Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:06: Weil wer eben sich noch nie ein Geist in der Weste verheddert hat, der werfe den ersten Stein.

00:00:10: Paul Scheer und

00:00:13: Lotto

00:00:13: Gewinn.

00:00:20: Willkommen zu Besser Leben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:00:24: Ich bin Franziska Zödel

00:00:25: und ich bin Antonia Raut.

00:00:26: Antonia, es ist kein Geheimnis, Weihnachten steht vor der Tür.

00:00:30: Und damit auch jede Menge Bräuche und Traditionen.

00:00:33: Und du hast mir von einem ganz besonderen Brauch erzählt, mit dem du seit einigen Jahren den Jahreswechsel zelebrierst.

00:00:39: Und zwar von deinen Raunächten.

00:00:43: Zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Sechsten Jänner, also dem Dreikönigstag.

00:00:48: Und die haben im Volks, glauben, eine sehr große Bedeutung.

00:00:53: Und immer mehr Menschen nützen die jetzt auch so ein bisschen als Selbsterfahrungs- und Reflexionstage.

00:00:59: Es ist also nicht nur Hocus Pocus, um den es heute geht.

00:01:02: You had me at Selbsterfahrung und Reflexion.

00:01:07: Aber dann auch bei Hocus Pocus natürlich.

00:01:09: Also das Wort Raunechte, das sagt man natürlich was.

00:01:11: Ich weiß auch, das ist da ziemlich lustig.

00:01:12: aber glauben dazu gibt.

00:01:13: Aber erzähl mal, was ist es damit eigentlich gemeint?

00:01:16: Also, die Raunechte, das sind mal grundsätzlich die Nächte von den vierundzwanzigsten Dezember bis sechsten Jänner, so grob.

00:01:23: Also, es gibt auch ein Party schon ab einundzwanzigsten Dezember von Raunechten sprechen, aber wir bleiben jetzt mal klassisch, vierundzwanzigster zwölfte bis sechster Jänner.

00:01:33: Und diesen Nächten wird im Volksglauben so nachgesagt, dass da die Schwelle zwischen diesseits und jenseits besonders niedrig ist.

00:01:41: Da ist alles ein bisschen durchlässig, könnte man sagen.

00:01:43: Also die Geister kommen rüber zu uns und wir sehen ein bisschen auf die andere Seite.

00:01:49: Dieser Aberglaube hat damit zu tun, woher die Raunächte so wahrscheinlich ursprünglich kommen, nämlich daher, dass die Menschen sehr lange im Mondjahr gerechnet haben.

00:02:00: Das heißt, Mond-Monate sind ein bisschen kürzer, so neunundzwanzig bis dreißig Tage und unsere Monate sind ja länger.

00:02:09: Deswegen bleiben nach Ablauf des Mondjahres noch elf Tage und zwölf Nächte, bis man auf unsere dreihundert sechszig Tage kommt, die wir jetzt im Jahr haben, im Sonnenjahr.

00:02:23: Klingt jetzt also ein bisschen kompliziert.

00:02:25: Man kann einfach sagen, diese zwölf Nächte, die gibt's im Mondkalender nicht und die gibt's aber im Sonnenkalender eben schon und für die Menschen sind diese zwölf extra Nächte so ein bisschen eine diffusemystische Sache lang gewesen und drum wird denen auch so eine ein bisschen überlandtürliche Wirkung nachgesagt.

00:02:46: Also das klingen wir jetzt nicht als wäre es eine christliche harmlose Weihnachtstradition.

00:02:52: Ja, also es ist ein bisschen schwer trennbar, wie das beim Volksglauben oft so ist.

00:02:57: Also es kann schon sein, dass da auch so heidnische Sachen schon reinfließen oder zumindest, dass das jetzt nicht direkt aus dem christlichen Glauben entstanden ist.

00:03:06: Weihnachten ist ja auch nicht mit dem Christentum eingeführt worden zu diesem Datum, sondern eher auf dieses Datum vom Christentum draufgesetzt, wie man weiß.

