Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:06: Dagegen ist die deutsche Mannheit pessimist.

00:00:09: im Zeitpläne schreibt.

00:00:10: Martin, du bist doch der begeisterte Schleifer überhaupt.

00:00:13: Was wär's da?

00:00:14: Schleifer

00:00:14: schon, aber nicht aufstehe.

00:00:20: Willkommen zu besser leben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:00:24: Ich bin Antonia Raut.

00:00:25: Ich bin Martin Schauhuber.

00:00:27: Ja, und Martin, du warst heute ausnahmsweise der erste im Studio.

00:00:29: Was ist denn da los?

00:00:30: Ja, fünf Jahre, irgendwann hab ich's dann doch geschaffen müssen.

00:00:33: Du kannst dich jetzt dran gewöhnen.

00:00:35: Ich hab nämlich jetzt den Code geknackt und bin künftig noch bündlicher.

00:00:38: als ich es eh schon immer war.

00:00:41: Ja, ich kann es kaum erwarten, dass du diese Tipps mit mir teilst.

00:00:44: Ich bin nämlich selber ein Mensch der Kategorie pünktlich auf die Sekunde und garantiert keine Sekunde

00:00:51: zu früh.

00:00:52: Genau.

00:00:53: Ich habe das, glaube ich, in meiner Zeit beim Radio so gelernt.

00:00:57: Wenn ich live einstiege hatte, so, du musst einfach nur da sein, wenn das Licht anfängt, rot zu leuchten.

00:01:04: Und dann bin ich halt immer so ... ungefähr eine halbe Sekunde vorher im Studio gewesen, komplett abgehetzt und das denke ich mir, das würde ich eigentlich gerne noch lernen auf meine alten Tage mal irgendwie halbwegs pünktlich kommen und nicht den Höllenstress mitgebracht haben.

00:01:20: Ja, wenn man es schafft, pünktlich so sein, schafft man es eigentlich auch zwei Minuten früher dazu sein.

00:01:24: Also bei den Mechanismen sind ja prinzipiell nicht gleich immer, man muss sie nur verschieben.

00:01:27: Es ist offenbar auch für eine unserer Hörerinnen ein Thema, weil die hat uns das in die Spotify-Kommentare geschrieben, deswegen ist das jetzt diese Folge.

00:01:35: Das ist offenbar auch für eine unserer Hörerinnen, die melden nie ein Thema, weil die hat uns das in die Spotify-Kommentare geschrieben.

00:01:40: Und ich habe mir gedacht, das ist eigentlich eine gute Idee.

00:01:42: Das beschäftigt, glaube ich, viele Menschen, wie man pünktlicher werden kann.

00:01:45: Und deswegen reden wir halt darüber.

00:01:46: Ja, und dann gibt es ja tatsächlich auch Menschen, die sind schon pünktlich.

00:01:49: Also die sind mir generell ein bisschen suspicious.

00:01:53: Aber sind es vielleicht einfach die besseren Menschen?

00:01:56: Ganz so weit würde ich nicht gehen, aber es gibt schon Persönlichkeitsmerkmal, die Menschen einfach pünktlicher machen, die das einfach von Haus aus fördern.

00:02:04: Wer gewissenhafter ist es üblicherweise pünktlicher.

00:02:06: Das gleiche kann man aber auch über Menschen sagen, die besonders erotisch sind.

00:02:10: Gut, das wäre ich eher.

00:02:11: Wahrscheinlich auch nichts zu bringen.

00:02:12: Bist du es falsch

00:02:13: in erotisch offenbar?

00:02:15: Viel vom Umgang mit ausgemachten Uhrzeitenpünktlichkeit ist ja teilweise auch etwas sehr Subjektives.

00:02:21: Das kommt auch aus der Erziehung, kommt aus der Kultur auch oft.

00:02:24: Ich glaube, das kennt jeder und jeder, der Freunde aus Lateinamerika hat.

00:02:27: Da bedeutet, wir treffen uns um fünf einfach ganz was anderes als... Bei uns, da kommen halt alle viel zu spät und von dem ist er noch für alle wieder okay.

00:02:35: Blöd ist halt, wenn sich so jemand in unserer Kultur zurechtfinden muss.

00:02:39: Das ist eine schwierige Umstellung.

00:02:41: Ich finde es auch gut, dass du schon Erziehung erwähnt hast.

00:02:43: Also, ich finde, Pünktlichkeit unterscheidet sich ja wirklich auch nicht nur von Kultur zu Kultur, sondern auch schon von Freundeskreis zu Freundeskreis und von Familie zu Familie.

00:02:52: Ich weiß zum Beispiel, dass es in meiner Familie eigentlich als unhöflich gilt, ganz pünktlich vor der Tür zu stehen, weil dann... ist eh noch niemand fertig, mit Kochen oder was auch immer geplant ist.

00:03:02: Und wenn dann irgendjemand herumsteht und erwartet, dass man sich ein Zeitpläne hält, dann ist das schon ein bisschen frecher eigentlich.

00:03:08: Ja, es ist Uffiderziehung.

00:03:09: Aber wir sind ja ein Podcast, das sich schon primär an junge Erwachsene zumindest oder Erwachsene richtet.

00:03:15: Und irgendwann sind wir dann ja auch in der Lage, dass wir uns das überlegen, wie wir das eigentlich haben wollen für die Zukunft.

00:03:20: Das ist das mit der Pünktlichkeit.

00:03:22: Und ja, ich möchte noch mal kurz auf die Frage von vorher, ob pünktlicher Menschen einfach bessere Menschen sind zurückkommen.

00:03:26: Das war natürlich im Schmäge-Frakt.

