Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:06: Und ich sage, du musst dich jetzt da bewerben und das ist der eine Job.

00:00:09: Freizeit ohne Gegenparts ist halt nicht Freizeits, sondern

00:00:13: einfach Zeit.

00:00:13: Oh, bei Schlaft-Triggers ist mich das Wichtig.

00:00:20: Willkommen zu besser leben!

00:00:22: Der Standard-Podcast zum Glücklichwerden Ich bin Martin Schauhuber...

00:00:25: ...und ich bin Selina Thaler.

00:00:27: Und Martin ja das alte Moderationsteam ist wieder vereint.

00:00:30: Voll schön!

00:00:31: Podcasting like it's twenty-twenty?

00:00:34: Von den letzten sechs Jahren, die wir jetzt mit Unterbrechungen diesen Podcast moderieren weiß ich es.

00:00:39: Aber davor nicht.

00:00:40: warst du eigentlich schon mal arbeitslos?

00:00:42: Nein noch nie!

00:00:43: Ja ich zum Glück auch nicht.

00:00:45: aber dennoch heißt das ja nicht dass wir nicht davor wie feit sind.

00:00:48: jeder und jede kann seinen oder ihren Job verlieren und Arbeitslosigkeit ist heutzutage nichts mehr ungewöhnliches sondern so.

00:00:56: Brüche in der Karriere gehören schon fast zum Berufsleben dazu.

00:01:01: Vor allem momentan hat man so ein bisschen das Gefühl, dass total viele Menschen auf Jobsuche sind.

00:01:05: Und zwar über Monate – so ist es auch in meinem Umfeld!

00:01:08: Wie ist das bei dir?

00:01:09: Ich höre es aus weiteren Umfeldern quasi aber bei mir ist das ein bisserl Paradox obwohl ich viele meiner Freundinnen und Freunde aus dem Journalismusstudium kenne und mal ja mit auch Menschen die nicht in der Branche sind wissen, dass das nicht der einfachste ist derzeit.

00:01:22: Er hatten und haben wir nur extrem selten.

00:01:24: jemanden im Freundeskreis, der auf Jobsucher ist gab's aber schon auch natürlich.

00:01:29: Aber wie es jetzt denen geht, können wir aus unserer Erfahrung nur spekulieren.

00:01:33: Vermutlich nicht so gut und gerade wenn man schon lange arbeitslos ist wird ich mal bezeichnen eine furchtbare Situation.

00:01:41: Was ich ein bisschen mitkriegt habe das vielleicht ganz am Anfang für manche auch eine Erleichterung ist vor allem wenn die letzte Arbeit nicht mehr wirklich das Richtige war immer einfach so ein kurzes Aufatmen aus dem Job Hamsterrad aber das ist dann wahrscheinlich sehr schnell vorbei oder?

00:01:55: Ja, also ich glaube es kommt auch immer darauf an, welche Position heraus du deinen Job verlierst.

00:01:59: Das kann sich sicher befreiend anfühlen so wie du gesagt hast wenn man wirklich einen Job hat mit dem er noch unzufrieden war.

00:02:05: auf das gehen wir später auch noch ein.

00:02:07: Ich glaub die Frage ist wirklich ob du's dir auch leisten kannst mal deutlich weniger Geld zu erhalten und vielleicht auch sogar das Privileg den derzeit noch zu überlegen welchen Job du wirklich machen willst und ob du dich umorientierst.

00:02:18: Aber ich trau mich schon zu sagen, dass niemand gerne arbeitslos ist.

00:02:22: Das zeigen übrigens auch Befragungen das die meisten dann sagen, ich will arbeiten und insbesondere die finanzielle Situation ist nicht besonders rosig gerade auch wenn man für Kinder oder für PartnerInnen oder Eltern mitverantwortlich ist Und abgesehen von der finanziellen Situation oder Belastung hat es natürlich auch psychisch und sozial große Auswirkungen ob wir einen Job haben oder nicht.

00:02:46: Ich denke, Geld ist vielleicht jeder.

00:02:47: das erste große Thema, dass Mada ansprechen sollte.

00:02:50: Wie ist das denn in Österreich für Arbeitslose?

00:02:52: Also ich traue mich schon zu sagen, dass jetzt Österreich immer noch eine gute Absicherung hat im Vergleich zu anderen Ländern.

00:02:58: Das ist vielleicht etwas was man vorwegschicken kann aber es ist sehr individuell.

00:03:03: und es gab eine Umfrage dem Auftrag der Arbeiter Kammer Wien die ist zwanzig fünfundzwanzig erschienen Und da gab es einen qualitativen Part und einen quantitativen Part.

00:03:13: Bei den Quantitativen wurden über vierhundertfünfzig Arbeitslosepersonen gefragt, und die sagen schon sie kommen nicht wirklich gut mit dem Geld über die Runden.

00:03:21: Also fünfvier Prozent haben gesagt das Einkommen in dem Fall ist Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe je nachdem was man bezieht reicht nicht aus.

00:03:30: und weitere achtunddreißig Prozent haben gesagt dass es gerade noch so reicht also fast alle.

00:03:36: Da muss man ja wahrscheinlich auch schon einkalkulieren, dass diese Menschen ja wahrscheinlich oft auch ihr Ausgabe-Niveau gesenkt haben.

00:03:42: Und dann reicht es trotzdem gerade noch so, wenn überhaupt?

00:03:45: Ja eben!

00:03:45: Also viele müssen sich verschulden indem sie zum Beispiel das Konto überziehen oder Geld von Bekannten leihen.

00:03:51: also die wenigsten gehen jetzt zur Bank und holen sich dafür einen Kredit.

00:03:54: Das wird sich nicht ausgehen aber das ist einfach schwierig und erschwerend.

00:03:59: kommt natürlich hinzu, dass alles immer teurer wird dass man es seit jener zwanzig sechsundzwanzig auch nicht dazu verdienen kann.