00:03:17: Also der vierundzwanzigste Dezember ist ja ganz knapp am einundzwanzigsten, also an der Wintersonnenwende.

00:03:24: Und da weiß man, dass es in vielen Kulturen schon lang so Jahreswechsel-Festivitäten gegeben hat, das Julfest, solche Sachen eher.

00:03:33: Und so könnte es auch mit den Raunechten eben ein bisschen sein, also dass diese kalendarische Bedeutung, auch diese längsten Nächte, die sie tatsächlich sind, schon länger bei den Menschen einfach eine Bedeutung gehabt haben, könnte man sagen.

00:03:48: Und ich muss sagen, für mich stehen die Raunechte so mit Drei Dinge, auch vor allem in Verbindung, die jetzt alle nicht tief christlich sind.

00:03:56: Und das ist einmal mit Räuchern, dann mit Reflexion und mit Wäsche aufhängen.

00:04:03: Okay, bitte geh auf das Wäsche aufhängen ein.

00:04:07: Hab ich mir gedacht, dass du dabei hängen bleibst.

00:04:10: Haha, was mit?

00:04:11: Es geht nämlich um das Wäsche aufhängen eben.

00:04:14: Das darf man nämlich in den Raunechten nicht.

00:04:16: Ich werde gleich noch erklären, warum.

00:04:18: Aber das ist so der verbreitete Aberglaube.

00:04:21: Den hört man sogar von Menschen, die von den Raunechten noch nix gehört haben.

00:04:24: Man darf zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufhängen oder waschen.

00:04:30: Ist so bei manchen Traditionen.

00:04:33: Und das hat damit zu tun, dass man eben geglaubt hat, dass in den Raunechten so viele Geister umgehen.

00:04:40: Und im Volksglauben war das so, dass man gemeint hat, die Geister, die sind wirklich auch so physisch da und huschen so durch wie so Gespenster.

00:04:48: Und wenn man da jetzt Wäsche hängen hat, dann könnten sich diese Gespenster oder Geister in der Wäsche verhängen oder in den Wäsche leinen.

00:04:57: Genau.

00:04:57: Weil wer

00:04:58: eben noch nie ein Geist in der Wäsche verheddert hat, der wär für den ersten Stein, finde ich.

00:05:02: Das sage ich auch immer.

00:05:03: Und es geht da auch um ganz bestimmte Geister, weil je nach Kulturkreis und Region Zum Beispiel, ich weiß in Tirol gibt es diese sogenannte wilde Jagd.

00:05:12: Also das ist so eine Dämonenbande, die anscheinend auch rund um die Raunechte unterwegs ist.

00:05:19: Die wird sich da eben in der Wäsche verhängen.

00:05:21: In der Steiermark habe ich gelesen, da gibt es so einen Aberglauben mit ungetauften Kindern und Frau Perrechter, die da umgehen, die sich in der Wäsche oder auf den Wäscheleinen verheddern würden.

00:05:34: Oder es gibt auch so den Glauben, dass der Reiter kommen will, der Reiter.

00:05:40: Ich stelle mir dir ein bisschen vor, wie so die bei Herr der Ringe.

00:05:44: Genau, die Nascol.

00:05:45: Und wenn die dann dein Betttuch mitnehmen, dann ist das das Leichentuch, das dich in diesem Jahr noch umhüllen wird.

00:05:53: Also ganz obskure und makabere Glauben, die da mit drin hängen.

00:05:59: Und ja, das wäre natürlich alles schlechte Omen fürs Jahr.

00:06:02: Absolut verständlich.

00:06:03: Ich kenne tatsächlich nur den Arbeitglauben, dass man zu Silvester keine Wäsche hängen haben soll.

00:06:09: Macht wahrscheinlich auch Sinn, oder?

00:06:10: Also es gibt drei besonders wichtige Raunechte.

00:06:14: Das sind einmal die von den Vierundzwanzigsten auf den Vierundzwanzigsten Dezember, dann die Silvesternacht und dann noch die von Vierten auf Fünften Jenner bzw.

00:06:26: Fünften auf Sechsten.

00:06:26: Da will ich gerade nicht mehr allzu viel darauf wetten.

