufgefallen, dass mich der immer wieder von Sachen überzeugt, dass ich sie an das sehen sollte oder so.

00:01:57: Und ich habe mir dann einfach, bist du gescheitert, einfach mehr auf den Kasten als ich.

00:02:00: Und irgendwann recht kurz, bevor ich wieder zurück nach Wien bin, hatte mir dann ein Buch gezeigt, das er gerade, ich glaube, zum dritten Mal oder so schon gelesen hat.

00:02:08: Und er hat mir damals gesagt, dass ich nie wieder ein Buch finden werde, von dem ich mein ganzes Leben lang so sehr profitieren werde.

00:02:14: Und dank dem Thema dieser Folge habe ich schon eine Vermutung, welches Buch es sein könnte, habe ich schon öfter am Bahnhof in den Händen gehalten, kommt mir vor.

00:02:23: Du wirst dann das Richtige denken.

00:02:24: Es ging um schnelles Denken, langsames Denken, im Original Finking Fast and Slow.

00:02:30: kennen alle Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln längere Strecken zurücklegen, zumindest vom Sehen.

00:02:35: Weil gerade im Bahnhof so ein Flughäfenbuchleden gibt es das, glaube ich, nach wie vor in absolut jedem.

00:02:41: Ich glaube, man muss das haben, um einen Buchladen eröffnen zu dürfen.

00:02:52: Und ja, ich habe mich dann durchgerungen, das mir zu kaufen und mich dann noch ein bisschen mehr durchringen müssen, um es irgendwann im X und Andere auch wirklich zu lesen.

00:03:00: Und da geht es sich mal um diese ganzen Bias.

00:03:02: Und ja, seitdem hat funktioniert das Lesen.

00:03:05: Ich hatte mich und meine Mitmenschen auch mittlerweile hauptsächlich meine Mitmenschen dabei, wie sie in diese Fallen tappen und falsche Schlüsse ziehen.

00:03:13: Das klingt, als wärst du nicht der leichteste Mitmensch, wenn Manxwerbs gerade eine Entscheidung trifft und du einen anklärt, warum es falsch ist.

00:03:19: Aber es klingt auch, als wär das Buch jetzt nicht gerade die leichteste Kost gewesen.

00:03:23: Ja, das wird dem Auto auch vorgeworfen.

00:03:25: Es ist halt eine populärwissenschaftliche, ist fast schon so nett ausgedrückt, das ist eine Abhandlung eines Psychologen.

00:03:32: Ich würde trotzdem nach wie vor sagen, dass es eine gute Idee ist, das zu lesen.

00:03:36: Aber man kann jetzt als Leitsversion auch einfach diesen Podcast hören.

00:03:39: Ich mache jetzt auch keine Nacherzählungen von diesem Buch.

00:03:41: Erstens gibt es noch viel mehr als was im Buch vorkommt und zweitens gibt es auch gewisse Schlüsse, die mittlerweile wiederlegt oder zumindest abgeschwächt sind, die in dem Buch noch stehen.

00:03:50: Ich habe für diese Folge jetzt einmal ein paar sehr, sehr wichtige dieser Denkfehler gesammelt, die wir oft machen und vor denen ich jetzt warnen will.

00:03:56: Und ich habe dann gleich noch so viele wichtige übrig gehabt, dass... vielleicht über nächste Woche oder so eine zweite Folge davon geben

00:04:01: wird.

00:04:02: Da freuen wir uns schon drauf.

00:04:03: Also soll mich das jetzt in Zukunft gescheitert machen und soll ich bessere Entscheidungen treffen?

00:04:07: auf die

00:04:07: Deutsch?

00:04:07: Ja, schon mindestens bessere Entscheidungen.

00:04:09: Ich weiß nicht, ob gescheitert, ob bei dir dann auch Luft nach oben ist, aber...

00:04:11: Gut gerettet, Martin.

00:04:13: Also es geht bei all diesen Beises darum, dass wir nicht so rational entscheiden, wie wir das denken.

00:04:18: Meistens, weil wir die Realität verzehrt wahrnehmen, manchmal auch, weil wir bei der Entscheidung unbewusst irgendwie von Emotionen beeinflusst werden.

00:04:24: Heute geht es hauptsächlich um den ersten Teil.

00:04:26: Und... Wenn du das jetzt kennenlernst, du wirst dann nicht immer daran denken in weiterer Zukunft, aber manchmal wird es dir auffallen und mit jedem Mal wirst du dann beim nächsten Mal wieder leichter daran denken.

00:04:37: Und irgendwann ist es dann einfach Teil des normalen Denkens, dass du diese Fehler gar nicht mehr machst.

00:04:41: Ich finde jetzt hast du total... Es

00:04:43: ist noch sehr theoretisch, ja.

00:04:44: ...mit

00:04:44: Tische Ansoezungen gemacht.

00:04:46: Ich bin jetzt schon total gespannt.