00:04:06: Also früher konnte man während der Arbeitslosigkeit geringfügig arbeiten, das geht jetzt nur noch unter ganz bestimmten Umständen und damit haben sich schon einige ihr Einkommen in der Zeit aufgebessert oder gearbeitet um den Anschluss an den Arbeitsmarkt nicht zu verlieren.

00:04:21: was ich spannend fand an der Arbeiterkammerumfrage war Dass dieses über die Runden kommen, dass das so schwierig ist.

00:04:27: Das haben nicht nur Menschen gesagt, die jetzt auch schon vor dem Jobverlust schwierig mit ihrem Geld ausgekommen sind sondern auch solche, die gut in den Arbeitsmarkt integriert waren und eigentlich gut mit dem Geld ausgekommen sind.

00:04:37: Das heißt es sind nicht nur Jobs mit einem sowieso schon niedrigen Gehalt oder entbranchen Boot zum Beispiel auf Saison gearbeitet wird wie im Bau der Tourismus, die eh häufiger arbeitslos sind und weniger verdienen.

00:04:49: Und was das Geld angeht, macht es natürlich einen Unterschied ob du da vor Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet hast.

00:04:54: Es macht auch einen Unterschied, ob du eine Partnerin hast die neben dir ein gutes Einkommen haben und dich mittragen können oder ob du allein attieren das Elternteil bist und alles allein stemmen musst.

00:05:06: Wobei dann natürlich auch das Thema Abhängigkeit reinkommt?

00:05:08: Total!

00:05:09: Und auch die Frage ob man sich in ein altes Rollenbild begeben möchte als Frau zum Beispiel die Arbeitslos ist total.

00:05:16: Aber bevor wir jetzt ins Detail gehen was das dann alles mit den Betroffenen macht und wie man damit noch besser zurechtkommt.

00:05:22: Wie groß ist dieses Thema?

00:05:24: Ich weiß, es kommen monatlich oder quartalsweise die Arbeitslosenzahlen raus aber das bleibt bei mir nicht hängen.

00:05:30: Ich hätte keine Ahnung ob das jetzt drei Komma vier oder fünf Komma sieben Prozent sind.

00:05:34: Wie schaut das eigentlich aus?

00:05:35: Wie viele Menschen betrifft das momentan in diesem

00:05:37: Land?

00:05:38: Also ich wollte eigentlich nicht mit den Zahlen um mich werfen.

00:05:41: Aber das kann ich gerne tun!

00:05:43: Grundsätzlich als Einschätzung steht es nicht wirklich rosig um die Arbeitsmarktlage.

00:05:48: Die Arbeitslosigkeit steigt Monat für Monat, es sind ungefähr dreihundertfünfzigtausend Menschen in Österreich die arbeitslos oder in Schulungen gemeldet sind.

00:05:56: Wir kennen das auch aus den Corona-Jahren und irgendwie hat sich das alles so mitgetragen – die Wirtschaftschwäche, die Lager im Arbeitsmarkt ist angespannt.

00:06:04: Es werden weniger Stellen ausgeschrieben!

00:06:06: Und wie geht es jetzt so den Job suchenden?

00:06:08: Also insbesondere junge Menschen unter fünfundzwanzig, die vielleicht gerade erst in den Beruf einsteigen tun sich momentan schwer.

00:06:15: Was natürlich eine sehr unangenehme Ausgangslage ist und das muss man auch irgendwie mal verarbeiten, dass man da so einen luftlernen Raum hängt.

00:06:22: Das andere Ende dieser Bandbreite sind die älteren Menschen über Fünfzig, die sie sehr schwer tun.

00:06:27: also wenn man sozusagen unter Anführungsstrichen kurz vor der Pension gekündigt wird, ist das natürlich schwierig.

00:06:35: Da wieder einen Job zu finden.

00:06:37: Und das Momentum-Institut, das ist ein gewerkschaftsnahes Institut hat im August eine Erhebung veröffentlicht.

00:06:43: also jeder und jeder zähnte Arbeitssuchende findet derzeit wieder einen Job.

00:06:47: selbst ein Studium schützt immer weniger vor einem schwachen Arbeitsmarkt es ist aber immer noch ein Schutz vor Jobverlust im Vergleich jetzt zur anderen Ausbildungen oder keinen Ausbildung.

00:06:58: Es gibt natürlich auch Gruppen die eher von Arbeitslosigkeit betroffen sind als andere zum Beispiel Migrantinnen.

00:07:03: oder wenn man eine chronische oder psychische Krankheit hat, wird man es halt immer eingestellt.

00:07:08: Man hat mehr Fehlzeiten und das kann letztlich natürlich auch Kündigungen begünstigen.

00:07:11: Also diese Menschen sind dann oft so ein bisschen in einem Teufelskreis

00:07:15: gefangen.".

00:07:16: Jetzt wissen wir dass unsere Hörerinnen und Hörern überdurchschnittlich viele AkademikerInnen sind

00:07:20: usw.,

00:07:21: aber vielleicht ist trotzdem auch etwas prophetisch, dass wir jetzt eine Folge zu diesem Thema machen weil Wirkt ja derzeit schon ein bisschen so, als würden KI und Automatisierung dazu führen dass vielleicht sich mehr Menschen im nächsten Jahrzehnten mit dem Thema Arbeitslosigkeit zum ersten Mal auch beschäftigen müssen.

00:07:38: Wenn das dann irgendwann Schlage entwirrt worauf muss man sich da vorbereiten?

00:07:42: was macht das mit einem Menschen wenn man arbeitslos wird?

00:07:45: Ja ich glaube was viele sich eh denken wenn sie in Arbeitslosigkeiten denken oder einen Arbeitslosenmenschen ist.

00:07:52: es gibt leider immer noch sehr viele Vorurteile Und zwar sind das dann die Menschen ohne Job, die faul sind.

00:07:58: Die sogenannten Sozialschmarotzer, die in der sozialen Hängematte liegen und eh nicht arbeiten wollen oder dass sie ihren Job verloren haben weil sie unmotiviert sein und persönlich versagt hätten.

