Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:06: Es

00:00:06: ist auch mal okay, keinen Sinn zu sehen.

00:00:09: Ja

00:00:09: das Sinn meiner Arbeit ist halt diese

00:00:10: monatliche Überweisung,

00:00:11: die dann auf meinem

00:00:12: Konto landet.

00:00:13: Das wird mich jetzt nervös machen!

00:00:20: Willkommen zum Besserleben.

00:00:21: der Standard-Podcast Zum Glücklichwerden.

00:00:23: ich bin Franziska Zödel

00:00:25: Ich bin Martin schon rüber

00:00:26: und Martin wir stellen uns heute erneut die große singenfrage

00:00:31: Wie bekomme ich mehr Sinn in mein Leben?

00:00:33: Die vorige Woche für alle die das verpasst haben schnell nachhören Ist Tatiana schnell bei uns?

00:00:38: Sie hält die Professor für existenzielle Psychologie an der MF Specialized University in Oslo, hat auch die Online-Plattform Sinnmacher mitgegründet und beschäftigt sich als Psychologin und Sinnforscherin jetzt schon jahrzehntelang mit der Frage was unserem Leben einen Sinn gibt oder wann es sich so anfühlt.

00:00:55: Dankeschön dass sie nach wie vor dabei sind!

00:00:57: Ja ja hallo danke für die Einladung.

00:00:59: Wir starten mal ganz basic, ganz locker rein in diese Folge Was passiert wenn einem im Leben das Sinn fehlt?

00:01:06: Es gibt zwei mögliche Deaktionen.

00:01:09: Einerseits macht nichts, also ich kann auch ohne Sinn leben.

00:01:13: Das ist eine Form zu leben die ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung so für sich angenommen hat.

00:01:23: Wir sehen dabei dass das nicht unbedingt mit Leid einhergeht und mit Krisen Und allerdings auch nicht mit Extrem oder besonders hohem Lebendigkeitsgefühl und so weiter, also es hat verschiedene Konsequenzen.

00:01:37: Andererseits kann eine Abwesenheit von Sinn auch als Sinnkrise erlebt werden.

00:01:41: Und das bedeutet dann ich möchte eigentlich nicht einfach so leben sondern ich möchte gerne dass mein Leben sinnvoll ist und ich weiß nicht wie.

00:01:49: und dann bin ich in einer Sinn-Krise die wir unsere Studien und viele andere zeigen wirklich schmerzhaft ist.

00:01:55: Das geht dann her mit Depression, Ängstlichkeit mit der Frage, warum sollte ich dieses Leben leben?

00:02:01: Und Ressourcen sind häufig nicht mehr zugänglich.

00:02:03: Also man hat seinen Optimismus verloren oder die Hoffnung und keine Zufriedenheit mehr, keiner Glückserlebnisse.

00:02:10: also das kann ganz schön den Boden unter den Füßen wegziehen wenn man vor allem vorher so die Erfahrung gemacht hat.

00:02:16: eigentlich finde ich mein Leben lebenswert und dann passiert irgendetwas und dieser Sinn verschwindert.

00:02:23: Das heißt gibt es meistens ein auslösendes Erlebnis.

00:02:26: Also Sinnkrisen treten am häufigsten dann auf, wenn es zu einem kritischen Lebensereignis kommt.

00:02:31: Das heißt also eine Erkrankung der Tod eines nahestehenden Menschen und einer Trennung.

00:02:37: Und die zweithäufigste Ursache sind Übergangsphasen.

00:02:41: Das heisst, wenn ich zum Beispiel die Schule beendet habe – was soll ich jetzt tun?

00:02:45: Welche Ausbildung oder Studium?

00:02:47: Wenn das wiederum verrüber ist und ich ins Leben starte sollte oder wenn die Kinder das Haus verlassen zuvor als Mutter oder Vater sehr auf sie konzentriert war, oder dann der Übergang in die Pension.

00:03:00: Das sind beides Situationen wo mein Leben nicht so weitergeht wie bisher.

00:03:06: also dieser selbstverständliche Fluss ist unterbrochen und dann werden wir porös für Sinn

00:03:11: fragen.".