00:04:47: Jetzt gib mal Beispiele.

00:04:49: Also mein persönlicher Liebling dieser Bias ist der Survivorship-Bias, weil es da so ein großartig anschauliches Beispiel gibt.

00:04:55: Also auf Deutsch überlebenden Irrtum ist eine gängige Übersetzung.

00:04:59: Dem gehen wir auf den Leim, wenn uns nicht bewusst ist, dass wir nur das sehen, was er bisher überlebt hat.

00:05:05: Also mal das klassiker Beispiel zum Verständnis.

00:05:07: Stell dir vor, du bist eine Ingenieurin bei Militär und zwar zu einer Zeit, wo man auch mit Maschinen gewährt und nicht mit Dronen gekämpft hat.

00:05:13: Du bist für Flugzeuge zuständig und bekommst jetzt ein neues Material für Panzerungen.

00:05:18: Und das ist recht leicht, du kannst doch bei Flugzeugen verwenden, aber du hast leider nicht genug, um die Flugzeuge jetzt komplett mit dieser Superpanzerung einzukleiden.

00:05:26: Also schaust du dir an, wo sie denn in der Praxis getroffen werden, um rauszufinden, wo du das dann hinblickst als neuem Material.

00:05:32: Also du nimmst die Flugzeugeherde von Einsätzen zurückkommen und schaust dir an, wo die Einschusslöcher sind.

00:05:36: Das siehst du dann, dass sie vor allem an den Flügeln getroffen werden.

00:05:39: Und das sind da, wenn du dir alle anschaust, sind da ziemlich viele Einschusslöcher in den Flügeln.

00:05:44: In der Mitte, wo das Cockpit und der Motor ist, da findest du bei fast gar keinen Flugzeug, einen Einschussloch.

00:05:49: Also wo wirst du dann künftig die Flugzeuge verstärken?

00:05:51: Ich finde es einfach schon extrem misstrauisch und würde mal behaupten, nicht bei den Flügen, weil die Flieger sind ja trotz der Einschusslöcher dort wieder zurückgekommen.

00:06:01: Im Gegensatz zu anderen.

00:06:02: Bist du schon einen Schritt weiter, genau.

00:06:04: Würdest du jetzt einfach sagen, okay, die Löcher sind am Flügel, ich muss die Flügel verstärken.

00:06:08: wäre es zu dem Survivorship-Buyers zum Opfer gefallen.

00:06:11: Weil dann, wenn du die Flügel verstärkst, wenn gleich viele Flugzeuge abgeschossen werden, dann wird es da vielleicht irgendwann dämmern.

00:06:16: Ja, das Problem ist, ein Simples, du kannst ja nur die Einschusslöcher der Flugzeuge anschauen, die zurückkommen.

00:06:21: Würde jetzt die Flugzeuge, die Einschusslöcher im Cockpit haben, die liegen irgendwo in tausend Teilen auf irgendeinem Feld.

00:06:27: Und das ist so ein ganz plakatives Beispiel für diese Survivorship-Buyers.

00:06:31: Du siehst nur die Überleben und das verzerrte Nurteil.

00:06:34: Also wir lernen, ich wäre eine extrem gute Militärtechnikerin.

00:06:37: Aber ich vermute mal stark, unsere Hörerinnen und Hörer sind eh nicht in diesem sehr spannenden Segment tätig.

00:06:44: Hast du sonst noch ...?

00:06:45: Sehr

00:06:45: lukrativ derzeit auch.

00:06:46: Duraus.

00:06:47: Hast du sonst noch Beispiele aus dem Leben gegriffen für sie?

00:06:50: Es begegnet uns schon noch in einem alltäglicheren Alltag, dieses Survivorship-Buyers.

00:06:54: Ganz oft auch, wenn man so über Vorbilder oder besonders erfolgreiche Menschen spricht, ohne dass man es so richtig mitbekommt.

00:07:00: Was denkst du zum Beispiel, wenn ich jetzt das Wort Studie in Abbrecher sag?

00:07:03: Ja, dann denke ich, unsere Leute wie Steve Jobs, die trotzdem ein Imperium aufgebaut haben.

00:07:08: Genau, das sind wieder die, die es geschafft haben.

00:07:10: Es gibt aber sehr, sehr, sehr, sehr viele Studienabbrecher, über die kein Mensch spricht, die dann kein super erfolgreiches Unternehmen gründen.

00:07:17: Aber was bleibt, sind bei den einigen wenigen Studienabbrechern, die dann riesige Unternehmen haben, da wird es dann betont und so.

00:07:24: Es ist nicht der Superhack, erfolgreich zu werden, einfach sein Studium abzubrechen.

00:07:28: Was ähnliches ist, dieser Gedanke-Talent setzt sich durch.

00:07:31: Ja, eh die Künstler, die wir kennen, die jetzt erfolgreich sind, sind fast alle super talentiert.

