Besser leben

Besser leben

Der STANDARD-Podcast zum Glücklichwerden

Transkript

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00:00:06: Ich verzettle mich selbst, verstrick mich in irgendwelche Notlügen.

00:00:09: Weil ich wieder in die falsche Bahn gestiegen bin und zu spät zum Termin

00:00:12: komme.".

00:00:12: Wie kann man damit ein Problem haben?

00:00:14: Es ist eben

00:00:15: so viel mehr!

00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zur Besser-Leben.

00:00:23: der Standard-Podcast Zum Glücklichwerden.

00:00:25: Mein Name ist Magdalena Pöttsch und heute soll's um ein Thema gehen, bei dem wir im Gesundheitsresort immer merken dass es auf ganz besonders großes Leserinneninteresse stößt wenn wir Artikel dazu veröffentlichen nämlich ADHS.

00:00:39: Und was ich auch merke, wenn's um dieses Thema geht, kursieren noch immer wahnsinnig viele Vorurteile.

00:00:44: Umso mehr freut es mich, dass ich die heute gemeinsam mit einer ganz fantastischen Interviewpartnerin hoffentlich aus dem Weg schaffen kann!

00:00:51: Angelina Burger ist Speakerin, Content Creator, Journalistin und Autorin.

00:00:56: Ihr erstes Buch mit dem Titel Kirmes im Kopf dreht sich darum wie sie als Erwachsene die Diagnose bekam und was das für sie veränderte.

00:01:03: Jetzt ist vor kurzem ihr zweites Buch erschienen.

00:01:05: es heißt normal war nie der Plan Wie ich herausfand dass anders sein kein Fehler ist.

00:01:10: Rund um all diese Themen postet Sie auch unter dem Handle et kirmes im kopf auf Social Media Und genau darüber wollen wir heute reden.

00:01:17: Ich freue mich wahnsinnig aufs Gespräch.

00:01:19: schön dass du da bist Angelina.

00:01:21: Danke für die Einladung.

00:01:22: Direkt zu Beginn gratuliere zu einem Bestseller!

00:01:25: Vielen Dank!

00:01:26: Ich habe gerade vor der Aufnahme nochmal kurz auf dein Profil geschaut und gesehen, dass dein zweites Buch normal war nie der Plan jetzt offiziell ein Bestselle ist.

00:01:34: Genau zum zweiten Mal.

00:01:35: ich freue mich auch sehr.

00:01:37: Bis vor gar nicht allzu vielen Jahren war das eigentlich undenkbar, dass ein Buch über ADHS auf einer Bestsellerliste landet.

00:01:44: Was macht es mit dir zu sehen?

00:01:46: Dass über dieses Thema mittlerweile so breit gesprochen wird und dass das Buch auch eine Resonanz erzeugt.

00:01:52: Das zeigt mir einfach, dass sich was verändert und diese ganze Debatte, dieser ganze Diskurs irgendwie ins Rollen kommt.

00:01:58: Und das dafür eben nicht mehr nur Menschen aus der Fachwelt oder Medizin oder Psychotherapie für zuständig sind sondern ergänzend auch Menschen, die selber betroffen sind über ihren Alltag erzählen genau und sich so miteinander vernetzen.

00:02:16: Stichwort aus dem Alltag erzählen.

00:02:18: Ich würde gerne noch mal einen Schritt zurückmachen, auch in deiner eigenen Geschichte.

00:02:22: Dein erstes Buch heißt ja Kirmes im Kopf.

00:02:24: In Österreich würden wir da sowas sagen wie Kirtag im Kopf oder sowas in die Richtung.

00:02:28: wahrscheinlich.

00:02:29: Das erzeugt schonmal ein sehr eindringliches Bild.

00:02:31: aber vielleicht kannst du trotzdem nochmal konkret irgendwie beschreiben Wie es sich im Kopf von einer neurodivergenten Person anfühlt.

00:02:38: Ja sehr gerne also.

00:02:39: wenn man in diesem Kirmensbild leiden möchte dann ist das tatsächlich dieses Überall sind Reize, Geräusche.

00:02:47: Es kommt Musik von überall her und man hat das Gefühl, alles ist irgendwie ständig in Bewegung wie aus so einem Riesenrad oder auf der Achterbahn auch manchmal, auch was die Emotionen angeht.

00:02:57: Genauso kann es aber eben auch vielleicht mal das Gruselkabinett sein, indem man Ängste hat und nicht so richtig weiß, wer man is'.

00:03:05: Und es ist einfach ein Potpourri aus Dingen, sag ich immer.

00:03:09: Also es betrifft eben nicht nur die Konzentration oder die Aufmerksamkeit so wie es in dem Wort ADHS steckt das Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätssyndrom sondern es ist ebenso viel mehr.

