Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden
00:00:06: Dating die Potential, also dass man so quasi das Potenzial datet.
00:00:10: Man sollte vermutlich grundsätzlich schon nach dem Menschen so wie er jetzt ist mögen um eine Beziehung einzugehen oder?
00:00:20: Herzlich willkommen zu Besser Leben.
00:00:22: der Standard Podcast zum Glücklichwerden!
00:00:24: Ich bin Magdalena Patsch
00:00:25: und ich bin Martin Schauhuber
00:00:27: Und Martin, irgendwie freue ich mich heute ganz besonders auf die Folge.
00:00:31: Einfach weil ich das Thema so wahnsinnig schön finde!
00:00:33: Ja
00:00:33: einmal geht es nicht um
00:00:35: wie man
00:00:35: nicht rankwiert und sowas.
00:00:37: Es geht heute weiter mit unserem Fokus auf die Liebe.
00:00:40: Es hat ja das Beziehungsmonat vorige Woche begonnen bei uns... ...und konkret widmen wir uns heute der Frage, wie wir bessere, schönere erfüllendere Beziehungen führen können.
00:00:49: Dafür haben wir uns eine Expertin dazu geholt.
00:00:51: Linda Marlene Leinweber ist Psychologin und Therapeutin.
00:00:55: Sie hat auf Social Media hunderttausende Follower und bereitet dort psychologische Themen rund um Beziehung, Sex und Liebe total unterhaltsam aber gleichzeitig mit dem nötigen Fachwissen auf.
00:01:05: Vor Kurzem ist auch ihr neues Buch erschienen mit dem Titel frei und trotzdem verbunden.
00:01:10: da geht es darum wie man die Beziehungen führen kann, die man sich wünscht und trotzdem man selbst bleibt.
00:01:15: Frau Leinweber schön dass sie heute bei uns sind.
00:01:17: Ja danke für die Einladung
00:01:21: Und bevor es losgeht, gleich noch eine kurze Werbung in eigener Sache.
00:01:25: Ja genau wir laden euch ein zu einer ganz besonderen Liveaufzeichnung
00:01:28: von besser Leben
00:01:29: und zwar am fünften Juni
00:01:30: um neunzehn Uhr dreißig im
00:01:32: Theater
00:01:32: im Park beim Schloss Belvedere in
00:01:34: Wien.
00:01:35: Wir bringen das vielleicht wichtigste Thema in unser aller Leben mit nämlich Ernährung!
00:01:40: Wir diskutieren darüber wie gesund pflanzliche Ernährungen wirklich ist.
00:01:44: Ist der Hype um
00:01:45: Veganismus tot oder gerade erst am Beginn?
00:01:48: Weil uns diese Frage so sehr am
00:01:50: Herzen oder im
00:01:51: Magen liegt,
00:01:53: wollen wir dass ihr möglichst zahlreich kommt.
00:01:55: Und deshalb gibt für alle unsere Hörer und Hörerin mit dem Rabatt-Code Leben vierzig Prozent Nachlass für maximal vier Tickets zu kaufen bei theaterimpark.at.
00:02:23: Und wir starten direkt mit dem Thema, das ich total oft beobachte.
00:02:26: Ich habe das Gefühl dass viele Menschen sich eigentlich schon sehr nach Nähe zähnen aber gleichzeitig auch Angst davor haben sich jetzt wirklich darauf einzulassen auch sich dann verletzlich zu zeigen.
00:02:37: Warum fällt das denn vielen so schwer?
00:02:40: Ja, ich erlebe es auch ganz häufig und wenn ich ehrlich bin dann kenne ich das auch ein bisschen von mir.
00:02:45: Und ich glaube, dass hat in den meisten Fällen was damit zu tun, dass wir in unserer Geschichte einfach schon mal erlebt haben, dass Nähe auch ausgenutzt werden kann, dass da eben auch Verletzungen entstehen können die sehr tief gehen und dieser Schmerz der wird dann wie man neu Deutsch so schön sagt immer wieder getriggert also immer dann Vielleicht in Staten, in ein paar Beziehungen gehe – es passiert aber auch mal in Freundschaften.
00:03:11: Das ist meistens nicht ganz so intensiv.
00:03:13: Dann werden durch kleinere Anlässe dieser Schmerz wieder hochgeholt und da kommen natürlich dann unsere Schutzstrategien hoch.
00:03:23: für den einen ist das Rückzug, für den anderen bedeutet das vielleicht in der Oberflächlichkeit zu bleiben.
00:03:29: also meine Theorie und meine Erfahrung zeigt es hat meistens was damit zu tun dass wir genau eben schon mal erlebt haben, das Nähe und Verletzlichkeit auch wehtun kann.
00:03:40: Jetzt ist dieser Schmerz ja eben wie Sie sagen nichts Angenehmes aber es glaube ich einfach wahnsinnig vertraut oder?
00:03:47: Das kennen glaube ich alle so diese eine Person im Freundes-und Bekanntenkreis die immer wieder beim selben Typ Mann, beim selbem Typ Frau landet.
00:03:54: Wie kann das sein und welche Rolle spielen da vielleicht auch die Bindungsmuster?
00:03:59: Ja, das ist ein ganz fieser Zusammenhang der auch in Studien belegt ist.
00:04:04: Dass wir uns immer genau den Partner oder die Partnerin aussuchen, die uns im Prinzip die Verletzung und teilweise auch Traumata wieder erleben lassen, die wir erlebt haben.
00:04:15: Und das geht darauf zurück.
00:04:18: so sagt die Forschung dass wir natürlich durch diese Verletzungen eine Selbstwertüberzeugung aufgebaut haben.
00:04:24: zum Beispiel ich bin nicht genug Für Liebe muss ich mich anpassen, für Liebe muss sich funktionieren.