00:07:36: Aber es gibt doch Tausende Supertalente, von denen niemand etwas gehört hat.

00:07:40: Das setzt sich eben nicht immer durch.

00:07:41: Manche werden wir nie kennenlernen, die fantastisch singen könnten.

00:07:45: Oder bei irgendwelchen Diäten zum Beispiel, wenn dann Leute stolz Fotosposten, wie sie abgenommen haben, dann denken wir, das funktioniert aber bei jedem.

00:07:52: Aber das Problem ist, die Leute, mit denen es nicht funktioniert hat, die werden keine vorher nachher Fotosposten, wo sie gleich ausschauen, wieder vor.

00:07:58: Es geht jetzt bei Survivorship bei uns nicht immer nur um das wörtliche Überleben, sondern einfach um das, was schafft es überhaupt erst in das, was du siehst.

00:08:06: Also zum Beispiel, wo es auch oft vorkommt, ist, wenn Sicherheitsmaßnahmen in Frage gestellt werden, weil sie Anführungszeichen ja eh nicht nötig sind.

00:08:12: Zum Beispiel ist es, ich habe auch keinen Kurt im Auto gehabt und bin trotzdem alt worden.

00:08:16: Ja, eh, aber die, die halt nicht alt worden sind, deswegen reden jetzt nicht mehr mit uns.

00:08:21: Oder die Tante Gert, die ist seit siebzig an Kettenraucherin.

00:08:23: Ja, wer sie vor dreizeigang gestorben würde, ist das jetzt nicht das Beispiel nehmen.

00:08:27: Das sind relativ viele solche Sachen, auch was weniger dramatisches, wenn man zum Beispiel sagt, war die Musik in den Siebziger und in den Achtziger und was auch immer, die war so viel besser.

00:08:35: Neunziger.

00:08:36: Neunziger in deinem Fall.

00:08:38: Das kann theoretisch auch sein, dass das stimmt, aber viel wahrscheinlicher ist, dass der Müll von damals den kennt halt heute keiner mehr.

00:08:44: Also, es hat sich eben nur das Best-of gehalten.

00:08:47: Das kannst du genauso machen mit Autos, mit Häusern.

00:08:49: Die Autos früher, das waren auch Autos.

00:08:52: Ehe, weil die sechziger Jahrgänge, die jetzt noch fanden, das ist das beste pro Mill der Autos, die damals gebaut wurden.

00:08:57: Der Rest ist schon längst am Schrottplatz.

00:08:59: Gibt's tausende Beispiele.

00:09:01: Survivorship Bias ist dann, wenn du am Ende der Partie zum Kuchenbefehl kommst und es sind noch drei Stück da von irgendwas, kostest den und er ist wirklich grauslich unter den Ängsten dann.

00:09:09: Gott sei Dank hab ich eh nix verpasst.

00:09:11: Aber in Wahrheit waren die anderen alle fantastisch.

00:09:12: und warum sind diese drei übergeblieben?

00:09:14: Weil sie grausig waren.

00:09:15: Gott sei Dank bin ich nie als Letzter am Kuchenbefehl.

00:09:18: Stimmt, du bist schon am Zusammenräumen, wenn das Ende der Party

00:09:20: ist.

00:09:20: Ich habe schon gestorben, dass ich vorbei ist.

00:09:23: Sehr, sehr spannend.

00:09:23: Ich glaube, jetzt habe ich es kapiert.

00:09:25: Und dieser Survivorship-Bias ist eine Untergruppe quasi von Selection-Bias.

00:09:29: Das ist so die große Übergruppe.

00:09:31: Das sind eben verschiedene Effekte, bei denen man falsche Schlüsse zieht, weil man sich meistens unbewusst nur eine verzerrende Stiefprobe anschaut.

00:09:39: Da gibt es auch noch andere Unterkategorien, wenn man so will.

00:09:42: Zum Beispiel?

00:09:43: Zum Beispiel die sogenannte Availability-Buyers auf deutsch verfügbarkeitsphoristik.

00:09:49: Das bedeutet, dass wir zur Entscheidungsfindung am liebsten das hernehmen, was uns halt nahe ist, was uns schnell einfällt.

00:09:55: Was dem hier leicht zur Verfügung steht, da geht es auch um Energieaufwand.

00:09:59: Und das blasen wir dann gleich so auf, als wäre es eh schon genug, was wir wissen, um uns ein Urteil zu fällen.

00:10:04: Was glaubst du zum Beispiel, was war in Österreich, die häufigste Todesursache?

00:10:09: Ich bin weiter Mistreusch und vermute mal nicht Covid, oder?

00:10:13: Ja, richtig.

00:10:14: Franzi spielt nicht mit.

00:10:15: Falls ihr lieber Hörer in ein kooperativerseits und jetzt Covid gedacht habt, würden vielleicht viel denken, wollen wir nicht in so einem Setting jetzt, es waren chronische Herzkrankheiten und zwar mit fast doppelt so viel Toten wie Covid.

