Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden
00:00:06: Ich glaube umschlussglücklich, wenn ich länger Zeit zum Nachdenken hätte, wäre es vielleicht auch übertrieben.
00:00:10: Wozu bin ich eigentlich fähig?
00:00:11: Aber funktioniert das auch, wenn's einseitig
00:00:14: ist?
00:00:14: Ach, ist das eine super
00:00:15: Frage!
00:00:20: Willkommen zu besser leben.
00:00:21: der Standard-Podcast Zum Glücklichwerden – ich bin Franziska Zödel.
00:00:25: Ich bin Martin Schauhuber
00:00:26: und
00:00:27: wir beschäftigen uns in diesem Podcast sehr oft damit wie man so ein bisschen besser und glücklicher lebt.
00:00:32: und ein ganz wichtiger Aspekt davon haben wir uns noch nie angeschaut, Martin.
00:00:36: Und zwar heute gehts um die Anerkennung.
00:00:39: Ich finde dich super Martin.
00:00:40: Ja ich dich auch, aber das sagen wir uns sehr selten!
00:00:43: Ich will nicht wiederholen was wir heute beim Essen zueinander gesagt haben und
00:00:46: darum
00:00:47: haben wir uns einen Profi eingeladen der uns genau erklären wird wie man es macht und wie man's nicht macht und zwar Barbara Strohschein.
00:00:54: sie ist ausgebildete Psychologin und Philosophin Sie ist Autorin und sie ist Gründerin des Instituts für Anerkennung Und sie beschäftigt sich wie der Name schon sagt seit Jahren mit genau diesem Thema.
00:01:05: Herzlich Willkommen Barbara Strohhschein.
00:01:07: Ja, vielen Dank dass Sie mich eingeladen haben.
00:01:10: Ich freue mich sehr das ich mit den Redakteuren vom Standard jetzt dieses Interview führen kann und bin sehr gespannt auf Ihre Fragen.
00:01:16: Ich finde man merkt bei der Begrüßung schon die Anerkennung
00:01:18: raus.
00:01:20: Natürlich!
00:01:21: Es wäre ja auch seltsam wenn ich es in meinen Büchern schreibe ist ja nicht das erste Buch zu dem Thema Und Es Nicht Lebe.
00:01:30: Und bevor es losgeht, gleich noch eine kurze Werbung in eigener Sache.
00:01:33: Ja genau wir laden euch ein zu einer ganz besonderen Liveaufzeichnung von besser Leben und zwar am fünften Juni um neunzehn Uhr dreißig im Theater im Park beim Schloss Belvedere in Wien.
00:01:44: Wir bringen das vielleicht wichtigste Thema in unser aller Leben mit nämlich Ernährung!
00:01:49: Wir diskutieren darüber wie gesund pflanzliche Ernährungen wirklich ist.
00:01:53: Ist der Hype um Veganismus tot oder gerade erst am Beginn?
00:01:57: Weil uns diese Frage so sehr am Herzen und im Magen liegt, wollen wir, dass ihr möglichst zahlreich kommt.
00:02:04: Und deshalb gibt für alle unsere Hörerinnen mit dem Rabattcode Leben – vierzig Prozent Nachlass für maximal vier Tickets zu kaufen bei theaterimpark.at Vierzig Prozent Rabatt mit dem Code leben, nur so lange der Vorrat reicht.
00:02:19: Alle Infos und den Link zum Ticket-Shop findet ihr in den Shownotes.
00:02:23: Wir freuen uns auf euch im Theater im Park am fünften Juni um neunzehnunddreißig.
00:02:28: Das wird köstlich!
00:02:32: Apropos letztes Buch das Buch heißt Anerkennung ändert alles Und es ist trotzdem ein Thema über das man glaube ich sehr sehr wenig spricht im Alltag vielleicht am ersten noch in Beziehungen.
00:02:41: Sehr wenig glaube ich im Büro wo recht viel Anerkennen sein könnte und recht wenig passiert.
00:02:46: Warum ist es denn so wichtig für den Menschen, wenn sie schreiben, es ändert alles?
00:02:51: Also... Menschen sind soziale Wesen.
00:02:54: Und wir können ohne andere Menschen nicht existieren, schon auf einer ganz einfachen Ebene.
00:03:00: Wir brauchen den Bäcker der das Brot backt – weil wir es ja nicht dauernd selber machen können!
00:03:04: Wir brauchen einen Busfahrer, der uns von einem Ort zum anderen bringt und wir brauchen den Riesenapparat für Institutionen oder Bahnen auch wenn sie heute nicht funktionieren.
00:03:15: Auf jeden Fall sind wir schon allein praktisch im Alltag aufeinander angewiesen.
00:03:20: aber das ist eigentlich nur die Spitze vom Eisberg.
00:03:23: Menschen wollen gesehen werden, denn wenn sie nicht wahrgenommen werden – so hat das ein Redakteur von der Zeitschrift Presse auf den Punkt gebracht.
00:03:34: Wer nicht gesehen wird
00:03:35: verschwindet.".
00:03:36: Insofern ist Anerkennung weit mehr als loben und gelobt werden, sondern Anerkennung ist ein Bewusstseinsakt und ein Wahrnehmungsakt.
00:03:46: Und wenn der nicht stattfindet in Zusammenhang mit der Akzeptanz von dem Menschen, der ihm gegenüber sitzt, von den Sachverhaltenen, mit denen man sich beschäftigen muss, von denen Tatsachen, mit dem er sich auseinandersetzen muss entstehen Konflikte.