00:08:10: Wenn Sie sich nur ein bisschen anstrengend würden, dann hätten sie ja eh einen Job!

00:08:14: So einfach ist das nicht.

00:08:15: Aber das muss man sich irgendwie klar werden, dass das so ein bisschen auch das gesellschaftliche Bild ist.

00:08:19: aber Arbeitslosigkeit ist einfach kein individuelles Problem.

00:08:22: wenn du gekündigt wirst weil das Unternehmen jetzt eben die Stelle mit einer KI besetzt sozusagen oder pleite ist dann hast jetzt du nicht versagt in deiner Arbeitskraft.

00:08:32: Das heißt, man kann mit Hofernen nicht allein die Schuld zuschieben.

00:08:36: Sollte es denn so sein?

00:08:37: Sondern das ist auch immer ein Zusammenspiel von Unternehmen also Arbeitgebern, Wirtschaftslage, Arbeitsmarktpolitik

00:08:43: etc.,

00:08:44: und da schwebt so ein großes Stickmer auf diesen Arbeitslosen.

00:08:48: Ich fange mir teilweise wirklich Diskussionen an wenn ich Leute da händen höre und erinnere daran dass Arbeitslosengeld eine Versicherungsleistung ist und dass wir auch Beiträge leisten um diese Versicherung in Anspruch zu nehmen.

00:09:01: aber ja... Weiß auch, dass man da teilweise wirklich genauso gut in den Sackerl reden könnte.

00:09:05: Weil manche Leute haben einfach ihre Vorurteile und werden die erst aufgeben wenn selber betroffen sind wahrscheinlich.

00:09:11: Hoffentlich zumindest dann aufgeben.

00:09:12: ich weiß auch das viele Leute dann selber sich damit schwert und mit dem Selbstbild.

00:09:17: vielleicht reden wir dazu ja auch noch ein bisschen später.

00:09:19: aber weil ja das Stigma gibt es und das macht ja auch was mit den Menschen

00:09:23: Also psychisch muss man das verdauen.

00:09:24: Für viele ist es ja auch ein irrsinniger Schock, wenn sie von heute auf morgen ohne Job dastehen.

00:09:29: Was das jetzt mit der Psyche macht, ist einiges die Arbeitssuchenden sind häufiger traurig niedergeschlagen haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit depressiv zu werden als Menschen mit Job.

00:09:39: also da muss man wirklich auch schauen dass man da gut auf sich schaut und ohne Depression aus dieser ganzen Sache rauskommt.

00:09:46: Natürlich hängt das auch von der individuellen Situation, der Person ab.

00:09:50: Also wie lange sie schon arbeitslos ist?

00:09:52: Das ist ein ganz starker Faktor – wie stark diese ganzen Sachen dann wirklich schlagend werden!

00:09:57: Weil wenn man jetzt finanzielle Einbußen hat, dann hat man natürlich mehr Existenzängste mit Stress zu kämpfen.

00:10:04: und du hast es schon angesprochen die Arbeitslosigkeit nagt an unserem Selbstwert.

00:10:09: In unserer Leistungsgesellschaft hängt unser Status unsere Identität immer noch extrem stark mit unserem Job zusammen.

00:10:17: Sozusagen, wer jetzt eine Arbeit hat ist etwas wert und alle anderen sind nix wert.

00:10:22: Und eben sobald der Job wegbricht geht für viele auch genau diese Quelle von der sozialen Anerkennung verloren und fühlen sich dann entwertet.

00:10:30: wie schon gesagt die länger man arbeitslos ist um in diesen Leistungsgedanken narrativ sozusagen nichts beiträgt und nichts wert ist desto größer können denn auch die Selbstzweifel werden.

00:10:41: Und all diese Erklärungen, die ich jetzt gebracht habe und folgen – das ist übrigens – manche kennen es vielleicht schon – eine Erklärung von Maria Hoda.

00:10:48: Sie war einer der bekanntesten Soziologinnen in diesem Forschungsfeld, einer Österreicherin.

00:10:53: Und sie hat schon in den neunzehntreißiger Jahren also vor knapp hundert Jahren die Arbeitslosen vom Mariental in einer Studie begleitet.

00:11:01: Das ist ja ein großer Klassiker des ersten Semesters.

00:11:04: bei Gefühl wie jedem geisteswissenschaftlichen Studium, dass man sich mit dieser Studie auseinandersetzt?

00:11:09: Ja!

00:11:10: Und eben die haben damals schon nachweisen können, dass die Betroffene zunehmend inaktiver werden.

00:11:16: Weniger Sozialkontakte hatten auch sich weniger kulturellen und sozialen Aktivitäten nachgingen sie waren mutloser und ihr Alltag hat sich sogar verlangsamt.

00:11:26: also das Zeitgefühl wurde ein anderes dadurch dass Sie nicht mehr ein Job waren.

00:11:29: zum Beispiel sind die Menschen langsamer gegangen als andere Menschen, die einen Job hatten.

00:11:35: Das ist auch etwas was man bei Menschen mit Depressionen beobachten kann und deshalb haben ja Hoda und ihre Forschungskollegen das als müde Gemeinschaft bezeichnet?

00:11:44: Dadurch dass ich das eben auch in zwei verschiedenen Studien erklärt bekommen habe diese diese Forschung hab ich darauf geachtet bei Arbeitslosen im meinem Umfeld und der Sachen länger brauchen auf einmal das habe ich da tatsächlich fast ausnahmslos schon auch gesehen.

00:11:58: Ich habe aber auch gesehen wenn man bewusst quasi dagegen arbeitet.

00:12:02: Also ich habe auch einen Arbeitssuchenden in meinem engeren Umfeld gehabt, der da sehr gut dranblieben ist und sich sehr viel dann halt auch so ehrenamtlich engagiert hat, der einfach sehr viel auf Events gegangen ist und der da wirklich durch die Arbeitslosigkeit durch eigentlich sehr aktiv auch blieb.

00:12:18: Es zumindest hat es so gewirkt auf mich.