00:03:28: Aber, aber, da steckt was drin, das sehr real ist.

00:03:32: Und zwar, wenn jemand zu einem gemeinsamen Termin zu spät kommt, nehmen wir das dieser Person sehr übel.

00:03:37: Also, da muss sich jetzt keiner schieben, sagt doch die Forschung, das ist etwas recht Verbreitetes, gerade in unserem Kulturkreis.

00:03:43: Die meisten Menschen fühlen sich dann nicht wertgeschätzt, weil... Mach dir auch Sinn, die andere Person, sagt Implicit, meine Zeit ist wertvoller als deine.

00:03:49: Bevor ich riskier auf dich zu warten, lass ich dich warten.

00:03:52: Auch wenn das jetzt vielleicht nicht so beabsichtigt war.

00:03:54: Ja, das kenne ich.

00:03:55: Also wenn jemand so mehr als fünfzehn Minuten unangekündigt zu spät ist, dann finde ich das schon unhöflich.

00:04:02: Und da bin ich auch ein bisschen krank.

00:04:03: Ja, das verstehe ich.

00:04:05: Mir geht es genau so.

00:04:06: Es gibt in der Psychologie aber... durchaus überraschende Theorien, was jetzt noch alles zur Umbündlichkeit führen kann.

00:04:11: Es ist nämlich natürlich nicht wie wir als Menschen, die auch zu spät kommen, manchmal gelegentlich selten, aber doch

00:04:17: quasi eigentlich eh fast nie.

00:04:19: Es gibt ja teilweise auch anderweitige Gründe, als dass wir jetzt unser Gegenüberzug gering schätzen, dass wir das tun.

00:04:25: Zum Beispiel habe ich im Blog eines Psychologen gelesen, dass es auch ein Resultat dessen sein kann, dass man sich selbst unwichtig oder unterlegen fühlt.

00:04:33: Und dann ist das zu spät kommen quasi ein Werkzeug, um sich nicht so die Hoheit über die Situation zurückzuholen, weil natürlich dann bestimmst du, wann es losgeht, wenn du zu spät kommst.

00:04:42: Es kann auch ein passiv aggressives Manöver sein, wenn man zu spät kommt.

00:04:45: Also wenn jemand eigentlich grantig ist, diesen Kant aber nicht direkt ausdrücken kann oder will, dann kommt er halt zu spät.

00:04:52: Was wirst du dagegen tun, quasi?

00:04:53: Oder wenn ein Termin generell blöd findet, kann auch dafür zu spät kommen, einen Ausdruck sein.

00:04:58: Ja, und manche Leute haben sich ja irgendwie schon so gefühlt damit abgefunden, dass sie halt sowieso immer die Letzten sind, die ja auftauchen.

00:05:04: Ja und und sorry, also das ist in den allermeisten Felden muss man dazu sagen, finde ich persönlich das ziemlich lächerlich.

00:05:10: Weil, wie gesagt, es ist nicht für jeden gleich natürlich bündig zu sein, aber man kann sehr wohl zu einem bündiglichen Menschen werden.

00:05:16: Man muss einfach ein paar Sachen anders machen, ein paar Denkweisen umstellen, aber es ist jetzt wirklich nichts Unmögliches.

00:05:22: Ich finde auch, es ist kein quirky Personality, Trade einfach unbündig zu sein.

00:05:27: Aber was genau ist jetzt nicht unmöglich?

00:05:29: Also es kommt vor allem mal drauf an, warum du zu spät kommst.

00:05:32: Also, die Verhaltenesforschung hat da ein paar Verspätungstypen, die ich jetzt mal herausgearbeitet.

00:05:37: Und da hat jeder einen anderen Grund, warum er zu spät kommt.

00:05:40: Und dementsprechend muss man anderswo ansetzen.

00:05:43: Nein, bitte, dann sag mal diese Typen.

00:05:45: Also, ein Typ, der mir sehr nahe steht, deswegen fange ich damit an.

00:05:47: Das ist zum Beispiel die Nachtäule.

00:05:49: Die Nachtäule?

00:05:49: Du

00:05:49: bist doch der begeisterte Schlefer überhaupt.

00:05:52: Schlefer

00:05:52: schon, aber nicht aufstehe.

00:05:55: Die Eule kommt vor allem in der Früh so spät, weil ihr innerer Rhythmus eigentlich gern hätte, dass sie länger schläft.

00:06:00: Und das hat jetzt nichts mit meinem Lieblingsthema Schlafenmangel zu tun.

00:06:03: Das sind diese zwei Chronotypen, von denen haben viele wahrscheinlich eh schon gehört.

00:06:06: Euler und Lärcher.

00:06:07: Die Lärcher will früh aufstehen, früh schlafen gehen.

00:06:09: Bei der Euler ist das eigentlich alles ein bisschen später angelegt im Körper.

00:06:13: Kommt daher, dass das wichtig war für die Menschheit, dass jemanden gibt, der auch gerne in der Nacht wache hält.

00:06:17: Deswegen hat sich das auch evolutionär so rausgebildet, dass diese zwei Typen gibt.

00:06:21: Ist ja blöd, wenn alle gleichzeitig wach sind und schlafen.

00:06:23: Wenn die arme, arme Eule im gräßlichen Diktat unserer Leistungsgesellschaft dann früh auf muss, um pünktlich im Büro zu sein,

00:06:30: dann funktioniert sie halt... Martin, du hättest auch DJ werden.

00:06:34: Da schafft man wieder zu wenig, das ist dann auch wieder umgekommen.

00:06:37: Deswegen bin ich Sportredaktor, da gibt es viele Spätdienste.