00:04:01: Interessant ist ich habe lange mit Konfliktforschern zusammengearbeitet weil mich interessiert hat wie Kränkungen entstehen und wollte herausfinden, was die Hauptursache für Konflikte ist.
00:04:14: Und eine der Hauptursachen ist Kränkung.
00:04:17: Und Kränkung ist immer das Ergebnis von mangelnder Anerkennung.
00:04:21: Interessanterweise haben die Konfliktforscher mir erzählt, dass man vierhundertdreizehn Formen Strukturen erkennen kann, aber die tieferen Ursachen von Konflikt.
00:04:32: Nämlich Kränkung, Mangel der Anerkennung und Abwehr – ob das jetzt im politischen System ist in gesellschaftlichen Kontexten, im Beruf, in Unternehmen oder in der Politik oder in privaten Beziehungen?
00:04:43: Es ist das gleiche Muster!
00:04:44: Sie haben ja gesagt, Anerkennung ist mehr als Lob.
00:04:47: Ich habe immer das Gefühl es wird so ein bisschen vermischt – Lob, Feedback, Anerkennung alles das Gleiche.
00:04:52: Was ist denn jetzt der konkrete Unterschied?
00:04:54: Wie schaut man jetzt zum Beispiel auf den Arbeitskontext herunterbricht?
00:04:58: Anerkendung aus!
00:05:04: Und nicht den anderen übersehen.
00:05:06: Anerkennung hat etwas damit zu tun, dass man einen anderen Menschen erkennt und nicht ihn übersieht und seine eigenen Vorstellungen auf diesen Menschen projiziert.
00:05:17: setzt voraus, dass man sich erinnert.
00:05:19: Dass man in Beziehung geht – das ist sozusagen die Grundvoraussetzung – und in sehr vielen Unternehmen und erst recht auch im privaten und in der Politik findet dieser Wahrnehmungsprozess nicht statt.
00:05:31: Man guckt nicht hin!
00:05:32: Man will sich für den anderen gar nicht interessieren, weil man somit eigenen Problemen beschäftigt ist und auch mit den Projektionen was der andere angeblich sein soll oder ist ohne zu fragen wer sitzt mir denn eigentlich da gegenüber?
00:05:44: Also Anerkennung hat etwas mit dem Interesse, am anderen Menschen zu tun.
00:05:48: Mit der Auseinandersetzung, mit dem Inbeziehung sein.
00:05:52: und ich wollte nochmal ganz stark betonen dass Anerkannung eigentlich nicht primär ein psychologisches Thema ist sondern ein philosophisches.
00:06:01: Derjenige der Philosoph der sich am intensivsten und radikalsten mit der Anerkernungsproblematik beschäftigt hat war Hegel Und Hegel hat in seinem Buch die Phänomenologie des Geistes der Kampf um Anerkennung zwischen Herr und Knecht beschrieben.
00:06:16: Das heißt, wenn wir unsere Autonomiebedürfnisse – und wenn wir unsere Abhängigkeits- und Ohnmachtsmenge, wie soll ich sagen?
00:06:27: Wenn wir das nicht akzeptieren, dann wären wir nie zu bewussten und resilientfähigen und klar kommunizierenden
00:06:34: Wesen.".
00:06:35: Es ist also andere Menschen sehr viel, sehr vollumfänglich anerkennen ohne aber diesen Aspekt lobter überhaupt drin zu haben.
00:06:47: Ganz genau!
00:06:48: Also es geht dann zum Beispiel darum wenn zb ein Mitarbeiter jetzt in einen Unternehmen kommt neu?
00:06:55: Dann ist ja die Frage wie wird der aufgenommen?
00:06:57: interessiert man sich für ihn will man wissen was er kann oder was sie kann sollten Gespräche stattfinden, dann geht es auch darum sich gegenseitig die Interessen und die Fähigkeiten mitzuteilen.
00:07:10: Und nicht einfach nur die Arbeit zu vollziehen!
00:07:12: Es geht mir überhaupt nicht um die Psychologisierung von Beziehungen und von gesellschaftlichen Themen sondern es geht mir darum dass wir viele Konflikte vermeiden können wenn wir in der Lage sind zu erkennen wahrzunehmen zuzuhören hinzuhören Interesse zu haben, wissen zu wollen.
00:07:31: was ist eigentlich los?
00:07:32: und wir sitzen mir gegenüber.
00:07:34: Und diese Fähigkeit kann man erlernen.
00:07:36: das schreibe ich hier in meinem Buch.
00:07:38: Ich glaube es ist auch in der Politik enorm wichtig solche Fähigkeiten sich anzueignen und nicht Personen parteigendossen oder die Politiker eines anderen Landes abzuwerten und klein zu machen, um sie in Schacht zu halten.
00:07:52: So wie das jetzt im Moment auf die übelste Weise und schlimmsteweise und menschenvernichtende Weise in dieser politischen Szene auf der Welt im Moment
00:08:00: passiert.".
00:08:01: Wenn Sie sagen man kann das lernen... Wie geht man es an?
00:08:06: Indem ein erst mal anfängt sich zu fragen, inwieweit erkenne ich eigentlich mich selbst!
00:08:12: Es ist ja ein grundphilosophisches Thema.
00:08:15: Alles Philosophieren hat ja mit der Frage angefangen, wer bin ich?
00:08:18: Was soll ich tun und was können wir tun.
00:08:22: Und wo wollen wir hin?
00:08:24: So beginnt auch Prinzip Hoffnung – ein Lieblingsphilosof von mir, der in seinem Hauptwerk diese Fragen aufwirft.
00:08:31: Wohin wollen wir?