00:04:30: Und wir ziehen dann automatisch einen Menschen an der sich so verhält dass wir in unserer eigenen Bestätigung und unsere eigenen Selbstwertüberzeugung wieder bestätigt werden.
00:04:41: So arbeitet unser Gehirn das ist quasi eine bestimmte Vorstellung und Einstellung hat und immer wieder nach Bestätigungen sucht.
00:04:49: Das heißt wenn wir aus diesem Kreislauf ausbrechen wollen müssen wir gezwungenermaßen zurückschauen und verstehen, warum habe ich denn diese Selbstwertüberzeugung aufgebaut?
00:04:59: Diesen Bindungstil aufgebaut.
00:05:01: Durch was ist das entstanden?
00:05:03: Und erst wenn wir in diesen Kern kommen und den Anfang zu verändern und heilen dann werde ich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch an anderen Menschen anziehen.
00:05:11: Dieses Heilen ist es eine Arbeit die man wahrscheinlich für sich selbst vielleicht doch abseits der Partnerschaft schon machen sollte.
00:05:16: oder
00:05:17: Ja, es ist natürlich schön wenn man so super aufgeräumt und total geheilt in die Partnerschaft geht.
00:05:23: Ich glaube aber auch dass man in der Partnerschaft zusammenwachsen kann und ich glaube auch das man sich nicht auf alles vorbereiten kann was eine Partnerschaft mit sich bringt.
00:05:34: also wenn ich jetzt an meine eigene Entwicklung denke, als ich Mama geworden bin.
00:05:38: Da kamen Themen auf und ich hab davor super viel Selbsterfahrung gemacht.
00:05:42: Ich habe selber Therapie gemacht, Familienaufstellung.
00:05:45: also die Liste ist lang und ich würde sagen, ich habe ein gutes Bewusstsein dafür was ich mitbringe an Mustern Und trotzdem war dieser Moment des Mutterwerdens für mich nochmal so krass und hat einfach Dinge aufgebracht, auf die hätte ich mich gar nicht vorbereiten können.
00:06:00: Also ich glaube es zwingt notwendig dass wenn man als Paar wirklich auch wachsen will, dass man innerhalb der Beziehung immer wieder schaut okay das sind jetzt hier gerade meine Anteile das sind deine aber das ist vielleicht auch was in unserer Dynamik vielleicht ungesund miteinander reagiert.
00:06:19: Was ist da wirklich so dieses gemeinsame Wachsen und wann geht's darüber hinaus?
00:06:24: Weil ich habe den Eindruck, dass viele schon auch hoffen, dass sich der Partner oder die Partnerin mit der Zeit doch noch ein bisschen verändert.
00:06:30: Gerade auf Social Media lese ich immer wieder so von dieser Phrase, Dating the potential.
00:06:34: Also dass man das Potenzial datet und in jemandem sieht aber nicht wirklich die Realität.
00:06:40: kann diese Hoffnung wirklich aufgehen?
00:06:43: Du meinst, dass der Partner sich dann in sein Potential hinein entwickelt?
00:06:47: Genau ja!
00:06:48: Ja, das wäre natürlich schön und ich würde da jetzt auch gar nicht sagen es ist überhaupt nicht möglich.
00:06:55: Da wäre ich, glaube ich dann auch im falschen Beruf.
00:06:58: Ich glaube wir können alle unser Verhalten ändern!
00:07:00: Wir können auch ein Einstellung arbeiten und mit einer guten Begleitung und einem ehrlichen Hinschauen können wir wirklich über uns hinaus wachsen.
00:07:07: aber ich finde es immer wichtig bei einem selbst anzufangen.
00:07:10: also Ich bin kein Fan davon, erst mal mit dem Finger auf meinem Partner oder meine Partnerin zu zeigen und zu sagen ja wenn du XY machst dann wird unsere Beziehung gut.
00:07:18: Sondern nein ich schau auf meinen Anteil und du schaust auf deinen.
00:07:22: und vielleicht hilft es uns aber auch parallel noch ein paar Coachings zu machen, ein paar Therapie und auf die Dynamik zu schauen also darauf zu warten dass der perfekte Mensch an deiner Seite ist der keine Baustellen hat.
00:07:35: das ist glaube ich der falsche Weg sondern wir alle können nur bei uns selbst anfangen.
00:07:39: Man sollte ja vermutlich grundsätzlich schon noch den Menschen so, wie er jetzt ist mögen um eine Beziehung einzugehen oder?
00:07:45: Und ich denke der Mensch aber.
00:07:47: Ja und gerade wenn man schon im Dayton denkt so ohja das wäre ein ganz toller Mann ne ganz tolle Frau Aber nein!
00:07:56: Gerade beim Dayton beim Kennenlernen finde ich es wichtig sich immer wieder an die Realität zurückzuholen.
00:08:00: und da ist die rosa-rote Brille manchmal wirklich eher ein Hindernis weil sie sieht das Potenzial.
00:08:09: Aber wir müssen das hören und sehen, was Menschen sagen.
00:08:12: Und vor allem wie sie sich verhalten weil Verhalten trumpft immer die Wortwahl.
00:08:18: Worte können Floskeln sein, Worte kann man auswendig gelernt haben aber treffen die Worte wirklich auch dein Verhalten?
00:08:24: Das ist wichtig!
00:08:26: Es heißt ja oft dass unsere Kindheit die Beziehungen die man dann später als Erwachsener hat sehr stark prägt.
00:08:32: Stimmt das überhaupt?
00:08:34: Und wenn ja, ich mein wie konkret?
00:08:36: weil das ist ja eine grundsätzlich andere Beziehung die man dann als Kind vermutlich zu seinen Eltern vielleicht zu seinen Geschwistern hat und so.