00:06:39: Aber dann funktioniert sie halt nicht so gut.

00:06:41: Wenn die Eule dann um zehn... Entschuldigung, um acht irgendwo sein muss.

00:06:44: Da kommst du schon raus, falsche Glaubenssätze spielen wir schon nicht auch

00:06:48: rein.

00:06:49: Dann dreht es den Wecker vielleicht noch zweimal ab und muss sich dann total hälzen.

00:06:53: Und es gibt Untersuchungen, wonach so eine Eule, die zum Lärchen da sein gezwungen wird, dann auch für den Rest des Tages noch Schwierigkeiten hat und ein bisschen impulsiv sein kann.

00:07:01: Und das kann sich dann im Alles auch auf Pünktlichkeit niederschlagen.

00:07:04: Jetzt habe ich vorher so blöd daher geredet und gesagt, wer ist halt DJ geworden?

00:07:07: Aber wäre das vielleicht wirklich eine gute Idee, wenn man weiß, man ist dieser Typ, sich einen Job suchen, wo man halt nicht um achte Büro sein muss?

00:07:15: Ja, also ich mein DJ ist dann, also Nachtarbeit ist dann wieder ein anderes Thema, aber grundsätzlich ... ist es schon recht gesund eigentlich für Eulen eine Arbeit zu finden.

00:07:23: Es geht dann auch in den meisten Fällen nur so lange, bis man Kinder hat, weil dann wird es irgendwie auch wieder schwierig, wenn ausschlafen bis um halb zehn jeden Tag.

00:07:30: Aber ja, das ist prinzipiell schon was sehr praktisches, wenn man einfach eine Arbeit findet, die dann nicht viel früher aufzwingt, als der Chronotyp, das eigentlich vorhersehen würde.

00:07:37: Aber ja, es gibt dann meistens trotzdem in jedem Leben Phasen, wo man sich wieder dieser unsäglichen Lerchen-Diktatur unterwerfen muss.

00:07:43: Und in diesen Phasen kannst du dann helfen, Wenn man alles, was man am Abend davor herrichten kann, am Abend davor herrichtet, also Kleidung essen, was auch immer.

00:07:51: und eh, wir sind alle keine Volksschulkinder, die am Abend davor von den Eltern die Kleidung rausklicken brauchen, aber wir können uns uns selber rauslegen.

00:07:57: Und je weniger hier so eine Eule in der Früh braucht, desto besser.

00:08:02: Und desto größer dann auch die Chancen, dass ich dann vielleicht doch noch bündig bin, weil eben nicht mein schläfriges Hirn dann doch für die Kleidungsauswahl vielleicht vier Minuten braucht statt eine Minute, was ich am Nachmittag bräuchte.

00:08:13: Und so bitter, dass für unser Einsuch ist, rechtzeitig aufstehen, hilft schon, und zwar so, dass das Kieren auch die nötige Zeit hat, den Tag anzukommen.

00:08:21: Wenn man jetzt damals beim Frühstück sitzt, ist es nicht so schlimm, aber wenn man damals beim Fertigmachen ist und deswegen zehn Minuten zu spät rausgeht, ungünstig.

00:08:29: Ich würde mich selber als Leiche bezeichnen.

00:08:31: Also das Aufstehen selber ist jetzt nicht das große Problem für mich.

00:08:35: Ich schaff es aber trotzdem in der Früh regelmäßig zu spät dran zu sein.

00:08:39: Es gibt noch andere zu spätkommten Typen.

00:08:41: Man kann auch mehrere sein übrigens.

00:08:43: Vielleicht wirst du dich öfters erkennen.

00:08:46: Ein Typ, der z.B.

00:08:46: nicht von irgendeinem Tagesrhythmus abhängt, das ist der Optimist oder die Optimistin.

00:08:52: Da denke ich jetzt an eine sehr besondere Freundin.

00:08:56: Ich habe diese Thema schon ganz kurz am Rand der zweiten Denkfehlerfolge, die du sicher schon brav gehört hast, obwohl du im Urlaub fast angesprochen hast.

00:09:04: Viele Menschen unterschätzen permanent, wie lange einzelne Aufgaben oder Tätigkeiten dauern.

00:09:08: Also selbst wenn du jetzt alle Einzelheiten auf dem Schirm hattest, die du erledigen musstest bis du dann in die Arbeit gehst, in der Praxis dauert es dann länger, als du glaubt hast.

00:09:17: Irgendwas funktioniert nicht ganz wie geplant oder du findest halt deine erschwindlichen Kopfhörer nichts.

00:09:21: Das ist auch so ein Klassiker.

00:09:22: oder halt die Schlüssel.

00:09:23: Schlimmstenfalls.

00:09:24: Und dann schon bist du viel zu spät.

00:09:26: Ja, mir fällt das auch gerade ein.

00:09:27: Ich war mit so einem Optimisten kürzlich wandern und der hat genau gewusst, er muss im Abend einen Zug erwischen und wir wandern und wandern.

00:09:35: und ich denk mir so... Irgendwie geht sich das doch mit der Rückfahrt gar nicht mehr aus und hat da jetzt seine Pläne geändert oder was?

00:09:41: Und dann fragt man kurz nach und so wie schaut es eigentlich aus und fällt dir auf.

00:09:45: Der hat einfach eine Zeitvorstellung, wo ich sage, also da darf aber auch keine einzige Berechnung minimal abweichen, damit dieser Zuplan eingehalten wird.

00:09:55: Dagegen ist die deutsche

00:09:57: Bahn

00:09:58: halt pessimist im Zeitpläne treiben.