00:08:34: Diese Fragen die wir unter uns stellen ist der erste Schritt dafür dass wir selbst Anerkennung praktizieren können.
00:08:42: Und das selbst anerkennen, also rauszufinden wer bin ich und was kann nicht?
00:08:46: Welche Kompetenzen habe ich?
00:08:48: Ich kriege ja ganz viel mit auch durch meine Klienten und durch die vielen Kontakte zu Menschen aus anderen Berufen.
00:08:55: dass dieser Schritt sich selbst anzuerkennen immer wieder verwechselt wird mit Egonummer und Selbstoptimierung?
00:09:02: Nein es gilt einfach darum sich zu fragen Wozu bin ich eigentlich fähig?
00:09:07: und ich glaube diese Frage lässt sich dann am Einfachsten beantworten, wenn ein Mensch in Beziehung zu einem anderen geht der ihn spiegelt.
00:09:14: Wir brauchen dieses sich gegenseitig
00:09:16: spiegeln.".
00:09:17: Und
00:09:18: wie komme ich dann von dem, was mich selbst anerkennen auf andere Personen?
00:09:22: Weil eben gerade durch die Auseinandersetzung sind wir uns auch eingangs schon gesagt viele Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt um andere anzuerkennen.
00:09:31: Wie schaffe ich denn quasi den Sprung von mir zum meinem Umfeld?
00:09:33: und idealerweise ist das dann glaube ich wirklich zu jedem und jeder im einem Umfeld oder
00:09:38: In zu jedem.
00:09:39: Es ist egal, ob sie in einem Geschäft was einkaufen oder verhandeln mit dem Versicherungsvertreter oder ob Sie mit ihrem Chef reden oder Ihrem Kollegen oder ob sie mit ihren Mitarbeitern reden oder ob sich die Prozesse in der Politik beobachten.
00:09:53: Wir können eigentlich alle menschliche Kommunikation auf dieses Grundmuster, sie bewegt sich zwischen Abwehr und Anerkennung.
00:10:00: Und Abwehr schafft Probleme und Anerkennung löst Probleme.
00:10:04: Ja, Sie haben mich gefragt wie lernt man oder wie praktiziert man Anerkennen einem anderen Menschen gegenüber?
00:10:09: Indem man auf den anderen Menschen neugierig ist, sich für ihn interessiert!
00:10:14: mit ihm, vor allen Dingen wenn man mit einem anderen Mitkollegen und Freunden innerhalb der Familie etwas gestalten möchte.
00:10:22: Dann geht es nicht darum ich setze mich durch sondern ich interessiere mich dafür wer der andere ist was er kann Was möglich ist was man gemeinsam entwickeln kann.
00:10:31: so entsteht Gemeinschaft Und ich glaube wir brauchen das dringend.
00:10:34: ein gemeinschaftsgefühl
00:10:35: Fällt es Menschen oft leichter zu sehen dass sie Anerkennung bekommen?
00:10:40: Wenn das ganze dann doch mit Man kann es loben nennen, man kann es irgendwie positive Werturteile nennen wie auch immer.
00:10:47: Weil ich glaube teilweise gerade wenn man eben sehr viel mit sich selbst beschäftigt ist, kann man ja auch verpassen dass jemand einen anerkennt und dann fühlt sich das vielleicht gar nicht so an.
00:10:54: Ist da quasi schon diese landläufigere Bedeutung von Anerkennung die jetzt gar nicht ihre Definition ist?
00:11:00: Ist das dann teilweise schon ein ganz guter Weg um auch wirklich jemandem mit dem Holz haben wir zu zeigen Ich erkenne dich an indem ihr sagt Das hast du super gemacht finde ich oder das machst du super?
00:11:10: Also das ist natürlich eine völlig berechtigte Frage.
00:11:12: Ich glaube, dass das Loben auch eine Schattenseite hat.
00:11:15: Ich erlebe es immer wieder des Menschen die gelobt werden Das Gefühl haben sie werden manipuliert und der andere meint es gar nicht so.
00:11:22: er bezweckt irgendwas.
00:11:23: damit habe ich ganz oft erlebt Und Kinder die übermäßig gelobт werden zum Beispiel für selbstverständliche Aktivitäten.
00:11:30: Die kriegen ein völlig falsches Selbstbild.
00:11:32: also das loben hat wirklich zwei Seiten.
00:11:35: Es ist natürlich ein Weg Aber ich glaube, wenn Sie jemanden fragen... Also zum Beispiel, wenn ich jetzt hier in diesem herrlichen Hotel bin.
00:11:44: In den Alpen und ich interessiere mich was hat die Chefin der PA-Abteilung gemacht?
00:11:50: Und wie ist sie zu ihrem Beruf gekommen?
00:11:51: Dann entsteht sofort Kontakt!
00:11:53: Da entsteht zur Forthilfsbereitschaft, zur Fortinteresse und spannende Gespräche.
00:11:58: Einfach Fragen neugierig sein.
00:12:00: Ich will wissen wer du bist es eine ganz einfache Frage mit dem man einen Anerkennungsprozess beginnen kann Und der kann ja eingebettet sein in eine gemeinsame Aufgabe, in eine Zusammenarbeit oder wo auch immer.
00:12:12: Ich denke mir in so vielen Organisationen – ich bin hauptberuflich im Karriereressort des Standardthetiks – Anerkennung ist eigentlich gratis und warum ist es trotzdem in so viele Organisationen Mangelware?
00:12:24: Es fühlen sich einfach so viele Mitarbeiter nicht anerkannt!
00:12:27: Was läuft da schief?