00:03:12: Das klingt jetzt als wäre in all diesen Situationen wäre auch quasi der Trigger das eben der bisherige Sinn oder ein sehr wesentlicher bisheriger Sinn verschwindet?

00:03:21: sei das eben, dass man nicht mehr für die Kinder Frühstück macht.

00:03:24: Dass der Job eben nicht mehr da ist in deinem Sinn gegeben hat.

00:03:27: Also gerade bei den kritischen Lebensereignissen ist es häufig so.

00:03:30: aber es kann auch sein, dass ich aufgrund solcher Situationen also Lebenserreignisse oder Übergangsphase überhaupt erst merke, dass sich davor eigentlich keinen Sinn hatte weil ich da das erste Mal anders auf mein Leben schaue.

00:03:45: und dieses Anders das beschreibt die existenzielle Philosophie sehr eindrücklich.

00:03:51: vor allem Martin Heideger hat beschrieben, wie wir so zwei Arten von Seinen im Leben... und die erste ist wenn wir geworfen werden in dieses Sein, in dieses Leben dann ist unsere Hauptaufgabe erst mal uns anzupassen.

00:04:04: Das heißt wir versuchen dazu zu gehören um das zu machen was die anderen auch tun.

00:04:09: So konventionell zu leben oder er nennt das alltäglich Und Dan sagt der irgendwann kommt häufig der Moment wo wir realisieren die Freiheit, unser Leben selbst zu gestalten.

00:04:24: Und das bedeutet nicht einfach nur das tun was die anderen tun sondern genauer hinschauen.

00:04:29: Was will ich eigentlich?

00:04:30: Was finde ich wichtig?

00:04:31: Was finde ich richtig?

00:04:33: und für viele Menschen ist der Anlass dafür tatsächlich erst dass wenn etwas das Leben unterbricht von außen und dann hört man zum Beispiel häufig solche Aussagen zB von Menschen die schwer wegen der Erkrankungen durchgemacht haben wie eine Krebserkrankung.

00:04:49: Das hat mir überhaupt erst mal erlaubt stehen zu bleiben und zu schauen, wie ich bisher gelebt habe.

00:04:54: Und wie ich leben möchte.

00:04:56: davor ist man wie in einem Hamsterrad Man tut was getan werden muss arbeiten gesund bleiben um die Familie kümmern und so.

00:05:02: Was wäre wenn ich da anfangen mein Leben zur hinterfragen?

00:05:04: das geht ja nicht dass es Ja viel zu gefährlich quasi.

00:05:07: aber wenn Ich quasi von außen aufgerufen bin So jetzt geht's nicht weiter Jetzt gibt's einen halt dann gibt mir das eine rechtfertigung.

00:05:15: und Dann sagen viele Ich habe jetzt erst realisiert, was ich selber wichtig finde.

00:05:19: Davor bin ich gelebt worden und jetzt lebe

00:05:22: ich.".

00:05:23: Würden Sie empfehlen das eben genauso etwas nicht nötig ist so ein externes Ereignis?

00:05:27: Dass man sagt, ich setze mich zum Beispiel zu meinem, zum Beispiel, dem twenty-sechsten, dreißigsten Geburtstag usw.

00:05:33: hin und geht das mal durch.

00:05:35: oder haben sie da was ein bisschen originelleres vielleicht als den guten

00:05:39: Geburtstage?".

00:05:40: Ja sehr gut, Titi!

00:05:42: Also prinzipiell geht es darum... bewusster zu leben.

00:05:45: Und das kann man ja durch unterschiedliche Strategien erreichen oder einfach eine Haltung, auch die vor allem erst mal diese Grundhaltung hat ich bin bereit mir dieses Leben anzuschauen wie es ist und nicht mit Scheu klappen und das bedeutet auch zu sehen, was es bedeutet Mensch zu sein.

00:06:04: Nämlich dass wir irgendwann nicht mehr seien werden und diese Anerkennung der Sterblichkeit die Anerkennung das Leiden zum Leben dazugehört, dass das Leben auch Kampf bedeutet und Unschuld und Zufälligkeit und alldass.