00:12:21: Der hatte allerdings auch diese Studien gekannt!

00:12:23: Der hatte ja aus dem Studium gekannt, er hat dieses Phänomen gekannt.

00:12:26: also ich glaube tatsächlich dass das vielleicht schon was ist Und der hat das auch thematisiert.

00:12:29: Der wusste, dass er quasi auf das jetzt achten muss.

00:12:32: eben nicht so zu versummt man wie man dann im Sprichwärtlich sagt und hat das recht erfolgreich auch durchzogen?

00:12:39: Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass man so eine gewisse Tagesstruktur beibehält weil seit wir eigentlich, weiß ich nicht, Menschen in die Krippe oder einen Kindergarten gehen ist ihr Tag strukturiert also um acht fängt man an in der Schule oder im Job.

00:12:54: Diese fehlende Struktur setzt dann eben den Betroffene so zu, weil das für unsere Psyche so wichtig ist.

00:12:59: Und diese zusätzliche Zeit die man in der Arbeitslosigkeit hat, ist ja nicht immer toll wie man sich das vorstellt.

00:13:06: Jetzt kann ich endlich das machen was man will.

00:13:07: also Freizeit ohne Gegenpart wie eine Arbeit oder irgendeine andere Verpflichtung ist halt nicht Freizeits sondern einfach Zeit.

00:13:16: Und das lässt sich dann nicht auch so genießen, sondern fühlt sich mehr wie eine Last an.

00:13:20: Da gab es ein recht spannendes Interview in der Zeit mit dem Psychologe Carsten Paul und er redet sich seinen konkreten Tagesplan zu machen.

00:13:28: wirklich um die Uhrzeit stehe ich auf, dann suche ich so und so viele Stunden nach einem neuen Job, dann mache ich Mittagspause, dann erledige ich am Nachmittagsohn so viel Stunden andere wichtige Dinge zum Beispiel den Haushalt.

00:13:40: man geht einkaufen putzen also diese Dinge die sowieso gemacht werden müssen.

00:13:44: Denn das, was ja auch viele dann beschäftigt ist, dass sie ja nicht aktiv sind und nichts beitragen können.

00:13:50: Und?

00:13:51: Das passt jetzt wieder zu dem Beispiel, was du gebracht hast.

00:13:53: Scheinbar leiden jene Menschen weniger unter dem Jobverlust, die sich eben in einem Verein engagieren und so auch wieder die Anerkennung von Mitmenschen erhalten – und eines in stiftender Tätigkeit haben.

00:14:03: über Ehrenamt haben wir ja schon sehr viel gesprochen!

00:14:06: Aber auch sporteln kann eine gute Beschäftigung sein, weil dann tut man auch seinem Körper etwas Gutes.

00:14:12: bietet sich auch für regelmäßigkeit an, wenn man sagt jeden Montag Mittwoch Freitag.

00:14:15: Und macht es mit Freunden um da irgendwie seine Sozialkontakte aufrechtzuerhalten?

00:14:20: Ich habe jetzt in meinem Instagram Feed einen sehr entfernten Bekannten der gerade seinen Fun-Employment durchlebt.

00:14:26: Okay was ist das?

00:14:27: Der ist halt unemployed offenbar und macht sich daraus einen Spaß.

00:14:30: ich hab den starken Verdacht dass er schon eine Jobzusage hat weil gefühlsmäßig sind das die einzigen Menschen die dann wirklich genießen können diese Dann auch kurze Zeit der Arbeitslosigkeit, die er macht.

00:14:40: Jeden Tag irgendeine Radeltour kreuz und quer durch New York City Und wirkt dabei wirklich happy und nicht nur Instagram-happy.

00:14:45: Aber ich vermute dass das ein Ablaufdatum hat bei ihm Dass er schon weiß wann er wieder

00:14:50: in mühlen der

00:14:51: Lohnarbeit zurückkehrt.

00:14:52: Hoffentlich

00:14:53: Ja.

00:14:53: mit einer Perspektive ist es natürlich auf was anderes arbeitslos zu sein als ohne Perspektiven.

00:14:58: Natürlich Wenn man jetzt eben nicht schon weiß In drei Wochen gibt's wieder einen Job für mich Und das dauert vielleicht auch länger, was sind denn da die sozialen Folgen wenn man es nicht schafft sich irgendwo im Ehrenamt eben da aktiv zu halten?

00:15:09: Etwas dass wir gefühlt ständig in Podcasts ansprechen ist ja wie wichtig soziale Kontakte für uns Menschen sind.

00:15:14: Wie wichtig es ist in einer Gemeinschaft eingebunden zu sein am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und wir verbringen nun mal sehr viel Zeit in unserem Job wo eben auch in der Regel andere Menschen arbeiten.

00:15:26: Das müssen jetzt nicht unbedingt deine Freunde sein aber zumindest ziehst du mal ein anderes Gesicht drin aus dem Hauskiss.

00:15:32: Mit der Arbeitslosigkeit geht dieses Netzwerk einfach verloren.

00:15:35: Man verbringt plötzlich unheimlich viel Zeit zu Hause meistens noch allein, noch dazu mit negativen Gedanken und das tut alles nicht gut.

00:15:42: Und das ist natürlich auch ein Teufelskreis weil sich Arbeitslose dann auch aus Scham immer weiter isolieren was eben wieder zu psychischen Krankheiten führen kann wie eben Depressionen und das erschwert dann wieder einen Job zu finden.

00:15:54: also es sein Radel dass sich dreht und da sollte man schon schauen dass man irgendwie ausbricht im besten Fall oder gar nicht reinkommt.

00:16:01: Und es kann auch sein, dass man als Charme gar nicht mehr sich mit Freunden trifft.

00:16:06: Weil man sich irgendwie unwohl fühlt weil man zum Beispiel so aus Geld schauen muss das man dann nicht immer zur Stammtischrunde gehen kann oder ins Restaurant oder ins Kino.