00:12:29: Ich glaube das hat mit Mangel ne Bewusstsein zu tun dass viele Menschen sich über die Frage, was sie brauchen gar nicht im Klaren sind.
00:12:40: Weil sie eigentlich damit beschäftigt sind, sich zu fragen.
00:12:43: bin ich gut genug und ich glaube auch das sich einem anderen auszusetzen indem man fragt und befragt wird auch Angst besetzt sein kann.
00:12:53: also inwieweit kann ich es mir erlauben mich auf einen anderen einzulassen ohne mich schützen zu müssen.
00:12:59: Ich glaube die Abwehr die das Gegenstück zur Anerkennung ist und dir auch stattfindet durch Nicht-Kommunikation, was ja in vielen Betrieben und Unternehmen stattfindelt.
00:13:10: Dass man eben nicht miteinander redet sondern sich auf Sachthemen beschränkt und nicht danach fragt eigentlich welcher Mensch steckt dahinter?
00:13:17: Das führt eben dazu dass dieses notwendige Sehen und gesehen werden einfach wegfällt.
00:13:23: Und dann steht Frustration und wie soll ich sagen Enttäuschung und Kränkung usw.
00:13:29: Wenn ein Mitarbeiter sich zum Beispiel unglaublich anstrengt und er bekommt überhaupt kein Feedbacks, bleibt aus.
00:13:35: Dann sinkt die Motivation, sich weiter Mühe zu geben.
00:13:40: Wenn jemand z.B.
00:13:41: auf seine Fragen und seine Wünsche innerhalb eines Unternehmens keine Antwort bekommt oder nicht hinreichend beachtet wird dann sind das die gleichen Effekte.
00:13:49: Und dann entsteht Kränkung, dann entstehen Rückzug, dann entsteht Vorwurf- und im schlimmsten Fall Mobbing.
00:13:55: auch mit dem Thema habe ich mich ausführlich beschäftigt.
00:13:58: wie entsteht sowas?
00:13:59: Aber in Unternehmen ist es ja oft auch so ein hierarchisches Thema.
00:14:02: Also die Angestellten wünschen sich Anerkennung vom Schäf, aber vielleicht wünschte ich ja auch der Schäfe-Anerkennungen von den Angestelten.
00:14:10: wie funktioniert das?
00:14:12: Ganz sicher!
00:14:14: Weil natürlich wenn jemand in einer Führungsposition ist und er bekommt keinen Feedback von seinen Mitarbeitern haben das Gefühl, er beherrscht sie oder er nimmt sie gar nicht wahr.
00:14:25: Oder er kümmert sich überhaupt nicht und ist gar nicht in der Verantwortung.
00:14:29: Dann fühlt sich dieser Mensch, der in Führungspositionen isst, einsam und verlassen.
00:14:35: Und dass es nicht selten, dass dieser Rückkopplungsprozess zwischen denen die in der Führungen sind und denen für den Chef arbeiten, nicht gut funktioniert.
00:14:46: Und dann entstehen eben solche schlimmen Sachen von Korruption und Anklagen, Vorwürfen und Betouvorwürfe – was weiß ich alles?
00:14:54: Ich kriege das ja gerade bei einem großen Unternehmen mit, was da für Prozesse stattfinden, wenn der Chef sich unglaublich anstrengt, alles für die Mitarbeiter tut und die nicht zufriedenzustellen sind aus irgendwelchen Gründen und unterschiedlichen Motiven.
00:15:09: Da gilt es in den Unternehmern und ich würde auch sagen unbedingt in den Parteien eine Anerkennungskultur zu schaffen, indem man regelmäßig Teamsitzungen veranstaltet sich austauscht, sich interessiert ohne jetzt die persönlichen Themen dauernd ins Unternehmen zu tragen.
00:15:27: Da geht es mir gar nicht darum sondern dass mein Inkontakt ist in Beziehung ist.
00:15:31: Wenn wir jetzt in einer Organisation oder in einem System Es muss ja nicht immer eine berufliche Organisation sein.
00:15:37: In einem System ist wo das mit der Anerkernung einfach noch nicht so gut funktioniert wenn man das dann selber besser macht Kann man sich dann erwarten, dass sich im System vielleicht ein bisschen die Dynamik ändert?
00:15:46: Erzeugt Anerkennung gegen Anerkernung quasi.
00:15:48: Auf jeden Fall!
00:15:50: Da haben Sie einen ganz, ganz wichtigen Punkt angesprochen.
00:15:52: Ein Mensch der sich gesehen fühlt geht sofort mit dem von dem er gesehen wird in Kontakt und ich kann Ihnen sagen... Ich habe in der Beziehung durchweg die interessantesten Erfahrungen gemacht.
00:16:04: Ich hab auch Teams begleitet wo diese Anerkendungskultur praktiziert wird und praktiziert ist.
00:16:11: Und das Zusammenarbeitgefühl, was dann entsteht führt dazu dass das Team über lange Zeit wirklich ausgesprochen erfolgreich zusammen arbeitet und diese ganzen Probleme im Alltag auch auf einer anderen Ebene bewältigt werden können.
00:16:25: wenn dieser Anerkennungsaspekt Es entsteht ein Konflikt, es entsteht eine Abverhaltung gegen irgendein Thema.
00:16:31: Es währt sich jemand gegen eine bestimmte Aufgabe?
00:16:34: Dann beginnt ein Gespräch.
00:16:35: Was können wir tun?
00:16:36: wie können wir das lösen?
00:16:37: was ist deine Sicht was ist meine Sicht?