00:03:22: also es betrift auch meine Freundschaften, meine Partnerschaften Die Art Wie Ich arbeite, wie ich gelernt habe als Schülerin oder dann noch im Studium?

00:03:30: Wie ich Beziehung aller Art pflege, wie Ich mit Finanzen umgehe meinen Haushalt mache, also es hat wirklich auf alle möglichen Bereiche einen Einfluss und eben nicht nur negativ sondern auch positiv.

00:03:42: Vielleicht sprechen wir da ja auch noch drüber?

00:03:43: Da kommen wir ganz bestimmt noch dazu.

00:03:46: jetzt wächst man damit auf und hat erst mal irgendwie keine Vergleichswerte.

00:03:50: wann war denn bei dir so der erste Moment wo du dir gedacht hast okay vielleicht funktioniere ich ein bisschen anders als die Menschen in meinem Umfeld

00:03:58: eigentlich schon immer.

00:04:00: Seit ich zurückblicken kann, diese Wahrnehmung, dass bei mir irgendwie was anders läuft und ich anders ticke.

00:04:06: Ich sag mal das erste Feedback ist dann so in der Familie aber vor allem wenn man in die Schule kommt, wenn man neue Freundschaften knüpft oder wenn man das Feedback auch von den Lehrkräften hat.

00:04:17: Das muss eben nicht nur negativ sein, es kann verbunden sein damit, dass man Aufgaben anders löst oder viel schneller ist als alle anderen Wege geht hat eben auch sehr viel damit zu tun, dass man aneckt.

00:04:32: Also in meinen Zeugnissen stand ständig drin, lenkt sich und andere vom Unterricht ab.

00:04:37: ich wurde ständig vor die Tür geschickt weil ich gehampelt habe und mich zu viel bewegt habe oder musste hinter dem Stuhl stehen.

00:04:44: dann hieß es oft das ich viele Widerworte gebe.

00:04:46: dabei wollte eigentlich die Dinge nur richtig verstehen und das zieht sich eigentlich so durch meine ganze Schullaufbahn.

00:04:52: Und jetzt entwickeln ja ganz viele Betroffene irgendwie Strategien, um trotzdem in diesem System möglichst normal zu funktionieren.

00:05:02: Was waren denn da so deine Methoden?

00:05:04: Also ich sag mal, meine größte Stütze war vor allem mein Elternhaus.

00:05:08: Vor allem meine Mama.

00:05:09: Das war eine Art Auffangnetz, sage ich mal.

00:05:12: Ich war zum Beispiel die, die ... Ich hab mich direkt an die Hausaufgabe gesetzt, aber ich hab die dann nur halb bearbeitet oder ich hab sie zu Hause liegen lassen und war am nächsten Tag in der Schule.

00:05:20: Und dann hat man mir nicht geglaubt, dass ich die Zuhause irgendwie auf dem Schreibtisch noch liegen habe.

00:05:26: oder Mama, die mir halt die Hausafgaben hinterherbringt oder den vergessenen Turnbeutel abholt bevor er schimmelt.

00:05:34: viele Elterngespräche und so was, weil es dann immer eben diese Waage war aus.

00:05:38: Sie kann das ja eigentlich und sie will nur nicht.

00:05:41: oder das hat ja immer alles geklappt.

00:05:43: Wieso ist jetzt so ein Problem?

00:05:45: Wieso stellt sich da so quer?

00:05:47: Und das ist glaube ich eine der Hilfen die bis ich dann ausgezogen bin in meinen Anspruch nehmen konnte zum ersten Mal auf eigenen Beinen stand, dann war das wirklich so ein Gefühl von Huch.

00:05:58: Jetzt muss ich mich um mich selber kümmern.

00:06:00: wie soll das alles klappen?

00:06:01: Wie soll ich Sachen pünktlich abgeben meine Miete bezahlen, mich noch selbst versorgen?

00:06:06: Das ist dann irgendwie alles.

00:06:07: erst mal über mir eingebrochen würde ich sagen

00:06:09: ja Und wie war denn der Weg zur Diagnose bei dir?

00:06:13: Also es ist so gewesen, dass ich eine ganze Zeit lang... also das hat eigentlich im Studium dann angefangen und hat sich dann bis in meine ersten Arbeitsjahre gezogen.

00:06:22: Dass ich auf der einen Seite gedacht habe, cool!

00:06:25: Ich kann das machen was ich machen möchte eben als Journalistin arbeiten und hab irgendwie meinen Traumjob.

00:06:31: Ich kann vor der Kamera rumtanzen und den Mikrofon reinlabern.

00:06:35: Das war's mir quasi früher immer vorgeworfen wurde.