00:06:20: ja das ist Eine Sicht auf die Welt, die eben sieht das was geschieht.

00:06:25: Es ist alles eine Polarität.

00:06:27: also es gibt kein glücklich sein ohne des traurig sein es gibt keinen Sinn ohne das absurde es gibt keine hell ohne dunkel und wir versuchen immer gerne so dieses dunkle den tot und das leiden so aus zu blenden.

00:06:39: und das bedeutet aber auch dass wir nicht wirklich Ehrlich umgehen damit, was dieses Leben bedeutet.

00:06:45: und das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung, um gut gewappnet zu sein mit dieser Existenz, umzugehen ohne Scheu klappen.

00:06:55: Was sind denn so die verlässlichsten Quellen, um einen Lebenssinn zu finden?

00:06:59: Kann man da irgendwas generalisieren?

00:07:03: Also wir haben ne ganz große Vielfalt an Sinnquellen identifiziert in der Forschung ganze sechsundzwanzig.

00:07:09: Die sind auch sehr unterschiedlich.

00:07:11: Da geht es einerseits um Selbstverwirklichung, dann geht's darum, es mir selbst und den Menschen um mich herum gut gehen zu lassen.

00:07:19: Es geht auch um Ordnung, Sicherheit, Vernunfts- oder das Bewahrende.

00:07:23: Dann gibt es Religiosität, Spiritualität oder eine Orientierung am größeren Ganzen, eine Zukunftsorientierung, generative Orientierung, Naturverbundenheit.

00:07:33: Und da gibt es einige spannende Erkenntnisse aus der Forschung, die zeigen... Die meisten Menschen haben mehrere solche Sinkwellen im Leben.

00:07:41: Das ist auch natürlich und wichtig es dabei, dass die möglichst unterschiedlich sind, dass wir eben in vielfältige Bereiche in diesem Leben involviert sind uns kennenlernen in verschiedenen Facetten.

00:07:53: aber der wichtigste Punkt für das Sinnerleben scheint zu sein, dass Sinkwellen dabei sind, die mit Selbsttranscendent sein hergehen?

00:08:02: Das ist etwas was Viktor Frankl auch schon gesagt hat.

00:08:07: Commitments, also Orientierungen wo es nicht darum geht dass ich meine persönlichen Bedürfnisse befriedige sondern das sich dem Blick weiter für etwas anderes eben für das größere Ganze.

00:08:18: Für die Natur, für soziale Gerechtigkeit und so.

00:08:21: Und wenn das nicht vorhanden ist im Leben dann ist das Sinnerleben im Durchschnitt immer niedriger.

00:08:29: und von diesen sechsundzwanzig Sinnquellen Generativität auch Teil dieser Selbsttranstendenz in ganz vielen Studien der beste Prediktor gewesen.

00:08:39: Also, der Beste sind Stifte.

00:08:41: Also Generativities am Begriff den der Psychologe Eric Ericksen schon nineteen fünfzig geprägt hat und er meint damit etwas beizutragen dazu dass diese Welt auch in Zukunft lebenswert bleibt.

00:08:53: das kann ganz unterschiedlich aussehen indem ich Kinder bekomme und erziehe aber auch ganz ohne Kinder nämlich Wissen weitergebe, Erfahrungen weitergeben oder kulturelle Werte.

00:09:02: Zum Beispiel Künstlerisch tätig bin, politisch tätige ich bin und zwar mit dieser Haltung.

00:09:08: es ist mir wichtig etwas dazu beizutragen dass dieses größere Ganze auch in Zukunft gut bleibt oder besser wird.

00:09:14: und da sehen wir wenn Menschen das in ihrem Leben haben dann berichten sie Lebenssinn.

00:09:19: von daher ist es auch ein guter Schlüssel.

00:09:21: wenn man sagt brah!

00:09:22: Ich weiß gar nicht was sich tun soll um mein Leben sinnvolle zu machen dann ist so eine generative Haltung wahrscheinlich erst mal der beste Türöffne.

00:09:32: Ich denke seit unserer letzten Folge, die für mich ja noch nicht zu lange her ist wie wir unsere Hörerinnen und Hörern über diese Frage nachdem gesagt man soll auch gesellschaftlich es soll viel normaler sein dass man quasi sagt was ist dein Lebenssinn?