00:16:39: was können wir gemeinsam erreichen?
00:16:41: wenn sowas in Gang kommt werden die konflikte auch gelöst.
00:16:45: ich habe mein buch auch ausführlich beschrieben wie man mit solchen abwehrprozessen umgeht wie man die überhaupt erkennen kann als konfliktuersache.
00:16:52: Wenn wir beim Büro als Beispiel bleiben Ich kann mir vorstellen, wenn das ein Umfeld ist wo es bisher gar nicht praktiziert wurde dass da schon noch einigermaßen seltsam ist.
00:17:01: Wenn man dann wirklich so ganz bewusst damit beginnt wirklich einmal sich Leuten zu öffnen und auf Leute zuzugehen.
00:17:07: Haben Sie der Tipps wie man das vielleicht niederschwelliger eben gerade auch ohne dann gewisse Abwehrreaktionen zu produzieren?
00:17:13: Wenn das eben an anderen Leuten auf einmal suspekt ist warum sich jemand für sie interessiert.
00:17:17: zum ersten mal in vierzehn Jahren Arbeit haben wir die Tipps, wie man es vielleicht ein bisschen niederschwälliger einleiten kann.
00:17:23: Ja, ich weiß nicht.
00:17:24: Wenn Sie zum Beispiel mit Ihren Kollegen essen gehen und dann über ein Thema sprechen, was Sie sehr interessiert?
00:17:29: Und dann fragen, wofür interessierst du dich?
00:17:32: oder so... Ich würde das ganz niedrigschwellig anfangen!
00:17:35: Dass man da nicht mit der Tür ins Haus fällt.
00:17:37: Ich fange mich plötzlich an für dich zu interessieren.
00:17:39: Huch, was ist denn hier
00:17:40: los?!
00:17:41: Also ich glaube es ist wirklich eine Frage.
00:17:43: Ich glaube die Frage können sie ganz gut sich selbst beantworten indem Sie sich fragen, Was wünschen Sie sich denn in der Kommunikation von anderen Menschen?
00:17:54: Ich finde, das ist gar nicht so leicht zu beantworten eigentlich.
00:17:56: Vielleicht auch weil ich grundsätzlich schon mit recht happy bin wie es bei uns in der Abteilung läuft?
00:18:01: Ich glaube wunschlos glücklich wenn ich länger Zeit zum Nachdenken hätte, wäre jetzt vielleicht auch übertrieben aber ja ich find's einfach nett wenn sich eh... Das ist sehr simpel einfach wenn sie über Leute interessieren was in einem Leben passiert
00:18:13: Ja
00:18:13: gleichzeitig bin ich aber auch froh dass das halt auch gewisse Grenzen hat im beruflichen Kontext zb.
00:18:19: Also ich mag's auch ganz gern, dass das halt schon einfach ein bisschen eine andere Tiefe hat als wie es mit meinen Freunden hat.
00:18:24: Das ist auch
00:18:25: vollkommen klar.
00:18:25: Ich finde die Trennung zwischen Beruf und Privat auch notwendig, wobei ich glaube dass wir im Beruf nicht uns auf Funktionsträger tun beschränken müssen sondern auch als ganze Person auftreten.
00:18:36: Ich habe zum Beispiel einen Politiker eine Zeit lang begleitet der nach außen hin um konkretes Beispiel zu bringen nach außenhin immer der kritische ja auch schwarzmalende Zukunftsbilder an die Wand gezeichnet hat und ganz problematisiert hat die ganze politische Situation und auch die seiner Partei.
00:18:55: Und ich habe ihm dann irgendwann gefragt, was er sich denn für Hoffnungsbilder selber macht?
00:19:02: Und ob er nicht von seinen Themen, die ihn interessieren und seine Zukunftsbildern auch positiver Art das auch seinen Wählern und Parteimitgliedern beteilt – und es hat ihm irgendwie eingeleuchtet, dass man mit dieser Haltung Nicht nur schwarze Bilder an die Wand zu malen, sondern auch Hoffnungsinhalte zu vermitteln.
00:19:20: Damit anerkennt was Menschen sich auch wünschen nämlich Zukunftsperspektiven positive trotz der schwierigen Situation und dass es notwendig ist nicht nur im Negativen zu bleiben, sondern die positiven Aspekte die immer vorhanden sind einfach aufzusuchen und sich anzuschauen.
00:19:36: Ist auch ein Prozess der Anerkennung von Fakten, von Gegebenheiten, von Privilegien, die uns oft gar nicht bewusst sind
00:19:44: Einfach nur um jetzt zu verhindern, dass ich mal jetzt wochenlang Gedanken mache.
00:19:47: Wer das denn gewesen sein könnte?
00:19:48: Es geht um einen deutschen Politiker oder?
00:19:50: Ja!
00:19:51: Okay da filmen wir dann die Möglichkeiten.
00:19:53: Weil bei Österreichern werden wir auch der eine oder andere eingefangen, deren Frage gekommen wird.
00:19:58: Das glaube ich schon.
00:19:59: Aber die meisten bleiben beim Schwarzmalen.
00:20:01: Ja leider.
00:20:01: Da gibt
00:20:02: es noch ein wenig Leuterungen...
00:20:03: Ja, jetzt stelle sich jemand vor der Vision hat.
00:20:06: Denken Sie an die Politiker?
00:20:08: Die Vision hatten welche Ausstrahlung sie hatten und welchen Zuspruch.
00:20:12: also ich glaube wir brauchen einfach charismatische Führungsfrauen und Führungsmänner, die Mut machen und Mut ist ein wichtiger Aspekt im Anerkennungsprozess.