00:16:14: all das spielt er natürlich auch mit

00:16:17: vielleicht auch für Hörerinnen die da selber gerade erleben.

00:16:20: Das ist ganz normal weil ich glaube oft schämt man sich noch für die Charme quasi auf einem zweiten Level und Nicht nötig ist, weil das ist einfach ein Phänomen, dass die meisten Menschen dadurch leben.

00:16:30: Was ja nicht heißt, dass man nicht doch was dagegen tun kann?

00:16:33: Was du glaube ich auch noch mehr erklären wirst, was wir jetzt auch schon kurz hatten.

00:16:35: Aber ja und ich stelle es mir halt schon vor eben dieses Beispiel Freundeskreis wo man denkt, dass wer dann eigentlich quasi so das wo man sich dann anlehnen kann und eben dann ist die Restaurantrechnung vielleicht ein Problem auf einmal und man will vielleicht nicht mehr mitgehen wenn mal... Gerade wenn man vielleicht der Einzige ohne Job gerade ist im Freundeskreis.

00:16:52: Ja, und man spricht ja dann schon auch oft über den Job also zumindest dieses in meinem Umfeld so es gibt sicher auch Freunde des Kreises wo das nicht so ist.

00:17:00: Vielleicht auch positiv.

00:17:02: aber bei dieser Arbeiterkammeruntersuchung die ich schon angesprochen habe da waren auch so Statements drinnen von Menschen die erzählen und da berichtet einer dass halt wenn alle von ihrem Job erzählen um den vielen Stress denen sie haben hat er einfach nichts zu erzählen Und das fühlt sich natürlich böd an!

00:17:18: Wie lange er schon sucht, dann schauen Sie ihn nur mitleidig an.

00:17:21: Also das ist wirklich für alle Beteiligten schwierige solchen Situationen umzugehen.

00:17:26: Ich kann mir vorstellen dass ja schon noch eine Belastung für Partnerschaftfamilie ist vor allem wenn man einen wesentlichen Teil des Geldes davor reinkohlt hat.

00:17:35: Total also das Umfeld einer arbeitslosen Person leidet auch mit und da gibt es eine Studie die jetzt schon ein bisschen älter vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung von Da ist herausgekommen, dass die psychische Gesundheit des Partners oder der Partnerin, die noch arbeiten was genauso stark beeinträchtigt ist wie die das Arbeitslosen.

00:17:56: Und eben nicht nur weil das Haushaltseinkommen sinkt und dadurch auch einer Stress und Sorgen da sind um die Miete oder das Auto oder die Ausbildung der Kinder zu bezahlen sondern auch weil der Betroffene oder die Betroffe dann wahrscheinlich schlechter gelaunt ist, dauern zu Hause, da entsteht natürlich auch Konfliktpotenzial.

00:18:13: Übrigens mit der Arbeitslosigkeit steigt auch das Risiko für eine Scheidung.

00:18:17: Also, dass ist wirklich eine enorme Belastung für Beziehungen und auch Kinder bekommen das zu spüren.

00:18:22: also wieder diese arbeiterkammer umfrage da sagen dreizehn prozenter befragten dass ihre kindern nicht an schul skikursen oder exkursionen teilnehmen können weil sichs finanziell einfach nicht ausgeht und sogar elf prozent sagen dass die kinder deswegen eine ausbildung abbrechen mussten.

00:18:38: und wenn das schon nicht drin ist wird es dazu besuch oder das kino mit freundinnen Kaffee trinken auch nicht sein.

00:18:45: Das ist wahrscheinlich auch wieder nicht leicht für die Eltern, wenn man dann solche Konsequenzen quasi ziehen muss, wenn wir vorhin über das Thema schlecht viel geredet haben.

00:18:52: Was macht denn das alles mit der Gesundheit?

00:18:54: Ich glaube, man kann sich es eh denken nichts Gutes also.

00:18:57: Arbeitslosigkeit wirkt sich negativer von unserer Gesundheit aus.

00:19:00: Das zeigen etliche Studien eben wegen dieser vor allem psychosozialen Folgen, die wir schon besprochen haben.

00:19:06: Das Positive vielleicht mal vorweg.

00:19:07: viele von diesen negativen Auswirkungen reduzieren sich deutlich, sobald die Menschen wieder einen Job haben.

00:19:12: Das heißt da ist auch ein Ende in Sicht, so bald wir wieder in unserem täglichen Radel sozusagen drinnen sind wenn es nicht zu stressig ist.

00:19:21: aber Was man schon sieht ist, dass Arbeitslose weniger Sport machen sich ungesünder ernähren.

00:19:26: Weniger frisches Obst und Gemüse essen selten eine warme Mahlzeit am Tag zu sich nehmen was sicher auch ein Geldaspekt ist wobei wir ja auch schon folgen hatten das gesunde Ernährung nicht unbedingt eine Kostenfrage ist.

00:19:37: Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum wo beide jetzt auch Zigaretten und Alkohol dazu zählen.

00:19:45: Das hängt auch mit der Dauer der Arbeitslosigkeit zusammen, dass da Süchte begünstigt werden und auch der Schlaf kann beeinträchtig sein wenn das an alles so stresst.

00:19:54: Bei Schlaft triggers mich, das weißt du?

00:19:56: Es ist dann schon ein großes Problem.

00:19:58: Gerade wenn sich der Arbeitsmarkt in es schwieriger entwickelt, wenn eine Absage nach dem nächsten kommt.

00:20:03: Gibt's da irgendwelche?

00:20:04: Tricks ist vielleicht das falsche Wort aber wie man den Selbstwert stabil hält... Es ist ja irgendwann sehr frustrierend, wenn man die Bewerbung schreibt und davon ausgeht, dass man wieder keine Rückmeldung kriegt.

00:20:13: Kann man dem gegensteuern irgendwie?

00:20:15: Ja, ich habe mir auch ein bisschen schwer getan da es so ganz viele konkrete Sachen zu finden weil das sicher auch sehr individuell ist.