00:09:43: Ist das Ziel, dass man darauf eine Antwort geben kann?

00:09:45: wenn mich das befragt weil es wird mich jetzt nervös machen.

00:09:49: Ja das Ziel ist, dass wir überhaupt über solche Themen sprechen können, dass Für mich ist zurzeit alles sinnlos, oder?

00:09:58: Es gibt vieles was mir sinnvoll erscheint anderes eben gar nicht.

00:10:02: Aber überhaupt auf diese Ebene zu gehen das ist das Wichtige und wir dürfen auf keinen Fall daraus einen Leistungsdruck machen im Sinne von hoh ich habe einen Sinn und du hast keinen.

00:10:11: oder oh ich hab keinen Sinn da muss sich irgendetwas falsch machen, sondern Sinn ist etwas.

00:10:18: wie gesagt es ist ein Prozess.

00:10:20: Es ist eine Erfahrung die sich ändert mit dem was um uns herum geschieht, mit dem wer wir sind und das heißt die Erfahrung ist auch sehr dynamisch.

00:10:29: sie ist subjektiv und dynamisch und es gibt immer Zeiten wo wir mehr oder weniger Sinn erleben oder in unserem Leben oder in bestimmten Bereichen sehen.

00:10:40: Gute ist, wenn wir teilen können dass das ein menschliches Anliegen ist an dem wir alle ähnlich knapsen.

00:10:49: Es gibt quasi niemanden der ständig Sinn erlebt.

00:10:52: es ist eher so eine Grunderfahrung die sich aber nicht in einem ständigen Gefühl widerspiegelt oder in dieser Erfahrung.

00:11:01: alles ist sinnvoll und wir sollten auch nicht versuchen alles mit Sinn aufzuladen.

00:11:04: es gibt eine Menge sinnlose Sachen auf dieser Welt und sie sollen auch als solche erkannt werden.

00:11:10: Wenn jetzt zum Beispiel eine Standard-Podcast-Kollegin von mir offenbar durch den ersten Teil dieses Interviews ein bisschen an sich fragt, wo sie jetzt den Sinn hernehmen soll.

00:11:19: Ich weiss nicht von wem du redest?

00:11:20: Aber ganz im Ernst wenn jetzt wirklich jemand zu ihnen kommen würde und sagen wir haben sie vorher gemeint quasi diese Generativität wäre ein Ansatz, den Sie empfehlen würden dass man eben schaut wie finde ich das die Welt gut wäre für die Zukunft und was kann ich dazu beitragen?

00:11:32: okay gibt es noch so andere Punkte wo sie sagen das ist etwas relativ niederschwelliges dass vielleicht auch Leute die jetzt Ich ham noch in ihrem Alltagsstudel drin

00:11:40: stecken

00:11:40: und da jetzt gar nicht so viel Freiräume sich noch geschaffen haben, die die trotzdem angehen könnten.

00:11:45: Und vielleicht hier und da mal ein bisschen mehr Sinn zu erleben?

00:11:48: Ja genau dieses Niederschwellige das haben wir eben auch angestrebt mit der Sinnmacher App weil ich eben so oft diese Frage bekommen habe dieses große Thema wie kann man das denn persönlich angehen?

00:12:01: und Wir haben dazu zwei Fragebögen zum Beispiel in der Forschung aber Dazu muss man dann auch zur Trapoid-Innen gehen, wenn man die für sich ausgewertet haben möchte.

00:12:10: Und das kann ja nicht sein, dass man nur so etwas darüber erfährt wie es mit dem eigenen Sinn aussieht.

00:12:15: Deswegen haben wir mit dieser Sinnmacher App erst mal die Möglichkeit geschaffen des Menschen dort durch die Fragebögen, die wissenschaftlich fundierten etwas darüber erfahren.

00:12:23: wo stehen sie überhaupt?

00:12:24: Was ist gerade so ihr Sinnstatus?

00:12:26: Etwas über ihre Sinnquellen erfahren.