00:20:22: wenn wir uns im negativen Bewegen verdoppeln wir alles negative und insofern finde Mit einer kritischen Haltung, sich die politische und gesellschaftliche Realität anzuschauen.
00:20:34: Und nach den vielen offenen Möglichkeiten tätig zu sein und bewusst sein zu schaffen.
00:20:41: Das ist für mich eine Perspektive, die gerade in den großen Krisenzeiten extrem wichtig ist damit man nicht in eine Weltuntergangsstimmung verfällt.
00:20:51: Ich habe mit einem Kollegen eine soziale Studie gemacht Eine qualitative Untersuchung zum Thema Argumentationsmuster in der Klimadebatte.
00:20:59: Und wir haben viele Menschen befragt im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wie die zu den politischen und den ökonomischen und ökologischen Themen, die mit dem Klimawandel verbunden sind stehen?
00:21:11: Und was wir festgestellt haben?
00:21:13: dass der Klimawandel an sich anerkannt wird aber nicht ausgehalten wird und deshalb abgewährt wird weil man ja gar nicht weiß wie man sich verhalten soll als Einzelpersonen.
00:21:22: und so entstehen durch politische Umstände oder jetzt durch ökologisch Bedingte wie der Klimawandel, große Frustration.
00:21:30: Ich kann ja sowieso nichts tun ich bin ja nur ein einzelner Mensch.
00:21:33: und was soll das Ganze überhaupt?
00:21:34: Den Politiker trau' ich nicht!
00:21:36: Und so entsteht ein komplexes Weltuntergangsbild, was letztendlich keinen Menschen dazu bringt wirklich aktiv zu sein und sich auch politisch zu engagieren und sich zu verhalten.
00:21:47: Aus Ihrer Arbeit würden Sie sagen mit ehrlich gemeinte Anerkennung knackt man jeden Menschen?
00:21:54: Ja, ganz einfach.
00:21:56: Man tut sich ja nicht unbedingt bei jedem Menschen wahrscheinlich gleich leicht dieser Person an Erkennung entgegenzubringen?
00:22:02: Natürlich klar!
00:22:04: Haben Sie einen Tipp für die Härtefälle?
00:22:06: Also nehmen wir mal an... also wenn ich jetzt mal von mir aus gehe, ich begegne einem Menschen der mir erst auf dem Essenblick überhaupt nicht sympathisch ist oder wo ich skeptisch bin dann ist das Für mich eine Herausforderung zunächst mal nachzuspüren, was sind denn eigentlich die Indikatoren?
00:22:25: Dass mir da irgendwas nicht gefällt oder ich vielleicht nicht ganz so auf Sympathie eingerichtet bin.
00:22:30: Und dann ist gerade die Herausforderung herauszufinden – Was ist das für ein Mensch?
00:22:37: Was löst er bei mir aus?
00:22:39: Und das sind Sekunden, in denen sich diese Prozesse in einem selber abspielen.
00:22:43: Das kann ich nur auch jedem Menschen raten, diese Selbstbeobachtung in solcher Situation zu praktizieren.
00:22:49: Sich zu fragen was ist denn mit mir los dass ich dir nicht mag und wie muss ich jetzt mich verhalten damit es nicht durch diese spontan auftrittende Antipathie zum Konflikt kommt?
00:23:00: Das ist ein Bewusstragsprozess Und das bedeutet wach sein und achtsam sein.
00:23:04: Und dann zu sagen, wie verhalte ich mich?
00:23:07: Ich glaube, das Weste ist mit sachlichen Themen zu beginnen und diesen negativen Gefühlsschwall in Unterkontrolle zu halten.
00:23:17: Vor allen Dingen wenn es keine Wahl gibt.
00:23:19: Wenn man mit jemandem zusammenarbeiten muss, hilft es nichts als solche Lösungen zu finden.
00:23:26: Man sagt ja die Menschen haben verloren miteinander zu reden gerade auch wenn's ideologische Differenzen gibt.
00:23:32: Sie befassen sich jetzt auch schon lang mit dem Thema.
00:23:34: Sehen sie da tatsächlich eine Veränderung?
00:23:36: Und liegt das daran, dass man eben auch gleich einmal auf diese Anerkennung verzichtet, weil man sagt du bist ein rechter Trottler oder du bist einen linker Trottel?
00:23:42: und damit hat sich die Sache?
00:23:43: Das ist im Moment so, da haben sie vollkommen recht!
00:23:45: Und das ja der Grund warum die politischen Diskussionen so schwierig werden, weil jeder behauptet Recht zu haben, auch aus Angst sich überzeugen zu lassen.
00:23:53: Ich habe ja in meinem Buch einen Fall beschrieben wo ich mich mit einem AfD nahmen Mann auseinandersetzen musste.
00:24:02: Das war ein Vorschlag von der Zeitung Zeit, dass politisch verschieden denkende Menschen miteinander reden und ich habe den einfach Fragen gestellt wie stehen sie zu Deutschland?
00:24:13: Was ist der Hintergrund ihrer politischen Meinung?
00:24:15: Und ich hab denen so gefragt das dir auch mir immer weiter geantwortet hat.
00:24:20: und durch diesen Frageprozess entstand eine interessante Bewegung von ihm.
00:24:25: er sagt ihn nämlich am Ende Ich glaube, ich muss über meine politische Haltung nachdenken.
00:24:30: Und ich glaube wenn wir solche Fragen stellen und nicht auf den politischen eigenen und anderen Meinungen herum hacken sondern versuchen rauszufinden wie kommt jemand dazu rechts zu sein oder radikal links zu sein?