00:20:22: Der Psychologe Karsten Paul den ich schon zitiert habe der sagt eben dass grundsätzlich die innere Haltung wichtig ist also dass man nicht seinen Wert als Mensch komplett daran koppelt ob man jetzt einen Job hat oder nicht muss natürlich mal leichter mal schwerer und Dass man sich schon vergewissert, dass es nicht das Ende der Welt ist auch wenn sich's jetzt gerade so anfühlt und dass sich die Lage im besten Fall wieder verbessern wird.

00:20:45: Und man sollte sich schon ablenken und nichts ständig darüber grübeln weil das einfach eine Abwärtsspirale in Gang tritt.

00:20:53: Vielleicht hilft es auch manchen, dass sie ins Tun kommen und dass Sie eben Fortbildungen machen.

00:20:58: Es gibt auch kostenlose Angebote ums auch wieder zu erkennen was sie fähig sind und sich weiterentwickeln.

00:21:04: Der Psychologe redet zum Beispiel auch immer mehrere Bewerbungen parallel verschickt, um sich nicht zu sehr in einer Stelle zu verlieben wo man dann vielleicht eine Absage bekommt und dann mega enttäuscht ist.

00:21:15: Gleichzeitig finde ich halt auch besser Qualität für Quantität.

00:21:19: also wenn man jetzt Massenbewerbung ausschickt ist die Wahrscheinlichkeit wieder höher dass man jetzt Absagen bekommt und auch nicht den passenden Job findet.

00:21:28: Wie lange sollte man denn im bisherigen Bereich im Wunschbereich suchen?

00:21:32: Und wann sollte man sich vielleicht überlegen doch auf was ganz anderes umzuschwenken?

00:21:36: Ja, das beantworte ich nur kurz.

00:21:38: Weil wir machen einen Teil zwei der kommt nächste Woche.

00:21:41: da berichtet uns die Franziska auch ein altes Moderatoren Gesicht dieses Podcasts wie man den Job wechseln und auch die berufliche Umorientierung hinbekommt.

00:21:51: aber natürlich ist es in gewissen Fällen auch wichtig dass man wieder ins Berufsleben kommt und dann kann man auch mal für den Übergang irgendwas machen wenn man weiter an der Jobsuche dran bleibt weil das fand nicht eine total spannende Untersuchung so, dass nicht jeder Job sich besser anfühlt als kein Job.

00:22:09: Sondern wenn du unzufrieden bist mit dem Job dann ist das psychisch genauso belasten wie die Arbeitslosigkeit.

00:22:15: Und man hat dann keine Zeit mehr oder weniger Zeit sich nach einem Job wirklich gut passt umzuschauen?

00:22:20: Ja.

00:22:20: Automatischer!

00:22:22: Wenn mal jetzt jemand vielleicht nichts selbst betroffen ist aber im Umfeld einen Freund hat auch eine Partner oder Partnerin hat, die gerade Arbeit sucht und da helfen will.

00:22:30: soll man da irgendwie versuchen bei der Stellen-Suche zu helfen, oder ist das dann schon übergriffig?

00:22:36: Ich finde es kann helfen.

00:22:37: Natürlich würde ich's vorher absprechen mit der Person ob die das will und vielleicht auch nicht sagen du musst dich jetzt da bewerben und das ist ja eine Job!

00:22:44: Aber oft können auch Personen von außen etwas besser einschätzen was die Person kann oder sich vorstellen welcher Job gut passt und dann einfach ich sage jetzt mal kommentarlos stellen weiter schicken.

00:22:57: Man kann sich aber auch Gedanken machen, ob man jemanden kennt.

00:22:59: Der vielleicht gesagt hat hey in meinem Unternehmen werden gerade Leute gesucht weil gerade diese Empfehlungen und Jobs die von Bekannten vermittelt werden sind sehr häufig also die Fruchten sehr häufig und es werden so unheimlich viele Stellen vergeben.

00:23:14: Wie kann man abseits dessen noch helfen?

00:23:16: Ja ich glaube zeigen dass man für die Person da ist und sie unterstützt wenn das möglich ist und man das will kann man natürlich auch finanziell helfen wobei dass für die betroffene Person beschämend wirken kann.

00:23:27: Und Scham ist ja ein Problem mit dem viele Abelsoße zu kämpfen haben, es wird auch immer wieder berichtet das die Betroffenen die Frage streist und hast du schon was Neues wie leuchtest bei der Jobsuche?

00:23:36: Wie war das letzte Bewerbungsgespräch?

00:23:38: weil dieses Abchecken einfach belastend sein kann wenn man das ständig thematisiert.

00:23:43: also ich würde das nicht so oft ansprechen vielleicht eher darauf eingehen wenn die Personen von sich aus erzählte ich hatte mal wieder ein Gespräch Martin hast Du da noch Erfahrungen gemacht?

00:23:52: Ja, dass es so lang unangenehm ist und man sich so lange unsicher ist mit dieser Frage ob man jetzt eben nachfragen soll oder nicht bis man genau das einfach das eine Mal explizit abklärt.

00:24:03: Dass man einmal fragt hier willst du eigentlich dass man dich danach fragt wie oft willst du das?

00:24:07: Das ist natürlich auch unangênem diese frage zu stellen aber das ist ein mal unangennem und dann kennt man sich aus und weiß dass das vermutlich immer noch passt für die Person sowie sie ist das damals gesagt hat

00:24:18: Ja, eben.

00:24:18: Und wenn sie drüber sprechen will hilft sprechen sicher auch weil wenn man jetzt wirklich depressiv geworden ist dann ist vielleicht die Therapie auch nicht das was man sich gerade leisten kann.

00:24:27: also da eine emotionale Stütze zu sein ist natürlich auch nie falsch.

00:24:32: Es gibt glaube ich Menschen die müssen eben solche Fragen.

00:24:34: wie will ich eigentlich das noch machen oder will ich ganz etwas anderes machen diese großen Fragen die das im Zwiegespräch mit sich selbst klären können?