00:12:28: und dann genau dieses Thema Wie kann ich denn Für das, was ich wichtig und richtig finde, raum machen in meinem Leben.

00:12:36: Und da gibt es eben in der App ganz abgestimmt auf dass, was sich angebe wer ich bin In den Fragebügen zu Beginn Impulse die mich einladen genau das zu tun was bei mir fehlt Raum zu machen für das was ich eigentlich wichtig finde Was aber untergeht weil immer so viel Routine oder Stress da ist.

00:12:56: Und das ist ein offenbar hilfreicher Ansatz, wie wir schon in einer Pilotstudio festgestellt haben um Sinn zu steigen.

00:13:03: Gibt es jetzt aus der Erfahrung auch aus dieser App so Sachen wo sie sagen, dass hat sich gezeigt, das bricht die meisten Leute an?

00:13:09: So ganz konkrete Impulse dann!

00:13:11: Also die Erbdaten nutzen wir nicht zur Forschung, weil wir das auch nicht dürfen.

00:13:16: Für Studien muss man immer erst sagen, dass es jetzt eine Studie und erklären was man damit macht und dann die Bereitschaft einholen, dass man die Daten für die Studie verwendet.

00:13:25: Das haben wir nur erst einmal für eine Pilotstudie gemacht aber noch nie für eine Menge von Daten.

00:13:31: Das heißt also das, was wir bisher an Daten haben dürfen wir gar nicht auf die Frage hinauswerten.

00:13:37: Aber es steht eine große Studie an, dann laden Sie mich in einem Jahr noch ein!

00:13:41: Aber haben sie so auch aus ihrer psychologischen Erfahrung vielleicht?

00:13:44: Erkennen Sie so einen Muster wo Sie merken okay das funktioniert bei vielen Leuten ziemlich gut wie da vor auf der Suche waren?

00:13:52: Also was ganz deutlich ist ist es ist gut wenn wir so drei Ebenen im Leben haben.

00:13:57: einerseits wenn wir uns selbst kennen Und das klingt banal, aber ist es gar nicht.

00:14:02: Weil es eine Menge Menschen gibt die sich damit nicht auseinandersetzen wollen oder wenn dann auch nicht wissen wie.

00:14:09: Also so dieses Ja wer bin ich eigentlich?

00:14:11: Was ist denn Persönlichkeit?

00:14:12: was ist meine Geschichte?

00:14:13: wir haben darüber auch schon gesprochen.

00:14:15: und womit bin Ich in dieser Welt geworfen worden?

00:14:19: und Wie kann ich sie entwerfen?

00:14:23: also Es ist ja nicht nur dass wir quasi ein Opfer sind, dieses in die Welt geworfen seins wie Heidegger es bezeichnet hat mit der Geworfenheit.

00:14:31: Sondern Hannah Arendt hat ihn wieder aktiver.

00:14:33: ja auch so schön gesagt das Konzept der Natalität drückt aus.

00:14:36: also wir sind geboren das heißt wir können uns entwerfen wir haben die Freiheit unser Leben zu gestalten und das heißt auch nehme ich diese Freiheit an wo habe ich Freiheit?

00:14:46: Wo bin ich in Strukturen so eingebunden, dass ich nichts dagegen tun kann.

00:14:51: Wie kann ich dann damit umgehen?

00:14:53: oder mit welchen Merkmalen bin ich geboren und wie kann ich die mir zu eigen machen?

00:14:58: Oder in den Vordergrund oder in den Hintergrund rücken?

00:15:01: Also das ist ein erster wichtiger Schritt also mich selbst gut zu kennen.

00:15:05: Dann ist es wichtig gut im Beziehungen eingebundet sein für die meisten Menschen weil das etwa Ein psychologisches Grundbedürfnis ist.

00:15:14: Das hat nicht unbedingt mit Sinn nur zu tun, sondern mit unserer seelischen Gesundheit.

00:15:19: Die meisten Menschen erleben sich wenn sie sich als ausgeschlossen und nicht zugehörig in sozialen Beziehungen erleben Nicht gut.

00:15:27: Von daher ist das ein zweites wichtiges Standbein Und das dritte eben dann öffnet den Blick über all das hinaus auf das größere Ganze häufig gar nicht unbedingt zutrauen, weil ja sowieso alles schon so komplex erscheint und alles in dieser Welt ist kompliziert.