00:10:01: Ja, diese Leute sind nicht so selten subjektiv, sind das auch wirklich die häufigsten Verspätungstypen.

00:10:06: Vielleicht kurz mal was Allgemeines.

00:10:08: Also, wenn wir wo sein müssen oder wenn wir halt irgendeinen Termin haben und uns überlegen, wie schaffen wir das pünktlich, ob das jetzt bewusst passiert oder unbewusst.

00:10:15: Meistens überlegen wir uns einfach, was müssen wir da vor alles machen, nacheinander und wie lang dauert das jeweils und rechnen dann quasi, okay, ich muss um neun wo sein.

00:10:22: Wenn ich um neun in der Arbeit sein will, muss ich um acht Uhr fünf und dreißig raus.

00:10:25: Das heißt, ich muss um acht Uhr fünfzehn unter die Dusche.

00:10:27: Also muss mein Wecker um acht Uhr vierzehn Leuten.

00:10:30: So läuft das meistens ab, ob jetzt superbewusst berechnen oder nicht.

00:10:33: Und diese Zeitoptimisten, die unterschätzen dann eben die Zeit, die jeder dieser Schritte braucht.

00:10:39: Und die Forschung zeigt, die wissen schon, wie lange das eigentlich dauert, aber sie bilden sich dann ständig ein, dass sie schneller sein können.

00:10:46: Dass sie dann da die Zeit rausholen.

00:10:48: Und Breaking News, das Haare föhnen, auch wenn man ganz fest dran glaubt, dass sie schneller trocken werden, braucht genauso lang wie bei jemandem, der kein Zeitoptimist ist.

00:10:55: Außer wenn es da mit feuchten Haaren raus.

00:10:58: Du kannst mit der Zahnpasta in der Hand die Haare föhnen und dann abwechselnd föhnen und abwechselnd Zähne putzen in Wahrheit, weil es so funktioniert dann.

00:11:05: Und am Ende dauert es genauso lange, wie das hintereinander zu machen.

00:11:08: Und du musst da wahrscheinlich noch ein Zahnpastafleck aus der Kleidung putzen und das bist du noch einmal später dran.

00:11:13: Du erwisst mich gerade schon wieder, Martin.

00:11:15: Eventuell habe ich heute mit der Zahnpasta im Mund den Morgenjournal in den Ohren das Katzenklo ausgewüstet.

00:11:23: Und dabei natürlich so einen Saustall gemacht, dass ich dann erst recht noch viel, viel, viel länger gebraucht habe.

00:11:28: Ganz genau, ja.

00:11:28: Das funktioniert dann leider oft nicht ganz so gut, wie man sich das

00:11:31: denkt.

00:11:32: Was sollten diese Menschen

00:11:35: jetzt

00:11:35: mal dann tun?

00:11:37: Das ist jetzt nicht extrem revolutionär, weil es gibt da einfach eine Sache, die wirklich hilft.

00:11:42: Und zwar, wenn du glaubst, du wirst mit Make-up in fünf Minuten fertig, ich nässt du ab jetzt zehn.

00:11:47: Wenn du glaubst, noch kurz den Müll holen und runterbringen, das dauert zwei Minuten, dann rechnest ab jetzt vier.

00:11:52: Und das letzte Beispiel habe ich jetzt bewusst gewählt, weil ich weiß, Make-up kann... von null bis zwei Stunden dauern.

00:11:58: Aber Müll weiß man ja eigentlich.

00:12:00: Du weißt, wie lange das ungefähr dauert.

00:12:03: Aber es gibt so viele Mini-Sachen dazwischen, die man eh nicht bedenkt.

00:12:06: Dass

00:12:07: man einen neuen Müllsack wieder rein tun muss.

00:12:09: Zum Beispiel.

00:12:09: Genau.

00:12:09: Und dass vielleicht das Müllsäcke-Packtel da direkt neben dem Glas ist, dass man noch schnell in den Geschirmspieler räumt.

00:12:16: Exakt so.

00:12:17: Ganz genau.

00:12:17: Der aufzukommt nicht gleich.

00:12:19: Deswegen ist es gut, dass man auch so banale Sachen gern auch verdoppelt in der Planung, weil es gibt eben die ganzen anderen Sachen, auf die man sowieso vergisst.

00:12:26: Dann geht es auf einmal.

00:12:27: Und ja, hin und wieder wirben wir dann ein bisschen zu früh.

00:12:29: sein, soll sein, kann seinen Wert sein.

00:12:32: Also im Grunde müssen wir alle einfach ein bisschen pessimistischer werden, was die Zeitpläne angeht.

00:12:39: Trotzdem ist es ja auch für Pessimisten nicht zwangsläufig so, dass sie super bündig sind, oder?

00:12:46: Ja, es ist teilweise nicht ganz so super einfach, Sachen wirklich präzise zu planen.

00:12:52: Und ich mein Gott, so dank sind wir auch in einer Gesellschaft, wohin und wieder auch eine Verspätung gestartet wird.

00:12:57: Aber wenn es jetzt einen räumlichen Wechsel gibt, wenn wir wohin gehen, fahren, was auch immer wollen und wissen wollen, wie lange das dauert, schauen die meisten von uns, die es nicht schon im Kopf haben, ja, auf Google Maps, Apple Maps, was auch immer die Wiener Linien-App in unserem Fall vielleicht keiner, was auch immer ihr verwendet.

00:13:11: Und da geht es dann schon auch manchmal darum, da kommt wieder so ein, ich weiß nicht, ob es noch unter Optimismus fallen wird oder schon unter incorrectem Nutzung einer App, aber Man muss ja das, was da steht, in diesen Apps auch richtig interpretieren, weil das ist ja meistens der Best Case.