00:06:30: Aber auf jeden Fall, da gibt es so drei Special-Raunächte und die Silvester-Nacht gehört natürlich dazu.

00:06:34: Also zur Sicherheit, einfach einmal, zwei Wochen keine Wäsche waschen, würde ich sagen und auch sonst Hausarbeit verlachlässigen, weil es ist Weihnachten und Silvester und man soll da ruhig auch einmal faul sein.

00:06:44: Aufs Minimum redazieren.

00:06:46: Absolut, das ist

00:06:46: meine Philosophie bei dem Ganzen.

00:06:48: Jetzt hast du ja auch von dem Räuchern gesagt, kommt mir tatsächlich auch recht oft im bekannten Kreis und Familienkreis unter, dass da dann auf einmal wie wild geräuchert wird.

00:06:56: Kommt es von den Raunächten?

00:06:59: Ja, man wird schon glauben, dass das Rao vom Räuchern kommen könnte und es ist auch tatsächlich eine etymologische Theorie dazu.

00:07:08: Es gibt aber anscheinend auch so ein Mittelhoch-Deutsches Wort für Haareg, das irgendwie so nach Rao klingt und dieses Haareg bezieht sich dann angeblich auf den Pelz von den Dämonen, die da herkommen.

00:07:22: Also der Wort Ursprung ist nicht eindeutig geklärt, aber klar, ja, räuchern könnte natürlich auch damit zu tun haben.

00:07:29: Und das ist tatsächlich auch was, das schon sehr lang mit den Raunechten verknüpft ist.

00:07:34: Ich kenn's auch bei mir daheim in Tirol machen das ganz viele, dass man eben früher auch im Stall oder eben im ganzen Haus räuchert in diesen Nächten.

00:07:42: und das soll zwei Funktionen haben, nämlich einerseits will man so quasi böse Geister vertreiben oder das Haus vor bösen Geistern schützen und generell wird dem Räuchern auch so eine reinigende Wirkung nachgesagt.

00:07:58: Ich kann mir jetzt irgendwie nicht helfen.

00:07:59: Ich sehe dich vor meinem inneren Auge so ein bisschen als Kräuterhexe, die in den Tiroler Bergen durch seine Hütte geht und räuchert.

00:08:08: Ich find's total cool, könnt mir jetzt aber vorstellen, dass unsere Hörerinnen und Hörer sich grad denken, was hat das mit besser Leben zu tun?

00:08:14: Keine Sorge, ich bin nicht komplett unter die Esoterikerinnen gegangen.

00:08:21: Ich räuchere wirklich, please don't judge, aber für mich geht's bei den Raunechten vor allem um diesen dritten Aspekt, den ich neben Räuchern und keine Wäschewaschen schon angesprochen haben, nämlich um so Reflexionsprozesse, die mit dieser Zeit verbunden sind, was Volksglauben und Traditionen da ja irgendwie alle so mitbringen.

00:08:44: Sie sprechen den letzten und den ersten Tagen des alten bzw.

00:08:48: des neuen Jahres so eine besondere Bedeutung einfach zu.

00:08:54: Und sie schreiben einem ja auch quasi vor, diese Zeit ein bisschen anders zu verbringen.

00:08:59: als den Rest des Jahres.

00:09:00: Also, wenn da gesagt wird, du sollst keine Wäsche waschen oder in manchen Gegenden sagt man auch, man darf überhaupt nichts machen, wo man irgendwas rührt.

00:09:09: Also zum Beispiel auch weniger Kochenbacknis in der Zeit nicht mehr angesagt.

00:09:15: Also, natürlich alles ein bisschen mit obskuren Erklärungen versehen, nicht spinnen darf man, weil das dann der Lebensfaden, der reisen könnte.

00:09:22: Ich werde mir bemühen, heuer nicht zu spinnen.

00:09:25: Bitte, ja, darf aufpassen,

00:09:26: verkneifst ihr.