00:15:43: Und dann mache ich es mir lieber schön in meinem kleinen Croquant aber das kann vielleicht mit Gemütlichkeit einhergehen, aber selten mit Sinn.

00:15:53: In den letzten Jahren und Jahrzehnten kommt mir vor, ist ja auch so ein bisschen der Trend gekommen dass man auch in der Arbeit unbedingt Sinn suchen muss.

00:16:00: Das heißt immer die jüngeren Generationen brauchen einen Sinn im Job sonst wollen sie den Job gar nicht mehr machen.

00:16:05: Wie viel Sinn kann und sollte man in einem Job finden oder es sollte das gar nicht das Ziel sein?

00:16:12: Es ist schon eine interessante Formulierung, dass sie sagen man muss im Job Sinn suchen und auch da passiert es anscheinend sehr schnell.

00:16:20: Dass man da ein schräges Verständnis vorm bekommt und das scheint zu passieren wenn man sinnvolle Arbeit verwechselt mit der Arbeit als Lebensinn.

00:16:31: deswegen unterscheide ich das auch in der Forschung ganz deutlich und das ist wichtig.

00:16:35: Arbeit muss sinnvoll sein würde ich behaupten weil glaube Für jeden und jede Nachvollziehbar ist, dass es eine Zumutung ist, jeden Tag aufzustehen.

00:16:46: Und acht Stunden Energie und Zeit in etwas Sinnloses zu investieren oder?

00:16:52: Wenn ich weiß... Ich bin hier an der Arbeit und tue etwas von dem ich genau weiß, das es keine Konsequenzen hat oder keine Guten.

00:16:59: Ich tue das ohne ein Erleben von Zugehörigkeit also ich bin ja eigentlich ein austauschbares Rädchen im Getriebe.

00:17:06: Ich kann nicht hinter den Zielen stehen meines Arbeitgebers, aber ich tue es halt trotzdem und das Ganze passt eigentlich auch nicht zu mir.

00:17:13: Das wäre sinnlose Arbeit!

00:17:16: Und ich glaube, das wünscht sich niemand.

00:17:18: Sinnvolle Arbeit ist eigentlich eine Mindestanforderung für Arbeit finde ich – dass Menschen da arbeiten wo es zu ihnen passt?

00:17:27: Dass sie sehen können, dass das was die tun irgendjemandem zugute

00:17:30: kommt?!

00:17:31: Bedeutsamkeit, dass sie hinter dem stehen können was ihr Team ihre Firma ihr Unternehmen tut und das Sie sich dort als zugehörig erleben.

00:17:40: Und das sehe ich tatsächlich als notwendig an.

00:17:44: und wir sehen auch also es geht ja nicht um meine persönliche Meinung sondern die Daten zeigen deutlich wo das nicht der Fall ist.

00:17:49: da leiden Menschen unter ihrer Arbeitstätigkeit.

00:17:52: Was wir aber jetzt häufig im Kopf haben is doch Arbeit muss!

00:17:56: Mein Lebenssinn werden und sie muss mich erfüllen.

00:17:59: Und sie muss sich toll anfühlen, sie muss alle möglichen Sinnquellen erfülle.

00:18:03: Da muss Kreativität sein und Spaß und Naturverbundenheit und Gemeinschaft und am besten noch die Welt retten.

00:18:10: aber da überfordern wir die Arbeit natürlich völlig weil wir auch ein anderes Leben haben neben dem Job.

00:18:17: und deshalb ist es so wichtig dass wir uns nicht allein über die Arbeit identifizieren und nicht unbedingt jetzt mehr darauf setzen zu arbeiten.

00:18:25: denn Viele Studien zeigen auch, wir können gut arbeiten wenn wir auch sonst ein gutes Leben haben.

00:18:31: Dann sind wir präsent und wenn wir das sinnvoll finden was wir tun dann steigt auch die Produktivität und die Verantwortung und die Qualität.

00:18:41: Viele Leute würden dem ersten Teil ihrer Aussage jetzt vielleicht entgegenhalten.