00:13:23: Also wenn mir ein Map sagt, dass ich jetzt fünfunddreißig Minuten brauche, ich darf für einen Bus perfekt heimen muss und dieser Bus nur alle zehn Minuten fährt, kann ich nicht einfach außer Haus gehen und glauben, ich bin fünfunddreißig Minuten später an meinem Ziel.

00:13:35: Das geht dann halt nur, wenn ich den Bus perfekt heime.

00:13:37: Und ich muss auch ehrlich sagen, ich habe das ein bisschen, vielleicht ist es eine Tiroler-Krankheit, aber kennst du das, wenn bei Wanderungen die Zeiten angeschrieben sind?

00:13:47: Da heißt es dann immer so, keine Ahnung, fünfzig Minuten zu dieser Hütte.

00:13:51: Und die sind meistens sehr großzügig angeschrieben.

00:13:53: Wir sagen immer, das ist für die Touristen.

00:13:55: Und deswegen gehe ich generell bei Zeitangaben für Wege davon aus, dass ich einfach schneller bin.

00:14:03: Ja, das mag manchmal stimmen, aber vielleicht auch nicht ganz immer.

00:14:06: Du bist vielleicht im Flachland, hast du nicht zu einem genetischen Vorteil, wie zu Hause in den Bergen.

00:14:10: Ja, und Google Maps gibt auch keine zwanzig Minuten Plus dazu, wie halt bei den meisten Alpen vorhanden weg beschrift.

00:14:16: Wo man halt dann vielleicht ein Problem hat, wenn man wirklich nicht rechtzeitig ist, bevor es dunkel ist.

00:14:20: Absolut, und ich meine, manche Apps, ich hab teilweise das Gefühl, dass Google Maps lernt, wie schnell ich zu Fuß bin.

00:14:25: Ich glaub, das tut's bei der Vindelinien-App, kann man's schon einstellen, willst du langsam Mittel oder schnell gehen, quasi kalkuliert haben, um die Umstiege zu berechnen.

00:14:32: Wie dem auch sei, du brauchst eine gewisse Routine oft um einschätzen zu können, wie lang so ist denn wirklich dort, wenn nicht jeder Bus kommt, dann wirklich alle zehn Minuten.

00:14:40: Also ja, wenn ich jetzt zum Beispiel mit der deutschen Bahn zu einem einigermaßen wichtigen Termin fahren muss, dann weiß ich, dass ich ein paar Stunden Puff einplanen muss.

00:14:48: Das habe ich auf die harte Tour gelernt.

00:14:49: und Sorry, lieber DB, aber diesen Hate habt ihr.

00:14:52: euch harte arbeitet von mir.

00:14:54: Das ist einfach so.

00:14:55: Und ich kenne auch viele Menschen, die sagen, wichtige Termine und ja, das sind nicht alle davon sind, Jochens, die auf Link entschimpfen.

00:15:01: Wichtige Termine mit dem Auto.

00:15:04: Also die Deutsche Bahn ist einfach, glaube ich, ein Thema, wenn wir da als einen Brand starten, dann werden wir nicht pünktlich zur nächsten Folge, weil wir leben fertig.

00:15:12: Also nochmal zurück zu den Pünktlichkeits- und zu spätkommten Typen.

00:15:17: Gibt es da denn noch welche?

00:15:18: Ja,

00:15:18: da wären auch die Multitaskerinnen.

00:15:20: Ah, das bin jetzt, glaube ich, ich.

00:15:22: Ja,

00:15:22: also es ist ein bisschen kompliziert, also mehrere Aufgaben gleichzeitig zu machen.

00:15:26: Auf Chat habe ich jetzt gelernt, heißt das Polychronizität.

00:15:30: Das führt dazu, dass man oft zu spät kommt.

00:15:32: Das sagt die Forschung, das ist offenbar relativ eindeutig.

00:15:35: Also im Vergleich zu Menschen, die eine Sache nach der anderen machen, die leben dann monokronal.

00:15:40: Und der Grund für das zu spät kommen, ist jetzt nicht nur, dass was wir vorher geredet haben mit Zahnbürste und Katzenklo, dass man mit den einzelnen Aufgaben effizient wird.

00:15:47: Das hängt auch damit zusammen, dass Menschen, die so ticken, auch soziale Aspekte stark priorisieren in ihrem Leben.

00:15:54: Und das kommt ein bisschen zurück zu dem, was wir am Anfang schon kurz besprochen haben.

00:15:58: Diese kulturelle Frage, laut Forschung, es gibt polykronale Kulturen, und das ist vor allem Lateinamerika zum Beispiel, oder auch der neue Osten wird da oft als Beispiel genannt, und monokronale Kulturen, das sind die klassischen Beispiele immer Deutschland und Japan.

00:16:11: Und ja, die legen Mehrwertaufpünktlichkeit die Deutschen und die Japaner, da gibt es auch sehr, sehr, sehr, sehr viele Memes zu diesem ganzen Thema.

00:16:18: Und die polykronalen Kulturen, die sind zeitgenerell als etwas weniger starres.

00:16:22: Das schlägt sich daneben.

00:16:23: auch im Multitasking wieder.

00:16:25: Und wenn jetzt jemand was so in der Kultur, dann was Soziales dazwischen kommt, das kann jetzt der kurze Tratsch mit der Nachbarin im Stiegenhaus sein, das kann auch sein, dass sie noch zu Hause mit wem verratzt, während du dir die Schuhe anziehst, dann wird eine Person aus dieser Kultur das wahrscheinlich einmal in Ruhe zu Ende bringen, statt jetzt zu der nächsten Verabredung zu hetzen, weil das eben, das darf alles ein bisschen einander fließen, das ist alles nicht so genau, da passieren mehr Sachen parallel quasi.