00:09:28: Alles in allem steht es dafür, so ein bisschen den Alltag auch zu unterbrechen und dafür eben andere Dinge zu machen, die halt, ich sag mal, achtsamer sind vielleicht, also eben so Räuchern durchs Haus gehen, Säuberung da irgendwie auch mit reinzubringen, aber was natürlich auch immer angesagt war, man muss in diesen Tagen extra viel beten, damit eben die bösen Geister irgendwie vertrieben werden.

00:09:53: Das klingt jetzt alles so nach eben Hocus Pocus und Aberglaube, aber es ist halt eigentlich auch mit einer Art von Entschleunigung einhergegangen, dass man gesagt hat, okay, da kommt man jetzt ein bisschen zur Ruhe und da kattet man auch den Feiertagsstress, der wahrscheinlich damals auch schon irgendwie gegeben oder nicht ganz neu erfunden wurde, auch nach der Erntezeit im Herbst.

00:10:16: Und ich kann mich da irgendwie reinfühlen und ich finde, dass das durchaus auch bis heute noch ein Mehrwert haben kann.

00:10:24: Du klingst völlig verändert, Antonia.

00:10:27: Fast schon ein bisschen esoterisch, oder?

00:10:29: Ja, ich mag es jetzt einfach, dass ich wieder ein bisschen um Kopf und Kragen rede.

00:10:33: Und ich will ja jetzt auch nicht Tread Wife wieder herkommen.

00:10:37: Darum ist es wahrscheinlich im Gescheitsten, wenn ich einfach erkläre, wie ich die Raunächte für mich interpretiere und nutze und wie es auch immer mehr Leute machen.

00:10:44: Das ist jetzt ja nicht mein kleiner Splien, den ich im Alleingang entdeckt habe.

00:10:49: Gleich vorweg, es gibt da endlos viele Methoden und Vorschläge und Pläne und Bücher mittlerweile, wie man die Raunechte zelebrieren kann.

00:10:57: Das geht jetzt von super witchy mit hex hex dein Kräuterbündel, die jede Nacht anderes Räucherzeug, Anleitungen für Zaubersprüche und Karten legen, bis zu so ganz self-improvement.

00:11:13: Base, Jahresendritualen wurden halt Achtsamkeitsübungen und Meditationen und so im Fokus stehen.

00:11:20: Mein Ansatz ist einfach, ich finde es irgendwie wichtig, das vergangene Jahr nochmal Revue passieren zu lassen und das neue Jahr schon ein bisschen zu planen um diese Zeit.

00:11:30: Und zwar nicht im Sinne von ich will rauskriegen, wohin ich auf Urlaub fahren will, sondern schon eher so auf, wo geht jetzt meine persönliche Reise hin.

00:11:38: Wie können wir uns das jetzt ganz konkret vorstellen?

00:11:40: Ja, an der Stelle möchte ich gerne einer Bekannten von mir Credits geben, Freddy Falco war.

00:11:45: Mit ihr habe ich mal für eine Recherche zusammengearbeitet und folge seitdem noch auf Instagram.

00:11:50: Und sie hat da in den vergangenen Jahren ihre Raunacht-Rituale immer zelebriert.

00:11:56: Und ich sage es dazu, weil es, glaube ich, sehr viele Leute inspiriert hat.

00:12:00: Sie hat da auch immer mal wieder gemeint, dass sie ganz viele Zuschriften bekommt.

00:12:04: Und mich hat das dann eben auch irgendwie dazu angeregt.

00:12:07: mir so meinen eigenen Ansatz zu überlegen.

00:12:09: Also mein Motto ist da ein bisschen, alles kann, nix muss.

00:12:13: Ich überlege mir, was mag ich aus diesen Nächten mitnehmen?

00:12:19: Wie viel Zeit will ich investieren?

00:12:21: Was tut mir gerade gut?

00:12:23: Wie kann ich einen Rahmen gestalten, auch mit so Praktiken, die mir halt irgendwie gefallen?

00:12:28: Was hätte ich dann am Ende auch gerne in der Hand?

00:12:31: Mit diesen Gedanken stelle ich mir dann eigentlich einfach selber so ein bisschen ein Reflexionsprogramm für diese knapp zwei Wochen zusammen.