00:24:45: Das kann man natürlich im großen Stil nicht machen aber es ist in den politischem Debatten ein Weg auch eine andere Art von Gesprächskultur zu haben sich nämlich für die Hintergründe einer Meinungsbildung von jemandem zu interessieren.
00:24:58: Aber funktioniert es auch, wenn's einseitig ist?
00:25:01: Also ich stelle immer viele Fragen weil sie mich interessiert aber oft kommt halt dann nicht so viel zurück.
00:25:07: Ja das ist natürlich situationsbedingt.
00:25:09: Das könnte jetzt von der Ferne schwer sagen woran es liegt.
00:25:13: also Ich habe das beobachtet dass Es mit einer neutral freundlichen Haltung gelingen kann.
00:25:21: starke Kontrahenten, die haben wir zum Beispiel erlebt in den Diskussionen mit erklärten Klimaskeptikern.
00:25:28: Da haben uns unsere Kollegen prophezeit die Welt ihr nicht zum Redenkriegen.
00:25:32: Wir haben sie zum Reden gekriegt!
00:25:34: Wir haben mit den Klimas Skeptikeren nicht nur über ihre Haltung, über ihre politische Haltung die ja sehr oft rechts ist und zwar unterhalten sondern wir wollten wissen Wie stehen Sie zu der gegenwärtigen politischen Szene?
00:25:48: Welche Zukunftsvisionen haben wir, wie Kindheit.
00:25:51: Was war ein wichtiger Erlebnis in Ihrem Leben?
00:25:54: und durch diese komplexe Form des Fragen entstand plötzlich eine Beziehung Und die haben uns alles möglicher erzielt und haben sich hinterher bedankt dass sie überhaupt gefragt wurden.
00:26:04: Ich hatte es jetzt erinnert an... ich glaube Österreich spricht hat das damals Käschen?
00:26:08: Wir hatten beim Standard vor Pre-Covid war das, glaube ich noch, ist schon lange her so ein Projekt wo wir wirklich Leute zusammengecastet haben die möglichst konträre Meinungen hatten meistens zu einem bestimmten Thema oder zu einen bestimmten Themenkomplex.
00:26:19: Das Gespräch wurde dann glaube ich moderiert von einer Kollegin und einem Kollegen von uns Und es war schon spannend weil in den aller allermeisten Fällen hat sich da dann schon auch durchaus dadurch dass man eben auch dazu gezwungen wurde quasi eben sich miteinander auseinanderzusetzen Weil das dann halt schon eine Stunde Café war.
00:26:34: in den meisten Fällen Man hat schon gemerkt, dass da schon noch zu Verschiebungen kam und zumindest zu einem Austausch.
00:26:39: Und damit auch halt ein bisschen einer gegenseitigen Anerkennung auch.
00:26:43: Also ich glaube, dass solche Formate sich wirklich sehr gut eignen um diese verhärteten Position von verschiedenen Denkschenden aufzulösen.
00:26:53: Es ist eine super Idee!
00:26:54: Machen Sie das weiter?
00:26:56: Das ist jetzt schon recht lang vorbei.
00:26:57: Wir
00:26:57: werden es anregen...
00:26:58: Das Gute ist ja der extremere Extremfall in den meisten Fällen in unserem Alltag.
00:27:04: Braucht es dir nicht unbedingt das, dass wir jetzt mit jemanden der extreme Positionen gegensätzlich zu unserem Sinn vertritt?
00:27:10: Es würde ja schon reichen mit den Leuten, die neben uns im Büro setzen.
00:27:13: Ganz genau!
00:27:13: Sich ein bisschen
00:27:14: mehr auszutauschen – das sind bei uns in den meisten Fällen keine Rechtsredikale.
00:27:18: Das kann ich mir auch nicht vorstellen... Der Standard wird hier an Deutschland sehr gelobt.
00:27:22: Oh wie schön….
00:27:23: Das freu mich.
00:27:24: Ja also die Idee des.
00:27:25: meine PR-Frau von diesem wunderbaren Verlag, in dem mein Buch veröffentlicht wurde habe ich gefragt ob.
00:27:33: Frau Gaub hatte ein ganz tolles Interview gegeben, wo sie die Frage aufgeworfen hat.
00:27:38: Es gibt ganz viele verschiedene Konfliktypen aber letztendlich wissen wir gar nicht genau, wo die Konflikte tiefer gesehen herkommen.
00:27:45: und dann habe ich darüber nachgedacht auch mit meinem Partner und der hat gesagt ja aber da mit deiner Abwehrthematik und deine Anerkennungsproblematik gibt es hier Antworten.
00:27:55: Woher denn diese Konflichte kommen?
00:27:57: Und wie aufgelöst werden können.
00:27:59: Und dann hat meine PR-Frau verburiert, ja Kontakt mit ihnen aufgenommen und ich habe mich richtig gefreut, dass sie Herr Schauer denn geantwortet haben und wir jetzt dieses Gespräch führen.
00:28:10: Ich glaube wirklich – die Erfahrung hab' ich auch gemacht mit Konfliktforschern – das dieses Thema Kränkung also der Mangel an Anerkennung, der immer zu Kränkungen führt, auch auf der hochpolitischen Ebene, immer konflikter auslöst zum Beispiel als Obama zu Putin in den Jahren ist nur noch eine Regionalmacht.
00:28:31: Man kann aus den diplomatischen Kreisen und politischen Analysen wirklich ableiten, dass sich die Außenpolitik Putin dadurch massiv verändert hat.