00:10:27: Mehr als vierzehntausend im Vergleich zu knapp achttausend.

00:10:30: Aber, zwanzig neunzehnt sind halt auch schon circa so viele Leute an chronischen Herzkrankheiten gestorben, zwanzig vierundzwanzig auch, da hat sich nicht so viel geändert.

00:10:37: Bei Covid war das anders, deswegen ist es uns auch zu recht so viel mehr aufgefallen.

00:10:41: Also ich widde nicht, dass jetzt der MFG einen Podcast-Ausschnitt postet und Gott, das ist mit Covid war gar nicht so schlimm, weil es das MFG noch gibt.

00:10:47: Ich weiß es nicht.

00:10:49: Either way, warum ist das jetzt relevant für uns und wo ist da die falsche Entscheidungsfindung?

00:10:52: Das ist ja die Kernfrage.

00:10:54: So sehr die meisten Menschen wegen Covid-Maske getragen haben, so wenig tun sie gegen Herzkrankheiten.

00:10:58: Weil uns das eben nicht so nahe liegt, weil das in dieser Availability bei uns eben, das kriegen wir nicht zum Mitwas, Herzkrankheiten alles auslösen, außer man hat zufällig jemanden im nächsten Umfeld.

00:11:08: den das betrifft, dann ist es wieder präsent und dann, das ist ja auch Leute, deren Freunde an Lungenkrebs sterben, hören dann zum Rauchen auf.

00:11:14: Aber es sterben in Österreich jedes Jahr gleich viele Menschen an Lungenkrebs, aber es macht keinen Unterschied für alle Raucher.

00:11:20: Das Absurde ist ja wirklich, dass viele Menschen ernsthaft mehr Angst davor haben, vom Blitz getroffen werden, im Flugzeug abzustürzen oder auf der Straße erstochen zu werden.

00:11:27: Und diese Fälle gibt es und die sind sehr tragisch, aber es ist halt viel gefährlicher, dass dein Herz irgendwann von allein aufhört zum Schlagen, obwohl der Rest noch ganz gut dabei wäre.

00:11:36: Und darauf achtet man einfach weniger wegen diesem Bayeris.

00:11:39: Also lieber einen Salat als eine stichsichere Weste tragen.

00:11:42: Prinzipiell ja und diese Availability Bayeris kommt uns im Alltag auf unterschiedliche Arten ständig unter auch teilweise wo es einen dann nicht so negativ beeinflusst.

00:11:50: Aber wenn du zum Beispiel mal an einer Stelle einen Autounfall gesehen hast, das kann sein, dass in der Geschichte der Mensch hat der einzige Autounfall dort war, in deinem Kopf jetzt immer als besonders gefährlicher Stelle verankert sein.

00:12:00: und die Stelle wo vielleicht wirklich jede Woche was passiert, zwei Kilometer später, da passt nicht besonders auf.

00:12:05: Das sind so Kleinigkeiten.

00:12:07: Oder wenn jetzt, es wird vielleicht vielen, die gerade um den dreißigsten Geburtstag sind, so gehen, dass sie das Gefühl haben, dass gerade die ganze Welt heiratet oder sich verlobt.

00:12:14: Das ist halt auch so was.

00:12:15: Ja, weil wenn je es jemand macht, kriegst du es mit.

00:12:18: Da eben die Post hat ja jeder was auf Insta, das kriegt ein viel leichter, dann spülst der Algo noch dazu hoch.

00:12:23: Die ganzen, vielen, viel mehr Menschen, die single sind oder die einfach eine heiratslose Partnerschaft führen oder schon lange verheiratet sind, die kriegst du halt viel weniger mit.

00:12:30: Und deswegen ist dann die Wahrnehmung so verzehrt.

00:12:33: Generell, diese Social Media Bubbles und auch die Bubbles, in denen wir uns außerhalb von Social Media bewegen, die sind für viele Verzerrungen in der Wahrnehmung verantwortlich.

00:12:41: Also, du z.B.

00:12:42: vielen Seiten mit Haustier-Content folgst.

00:12:45: Wird dir vorkommen, als hättest du ganz Österreich ein Hund.

00:12:47: Wenn du in der Innenstadt wohnst und dort kaum rauskommst, wirst du wahrscheinlich denken, Hunde sind Einhörner, wirklich rare Leberwiesen.

00:12:54: Natürlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

00:12:56: In Österreich gibt es ungefähr sechshundert, dreißigtausend Hunde, also nicht ganz einen auf zehn Menschen.

00:13:01: Ich glaube, dass ganz Österreich läuft und vegan ist.

00:13:04: Und ich fürchte, es stimmt nicht, sondern ich sitze da diesem Availability-Bias auf, oder?

00:13:08: Ganz

00:13:08: genau so ist es.

00:13:09: Das ist ja nahe.