00:16:47: Wobei da kann ich jetzt vielleicht sogar einen Tipp aus meinem eigenen Leben einbauen, Ich habe es vorher schon gesagt, ich schaff es eigentlich relativ gut, dann doch immer irgendwie pünktlich zu sein.

00:16:57: Also ich bin keine Kronische zu spät, Kommarin.

00:17:00: Und ich habe eigentlich schon angefangen, gerade bei sozialen Terminen oder bei Terminen, wo ich weiß, da treffe ich Leute, die ich mag, mit denen ich dann vielleicht eben auch, wenn wir uns eigentlich zum Sport treffen, danach sich ja doch noch zwanzig Minuten ratchen, dass ich da einfach schon sehr großzügige Zeitangaben und Zeitrechnungen anwende.

00:17:21: Was nicht heißt, dass ich die dann nicht auch wieder auf die letzte Minute ausreize, aber so schaffe ich es zumindest, dass ich zum Abendessen nach dem Spaziergang mit einer Freundin dann doch auch noch pünktlich bin.

00:17:33: Er hat auch das Falt unter dieser Kategorie Routine einfach lernen, was sind Muster, die sich wiederholen, vielleicht auch.

00:17:38: Und noch einmal, also um Gottes Willen, ich will jetzt nicht jeden da ans Kreuz nageln, der unbündig ist.

00:17:43: Ich will einfach einen Leitfaden geben, wie man es sein kann, wenn man es denn möchte.

00:17:47: Und gerade dieses kulturelle Ding ist ja auch ein gutes Beispiel, weil wenn alle um dich herum so ticken, ist es ja auch gut, wenn du auch so tigst.

00:17:53: Also, wenn du in Chile auf Auslandssemester bist und dann bündig wo bist, wirst du wenig Freude haben, weil du sitzt immer länger allein da.

00:18:00: Also ich glaube auch, wenn man aus meiner... deutschen oder japanischen oder vielleicht auch österreichischen Zeitrechnungen da reinkatapultiert wird, dann kann es schon auch mühsam werden.

00:18:10: Ja und ungekehrt, wenn du dem Herzen der Tina bist und dich nur mit uhr deutschen umgibst, wird es halt auch schwierig.

00:18:16: Ich habe da den Tipp gelesen, dass man sich einen Wecker für ziemlich genau die Zeit, wo man dann wirklich raus muss stellen soll, weil dir der dann quasi die Möglichkeit gibt, dieses wenn eben was soziales dich gerade verzögert, dass du das unterbrichst oder auch vielleicht mehrere ein paar so für jetzt muss ich fertig machen.

00:18:32: Und dann einen für jetzt musst du raus.

00:18:34: Jetzt habe ich ja die Theorie, dass Menschen halt auch ein unterschiedlich gutes Zeitgefühl haben.

00:18:39: Ich rede mir selber ein, dass ich das eigentlich eben durch meine Radio-Erfahrung ganz gut reinbekommen habe.

00:18:44: Ist das jetzt so eine Pseudo-Theorie von mir oder gibt es tatsächlich Menschen, die von Natur aus irgendwie einfach flechtere Karten haben, pünktlich zu sein?

00:18:52: Ja, gibt es ganz konkret, wie auch ein ADHAs, leider hat es da auch einfach generell mit Pünktlichkeit sehr, sehr schwer.

00:18:58: Es kann bei ADHAs, es kann aber auch Belegers, die nie Autismus und einigen anderen Erkrankungen vorkommen, dass die Zeitwahrnehmung, wie man das nennt, dass die dann einfach nicht so funktioniert wie bei den meisten Menschen.

00:19:08: Und gerade bei ADHS ist es ein Aspekt auch, dass man sich manchmal so komplett auf eine Sache fokussiert und darüber wirklich total auf die Zeit vergisst.

00:19:15: Da können Stunden vergehen und das bekommt diese Besonderheit einfach nicht so mit.

00:19:19: Und da muss man dann auch ein bisschen aufpassen, wenn man dann Unbündlichkeit in welchem Ausmaß vorwirft.

00:19:25: Weil manche haben es halt einfach wirklich viel schwerer.

00:19:27: Und wir wissen da ja wieder, das ist alles ein Spektrum.

00:19:30: Das heißt also, man muss jetzt keine ADHS diagnostiziert haben oder eben Autistin sein.

00:19:36: Das kann einfach auch so von Personen unterschiedlich sein.

00:19:39: Was hilft denn Leuten, die bei sich wissen, okay ja stimmt, ich habe manchmal diesen Hyperfokus, wo ich mich einfach vergesse oder ich habe einfach kein gutes Zeitgefühl?

00:19:49: Also einerseits gerade, wenn man wirklich auch eine Diagnose hat, schon noch den Menschen in seinem Umfeld einfach sagen, was der Grund für die Verspätungen ist, wenn man sich damit wohlfühlt, das zu teilen, einfach, dass die auch wissen, dass es eben nicht um fehlende Wertschätzung geht.

00:20:01: zum Beispiel, sondern dass das einfach eher für jemanden schwierig sein kann.

00:20:04: Wenn man jemanden hat, der einem da helfen kann, dann kann das auch eine gute Idee sein.

00:20:08: Also dass man jetzt einen Partner mit Bewohnern Freund sagt, dass er einen rechtzeitigen erinnern soll, dass es jetzt dann wirklich, wirklich aber Zeit zum Zahnbacken wird und da auch ein bisschen insistiert, wenn nötig.