00:18:45: ja dass in meiner Arbeit ist halt diese monatliche Überweisung die dann auf meinem Konto landet ich nehme an sie hatten auch solche Menschen in den Studien ist da die Erkenntnis quasi ein Ablaufdatum hat, dass das funktioniert.

00:18:57: Ja in dem Moment wo das meine Motivation ist es ja wiederum extrinsisch darüber haben wir auch schon gesprochen.

00:19:03: dann sage ich diese Arbeit an sich ist sinnlos.

00:19:06: also wenn ich das so erlebe aber ich bekomme dafür dann immerhin Geld dann ist das etwas was ich erdulde.

00:19:15: Und ich glaube alle Arbeitgeberinnen wissen, dass das nicht die angenehmsten Mitarbeitenden sind.

00:19:21: Die die Arbeit nur erdulden.

00:19:22: und auch für die Angestellten, die Mitarbeiterinnen ist es nicht angenehm oder man geht nicht gern an die Arbeit wenn man sie als sinnlos erlebt.

00:19:30: und dieses extrinsische Kriterium Es bringt mir wenigstens Geld Ja Das kann über einen gewissen Zeitraum das einzige sein Wenn man nichts anderes findet.

00:19:40: aber es ist schon schwer.

00:19:42: Und Studien zum Beispiel von der AUK in Deutschland haben gezeigt, wenn das zu weit auseinandergeht.

00:19:47: Das was ich unter sinnvoller Arbeit verstehe und dass es meine Arbeit tatsächlich ist dann hat das nicht nur psychische sondern auch körperliche Folgen.

00:19:54: Das drückt sich aus.

00:19:55: Inrückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Erkrankungen die häufiger sind und das ist tatsächlich eine Belastung.

00:20:02: wenn ich merke ja eigentlich ist das sinnlos.

00:20:04: was ich hier tue Kann

00:20:07: eigentlich ein Lebenssinn, einen auch schädigen?

00:20:10: Also Sie haben es eh schon gesagt.

00:20:11: Es kann nicht das Ideale sein dass quasi die Arbeit mein Sinn ist aber gibt so extrem Beispiele wo man einen Sinn hat aber der ist schlecht für einen.

00:20:20: Mhm ja also gerade im Arbeitsleben gibt es da eine Menge spannende Studienzuschon, die ich am eindrücklichsten fand war mit drei Gründen von Social Non-Profit Unternehmen.

00:20:35: Also sie sind ausgestiegen, aus anderen Jobs und haben so was Total Sinnvolles gegründet.

00:20:41: Zum Beispiel ein Verein der in Amerika Bildung zugänglich macht an allen möglichen Orten oder Büchereien auf der ganzen Welt.

00:20:50: Und das war natürlich ein riesiger Aufwand auch weil es erfolgreich war und immer mehr gewachsen ist.

00:20:56: und diese Gründer und Gründerin haben gesagt Das war für sie besonders eine extrem sinnvolle Arbeit zu haben dass sie alles dafür gegeben haben und total ausgebrannt waren irgendwann.

00:21:09: Sie konnten dem quasi zuschauen, es war so extrem sinnvoll, das sie nicht aufhören konnten damit.

00:21:15: aber ja... Es hat nicht gut getan weil die sich keine Grenzen gesetzt haben.

00:21:20: Und das sieht man im Arbeitsleben je sinnvoller uns etwas erscheint, desto schwerer ist es dann auch diese Grenzen zu setzen.

00:21:27: und da ist es ganz wichtig da sofort als Vorgesetzte, auch als arbeitende Person selbst gut drauf achtet.

00:21:36: Dass man andere Lebensbereiche auch noch genügend pflegt.

00:21:40: aber eben es ist für manche Menschen so zentral die Arbeit das mehr Raum im Leben einnehmen kann als andere Bereiche.

00:21:49: Da gibt es wirklich ganz unterschiedliche Konstellationen.

00:21:52: deswegen finde ich das auch sinnlos von Work-Life Balance zu sprechen und zu sagen da ist die Arbeit, da ist das Leben Es gibt ganz unterschiedliche Arten und auch verschieden gesunde, das zu verbinden.