00:13:10: Anders denkst du,

00:13:11: ja.

00:13:12: Was hilft denn jetzt dagegen?

00:13:14: Zwar eine prinzipielle Frage, die du über sowas stellen kannst, ist, glaube ich, etwas kommt oft vor, weil es wirklich oft passiert oder weil es besonders auffällig ist oder weil besonders viele Menschen in meinem Umfeld irgendwie so sind oder das erleben.

00:13:26: Wenn man sich dann nicht sicher ist, müssen wir eigentlich belastbare Zahlen suchen.

00:13:29: Eben wie jetzt bei den Beispiel Hunde, natürlich habe ich das gegoogelt, wie viele Hunde es gibt in Österreich.

00:13:33: Das ist durch KI-Unterstützung mittlerweile auch schon ein bisschen eine kürzere Aufgabe, so kleine Zahlen herauszufinden.

00:13:40: Aber in den meisten Fällen reicht es auch einfach, irgendwo dieses Haltstopp im Hinterkopf irgendwo zu haben, sich kurz zu fragen.

00:13:46: überschätze ich jetzt gerade wieder eine super Unwahrscheinlichkeit, weil das irgendwo gerade eine Schlagzeile war, stichwort Heirangriff.

00:13:52: Wenn wir schon beim Flugzeug Beispiel sind, es ist wahrscheinlich von abstürzenden Flugzeugteilen erschlagen zu werden, als von einem Heigetötet zu werden.

00:13:58: Es ist immer noch nicht sehr wahrscheinlich von herabstürzenden Flugzeugteilen erschlagen zu werden.

00:14:02: Aber nur so, ja.

00:14:03: Aber eh, wenn dann irgendwo in Australien ein Surfer angeknabbert wurde, hat ganz Europa wieder drei Monate Angst ins Wasser zu gehen.

00:14:08: In die Donau.

00:14:09: In die Donau am besten.

00:14:10: Gut, da geht's dann ins Irrationale.

00:14:12: Aber die Availability-Buyers hat noch einen engen... Bruder oder eine enge Schwester, nämlich die Resency-Bias, die dreht sich darum, dass wir die Wichtigkeit von allem, was nur kurz her ist, total überschätzen.

00:14:23: Und das kann dann sehr schnell zu schlechten Entscheidungen führen.

00:14:26: Was wäre ein Beispiel dafür?

00:14:28: Also wir wissen zum Beispiel aus der Forschung, dass Mitarbeiter viel stärker nach dem, was sie jetzt als Letztes gemacht haben, beurteilt werden als nach dem ganzen letzten Arbeitsjahr oder der ganzen Karriere.

00:14:38: Also wenn jetzt ein Kollege gerade eine schwierige Zeit hatte oder auch einfach auf Urlaub war, kommt es ja schnell so vor, als würde der generell weniger leisten.

00:14:46: Und wenn du dann als Chefin entscheiden musst, wer aus deinem Team eine Budgetkürzung zum Opfer fällt.

00:14:51: Ja, dann ist das schon ein Problem, wenn du nur in die letzte Woche denkst.

00:14:54: Und du wirst jetzt vielleicht denken, eh, gerade so eine Entscheidung, da denkst du es vielleicht bewusster noch länger durch und das stimmt auch in der Praxis.

00:15:00: So größere Entscheidungen nehmen man ernster und da ist man auch ein bisschen weniger anfällig für diese ganzen Biosys.

00:15:06: Aber... Das Problem ist, die allermeisten Entscheidungen, die wir treffen, sind blitzschnelle Sekundenentscheidungen, die völlig unbewusst ablaufen.

00:15:13: Und genau bei denen kannst du halt schon sehr leicht passieren, dass du dann eben nur das Letzte irgendwie im Gespür hast.

00:15:20: Also was ganz einfaches, wenn mir jetzt meine Lieblingsspeise das letzte Mal nicht geschmeckt hat, weil es versalzen war oder was auch immer, dann kann es sein, dass ich sie deswegen länger nicht mehr koche oder bestell.

00:15:29: Ich vergesse quasi über diese eine schlechte Erfahrung, das eigentliche Wissen und zwar, dass mich diese Schnitze einfach wahnsinnig glücklich macht.

00:15:36: Kaffeol vermutlich.

00:15:37: Na ja, super Beispiel.

00:15:39: Ich habe einen total schlechten Marathon gehabt und war dann auch so, ich laufe nie wieder Marathon, weil Marathon laufen ist furchtbar.

00:15:44: Was denn erster?

00:15:45: Es war mein Vierter.

00:15:47: Der hat vier Marathons.

00:15:49: Aber es hat mir wirklich zwei Jahre vom Laufen abgehalten, weil ich es furchtbar gefunden habe und es war Blödsinn.

00:15:54: Man soll viel mehr Marathon laufen.