00:08:42: Und inwieweit kann man das denn überhaupt noch beeinflussen wenn es so ist?
00:08:46: Grundsätzlich würde ich sagen Ja, es stimmt in den allermeisten Fällen Weil unser Bindungsstil der baut sich in den ersten fünf Jahren ganz grobgesagt auf.
00:08:57: Das ist wie so eine emotionale Zusammenfassung von deiner Vorstellung, von deina Norm.
00:09:03: Wie sich Beziehung für dich anfühlt und welche Einstellungen du damit verbindest?
00:09:08: Wie du auch in Konflikte gehst und ob du generell davon ausgehst dass du liebenswert bist und das du okay bist also auch ganz viel Selbstwerteüberzeugung oder ob das an Bedingungen geknüpft ist, dass überhaupt jemand mit dir ne Verbundenheit eingeht.
00:09:24: Diese Zeit von null bis fünf, die ist deswegen so prägend.
00:09:28: Weil wir natürlich extrem vulnerabel sind.
00:09:31: als kleines Würmchen fängt ja schon im Bauch an da bilden sich ja die ersten Erfahrungen.
00:09:35: wenn wir dann auf die Welt kommen sind wir zu hundert Prozent abhängig davon dass da Menschen sind die uns versorgen und das weiß unser System.
00:09:44: zusätzlich ist unser Gehirn in einer Phase in der es explodiert.
00:09:49: ich sage immer das ist wie so ein Schwamm Und dieser Schwamm, der saugt alles auf an Erfahrung.
00:09:54: Kombiniert mit dieser krassen Vulnerabilität, mit dieser krassen Abhängigkeit die wir alle haben und deswegen macht es in meinen Augen schon sehr viel Sinn das der Bindungstil also die Vorstellung davon wie sich Beziehung anfühlt und was wird damit alles verbinden zu siebzig bis achtzig Prozent stabil bleibt und vorhersagen kann wie du dich später ein paar Beziehungen verhalten wirst.
00:10:18: Gibt's ein fremde Situationen-Test?
00:10:20: Ich weiß nicht, ob ihr davon schon mal gehört habt.
00:10:22: Das sind zwölf bis achtzehn Monate alte Babys und Kleinkinder.
00:10:26: Da wird immer beobachtet wie verhalten sich diese kleinen Kinder, wenn die im ersten Bezugspersonen in dem Fall war das meistens die Mutter weggeht oder wiederkommt.
00:10:35: Wie verhalten sie sich gegenüber einer befremden Person?
00:10:38: Und das Ganze wurde von Mary Ainsworth dann analysiert.
00:10:42: Daraus ergeben sich diese vier Bindungsdiele, die wir heute auch noch benutzen.
00:10:47: Und es ist wirklich krass, dass man sagen kann diese zwölf bis achtzehn Monate alten kleinen Babys Kinder das verhalten.
00:10:56: Das bleibt zu so einer großen Prozentsatz stabil und es muss nicht immer die Beziehung zu den Eltern sein.
00:11:06: Es kann auch die Bezung zu den Geschwistern sein.
00:11:08: oder wenn's andere wichtige Bezugspersonen gab zum Beispiel Vielleicht hast du Leistungssport gemacht und da gab es einen Trainer.
00:11:16: Und mit dem hast du viel Zeit verbracht, schon als du vier Jahre alt warst.
00:11:20: All das gibt's ja.
00:11:21: Oma, Opa, Nenis... Die alle spielen natürlich mit rein!
00:11:25: Und auch die Beziehungserfahrungen, die wir später machen können deinen Bindungsdivider prägen.
00:11:29: aber dann bist du nicht mehr in dieser krassen Vulnerabilität.
00:11:34: Auch dein Gehirn ist schon sehr viel ausgebildeter als in der Zeit wo einfach jede Erfahrung jetzt ein bisschen übertrieben gesagt zu einer sonaptischen Verbindung führt.
00:11:44: Aber ist dann im erwachsenen Alltag quasi auch für jede Person, je nachdem welchen Bindungsstil man da entwickelt hat eine gesunde Beziehung etwas anderes?
00:11:53: oder kann man schon sehr allgemein sagen wann sprechen wir von einer gesunden Beziehungen?
00:11:58: was macht das aus?
00:11:59: Sie haben schon gesagt irgendwie die Taten zählen immer mehr als die Floskeln.
00:12:03: woran kann man das im Alltag festmachen?
00:12:05: also wir würden uns alle wünschen wir hätten einen sicheren Bindungstil.
00:12:09: Das kann man schon so sagen.
00:12:10: Wenn du einen sicheren Bindungsstil hast, dann hast du eine Grundüberzeugung von dir selbst, dass du sagst ich bin okay?
00:12:16: Ich bin liebenswert mit all meinem Unperfekt sein und auch meinen Partner oder meine Partnerin.
00:12:24: der ist ok Und ich liebe den so wie er is auch an seinem unperfekte sein.
00:12:29: Konflikte Kann man austragen, man traut sich in Konfrontation zu gehen Man traut aber auch wieder die Vergebung und Versöhnung zu gehen So was wie einfach Distanz aushalten, man ist nicht beieinander.
00:12:44: Es gibt schon ein paar Grundpfeile an denen man ganz gut festmachen kann dass sich so eine Beziehung anfühlt die auf Urvertrauen aufbaut.
00:12:52: aber die meisten Menschen bringen einfach kleine Verletzungen mit sich sodass man vielleicht Tendenzen hat von einem ängstlich ambivalenten Bindungsstil.
00:13:02: Da kommt so eine Verlustangst mit dazu, ein Klammern in eifersüchtig sein.
00:13:06: Eifersucht kann auch gesund sein.
00:13:08: aber ne übertriebene eifer sucht und sich ständiges anpassen wollen oder vielleicht ne eher ängstlich vermeidende Tendenz wo man sagt oh nee das fühlt sich sowieso schon mal bedrohlich an.