00:12:37: Klingt sehr advanced.

00:12:39: Ich bin jetzt schon beeindruckt.

00:12:40: Kannst du mir so ein paar Beispiele geben?

00:12:42: Wie kann ich es angehen?

00:12:44: Also ich muss dazu sagen, für mich ist das irgendwie auch immer so ein Achtsamkeitskompass, weil ich über die Feiertage auch dazu neige, so in Familien treffen, Klassen treffen, to do's, endlich was erledigen, unterzugehen.

00:12:58: Und da ist einfach so mein Vorsatz.

00:13:00: Ich hätte gerne so eine Stunde am Tag um diesen Jahreswechsel.

00:13:04: wo ich so ein bisschen mit Reflexion verbringe.

00:13:06: Am liebsten mache ich das in der Früh und am Abend.

00:13:09: Und ich schreibe halt auch sehr gern, kommt vielleicht mit dem Beruf einher.

00:13:14: Aber ich glaube, viele Menschen haben Journaling für sich entdeckt.

00:13:17: Haben wir ja auch schon eine Folge darüber gemacht.

00:13:19: Das ist also ein wichtiger Bestandteil für mich davon.

00:13:22: Mir tut es auch immer gut, in der Natur unterwegs zu sein, draußen zu sein.

00:13:26: Ich habe gerade gesehen, in Wien hatte diesen Dezember minus siebzig Prozent Sonnenschein im Vergleich zum letzten Jahr.

00:13:34: Es

00:13:34: überrascht mich nicht, es ist immer finster.

00:13:36: Ja,

00:13:37: aber ich denke mir immer so, gerade in dieser Zeit muss man sich oft aktiv dann auch motivieren, trotzdem rauszugehen und sich da so ein bisschen eine Struktur geben, schadet glaube ich auch nicht.

00:13:46: Und ich gebe es auch zu, ich mag tatsächlich Räucher weg ganz gern, wobei ich ganz viele Leute kennen, die das total hassen.

00:13:52: Da sage ich immer so, ja, niemand muss Räuchern, wenn man den geruch nicht mag.

00:13:56: Also es ist irgendwie ein Kerze an Zünden, kann auch schon Stimmung setzen.

00:14:00: Und da ... versuche ich dann einfach, mir so ein bisschen Zeit zu nehmen und eben morgens abends Tagebuch schreiben, bestimmte Themen suche ich mir dann oft drauf, die mich irgendwie grad beschäftigen.

00:14:12: und ich sage halt, wenn ich dann raus in die Natur gehe, dann versuche ich halt auch diese Momente eher bewusst mal als Pausen zu betrachten und jetzt nicht als ich baller mir die nächsten zehn True Crime Podcasts rein.

00:14:26: Wozu man ja manchmal auch neigt, wenn man viel um die Ohren hat.

00:14:29: Besser Leben geht aber schon.

00:14:30: Besser Leben ist total okay.

00:14:32: Es gilt quasi als Extremeditationseinheit.

00:14:35: Was ich dann eben auch mache, wenn ich jetzt sage, dass ich mir so ein paar Themen rausgreife.

00:14:39: Es gibt wirklich total viele Fahrpläne, Ratgeber, Ritualvorschläge für die Raunächte und sich da ein bisschen Inspiration rauszuholen, finde ich schon eine schöne Anregung.

00:14:52: Und was es eben auch gibt, das sind so ein paar sehr bekannte Rituale, wie zum Beispiel die Dreizehn Wünsche.

00:14:58: noch nie davon gehört.

00:14:59: Was hat es damit auf sich?

00:15:01: Also ich glaube, das ist so das bekannteste Raunächteritual.

00:15:05: Ich sage dafür, braucht man eigentlich nur ein bisschen Zeit, sich vorab zu überlegen, was man sich wünscht und eine feuerfestes Schale.

00:15:13: Wie nur, ja.

00:15:14: Also, du gehst eigentlich noch vor der ersten Raunacht her und überlegst dir dreizehn Wünsche fürs nächste Jahr.