00:28:42: Ich finde es total spannend, die Fragen, die sie genannt haben, die Sie dann quasi den Klimawandel-Leugnern gestellt haben.
00:28:48: Ist das ein Tipp für Sie im Alltag?
00:28:50: Es klingt jetzt irgendwie so ein bisschen komisch aber ... Dass man sich so überlegt!
00:28:53: Welche Fragen man eigentlich stellen könnte, ist es empfehlenswert?
00:28:57: Also ich finde zum Beispiel die Frage nach der Kindheit.
00:28:59: Es muss natürlich passen aber eigentlich da kann jeder was sagen.
00:29:03: also das ist toll dass sie das sagen.
00:29:06: Ich glaube es wird ganz stark ausgeschaltet in unserer Gesellschaft dass wir alle mal Kinder waren und dass viele viele viele Kinder keine rundumglückliche Kindheit haben.
00:29:17: Damit habe ich mich ganz viel beschäftigt, weil mich die Ursachen von Tiefenkränkungen interessieren, die dann natürlich ein Erwachsener, wenn er das als Kind erlebt hat, ausergirrt.
00:29:26: Könnte ich Ihnen jetzt stundenlang Geschichten dazu erzählen und auch Forschungsergebnisse?
00:29:31: Einen Menschen nach seiner Kindheit zu fragen beispielsweise nach einem schönen Erlebnis in der Kindheit oder... Das muss natürlich passen klar!
00:29:39: Aber ich würde auch zum Beispiel den Mut haben, wenn wirklich prominenten Politikern zu tun.
00:29:46: und wenn ich zum Beispiel mit denen über solche Fragen rede, wie sind sie in die Politik reingekommen?
00:29:52: Was hat sie bewegt sich dieser Partei anzuschließen.
00:29:55: Es entsteht sofort ein Raum von Tiefe, von Neugier, von Interesse und von Beziehung.
00:30:01: Wenn man die üblichen Gesprächskonventionen bestimmte Fragen darf man da nicht stellen, bestimmte Aussagen darf man gar nicht machen, wenn man das überwindet sondern einfach in einen menschlichen produktiven Kreativprozess geht
00:30:13: vielleicht noch zum Abschluss, vielleicht auch ein Schritt vor dieser Anerkennung.
00:30:17: Wie vermeidet man es dann auch?
00:30:19: Vielleicht durch unbedachtheit, durch gestige Abwesenheit andere zu krinken?
00:30:23: Ach ist das eine super Frage!
00:30:26: Ich glaube dass ganze Thema Anerkennen impliziert erkennen und selbst erkennen.
00:30:34: und je mehr wir uns im Alltag unserer Bewusstsein, was wir tun und was mit uns los ist.
00:30:40: Je mehr wir sozusagen eine Selbstbeobachter-Perspektive zu uns einnehmen können umso mehr können wir genau das
00:30:46: vermeiden.".
00:30:48: Also ich glaube ne ganz gute Übung ist gerade wenn man in Konfliktsituationen eine Übung zu machen, die still und heimlich stattfindet.
00:30:56: Nämlich neben sich zu stehen und zu schauen was man tut.
00:30:59: Dass man nicht wie in den berühmten James-Dienfil denn sie wissen nicht was sie tun Dinge veranlasst und Auslöser produziert, die zu schlimmen Kränkungen einem anderen gegenüber führen können.
00:31:11: Es ist ne Frage der Selbstbewusstheit im positiven Sinne.
00:31:15: Also einfach mal ein bisschen neben sich stehen Martin.
00:31:18: Nicht neben sich stehen, sondern zwei Dinge zu tun gleichzeitig.
00:31:21: Nämlich Subjekt und Objekt zu sein was beobachtet wird.
00:31:26: Wir Menschen sind dazu in der Lage uns selber anzuschauen.
00:31:29: es können Tiere nicht.
00:31:31: Spannende Übungen finde ich
00:31:32: kann man sehr erfolgreich damit sein.
00:31:34: Tatsächlich ist das Podcast-Geschäft ja auch etwas.
00:31:36: Anerkennung getrifft ein bisschen ein unangbares weil wir strahlen das in die Welt hinaus und bekommen nicht so oft mit dass da noch jemand hört abkommt davon wenn wir die Zahlen anschauen Wenn das jemand ändern will, die Spotify-Kommentare sind ein ganz hervorragender Weg uns Anerkennung zukommen zu lassen.
00:31:52: Dann fühlen wir uns auch gesehen wenn wir lesen dass ihr uns hört so dass man jetzt glaube ich alle Sindeseindrücke auszufühlen dabei.
00:31:58: Frau Dr.
00:31:59: Strohstein vielen Dank dass sie sich heute Zeit genommen haben für unsere Expertisen da geteilt haben.
00:32:03: Ich danke ihnen sehr herzlich.
00:32:05: Sie haben super gute Fragen gestellt und wenn ich wieder in Wien bin würde ich sie gerne kennenlernen
00:32:10: Sehr gerne.
00:32:11: Das finden wir super, ich finde das Thema ist so riesengroß, dass schreit fast nach einer Fortsetzung wenn sie dann vor Ort hier sind.
00:32:17: Großartig!
00:32:17: Vielen Dank für alles.
00:32:19: Danke schön.
00:32:19: Danke, das war Besserleben der Standard Podcast zum Glücklichwerden.
00:32:23: Ich bin Franziska Zoetl und
00:32:24: ich bin Martin Schahuber Und
00:32:26: produziert wurde die Folge von Christoph Neuwert Tschau.
00:32:29: Bis nächste Woche.