00:13:19: Und ich bin eher so jemand.
00:13:20: Ich geh von einer Situation ship in die nächste und weiß von mir selbst dass ich mich eigentlich alleine am wohlsten fühle.
00:13:26: Hilfe annehmen fällt mir schwer Und die meisten Menschen, man kann das nicht immer so schwarz-weiß voneinander trennen in meinen Augen haben dann einfach aufgrund ihrer Biografie so leichte Tendenzen von meistens ängstlichen Bindungsdielen mit dabei.
00:13:43: Ist es dann sinnvoll wenn man jetzt am Anfang an der Beziehung steht die sich prinzipiell vielversprechend anfühlt?
00:13:48: Ist es denn auch sinnvoll dass man das dann einfach kommuniziert der anderen Person zu?
00:13:51: Wenn ich Klammerräder liegt an Erfahrungen x und y. Ich versuche das möglichst Unanstrengend für dich zu gestalten, aber es kann halt vorkommen und das ist deshalb so.
00:14:00: Ist das sinnvoll da so offen damit umzugehen?
00:14:02: Wenn du dich dann mit wohl fühlst und wenn du das Gefühl hast dass es jetzt einfach wichtig um dich authentisch zeigen zu können Und ihr euch vielleicht auch schon ein bisschen näher kennengelernt habt Dann kann es finde ich durchaus helfen Dass dein Gegenüber versteht.
00:14:15: Das hat gar nichts mit mir zu tun.
00:14:17: Ich habe auch gerade gar nichts falsch gemacht Sondern das is jetzt hier sein Muster.
00:14:22: Ich find's nur wichtig, dass wirklich die Vertrauensbasis schon da ist.
00:14:26: Wenn man so was intimes teilt ... Weil ja es kann halt auch ausgenutzt werden ne?
00:14:31: Und ich finde das darf sich auch einfach im Kennenlernenprozess so ein bisschen natürlich zeigen und wenns dann vielleicht hoch ploppt, dann kann man auch drüber reden.
00:14:41: also ich will niemanden push'n mit so intimen Informationen über sich selbst vielleicht zu offen umzugehen.
00:14:50: Umgekehrt noch dazu Muss man nicht auch, gerade wenn man sich daran dessen bewusst ist.
00:14:54: Ich gähn einen Fall die legitimiert dann quasi jedes... ich nenn's mal schwierige Verhalten in einer Beziehung mit.
00:15:01: Ich hab eigentlich als ein Attachment-Style.
00:15:02: Ich kann es quasi nicht anders.
00:15:04: Wo is'n denn die Grenze von zwischen sich selbst kennen und gleichzeitig auch einfach Sachen als Ausrede verwenden?
00:15:10: Ja das sind total wichtiger Punkte!
00:15:12: Also ich find dass eine kann helfen, dass sie da nicht so stark in Resonanz gehen.
00:15:18: Also nüffel das Gegenüber zu wissen, hey es hat eigentlich gar nichts mit mir zu tun.
00:15:22: Aber der andere Prozess muss ja bei mir selbst liegen und er muss in meinen Augen so aussehen dass ich auch daran arbeite diesen Attachment-Style anzupassen, dass sich eine möglichst sichere Bindung zulassen kann.
00:15:36: also was sind denn meine Dinge die ich tue?
00:15:39: Die mir helfen vielleicht dann doch nähe aufzubauen vertrauenaufzubauen?
00:15:43: Und wie kannst du mir auch dabei helfen?
00:15:45: Also es soll nicht eine Tür sein, die zugeht.
00:15:47: Wenn ich dir sage hey!
00:15:48: Ich hab dann ne Neigung zum ängstlichen Bündungsdienst, sondern es soll eigentlich eher ne Tür sein ,die aufgeht.
00:15:53: und damit diese Tür aufgeht ist es für mich auch wichtig dass ich benennen kann als Betroffene in Anführungsstrichen Was hilft mir denn?
00:16:01: Was hilft mit den Dass sich aus diesem Muster vielleicht leicht da rauskomme oder das ich gar nicht so schnell reinrutsche?
00:16:08: Das heißt ein sehr sicherer Partner, eine sehr sichere Partnerin kann schon durchaus auch bei diesen Prozess unterstützen.
00:16:15: Viele hoffen ja vielleicht auch, dass eben so eine romantische Beziehung sie irgendwie glücklich macht und laden da die komplette Verantwortung für das eigene Glück am Gegenüber ab.
00:16:24: Das ist natürlich das andere Extrem.
00:16:25: aber Sie sagen es kann schon durchaus ein gemeinsamer Prozess sein?
00:16:29: Ja absolut!
00:16:30: Also wenn wir uns vorstellen dieser Bindungsdehder hat sich aufgebaut weil wir genau sowas erlebt haben also weil wir da diese Norm aufgrund der Erfahrung gebildet haben dann verlernen wir ja diese Norm, indem wir neue Erfahrungen machen.
00:16:46: Wir würden jetzt im Psychologie-Jagons sagen, wir machen eine korrigierende Lernerfahrung die die Alte dann möglichst irgendwann überschreibt und damit das zu so einer korrigieren der Lerenerfahrung wird.
00:16:57: klar ist es total gut wenn ich jemanden habe der mit mir diesen Weg geht?
00:17:02: und wenn ich jetzt vielleicht jemand bin der sagt oh es fällt mir echt schwer mich zu öffnen um zu vertrauen und ich habe da jemanden, der mir mit Verständnis begegnet.
00:17:12: Und er sagt hey gar kein Problem!
00:17:15: Wir probieren jetzt mal x, y und z aus und beobachten mal was es mit ihr macht Dann ist das natürlich super wertvoll.