00:24:42: und es gibt doch Menschen die immer ein Gespräch mit jemandem anderen brauchen Diese Fragen wirklich sinnvoll zu beantworten für sich und ich glaube eben dadurch, dass man weniger soziale Kontakte hat wenn man arbeitssuchend ist.

00:24:53: Ist das vielleicht dann für solche Leute auch umso wichtiger?

00:24:55: Dass sie einmal dieses lange Gespräch führen können mit dir als Freund, als Freundin.

00:25:00: Aber wenn man jetzt eine dieser Personen ist die es sich wirklich auch leisten können finanziell und psychisch jetzt mal nicht den größten Stress zu haben bei der Arbeitssuche Und vielleicht lang und intensiv im letzten Job gearbeitet hat und auch einigermaßen geschlaucht rausgekommen ist Wie lange kann man sich da auch gönnen, vielleicht halbherzig zu suchen oder gar nicht zu suchen die ersten X-Wochen?

00:25:22: Ich würde sagen es gibt keine konkrete Dauer außer so lange wie du es dir leisten kannst.

00:25:27: Natürlich ist eine ewig lange Lücke im Lebenslauf immer etwas was man erklären muss.

00:25:32: darauf gehe ich ja noch ein.

00:25:34: aber... Wer so privilegiert ist, hat grundsätzlich bessere Karten am Jobmarkt.

00:25:39: Weil man in der Regel einen höheren Bildungsabschluss hat oder einen Handwerkjob, der sehr gefragt ist... ...oder vielleicht sogar in einer Managementposition war und diese Menschen finden sowieso schneller wieder einen entsprechenden Job.

00:25:52: also das ist schon der Fall!

00:25:54: Grundsätzlich gilt aber je länger man arbeitslos ist umso schwieriger wird die Jobsuche und man muss sich eben für diese Lücke erklären weil Da greifen dann oft diese Eingangserwählten vor Urteile dieses Digmatisierungen wieder und wenn die Personalabteilung da nicht sensibel genug ist.

00:26:11: Also gerade Langzeitarbeitslose haben damit schon zu kämpfen, langzeitarbeitslos heißt ein Jahr oder länger.

00:26:18: also vielleicht ist das noch wichtig.

00:26:19: aber was ich jetzt schon betonen will grundsätzlich ist es nichts schlimmer so Lücken- und Brüche im Lebenslauf zu haben wie gesagt bei vielen Menschen einfach normal und das wissen die Personalabteilungen auch.

00:26:30: Und es wird sich auch in Zukunft nicht ändern, also wir haben nicht mehr diesen einen Job für unser ganzes Leben bis wir in Pension gehen.

00:26:36: Wichtig ist glaube ich einfach dass man ehrlich bleibt und es macht natürlich auch einen Unterschied wie man das dann verkauft.

00:26:43: im Bewerbungsgespräch sind das zwei drei Monate was sehr kurz ist oder war man eben über ein Jahr arbeitslos?

00:26:51: Das macht natürlich Ob im Lebenslauf steht arbeitssuchend statt arbeitslos, weil das einen gewissen aktiven Part hat.

00:27:01: Ich finde es gut dass sich das langsam durchzusetzen scheint.

00:27:05: Das Wort Arbeitssuchen generell auch in dem wir jetzt darüber reden und so weiter generell wie man drüber redet.

00:27:10: Gut dass wir jetzt am Ende der Folge darauf kommen!

00:27:13: Wir haben's ja schon öfters verwendet.

00:27:15: also ich find' es hat beides seine Berechtigung.

00:27:17: aber ich will jetzt nicht zu krampfhaft versuchen da die positiven Seiten irgendwie zu suchen in dieser ganzen Thematik kann mir schon vorstellen, dass so eine Arbeitslosigkeit, eine Zeit der Arbeitssuche vielleicht auch ein guter Moment wäre sich schon mal zu überlegen wie sehr man eigentlich die eigene Identität auch über den Job definiert.

00:27:36: Und ob man das eben gerade wenn man jetzt damit auch vielleicht schlechte Erfahrungen macht?

00:27:40: Du gibst halt auch ein bisschen die Macht über die eigene identität ab weil wie wir gesagt haben es ist in den seltensten Fällen ist der Mensch schuld wenn er seinen Job verliert.

00:27:48: oder selbst wenn er sagt erkündigt ohne etwas Neues zu haben schon weil er den Job einfach nicht mehr will.

00:27:54: Ist das vielleicht trotzdem nicht nur seine eigene Schuld, weil der Job hat sich vielleicht auch zum Schlechteren entwickelt davor und hat ihm einen Grund geben das zu machen?

00:28:00: Und den Kreis zu schließen ist es nicht einfach ein Moment wo man sagt vielleicht sollte ich mehr sein als mein Job in Zukunft.

00:28:06: Ja also würde ich persönlich jetzt immer unterstreichen Ich glaube dann bist du auch psychisch einfach stabiler wenn der Job mal wegbricht.

00:28:14: Es gibt auch Menschen die den Job einfach nur als Job sehen und als Ort wo sie ihr Geld verdienen und wieder heim gehen.

00:28:22: Diese Identitätsstiftung hatten jetzt schon das Vereinsbeispiel, dass sie dort einfach dann auch den Stiften der Erfahrungen machen.

00:28:29: Es kann auch ein Hobby sein!

00:28:31: Das kann auch die Familie oder Freunde sein, die ihnen das geben können und wo man vielleicht merkt wenn der Job mal nicht da ist hey ich hatte voll wenig Zeit damit zu befassen.

00:28:41: Ich will eigentlich in Zukunft mehr Zeit mit meiner Familie verbringen oder mit meinem Hund oder ich weiß auch nicht so.

00:28:49: oder ich will einen Marathon laufen.

00:28:51: Nein, das muss ja auch nicht immer der Leistungsgedanke sein.

00:28:53: Aber ich glaube es ist schon wichtig sich zu fragen ob man den Job so hoch hängt oder nicht?