00:15:24: Und das sollte jetzt nicht so was sein wie ein... Porsche und

00:15:29: ein

00:15:30: Lotto-Gewinn.

00:15:31: Sondern Dinge, die du dir für dein Leben wünscht.

00:15:33: Das kann so was sein, wie.

00:15:35: ich will endlich den Marathon laufen.

00:15:38: Ich will mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, konkreter umso besser.

00:15:45: Und schreib es dann auf.

00:15:47: Dreizehn wünsche dir echt am Herzen liegen und gibst dir in eine Schale zusammen gefaltet.

00:15:53: Und in jeder Raunacht ziehst du einen dieser Wünsche.

00:15:56: ohne reinzuschauen, welches ist und verbrennst ihn.

00:16:00: Und nach zwölf Frauenächten bleibt einer dieser Wünsche übrig und denen faltest du dann.

00:16:05: Und das ist dann so quasi der Wunsch, der übrig bleibt, auf den du dich dieses Jahr konzentrieren solltest.

00:16:10: Wow,

00:16:10: okay.

00:16:11: Klingt cool.

00:16:12: Ich habe das letzte Jahr schon gemacht und ich finde es wieder mal interessant, weil es ein bisschen in die Richtung von diesem... Manifestieren geht, was halt schlecht die Genzi auch so toll findet, fand's.

00:16:23: Auf TikTok war das irgendwie mal so ein Ding vor wahrscheinlich erst wieder fünf Jahren.

00:16:27: Und tatsächlich, wenn dann sowas übrig bleibt, dann verbindet man was damit.

00:16:32: Dann hat man, auch wenn es natürlich nicht wirklich wahrscheinlich das Universum ist, dass einem das eingibt, aber dann hat man so ein bisschen einen Fokus vorgegeben und sich an dem festzuhalten, ist meiner Meinung nach einfach eine schöne Motivation.

00:16:45: Was ich auch nicht finde, ist es sind ja genau zwölf Raunächte.

00:16:48: Das heißt, man kann jede Raunacht einem Monat widmen.

00:16:53: Also zum Beispiel hergehen und sich die zwölf vergangenen Monate anschauen und eben die zwölf Monate, die man jetzt vor sich hat und sich dann überlegen, was war letztes Jahr im Februar ein großes Thema für mich, wie ist mir da so gegangen?

00:17:06: und sich dann zu überlegen, okay, was steht heuer im Februar an?

00:17:10: Was ist mir vielleicht nicht so gut gelungen im letzten Februar?

00:17:13: Und wie könnte ich das jetzt besser machen?

00:17:15: Weil ja unsere Monate und Jahre sich oft irgendwie auch wiederholen.

00:17:19: Das kann jetzt der Geburtstag der besten Freundin sein, der immer im Mai ansteht und wo man nie Zeit hat, sich mit dem Geschenk zu beschäftigen oder whatever.

00:17:26: Das sind dann oft so Kleinigkeiten, die man so, finde ich schon ein bisschen absehen und einfach für sich neu angehen auch kann.

00:17:35: Findest du total lustig?

00:17:36: Weil am Anfang von dieser Folge gebe ich zu, war ich ein bisschen skeptisch und hab mir gedacht, das ist so esoterisch.

00:17:41: Ich mein... Ich bin dafür.

00:17:42: Ich bin dafür, dass wir gleich räuchern, durch die Redaktion ziehen.

00:17:46: Don't get me wrong.

00:17:46: Aber ich hab mir gedacht, was bringt man das für mein Leben?

00:17:48: Aber das macht schon wirklich Sinn.

00:17:50: Das ist ja null esoterisch.

00:17:51: Und dann einfach mal nach der stressigen Vorweihnachtszeit sich rausnehmen und irgendwie nachdenken.

00:17:57: Wie war man ja wirklich?

00:17:58: Und was kommt auf mich zu?

00:17:59: Und wie hätt ich's gern?

00:18:00: Mhm.

00:18:00: Und was ich auch sehr lustig find, ich schreib mir auch immer meine Träume in den Raunechten auf.

00:18:07: Okay.