00:17:22: Es muss ja nicht so etwas beziefen sind in so einer Beziehungsthematik sein.
00:17:25: aber generell ist doch jede Art des Wachstums Dass man unterstützt vom Partner von der Partnerin passiert ist ja auch dann was sehr Wertvolles für die Beziehungen langfristig oder?
00:17:34: Das schweißt du auch zusammen dass man schafft Vertrautheit.
00:17:37: Also es lohnt sich ja grundsätzlich, sich auch die Zeit und Energie zu nehmen für solche Prozesse.
00:17:42: Absolut!
00:17:43: Deswegen habe ich mein Kapitel über Konflikte so genannt, dass ich gesagt habe wie kann das denn dazu kommen?
00:17:50: Dass wir an diesen Momenten wachsen weil ich der vollen Überzeugung bin immer dann wenn wir uns so öffnen Und unserem Gegenüber dieser Einladung aussprechen, ein bisschen was von unserer Innenwelt zu verstehen und zu sagen so hey das ist jetzt für mich gerade total schwierig.
00:18:06: oder das erinnert mich daran dass damals dieses und jenes passiert ist.
00:18:10: dann lad ich dich ein wirklich so ein bisschen meine Landkarte kennenzulernen die sich gebildet hat.
00:18:16: Und entweder du nimmst diese Einladungen an und hast natürlich auch die Fähigkeiten dazu bist nicht gerade selber total getriggert.
00:18:24: Das gibt es ja manchmal auch, dass man sich gegenseitig einfach so krass triggert.
00:18:28: aber wenn das gelingt dann kann das einen so zueinander bringen und kann so ein verbindender Moment sein und wirklich auch schön sein.
00:18:37: Stichwort Konflikte in Beziehungen.
00:18:39: die allermeisten sehen das eben Sofort als was Negatives eigentlich.
00:18:44: Ein kleiner Spoiler auch an dieser Stelle, in zwei Wochen kommt im Beziehungsmonat unsere Folge zum Thema Krisenüberstehen und Konflikte.
00:18:51: gut überstehen im Partnerschaften.
00:18:53: Sie sagen aber jetzt das kann auch eben etwas sein, an dem man total gut wachsen kann als Paar.
00:18:58: Wie schafft man also diesen Perspektivenwechsel?
00:19:01: Also am allerwichtigsten ist es dass man in der Konfliktsituation selbst sehr schnell bemerkt wenn es in die falsche Richtung geht Also wenn es eskaliert, wenn man in Dauerschleifen hängen bleibt.
00:19:13: Wenn man sich gegenseitig über die Symptomebene aufregt und die Symormebene ... Das sind oft Haushaltsthemen oder das sind irgendwelche vermeintlichen Kleinigkeiten, die passiert sind.
00:19:24: Und für mich ist da der erste Schritt vielleicht wirklich eine Unterbrechung zu gehen und zu sagen so hey cut wir machen jetzt mal ne Pause von zwanzig Minuten und willkommen beide runter.
00:19:35: Hintergrund is Dass wenn wir so sehr im Ärger in der Wut sind, dann funktioniert unser privantaler Cortex nicht.
00:19:42: Das ist hier so der Teil vom Gehirn hinterm Stirnlappen und den brauchen wir aber für Empathie, für logisches Nachdenken, für Perspektivwechsel ... Und das ist nicht mehr möglich, sondern wir sind im Stammhirn.
00:19:54: Im Stamm Hirn kann jeder von uns nur noch angreifen, weglaufen oder sich totstellen.
00:20:02: Genau da sind wir gefangen wenn wir in so einer Eskalationsdauerschleife sind.
00:20:08: Also das ganz früh bemerken und Katt setzen, runter kommen wieder zusammenkommen und vielleicht mal überlegen ... Wenn ich mich jetzt darüber aufrege dass die Cafetasse zum nächsten Mal auf der Spülmaschine steht anstatt in der Spühlmaschine wovor habe ich denn eigentlich gerade Angst?
00:20:34: Eine Situation, die im Moment A wirklich pulse-hundertvierzig verursacht.
00:20:40: Einfach durch eine reine zeitliche Pause auf einmal total anders viel weniger dramatisch, viel differenzierter oft auch viel konstruktiver sieht und ich glaube die Kunst ist dann schon das zu schaffen im moment.
00:20:51: aber ich glaube je öfter man das bewusst erlebt hat und diesen wechselbewusst erlebt hat desto größer ist dann glaube ich auch die Chance dass man es dann schafft im moment oder weil sich sie eben schon mal bewährt hat.
00:21:00: Ja, genau.
00:21:01: Und man kann sich ja auch einen Code-Wort ausmachen oder irgendwie ein Signal, dass man die Hand hebt oder so eine Auszeitzeichen macht was man aus einem Sport kennt.
00:21:10: also es muss irgendwas sein das für beide eindeutig ist und was dann relativ schnell zu dieser Unterbrechung führt weil ... Man kann sich da auch echt festbeißen.
00:21:19: ich glaube das heißt jeder und jede schon mal erlebt Und das bringt aber nichts.
00:21:24: Das ist Energieverschwendung, Zeitverschwindung und am Ende ja es ist natürlich auch eine Bedrohung für die Bindung.
00:21:31: Aber in Wahrheit man muss ja schaffen dann ein bisschen zu Wurzeln zu kommen weil sonst wird sich's ja Ad infinitum wiederholen wahrscheinlich?
00:21:37: Ja
00:21:38: genau!
00:21:39: Die Cafe Tasse, die Zahnpastatube was weiß ich, die Wollmäuse in der ungesaugten Wohnung also all die Dinge die man dann halt erlebt im gemeinsamen Alltag.