00:20:18: Auch hier können wieder Wecker helfen, die bekommt man dann ja schon meistens mit und auch dieses ganz bewusste Zeit für die einzelnen Schritte zurückrechnen.

00:20:27: wieder am besten gleich mit aufgerundeten Schätzungen und anhand dessen vielleicht auch wirklich einen Wecker darstellen.

00:20:31: Das kann da schon auch helfen.

00:20:33: Das habe ich auch gemerkt, dass Leute, die ein schlechtes Zeitgefühl haben, oft eigentlich dankbar sind, wenn man sie daran erinnert.

00:20:39: Weil persönlich bin ich dann oft so, dass ich mir denke, ich will hier keinen Stress machen, ich will dich ja nicht rausschmeißen, wenn ich zum Beispiel Besuch habe.

00:20:45: Aber wenn mir eben jemand schon sagt, ich muss einen Zug erwischen und die Person irgendwie eine Viertelstunde vor sie gehen soll, sich nochmal ein Café runterlässt, dann zu sagen so, hey, bist du sicher?

00:20:56: Heißt dann normalerweise nicht, was wir es mich loswerden, sondern Danke.

00:20:59: Shit, hätte die Zeit übersehen.

00:21:01: Gibt es denn jetzt aber noch jemanden, der quasi genetisch vorbelastet ist, unpünktlich zu sein?

00:21:05: Ja, ich habe das am Anfang schon erwähnt.

00:21:07: Es gibt diesen Persönlichkeitszug, der da stark rein spielt.

00:21:10: Also Persönlichkeitszug ist ja schwierig.

00:21:11: Das klingt dann teilweise auch so kurz nach Selbsttest in der Bravo.

00:21:14: Es gibt ja einen...

00:21:16: Lieb ich, ist mir egal.

00:21:18: Es gibt ja in der Psychologie eigentlich soweit ich das kennen, nur einen Persönlichkeitstest, der jetzt wirklich komplett unumstritten ist, weil er sehr gut replizierbar ist.

00:21:26: Das sind diese Big Five Persönlichkeitsmerkmale.

00:21:28: Und einer dieser fünf Merkmale ist fürs Pünktlichsein sehr, sehr wichtig und zwar ist das diese conscientiousness, was üblicherweise mit gewissen Haftigkeit übersetzt wird.

00:21:38: Und inwieweit sich das herausbildet, ist jetzt freilich nicht nur Genetik, sondern auch für vielen anderen Faktoren abhängig, aber Das ist halt schon einfach ein Merkmal, dass man hat.

00:21:46: Das steckt sich in sehr vielen Aspekten des Lebens dann nieder.

00:21:48: Und wer weniger gewissenhaft ist, ist schlechter organisiert.

00:21:52: Und das macht das pünktlich sein schwierig.

00:21:54: Was tun?

00:21:55: Uhrenpräsent machen, habe ich da gelesen, als Typ einer Psychologin.

00:21:58: Das hat mich ein bisschen überrascht, aber einfach armbanduhr oder anderweitig auch, weil wenn man das noch möchte, einfach wirklich analoge Uhren stehen haben.

00:22:05: Weil die Handyuhr ist zwar sehr präsent, aber ist auch sehr leicht zu ignorieren, weil es halt irgendwie immer da ist.

00:22:11: Solche Menschen kann es auch helfen, sich wirklich bewusst zu machen, wie man andere Menschen fühlen lässt, wenn man zu spät kommt.

00:22:18: Und was man da auch selbst für einen Eindruck macht.

00:22:21: Jetzt ist Unpünktlichkeit oft selbst verschuldet, aber es gibt dann halt auch einfach Leute, die Kinder oder andere pflegebedürftige Menschen im Leben haben.

00:22:33: Wo man das halt einfach nicht steuern kann, oder?

00:22:35: Ja, manchmal geht's halt einfach nicht.

00:22:36: Manchmal kommt man halt nicht nur zehn Minuten, sondern auch einmal eine dreiviertel Stunde zu spät.

00:22:40: Ich persönlich bin ein Fan davon, das dann einfach zu kommunizieren.

00:22:43: Möglichst früh, möglichst wenn man schon weiß und dann vor allem auch möglichst nicht beschönigend.

00:22:47: Ich glaub, da ist ein sehr beliebter Mechanismus.

00:22:50: Okay, ich weiß, ich brauch dreißig Minuten wohin.

00:22:52: Ausgemacht ist zwölf.

00:22:53: Es ist dreiviertel zwölf und ich sag, ich komm fünf Minuten zu spät.

00:22:57: Das machen ganz viele Leute und das ist dann superblöd, weil sag halt gleich, wie sehr du zu spät kommst.

00:23:01: Sonst ist zweimal ärgerlich.

00:23:03: Ich verlese, okay, kommst du spät, ja.

00:23:04: Aber dann ist noch einmal ärgerlich zu dem Zeitpunkt, wo du gesagt hast, dass du kommst und dann bist nicht da.

00:23:09: Ich hab vorgestern eine Freundin fürs Theater getroffen und sie schreibt mir, ich bin drei Minuten zu spät dran.

00:23:14: Und sie ist wirklich drei Minuten zu spät gekommen.

00:23:16: Und

00:23:16: ich war komplett überfordert, weil ich grad schon wieder tagstand und bin Handy in der Hand.

00:23:21: Noch mal ein Podcast angefangen.

00:23:22: Und dann war die wirklich da.

00:23:23: Drei Minuten auf die Sekunde, wie angekündigt, zu spät.

00:23:27: Ich war buff.

00:23:28: Das ist irgendwo zwischen noble und beängstigend.