00:18:08: Natürlich ist das jetzt auch wieder mit diesem irgendwie ein bisschen Meta-Ansatz, dass man da halt besonders viel träumt.

00:18:16: Und meine Theorie ist aber eher, wenn ich mir schon mal so viel Zeit nehme, um mich mit bestimmten Fragen zu beschäftigen, natürlich kommen dann Sachen bei mir auf.

00:18:25: Und ich bin auch ein Mensch, der relativ intensiv und viel träumt und auch so wiederkehrende Träume hat.

00:18:30: Und ich nehme mir so oft vor, jetzt führe ich ein Traumtagebuch und jetzt schaue ich mir das mal an und im Endeffekt mache ich es nie.

00:18:37: Aber wenn ich da dann schon diese zwei Wochen habe, wo ich mir so ein bisschen für eben Reflexion gebe, dann schreibe ich sie mir da mal auf.

00:18:43: und wenn mir da dann irgendwie was auffällt oder damit was angeregt wird, dann finde ich es einfach spannend für mich und denke mir so, nutzt nix, schatz nix, das ist generell so ein bisschen mein Motto für dich.

00:18:52: Absolut, so sehe ich das auch.

00:18:54: Und nimmst du dir dann wirklich was für dein Ja mit, also was erhoffst du dir ganz konkret dann davon?

00:18:59: Also ich muss gestehen, dass ich einfach ein Mensch bin, der sich oft ein bisschen zu viel auflädt und Wenn man so tendenziell eher auf hundertzwanzig Prozent läuft, dann schafft man es oft auch in Pausenzeiten, nicht ganz da wieder runterzukommen.

00:19:14: Also ich gehe dann halt von viel arbeiten, viel Sozialleben, viel Sport zu, oh, jetzt fällt das Arbeiten weg.

00:19:23: Ja super, dann packe ich die Zeit einfach auch noch voll mit Familienbesuchen und Hausprojekten und vielleicht noch mal mehr Sozialleben.

00:19:32: oder fang gleich ein neues Hobby an oder sowas.

00:19:35: Und das sind schon so eher unachtsame Tendenzen, die ich halt versuche, mit so bewussten Achtsamkeitsritualen ein Besitz zu durchbrechen.

00:19:47: Ich bin halt ein Mensch, der es nicht gut kann, einfach mal abzuschalten.

00:19:51: Also einfach nichts tun auf Verordnung funktioniert bei mir nicht.

00:19:55: Deswegen strukturiere ich mir dann halt auch meine Abschaltvorsätze ein bisschen.

00:20:02: und versucht dabei natürlich aber auch nicht zu zwanghaft zu werden.

00:20:05: Also das heißt jetzt nicht, dass ich mir wirklich über die zwölf Raunächte, Tage jeden Tag einen Wecker stell und für dreißig Minuten Journal und dann für eine Stunde in die Natur gehe und das dann ab und dann wieder, weil das ist dann ja auch nicht abschalten.

00:20:21: Aber sich da einfach Vorsätze für sich ausgefeilt mal nehmen, sich da ein bisschen bei der Stange halten.

00:20:29: Aber wenn man mal einen Tag lang vergisst, seinen Wunsch zu verbrennen, dann verbrennt man halt am nächsten Tag zwei Zettel.

00:20:36: Da geht ja die Welt nicht unter.

00:20:37: Absolut.

00:20:38: So lange am Ende dann der eine übrig bleibt.

00:20:40: Genau.

00:20:40: Und es ist einfach so eine Art, ein bisschen Prioritäten zu setzen in einer Zeit, in der halt einfach wirklich ... Ich finde auch schon wetterbedingt die Depression, glaube ich, sogar beim resilientesten Menschen mal an die Tür klopft.

00:20:54: Also jetzt jetzt natürlich keine Psychotherapie.

00:20:57: Ich sag's ... Zu Sicherheit dazu, oder?

00:20:59: Natürlich.

00:20:59: Gerade wenn ich sage, die Depression klopft anderen, ist das natürlich wieder so ein bisschen relativierend.

00:21:04: Wir reden da jetzt nicht von der echten, ausgewachsenen Depression, sondern von so unseren Jahreswechselstimmungsschwankungen.