00:21:48: Und für mich ist wirklich so der Key Skill im Konfliktmanagement, in diese Reflexion zu kommen und zu verstehen.
00:21:54: Was ist denn das unerfüllte Bedürfnis jetzt gerade hinter dem Symptom?
00:21:59: Deswegen meinte ich da kann diese Frage wovor hab' ich denn eigentlich Angst?
00:22:02: total helfen.
00:22:04: Wir können sie ja mal durchspielen.
00:22:05: also bei der Kehrarbeit die vielleicht gefühlt oder auch realistisch bei einer Person hauptsächlich liegt in der Beziehung habe ich vielleicht Angst dass ich hier als Frau in so eine Mutterrolle getränkt werde.
00:22:19: Und ich fühle mich gar nicht mehr als Partnerin an deiner Seite, sondern als deine Mutter und das ist mega unsexy!
00:22:25: Das will ich nicht.
00:22:26: oder ich fühl mich nicht gewertschätzt in der unbezahlten Kehrarbeit die ich hier leiste.
00:22:31: Ich finde es unfair und wir müssen darüber reden, dass wir den Mente-Loud anders verteilen.
00:22:35: So da können wir drüber reden, ne?
00:22:38: Da können wir auch sachlich nach Lösungen suchen Aber da sind wir weg von.
00:22:42: du hast, nee und du hast immer.
00:22:44: Und außerdem die letzten fünf Wochen, da schaukeln wir uns einfach eher
00:22:48: auf.".
00:22:50: Das sind jetzt alles eben so tiefergehende Themen, die wahrscheinlich erst mit der Zeit dann aufkommen.
00:22:55: in Beziehungen am Anfang ist ja oft alles rosig.
00:22:58: ich glaube es kennen alle diese Hannimunverliebtheitsphase.
00:23:02: was würden sie sagen?
00:23:03: Was unterscheidet Paare, die wirklich langfristig glücklich bleiben von denen die irgendwann nur noch nebeneinander her leben?
00:23:10: Die Paare haben Möglichkeiten gefunden, die Konflikte und Verletzungen zu reparieren.
00:23:15: Wir können nicht vermeiden dass es Konflikte gibt.
00:23:18: wir können auch nicht vermeidern das es mal Phasen gibt entwähnen wie uns weniger verbunden fühlen.
00:23:23: ich finde auch das braucht wirklich ein ehrliches Erwartungsmanagement.
00:23:27: nach der Geburt eines Kindes sinkt ihr Häufigkeit Intimität die konflikte nehmen zu für die meisten paare fast drei Jahre das sagt die Statistik ohne Kinder die Häufigkeit an Sex zum Beispiel nachlässt.
00:23:41: Also das sind alles in Anführungsstrichen normale Entwicklungen und es darf auch da sein, und wir können das nicht vermeiden dass es Reibungspunkte gibt.
00:23:49: aber wichtig ist, dass wir Möglichkeiten finden das wieder zu reparieren.
00:23:53: Was singt dann diese Möglichkeit?
00:23:55: Ich glaube eine Möglichkeit haben wir gerade schon angerissen indem wir bei Konflikten uns wirklich öffnen verletzlich zeigen an diese alten Wunden rankommen, die letztendlich dazu beitragen dass wir heute bei bestimmten Themen extremen Resonanz gehen.
00:24:14: Und da helfen Gesprächstechniken, wie ich auch im Buch beschrieben, die wirken erst so ein bisschen krampfig.
00:24:21: also ne?
00:24:22: Erst spricht Person A, Person B darf nicht unterbrechen dann muss Person B nochmal wiederholen was Person A gesagt hat.
00:24:29: zu paraphrasieren aktives Zuhören das kennt man ja und sagt Person A Ja ist richtig Und erst dann darf neuer Part dazugekommen, also dazugenommen werden in dem Gespräch.
00:24:40: Man kann das auch wirklich mit so einem Trocking-Stick machen, dass man sich was hin und her reicht, dass ganz klar geregelt ist, wer spricht gerade?
00:24:47: Durch dieses etwas strukturelle vorgeschriebene Rahmen kommt man wirklich viel besser an die Substanz, an das, was einem wirklich nahe geht, meinen Mann und ich machen das auch.
00:25:06: Und für mich ist es immer noch anstrengend, wenn ich diese Technik kenne und selber weitergebe.
00:25:13: Aber wir haben letztens erst herausgefunden, dass ich zum Beispiel ein Thema damit habe, dass er mir zu sagen scheint in meiner Wahrnehmung ob meine Ärger oder mein Wut gerade okay ist oder nicht.
00:25:27: Das fühlt sich danach an als ob er sich über mich stellt.
00:25:31: Wenn wir auf so eine Ebene kommen ... Dann, glaube ich, haben wir die Möglichkeit uns wirklich auch einander zuzuwenden.
00:25:38: Weil dass ich ein Problem damit habe wenn sich jemand über mich stellt das kenne ich aus meiner Kindheit weil es war eine Person und Wenn diese Vertrauensebene da ist ne?
00:25:47: Und wenn der Rahmen das erlaubt und der Rahm das auch mal hält Ich glaube dann sind Möglichkeiten dazu reparieren.
00:25:53: weil wenn das jetzt im Alltag wieder passiert und Es ist ja gar keine böse Intention von beiden Seiten nicht dann kann ich sagen so hey Stopp!
00:26:02: Das hier ist gerade wieder genau der Moment.
00:26:05: Und das fühlt sich grade an, als wärst du XY und er weiß okay?
00:26:10: Stimmt, ist Linda's Thema.
00:26:12: Er hat seine eigenen Themen.
00:26:13: Das wollte ich nicht.
00:26:15: Ist in Ordnung.
00:26:16: Aber ich gehe nicht mehr in dieses Gefühl rein wie vorher.