00:23:30: Ich seh deutsche.

00:23:31: Nein.

00:23:32: Spannend, weil so drei Minuten kommunizieren wir üblicherweise nicht mehr.

00:23:35: Nein, eben.

00:23:36: Aber so, ja, ich meine, ist dann auch irgendwie auch ein Zeichen der Wertschätzung.

00:23:39: Ist halt gut, wenn man das kriegt, wenn man nicht selber noch zehn Minuten vom Treffpunkt entlernen kann.

00:23:42: Genau.

00:23:44: Ja, gut, also das war schon wirklich eine ziemliche Meisterleistung von ihr, aber zurück zu den Kindern.

00:23:49: Genau, also eben, wie gesagt, manchmal geht's einfach nicht, aber auch da kann man aus der Vergangenheit lernen und dementsprechend vielleicht Sachen ein bisschen anders anlegen, schon früher starten.

00:23:57: Im Endeffekt.

00:23:58: muss man eben, ich hab das vorher schon kurz angesprochen, man muss auch bereit sein mal, wo früher zu sein und auf jemanden zu warten.

00:24:03: Wenn man immer pünktlich sein will, weil es so präzise kann man es halt nicht planen.

00:24:07: Und das ist dann immer auch der Preis, den man zahlt, wenn man Unberechenbarkeiten in seinem Leben hat.

00:24:12: Aber ganz ehrlich, die meisten Verspätungen in der gelebten Praxis, die werden sehr wohl vermeidbar.

00:24:17: Und das sind ja genau die Tiere, die dann auch oft übel genommen werden.

00:24:20: Keiner ist glantig, wenn du zu spät bist, weil sich dein Kind angespieben hat.

00:24:24: Aber wenn's eh eigentlich zu Hause auf der Karte spielen ist, ist das schon ein bisschen was anderes

00:24:28: oft.

00:24:29: Also ich hab ja fleißig mitgeschrieben für meine Freund.

00:24:33: Jetzt hat man eigentlich Pünktlichkeit alle ausgefuchst haben, oder?

00:24:36: Hoffentlich.

00:24:37: Wenn noch jemand gute Tipps hat, könnt's uns das ja auch in die Spotify-Kommentare jetzt ein bewährtes Werkzeug geben.

00:24:41: Vielleicht noch, eben du hast das am Anfang auch gesagt, man muss ja nicht immer wirklich pünktlich, pünktlich sein.

00:24:45: Pünktlichkeit ist ja, je nachdem, wo man hinkommt, was man macht, mit wem man das macht, eine unterschiedliche Sache.

00:24:51: und dafür... hat man ja auch oft schon ein Gespür, wenn man Leute schon öfters getroffen hat.

00:24:55: Also, wenn man jetzt vor einkladen ist, darf man ruhig auch einmal zehn Minuten zu spät sein oder viele Stunden.

00:25:01: Manche sind froh, wenn man halbe Stunde zu spät ist.

00:25:03: Je öfter man vor eingeladen war, desto besser spielt sich das dann auch ein.

00:25:06: Weil natürlich, du kennst das ja eh, du hast den einkladen und dann siehst das, gehört noch putzt auf einmal und das und das und das.

00:25:12: Ja, wenigstens.

00:25:12: Dann

00:25:12: muss man auch kurz anfangen zu streiten, vor die Gäste kommen, auch immer wie ich.

00:25:17: Ja, und... So ist das dann teilweise halt wirklich sehr okay, wenn man zu spät kommt.

00:25:21: Die haben vorige Woche wieder eingeladen, die haben uns gesagt, Gott sei Dank seid ihr so zu spät, weil da waren wir gescheit zu spät.

00:25:27: Liebe Grüße an Parkplatz Suche im dritten Bezirk.

00:25:29: Und das war super, weil die haben selber die Zeit gebraucht.

00:25:31: Umgekehrt, wenn es jetzt wohin gehst, wo jemand quengelige Kinder hat, die um Punkt zwölf das Essen haben, die sprachen, weil es sonst unerträglich werden, es sollte man vielleicht nicht eine halbe Stunde zu spät sein.

00:25:40: Oder alte Menschen, die legen oft auch sehr großen Wert auf Möglichkeit.

00:25:43: Ja,

00:25:44: ich bin ein großer Fan von ... einfach die Umstände berücksichtigen und dann auch die Pünktlichkeit daran anpassen.

00:25:51: Wir freuen uns trotzdem natürlich noch über alle Lifehacks von Pünktlichkeitsprofis.

00:25:58: Wie gesagt, gerne in die Spotify-Kommentare.

00:26:00: Ansonsten freuen wir uns auch immer über Mails an besser leben at theStandard.at und auch weitere Themenvorschläge.

00:26:07: Ihr seht, wir berücksichtigen die wirklich, wirklich gerne und wir freuen uns aber auch einfach immer über nette Kommentare und über ganz viel Lob und...

00:26:17: Ihr könnt es auch passive-aggressive Menschen in eurem Leben weiterschieben.

00:26:20: Genau.

00:26:21: Übrigens stehen die Spotify-Raps jetzt wieder an, wenn ihr gern besser leben hört.

00:26:27: Freuen wir uns natürlich auch, wenn ihr uns zum Beispiel mit dem Standard oder mit unseren Profilen auf Social Media verlinkt.

00:26:34: Das war Besser Leben.

00:26:35: Ich bin Antonia Raut.

00:26:36: Ich bin Martin Schahuber.

00:26:38: Und produziert hat diesen Podcast Christoph Neuwert.

00:26:40: Bis nächste Woche.

00:26:42: Ciao.