00:21:11: Dafür halte ich solche Reflexionsrituale eigentlich für was Schönes, was Gutes.

00:21:18: Aber wenn man jetzt merkt, man hat echt ein Hammerjahr hinter sich und vielleicht traumatische Erfahrungen gemacht.

00:21:25: Oder... krasse Einschnitte gehabt.

00:21:28: Man spürt schon richtig, dass man instabil ist, dass man vielleicht überhaupt Hilfe bräucht und es im Jahresendstress irgendwie nicht ganz geschafft hat, sich die vielleicht auch rechtzeitig zu organisieren.

00:21:40: Dann würde ich ehrlich gesagt davon abraten, jetzt mit solchen irgendwie doch recht unter die hautgehenden Ritualen zu sehr reinzufahren, weil es kann schon viel aufwirbeln auch.

00:21:53: Und ich glaube, Das ist dann vielleicht gerade in dieser Zeit nicht so gut, weil es dann ja auch wirklich schwierig ist.

00:21:59: Falls dann irgendwie so der Moment kommt, wo man merkt, so boah, jetzt geht es mir gar nicht mehr gut, dann werden zu erreichen.

00:22:06: Zwischen Weihnachten und sechsten Jänner, dann irgendwie therapeutische Hilfe so schnell zu organisieren, ist glaube ich schwierig.

00:22:14: Ich meine, es gibt natürlich immer Krisenanlaufstellen und die stellen wir auch nochmal in die Show notes, weil sich da irgendwie jetzt jemand die Folge gerade anhört und merkt, so boah.

00:22:23: Bei mir hilft kein Räuchern mehr, dann bitte um Hilfe suchen, ist immer ein richtiger und erster Schritt.

00:22:29: Aber ersetzt keine Psychotherapie, so Reflexionsrituale und sind auch halt eher einfach so als Achtsamkeitsanstoß gemeint als jetzt, als echtes.

00:22:39: Ich endere mein Leben-Programm, sag ich mal.

00:22:42: Das ist es nämlich nie.

00:22:43: Ich glaube, man sollte knedig mit sich sein, gerade an diesen Tagen und nicht irgendwie planen, sein Leben umzureißen.

00:22:48: Das kann man in den Monaten danach immer noch tun, wenn man es denn will und wenn Zeit dafür ist.

00:22:52: Aber ich finde, was ich mir mitnehme, ist so ein bisschen reflektieren, versuchen irgendwie einen Fokus zu setzen und ein bisschen rauszusteigen aus dem Hamsterrad.

00:23:01: Ich zur Ruhe kommen.

00:23:03: Für mich ist das halbe Programm schon mir vor diesen sonst so stressigen Weihnachtsfeier zwischen den Jahrenzeiten einfach mal zu überlegen, was tut mir eigentlich gut und was mag ich machen.

00:23:15: Und wie gesagt, wir sind nicht der esoterik Podcast schlechthin geworden, aber ich glaube, man kann auch so Volks, Traditions, Ansätzen, manchmal auch was Schönes rausziehen, wenn man es eben klar trennen kann zwischen, nein, es kommen nicht wirklich die wilde Jagd und die segeln ungeborene Kinder in eure Wäschekörbe.

00:23:35: Aber um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich einfach wirklich absupport nicht mehr waschen bis ins neue Jahr.

00:23:39: Auf jeden Fall.

00:23:41: Ja, und das war schon unsere letzte Folge für das heurige Jahr.

00:23:45: Falls jemand beim Reflektieren total super Podcast Themen rausfindet, Schreibt sie uns unbedingt an besserleben at thestandard.at oder auch immer gerne in die Kommentare.

00:23:56: Wir freuen uns auch über Rückmeldungen und Feedback und wir freuen uns auch über eure besten Tipps, wie ihr den Jahreswechsel heuer gestaltet habt.

00:24:05: Damit wünschen wir euch ein schönes Fest und einen guten Jahreswechsel und wir hören uns nächstes Jahr.

00:24:11: Ciao,

00:24:11: ciao!