00:22:02: Um noch was leichteres zum Abschluss jetzt zu fragen – Was ist denn in Ihrer ganzen Forschung die unerwartete Sinnquelle gewesen, die Ihnen untergekommen ist?

00:22:11: Wo jemand aber wirklich sinn draus gezogen hat?

00:22:14: Wissen Sie da etwas?

00:22:15: Also was erst mal überraschend war, war zu Beginn der Forschung war so die allgemeine Meinung Sinn kriegt man nur durch Religion Und das haben wir gesehen, ist nicht der Fall.

00:22:27: Religion oder Religiosität scheint so ein Sinnbooster zu sein, dann wird Sinn intensiver erlebt.

00:22:32: aber man kann auch sehr wohl Sinn im Leben haben ohne religiös zu sein oder spirituell zu sein.

00:22:39: und ansonsten gibt es auch solche Sinnquellen wie Spaß oder Leistung wo man denkt Das kann es ja wohl nicht alleine sein, aber da zeigen dann auch die Studien, dass das wichtig ist.

00:22:51: Dass man da eine gewisse Breite hat und dann macht das wieder Sinn.

00:22:54: also diese Freude zu verbinden mit einer weiteren Perspektive.

00:22:59: zum Beispiel

00:23:00: Was ich mehr aus unseren beiden Folgen jetzt mitnehme was ich nicht gewusst habe und was ich super spannend finde Es ist auch mal okay keinen Sinn zu sehen!

00:23:08: Es ist nicht gleich die große existenzielle Krise wenn man mal etwas in Frage stellt oder einfach mal Vor sich hinlebt ohne jetzt konkret schnell mal einen Sinn zu sehen, oder?

00:23:18: Absolut.

00:23:18: Nicht alles muss einen Sinn haben was man tut.

00:23:21: wir sollen ja auch noch spielen Wir sollen uns auch entspannen und einfach Dinge tun weil wir sie tun wollen Und das ist eben eine existenzielle Grundhaltung auch zu sehen dass Dinge sinnlos sein können und es ist ganz wichtig dass wir uns das erlauben auch wahrzunehmen.

00:23:39: dann haben wir ein anderen Zugang zu diesem Leben.

00:23:43: Ich glaube, das ist ja vielleicht doch gerade in der Millennial-Generation, dieser Selbstoptimierungsgeneration, ist ja das glaub ich oft ein ganz besonders befreiender Moment wenn man quasi was macht ohne dass es einen Sinn

00:23:54: hat.

00:23:55: Mhm genau!

00:23:56: Wichtig scheint so sein überhaupt einen Grund zu haben warum man sagt, ich finde dieses Leben aber Lebenswelt gibt Dinge die ich wichtig finde.

00:24:03: Aber das heißt längst nicht, dass alles aufgeladen sein

00:24:06: muss mit Sinn.

00:24:07: Cool, Martin.

00:24:08: Geh mal was Sinnloses tun?

00:24:09: Ich muss eh noch arbeiten passen.

00:24:12: Tatjana schnell!

00:24:13: Vielen vielen Dank für das wirklich spannende Gespräch.

00:24:17: Ich danke auch, viele Schauen

00:24:20: und solltet ihr noch sinnvolle oder sinnlose Tätigkeiten oder Fragen haben mit denen wir uns in den kommenden Wochen beschäftigen sollen.

00:24:26: Wir freuen uns über ein E-Mail an besserlebend der Standard.at.

00:24:29: Wir freuen es außerdem über fünf Sterne Bewertungen Und wenn ihr uns weiter

00:24:33: empfehlen Und falls ich nach dieser Wortmeldung nächste Woche noch da bin, hören wir uns wieder.

00:24:38: Wenn ihr uns alle schön abonniert, das war besser leben und dass die anderen Podcasts zum Glücklich werden!

00:24:42: Ich

00:24:42: bin Martin Johuber... ...ich bin

00:24:43: Franziska Zwidl...

00:24:44: ...und produziert würde diese Folge von Christoph Neuwert.

00:24:47: Ciao!

00:24:48: Bis nächster Woche hoffentlich!