00:15:56: Über das kann man diskutieren, aber die ersten drei waren ja wahrscheinlich recht super, wenn es sich jedes Mal zum nächsten wieder angemeldet

00:16:01: ist.

00:16:01: Ja, das ist eine andere Geschichte.

00:16:02: Aber eher unterm Strich ein positives.

00:16:07: Auch wieder Beziehungen zu anderen Menschen erlebst.

00:16:09: Das hängt auch total stark vom letzten gemeinsamen Erlebnis ab.

00:16:12: Du denkst nicht an die vielen Jahre davor, wenn es dich mit jemandem gestritten hast.

00:16:15: Du denkst an den Streit.

00:16:17: Und du vergisst ungekehrt auch sehr schnell, dass irgendwer ein unerträglicher Wappler ist, wenn er einmal wirklich nett zu dir war.

00:16:23: Du nix jetzt mehr als vorher, das finde ich ein bisschen irritierend, aber... Ja, Recently Byers ist übrigens auch der Grund, warum beim Song Contest die später kommenden Songs statistisch schon damals besser abgeschnitten haben, wo es noch zufällig war, die Auslosung.

00:16:36: Jetzt sind ja bewusst, die mit mehr Aussichten weiter am Ende.

00:16:39: Aber damals war es so, da hat sich gezeigt, die später testen, mehr Leute rufen dann

00:16:42: an.

00:16:43: Moment, so ist es wirklich?

00:16:44: Die Favoriten sind am Ende?

00:16:45: Nein,

00:16:45: es gibt halt einfach einen Ablauf, der halt ein bisschen designt ist, dass halt nicht fünfzehn langweilige Balladen hintereinander sind.

00:16:51: Also

00:16:51: ja, macht Sinn.

00:16:52: Also mit Beispielen vom Song Contest hatten wir.

00:16:53: Und es ist schon so, es geht ja.

00:16:55: Das ist der erste, der letzte.

00:16:56: Das ist bei allen Shows dieser Art.

00:16:58: Es gibt halt bessere und schlechtere Plätze.

00:17:00: Letzter Platz vor der Werbung auch immer.

00:17:01: Sehr gut.

00:17:02: Also Fingers crossed für Österreich im kommenden Jahr.

00:17:04: Da nicht

00:17:04: schon wieder.

00:17:05: Doch, doch.

00:17:05: Das wäre super.

00:17:07: Aber auch da gilt ja jetzt wieder kurz mal innerlich gegenchecken, ob man wirklich alles bedenkt, was man über jemanden weiß, oder?

00:17:14: Also ist ja meistens mehr als die letzte Erinnerung, wie du sagst.

00:17:16: Genau.

00:17:17: Es ist jetzt noch nicht ganz vorbei mit diesem ganzen Thema.

00:17:20: Es gibt auch einige Fälle von Selection Bias, die jetzt nicht mit dieser Survivorship Availability-Reasoncy Bias zusammen zu fassen sind.

00:17:28: Ich habe jetzt trotzdem über diese auch einzeln geredet, weil ich glaube, das hilft, wenn man das ein bisschen spezifisch vor sich hat, weil man es dann ein bisschen genauer kennt.

00:17:34: Aber auch wenn man sich jetzt gegen die irgendwann immunisiert hat, kann man über die allgemeinere Selection Bias trotzdem immer wieder stolz werden.

00:17:41: Das ist schon wieder der totale Spoiler.

00:17:42: Bring it on, Martin!

00:17:45: Klassiker sind, wenn man Umfrageergebnisse zu ernst nimmt, ohne zu bedenken, wie die zustande gekommen ist.

00:17:51: Also ganz simples Beispiel, wenn die Krone auf ihrer Webseite seine Umfrage zu Parteipräferenzen macht, wird das Ergebnis wesentlich FPÖ-freundlicher sein, als wenn das das Standard macht.

00:18:00: Und bei all diesen Dingen, wo quasi die Teilnahme schon freiwillig ist, habe ich automatisch extrem Faziatik, da kann ich niemals auf die Gesamtbevölkerung irgendwie schließen.

00:18:09: oder auch eben, wenn die Stichprobe nicht irgendwie stellvertretend ist.

00:18:13: Ich kann dann sagen, Männer zwischen zwanzig und neunundzwanzig zum Beispiel sind XY oder mögen XY, aber nicht die Gärte dieser siebziger Enquete raucht.

00:18:21: Zum Beispiel ein Beispiel, das ich heuer selber erlebt habe.

00:18:23: Wenn du online Erfahrungsberichte über irgendwelche obskuren asiatischen Fluglinien recherchierst, dann landest du auf ebenso ziemlich obskuren Websites, die aber diese Erfahrungsberichte haben.

00:18:34: Und dann glaubst du, dass du mit diesen Fluglinien Wahrscheinlich fast abstürzt und unter Garantie zwei gebrochene Beine hast nachher, weil der Platz so knapp war und eure Lebensmittel vergiftet, wenn es dort was ist und so weiter.