00:28:58: Oder ob man sich umorientieren will, ob man nochmal eine Ausbildung macht oder eine Weiterbildung und dann einen neuen Job macht – besprechen wir nächste Woche wie genau das dann von starten geht oder ob man sie selbstständig macht.

00:29:11: Ich weiß nicht ob das in anderen Sprachen anders ist.

00:29:13: Ich finde es schon nicht unspannend dass man bei uns sagt «Ich bin Journalist».

00:29:17: nicht.

00:29:17: Ich arbeite als Journalist, ich kann leider viel zu weniger sprachen um zu wissen ob das andere besser machen.

00:29:22: aber ich finde es schon eigentlich ziemlich heftig dass wenn man sich jemandem vorstellt dass das eigentlich in den meisten Fällen das ist was man sagt!

00:29:31: Man fragt doch immer und was machst du?

00:29:34: Mir hat sie noch nie jemand mit...ich bin ein guter Mensch vorgestellt wäre vielleicht auch ein bisschen zu selbstbewusst oder vielleicht auch etwas wichtiger als der wer das Gehalt überweist einmal im Moment Ja

00:29:43: da hast Du recht.

00:29:44: ja Natürlich sind das irgendwie große Fragen und für manche stellen sich die vielleicht auch gar nicht.

00:29:51: Aber wenn man jetzt in der Position ist, dass man in der Arbeitslosigkeit davon sozusagen was Positives auch sehen kann und sich damit befassen kann, ist es ja schon mal gut.

00:30:00: also wenn du das kannst super aber es ist wirklich nur eine kleine Gruppe.

00:30:05: Und was ich schon auch interessant fand ist, daß die positiven Folgen von einem Jobverlust einfach sehr weniger forscht sind sondern die meisten Untersuchungen stützen sich hier einfach auf die negativen Folgenden.

00:30:14: Was ich aber trotzdem ganz spannend fand ist, dass es ungefähr seit einem Jahr seinen Prend auf Social Media gibt und vielleicht folgt dem auch dein Freund mit dem Fun-Employment den ich gar nicht so schlecht finde.

00:30:26: Und zwar...

00:30:27: Es gibt einige Content-Kreatoren die mit diesem Tabu der Arbeitslosigkeit brechen und wirklich darüber sprechen das sie gekündigt wurden welche Gefühle da sie ihnen ausgelöst hat Dass sie das Gefühl hatten zu versagen nicht genug zu sein obwohl es Auch teilweise Kündigungen waren, weil es einfach wirtschaftlich dem Unternehmen nicht gut ging und das jeden anderen hätte treffen können.

00:30:50: Aber es macht zumindest so mal eine perspektive Aufhe.

00:30:52: Das kann jeden treffen!

00:30:54: Und Arbeitslosigkeit ist jetzt nicht das Bild des Privatsender.

00:30:57: gerne in Sendungen wie Harz & Herzich zeigen von irgendwelchen jetzt Achtung Klischee rauchenden Männern den Jogginghosen im Plattenbau die den ganzen Tag nur Chips essen und fernschauen.

00:31:07: Und das macht einfach eine Debatte darüber auf.

00:31:10: ok Die Jobsucher ist gerade schwierig.

00:31:12: Wir haben hunderte Bewerbungen geschrieben und wurden gehostet von Firmen

00:31:16: usw.,

00:31:16: aber sie sprechen auch darüber, was sie positiv finden an der Arbeitslosigkeit.

00:31:20: Das sind aber um jetzt wieder auf die vorige Frage zu kommen natürlich Menschen, die sich den Jobverlust auch leisten können und letztlich auch für ihre Selbstfindung und die Social Media Karriere nutzen und sich dann selbstständig machen.

00:31:35: Aber es nimmt dem Ganzen so ein bisschen die Scham.

00:31:38: Es entsteht zumindest mal ein Gespräch darüber und es wird nicht mehr so tabuisiert.

00:31:43: Ja, ich glaube das ist generell etwas was vielleicht einfach wichtig wäre auch dass Menschen die damit trifft leichter oder mit zurecht kommen.

00:31:49: Dass man wirklich lernt, dass das ja einfach ein Teil des Lebens im Jahr zwanzig sechsundzwanzig für viele Menschen ist und dass das nicht irgendein selbst verschuldet, der sich möchte auf Kosten anderer Leben ist wie immer noch viele Menschen sehen?

00:32:03: Auf jeden Fall!

00:32:04: wie man sich auch umorientieren kann, wie man diese ganzen Fragen klärt die sich über einen Jobwechsel ergeben.

00:32:12: Das besprechen wir nächste Woche mit der Franziska.

00:32:15: Wenn ihr Fragen habt könnt ihr sie uns natürlich auch gerne schicken an Besserleben at thestanner.at.

00:32:20: Die hat sich ja quasi umorientiert von besser leben host zu karriere.

00:32:24: solleitung ist damit predestiniert.

00:32:27: Genau wenn ihr sonst Themenvorschläge habt dann schickt uns sie gerne auch feedback.

00:32:32: Wir freuen uns immer über eine Fünf-Sterne-Bewertung auf Kommentare und sonstiges.

00:32:38: Und wenn ihr da sinnvolle Sachen rausgehört jetzt habt, so ein vielleicht jemandem im Freundesbekannten Familienkreis habt, der das vielleicht gerade brauchen könnte kann man das ja auch weiterschicken.

00:32:48: Wieder ein paar lieben Worten!

00:32:49: Und auch die Frage wie oft willst du eigentlich dass ich dich darauf anspreche ob du eine Bewerbung ausgeschickt hast vorgesehen?

00:32:55: Voll

00:32:55: oder machen wir mal gemeinsam was ohne über den Job und Jobverlust zu sprechen?

00:33:00: Oder das...

00:33:01: Das war Besserleben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:33:03: Ich bin Martin Schauhuber...

00:33:05: ...ich bin Selina Thaler

00:33:06: und produziert wurde diese Folge von Christoph Neugierth.

00:33:10: Bis nächste Woche!