00:26:19: Ich geh' nicht mehr die Eskalation rein.
00:26:22: Ich hab auch nicht das Bedürfnis ja jetzt laut zu werden und mich zurechtfertigen warum meine Emotion okay ist sondern... Das ist so von beiden Seiten verstanden und angenommen, dass dieses Reparieren jetzt fast in Sekunden funktioniert.
00:26:40: Es ging jetzt ein bisschen danach als würde man quasi wenn man das schwierige negativer Problematische gut bearbeiten kann, reicht es dann schon?
00:26:48: Ist es damit getan Beziehungsschäden zu vermeiden oder gibt's dann schon noch so was man dann noch drauf bauen kann, was vielleicht auch manche Paare nicht machen wo es dann quasi um mehr das schönere Kriegen geht.
00:27:01: Das ist den Spaß in der Beziehung, er darf auch da sein?
00:27:07: Ich kann mir schon vorstellen dass Paare gibt die ohne große Reibung nebeneinander herleben aber jetzt trotzdem keine schöne Beziehungen führen.
00:27:15: Ja also ich glaube ja schon muss ich sagen dass Nähe immer Reibungen mit sich bringt.
00:27:21: und ich habe mal eine schlaue Person sagen hören Die vertritt die These dass man sich nur dann verliebt wenn man sich auch trickert.
00:27:29: Weil dir diese Person quasi noch mal aufzeigt, wo darfst du wachsen?
00:27:35: Und wenn man jetzt in deinem Beispiel sich ein paar vorstellt was so nebeneinander herlebt ohne große Konflikte die gibt's ja dann würde ich unterstellen dass es da manchmal an Verbundenheit fehlt.
00:27:46: Ich kann natürlich in Distanz super ohne Konflikte nebenein daherleben.
00:27:50: aber da würde ich mich fragen ob da nicht vielleicht auch eine gewisse Bindungsangst bei beiden mit rein spielt Und ob da vielleicht eine gewisse Abneigung vor echter Nähe da ist.
00:28:00: Und gar keine Frage, es soll natürlich Spaß geben und gemeinsame Hobbys und Momente der Leichtigkeit und Sexualität und einfach Gespräche die Spaß machen das stärkt ne Beziehung und stabilisiert enorm.
00:28:13: aber ich glaube dass kann verloren gehen im stressigen Alltag.
00:28:17: Aber das kann man relativ leicht integrieren wieder wenn überhaupt die emotionale Verbundenheit noch da ist.
00:28:24: Und die geht meine Erfahrung schnell verloren, wenn Konflikte nicht gut ausgetragen werden, wenn sie verschoben werden und runtergeschluckt werden.
00:28:33: Wenn dann so die Konsequenz ist, dass ich mich eigentlich vielleicht auch unbewusst immer mehr zurückziehe.
00:28:39: So mehr der Mitbewohner war schon herrscht, dann eher mal ernsthaft reden als nach Disneyland fahren.
00:28:44: Bei Disneyland vielleicht mit dem Schlange stehen auch ein guter Druckhochdopf für eine Beziehung.
00:28:49: Ja, also ich will keine ein paar verbieten schöne Dinge miteinander zu machen auf gar keinen Fall.
00:28:54: Go for it!
00:28:55: Aber ich will nur sagen das ist für mich kein Ziel des Konflikte zu vermeiden sondern dass ich glaube dass sie ganz wichtige Momente sind die ja die uns zueinander bringen können und dass es reparieren eben der wichtige Fokus ist
00:29:10: Wenn jetzt gerade jemand zuhört und sich denkt ui Da fühle ich mich ein bisschen ertappt bei dem Thema nebeneinander herleben, vielleicht nie jedoch nicht ganz zulassen und die Beziehung wirklich aktiv verbessern möchte.
00:29:22: Was wären da jetzt zu den ersten zwei oder drei konkreten Schritte, die Sie empfehlen würden?
00:29:27: Wenn die Theorie stimmt – und da spielt eine Bindungsangst mit rein – dann ist es von der Geschichte oft so, dass sich die Psyche von den Menschen dafür unbewusst entschieden hat, sich so ein bisschen von intensiven Gefühlen abzuspalten Weil die Erfahrung war meistens, dass sie keine konstante und verlässliche Liebe und Aufmerksamkeit von mindestens einer Bezugspersonen bekommen haben.
00:29:52: Und dann kann die Entscheidung der Psyche sein ich will gar keine Gefühle mehr intensiv wahrnehmen weil so kann ich mich schützen wie eine Mauer die ich um mich herum baue das sich noch mal so einen intensiven Schmerz wahr nehmen muss wie ich ihn hier wahrgenommen habe.
00:30:11: Das hat erst mal viele Vorteile im Leben, weil diese Menschen nach außen oft sehr selbstbewusst wirken.
00:30:18: Sehr taf und auch vieles im Leben gut hinkriegen.
00:30:21: Man ist oft so aussagen wie so Beziehung ist mir gar nicht so wichtig.
00:30:25: Und man kann super easy neue Städte ziehen für einen neuen Job und sich immer wieder lösen.
00:30:30: Weil man isst sehr gut mit sich alleine!
00:30:33: Und das schwingt aber gleichzeitig auch so eine ... Einsamkeit mit und so ein ganz tiefer Wunsch von, ich würde so gerne einen Menschen finden, den mich wirklich vertrauen kann.
00:30:43: Bei dem ich wirklich mal
00:30:45: auch
00:30:46: Unterstützung bekomme wenn ich sie dann brauche.
00:30:50: Und wenn das der Fall ist und ich deswegen vielleicht eher eine distanzierten Beziehung lebe, dann ist für mich der erste Schritt dass sich natürlich mit meiner Biografie beschäftige und so bisschen des warum dahinter verstehe aber auch mit Achtsamkeit anfangen zu arbeiten um überhaupt wieder einen Zugang zu finden, zu meinen Gefühlen.