00:18:46: Nur schreckliche Erlebnisse.

00:18:47: Aber Moment.

00:18:48: Wieder.

00:18:49: Selection-Buyes.

00:18:50: Wer tut sich denn das an, so eine obskure Website aufzusuchen, um ein Review über eine Fluglinie zu schreiben?

00:18:56: Nicht ich nach einem total langweiligen, unspektakulären Flug mit bissel zu wenig Beinfreiheit, aber eigentlich keinen weiteren Vorkommnissen.

00:19:03: Das sind nur die Leute, die richtig, richtig kranktig sind, weil eben stark verschoben.

00:19:09: Es passiert schon ziemlich viel böseres Zeug offenbar, was das so, wenn was verschoben wird, was dann so Haftung betrifft, aber Augen auf, wer aller den Mund aufmacht.

00:19:18: Ich finde, die Bewertungen, das ist wirklich ein total spannendes Thema, ist auch bei Restaurantbewertungen so.

00:19:23: Und ich steuere da in letzter Zeit bewusst gegen und schreibe freundliche Bewertungen, wenn man was geschmeckt hat, weil sonst sammeln sich da eigentlich großteils negative Bewertungen natürlich von Leuten, die angefressen sind.

00:19:34: Ja, absolut.

00:19:35: Es ist je nach Thema, ist auch wirklich die Streuung dann recht unterschiedlich.

00:19:39: Gibt es zum Beispiel, ich kann Google Maps, vier Komma, neun Sterne bei veganen Restaurants nicht mehr ernst nehmen, weil da einfach so viele Veganer innen begeistert sind, dass überhaupt was Veganes gibt, dass die einfach Pauschal für den Sterne vergeben, aber das Essen jetzt nicht besonders gut ist, wie es woanders wäre, wenn es vier Komma, neun Sterne hat.

00:19:54: Habe ich leider auf die harte Tour gelernt.

00:19:56: Das ist halt der umgekehrte Effekt quasi.

00:19:58: Und ich verstehe die Motivation der Einzelnen.

00:20:00: Ich verstehe, dass sie das fördern wollen und dass sie das cool finden.

00:20:02: Das ist denen dann auch oft vielleicht besser schmeckt als mir.

00:20:04: Aber diese Allgemeingültigkeit, die ich mir eigentlich erwarte von so einem Review, die hat es dann halt nicht.

00:20:09: Weil

00:20:09: gut, der hat es sowieso nie.

00:20:11: Manche aber halt mehr, wenn du jetzt nicht eine einzelne Gruppe umgekehrt.

00:20:14: Wenn irgendwo ein ideologisches Problem ist, vielleicht bei einem Dienstleister-Restaurant, was auch immer ganz umgekehrt dann genauso sein.

00:20:20: Ich finde es auch immer recht spannend, wenn dann ein Restaurant zum Beispiel hat.

00:20:23: Essen war eh gut, aber Service war zu langsam.

00:20:25: Das ist der erste Laden, wo ich hingehe.

00:20:27: Wenn mir das wurscht, wenn das Service länger dauert, aber ich weiß, wenn sogar der grantige Mensch trotzdem schreibt, dass das Essen gut war, dann war es fantastisch.

00:20:33: Okay, spannender Take, spannender Take.

00:20:36: Also wenn der Service langsam ist, bin ich out, ja?

00:20:38: Ja, und ich verstehe, dass andere Leute denen das Wichtigste bieten, bleibt's aus.

00:20:41: Aber ich gehe wegen dem Essen in einem Restaurant nicht, weil ich alle zwei Minuten gefragt werden will, ob es mal schmeckt.

00:20:46: Ich gehe wegen einem Gesamtpaket in einem Restaurant, ich merke schon, Martin und ich werden nie gemeinsam essen gehen.

00:20:50: Ja, weil

00:20:50: du immer die veganen Läden mit fünf Städten.

00:20:53: Ich hab extra geschwiegen, weil ich mich so schuldig gefühlt habe.

00:20:57: Und Selection Bayer ist vor allem in der Psychologieforschung ein ziemlich großes Thema, weil extrem viele Studien ausschließlich an Psychologiestudierenden aus westlichen Ländern durchgeführt werden.

00:21:07: Und das ist schon eine sehr spezifische Zielgruppe.

00:21:09: Das ist ja sogar ein eigenes Akronym, die weird.

00:21:12: Zielgruppe.

00:21:13: Das weiß ich nicht mehr, wofür die einzelnen Buchstaben stehen.

00:21:15: Es ist dann halt recht fahrlässig, die Ergebnisse auf alle Menschen, also auch Senioren in Equatorial-Genere und Alleinerzieherinnen in Vietnam, um Münzen zu wollen.

00:21:23: Da bräuchten wir vielleicht ein bisschen eine breitere Proband-Innengruppe.

00:21:26: Mittlerweile ist es aber auch schon heutzutage spiegelt, dass dann schon auch auf der Studientitel wieder an wem genau das durchgeführt wurde, hatten wir auch schon in einigen Folgen, dass dann im Einmal an Zahnärzten, einmal an Krankenpflegerinnen und vierzehntausendmal an Studierenden.

00:21:41: Ganz genau die Umzeit und die sind halt auch nicht weit weg von den Unis.

00:21:43: Es ist also immer dasselbe Muster.

00:21:45: Das Problem ist nicht, dass wir falsche Schlüsse ziehen.

00:21:47: Das Problem ist, dass wir nicht die Gesamtsituation sehen, die wir glauben zu sehen, sondern wir sehen nur einen kleinen Ausschnitt davon.

00:21:54: Und aus dem Ziehen wir dann Schlüsse über das Gesamte.

00:21:56: und genau da ist dann die Stolperfalle.

00:21:59: Zum Beispiel beim Thema Alkohol in meiner Gesundheitsbubble, also in so ein bisschen Bobobubble, seht ihr Leute an, alle auf Alkohol zu trinken.

00:22:06: In Gesamtösterreich hält sich der Effekt ja schon noch sehr ein Grenzen.

00:22:09: Da denkt man sich im Gott, das finde ich brauer ein, wenn es alle pleite gehen.

00:22:11: Na ja.

00:22:12: Bei mir wird jetzt alkoholfreies Bier und Wein getrunken in meiner Bubble, aber ist wohl auch nicht auf die Gesamtbevölkerung umlegbar.

00:22:19: Dann mal

00:22:19: wieder am Land in der Pizzeria gehen und dann weißt schon, dass das eher ein Phänomen ist, das bei uns passiert.

00:22:25: Vermutlich.

00:22:25: Du hast am Anfang auch erwähnt, dass manches aus diesem Buch schnelles Denken langsames Denken mittlerweile umstritten ist.

00:22:31: Was denn genau eigentlich?

00:22:33: Nur kurz für die, die sich jetzt vielleicht Sorgen machen, weil ich das Buch auch mal gelesen habe und sich fragen, was denn jetzt nicht stimmt, weil es ist auch so, wie ich in ihren täglichen Gospel aufgenommen habe.

00:22:42: Diese Grundannahme, das wird jetzt kurz ein bisschen schwer zu verstehen sein für alle, die es nicht gelesen haben, aber es gibt so diese Grundannahme, dass es zwei Systeme gibt, mit denen wir denken, dass Schnelle und das Langsame denken.

00:22:51: Das gilt mittlerweile als viel zu stark vereinfacht.

00:22:54: Und eigentlich hatten relativ viele Studien gewisse methodische Schwächen meistens zu kleine Stichproben oder keine Kontrollgruppe.

00:23:01: Bei manchen der Experimente hat sich auch gezeigt, dass die einfach nicht reproduzierbar waren.

00:23:06: Wenn man das nochmal gemacht hat, kommt was anderes raus.

00:23:08: Kannemann hat auch selber mal zugegeben, dass es sich da zu sehr auf zu kleine Studien gestützt hat.

00:23:12: Aber dass es diese ganzen Bias sehr wohl gibt, ist völlig unumstritten.

00:23:17: Es ist halt nicht ganz so dramatisch, wie es in dem Buch präsentiert wird, Phasenweise.

00:23:21: Wir treffen nicht ganz so oft und berechen bei den falschen Entscheidungen.

00:23:24: Es kommt halt einfach immer wieder vor.

00:23:27: Also bei manchen Menschen öfters, bei manchen weniger oft.

00:23:29: Und es gibt eben über das Buch hinaus, hat die Verhaltenspsychologie noch viele andere wunderbare Bayeris und sonstige irrige Denkweisen zu bieten.

00:23:37: Aber um zu verhindern, dass das eine eineinhalb Stunden Folge wird, gibt es sie dann über nächste Woche, würde ich sagen.

00:23:42: Finde ich total super, weil so können wir jetzt schon mal zwei Wochen

00:23:45: üben.

00:23:45: Und unsere Entscheidungen und die Entscheidungen anderer hinterfragen.

00:23:48: Und zu schauen, ob wir wirklich immer so unvereingenommen Entscheidungen treffen, finde ich super spannend.

00:23:53: Also einfach abonnieren, wenn ihr das dann in zwei Wochen auch hören wollt.

00:23:56: Und schreibt uns doch gerne ein E-Mail am besserleben at thestandard.at.

00:24:00: Wie es euch so geht in den Kommenten zur Woche, ob ihr irgendwelche Entscheidungen jetzt mehr hinterfragt.

00:24:05: Wir freuen uns aber auch über Ideen für weitere Themen, die wir uns mal genauer anschauen sollten und über Feedback und Kritik, entweder per E-Mail oder in Form einer fünf-Sterne-Bewertung auf allen gängigen Podcast-Plattformen.