00:31:09: Und so ein bisschen in Gespür dafür... Ja was ist denn Freude?
00:31:15: Was is den Wut?
00:31:16: und wie macht sich das vielleicht im Körper bemerkbar?
00:31:19: oder in welchen Momenten spüre ich da Anflüge?
00:31:23: also ich merke es immer wieder bei Klienten dass wenn der so eine Bindungsangst da ist, dass es einfach ne Zeit braucht wieder in Zugang zu sich selbst zu finden.
00:31:36: Und wenn es jetzt wirklich um Beziehungen geht, wie kann man da in einem ersten Schritt an den Partner die Partnerin herantreten?
00:31:42: Was wäre ein Gespräch das man suchen könnte, um die Beziehung zu verbessern?
00:31:47: Also erstmal muss finde ich deutlich werden was ist denn überhaupt der Leidensdruck von den beiden?
00:31:51: vielleicht gibt's ja auch gar keinen konkreten Leidungsdruck ihr habt das eben so schön in dem Beispiel gezeichnet.
00:31:58: Die leben daneben dann daher und es gibt wenig Konflikte und jeder macht da Seins.
00:32:03: Aber wenn einer von beiden merkt so auch, irgendwie fühle ich mich doch manchmal einsam.
00:32:09: Oder ... Ich bin mir doch manchmal nicht so sicher, dass ich dir vertrauen
00:32:13: kann."
00:32:14: Dann würde ich genau da ansetzen und den eigenen Leidensdruck erst mal kommunizieren jetzt nicht in der Vorwurfshaltung von du hast was falsch gemacht und deswegen fühl ich mich so, sondern ich nehme das einfach bei mir wahr.
00:32:27: Und ich würde gerne verstehen, woher kommt das?
00:32:30: Wie kann ich da vielleicht auch selbst dazu beitragen, dass ich mich leichter öffnen kann.
00:32:35: Das wären jetzt schöne Schlussworte wenn mir nicht noch was eingefallen wäre.
00:32:39: und zwar verhalten sich Partner- schafftsbeziehungen der Grundlegend anders.
00:32:45: oder kann man eigentlich alles was Sie gesagt haben in dieser letzten halben Stunde auch auf Beziehungen zu geschwistern halt natürlich unter einer bis einer anderen Linse?
00:32:53: aber kann man das trotzdem auf alle zwischenmenschlichen Beziehung umlegen?
00:32:56: eben dieses zum Beispiel Wenn etwas ist schauen was für ein Bedürfnis steht dahinter und so weiter?
00:33:01: Ja, absolut.
00:33:02: Also wir führen ja ganz unterschiedliche Beziehungen in unserem Leben und für die meisten Menschen ist die Paarbeziehung einfach die tiefste und intimste wo sich Themen nochmal in einer anderen Radikalität zeigen.
00:33:15: aber natürlich gilt es auch für Freundschaften, für Arbeitsbeziehungen, für jede Beziehung die einfach eine Rolle im Leben spielt.
00:33:22: Und mir ist auch noch mal wichtig zu betonen Nur weil ich ein Buch über Paarbeziehung geschrieben hab, sag' ich nicht.
00:33:27: Dass jeder Mensch eine Paar-Beziehung braucht oder dass es generell besser ist in Beziehung zu sein als Single zu sein?
00:33:34: Ist es wichtig, gesundene Beziehungen im Leben zu haben die tief sind und ehrlich sind.
00:33:38: wo du das Gefühl hast du kannst authentisch sein Dann ist es ein sehr stabiler Predictor für ein zufriedenes Leben sagt auch die Harvard Studier.
00:33:46: Aber es muss NICHT DIE PAARBEZIEHUNG sein.
00:33:48: Das ist mir ganz wichtig zu betonen.
00:33:50: Du bist komplett so wie du bist Wenn du Beziehung eingehst, dann ist es egal wie sie überschrieben sind.
00:33:58: Es ist nur wichtig dass die tief ehrlich und authentisch
00:34:01: sind.".
00:34:02: Das sind jetzt wirklich schöne Schlussworte für dich sagen.
00:34:05: Ich würde auch
00:34:06: sagen.
00:34:06: Vielen Dank für das Gespräch, für die Expertise!
00:34:09: Ich glaube ich persönlich nehme einiges mit
00:34:11: und sehr gerne hat's Spaß gemacht.
00:34:13: Ich hoffe es war auch für euch lieber Hörerinnen und Hörern.
00:34:16: was dabei?
00:34:16: vielleicht wollt ihr die Folge ja teilen mit Menschen in eurem Umfeld?
00:34:20: Wir freuen uns immer wenn ihr uns weiter empfiehlt.
00:34:22: Wir freuen uns auch, wenn sich eine Beziehung verbessert dadurch.
00:34:25: Ihr könnt eure Beziehungs-Uns als Podcastteam verbessern oder vertiefen zumindest.
00:34:29: Beispielsweise, wenn ihr uns eine Themenidee schickt an Besserleben et der Standardpunkt AT oder auch sonstige Anmerkungen.
00:34:36: lieber grüße Nass auf mir.
00:34:37: Wir freuen euch über Post!
00:34:39: Abonniert auch gerne den Podcast.
00:34:41: wir freuen uns über fünf Sternebewertungen auf Spotify, Apple Podcasts, das Standardapp und überall wo ihr sonst noch Podcasts hört.
00:34:48: Das war besser leben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.
00:34:50: Mein Name ist Magdalena Pötzsch.
00:34:52: Ich bin Martin Schoruba.
00:34:53: Produziert wurde diese Folge von Christoph Neuwirt und wir hören uns nächste Woche wieder.
00:34:57: Bis dann!