00:06:38: Meine Grundschullehrerin hat zu mir gesagt, Angelina wenn man dich erschießen müsste, müsste man deinen Mund extra... erschießen.

00:06:44: Ich glaube es war ein Kompliment auch irgendwo, ich weiß nicht, das waren die neunziger, da war alles noch ein bisschen anders und dann konnte ich mir das eben irgendwie so... Das ist dann skill geworden.

00:06:52: aber gleichzeitig habe ich eben auch gemerkt, ich stoße ganz oft an meine Grenzen, ich bin super oft eben auch krank erkältet hab mit Kopfschmerzen, Nackenschmerzen allen möglichen zu tun.

00:07:03: Ich mach tausend Termine aus als Freiberuflerin und schaff das dann nicht die einzuhalten, verzettel mich selbst, verstrick mich in irgendwelchen Notlügen weil ich wieder an die falsche Bahn gestiegen bin und so spät zum Termin komme.

00:07:15: Genau!

00:07:15: Und dann hab' ich gedacht, ich muss mir irgendwie therapeutisch Hilfe holen.

00:07:18: aber es war mehr so ein Gedanke von ich gehe jetzt irgendwo hin und da soll mir jemand sagen was verdammt noch mal mit mir los ist warum ich das alles nicht hinkriege?

00:07:26: Warum ich so faul-und undiszipliniert bin und dann optimiere ich mich quasi selber.

00:07:33: Und das hat aber nicht funktioniert, weil alles was mir diese Therapeuten gesagt hat war für mich so, hm ... Das weiß ich schon!

00:07:40: Das sind alles Dinge, das ist nichts Neues.

00:07:42: Es sind alles Strategien und Überlegungen die ich selber schon hatte aber ich krieg's nicht umgesetzt!

00:07:47: Und ich werde auch dieser Frau jetzt wieder ins Gesicht sagen ja klar mache ich bis nächste Woche und das gucke ich mir an und die und die Hausaufgabe werde ich bis zum nächsten Mal erledigen.

00:07:55: und ich weiß jetzt schon wo ich das sage.

00:07:57: Ich werd es nicht tun und muss mir dann wieder irgendeine Lüge ausdenken.

00:08:00: und irgendwann bin ich dann ganz zufällig in meiner Arbeit als Journalistin eben auf das Thema ADHS im Erwachsenenalter gestoßen.

00:08:08: Also ich hab ein Interview gesehen mit einer jungen Frau, selber Psychologie- Studentin die durch ihr Studium herausgefunden hat dass sie eben ADHS hat im Erwachsene Alter des quasi S rausgefunden und die darüber erzählt hat und ich saß da und war wirklich so warte mal ist das hier versteckte Kamera?

00:08:23: es gibt einen Begriff dafür?

00:08:25: Das ist doch eins zu eins mein Leben.

00:08:27: wie kann es sein dass sich noch nie davon gehört habe?

00:08:31: Klar wusste ich irgendwie ADHS, was diese Buchstaben bedeuten.

00:08:34: Aber ich hab's halt immer verbunden mit kleinen Jungs die in der Schule auffällig sind und wieder Worte geben, die auf den Tischen rumtanzen, was denen natürlich auch nicht gerecht wird.

00:08:43: Dass man als erwachsene Person oder Frau davon betroffen sein kann, das war komplett neu für mich.

00:08:49: Und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.

00:08:51: Ich habe mich auf UDC gemacht eine Diagnose zu bekommen.

00:08:58: Kannst du uns dann noch mal kurz mitnehmen auf diese ODC, wie ist die abgelaufen im Schnelldurchlauf?

00:09:04: Weil ich glaube das ist oft eben wie du sagst ein Hürdenlauf oder für Betroffene.

00:09:08: Genau also ich weiß nicht wie die Lage in Österreich ist aber in Deutschland es ist auf jeden Fall so... Ich habe total blauäugig dann in verschiedenen Praxen angerufen und versucht mich da durchzufragen für eine Diagnostik.

00:09:21: Überall stand schon auf den Homepages, wir nehmen niemanden mehr an Aufnahmestopp melden sie sich dann und wieder in großen roten Buchstaben oder man ist gar nicht erst durchgekommen oder hatte nur irgendein Anrufbeantworter am Ohr.

00:09:35: Und irgendwann bin ich bei der Uniklinik Bonn gelandet, also in NRW zwar noch.

00:09:40: Aber doch schon etwas weiter weg von meinem Wohnort.

00:09:43: und da hab ich dann ja der Frau eben gesagt was es mir auf dem Herzen liegt dass ich gern Diagnostik machen würde.

00:09:49: und dann hat sie wirklich nur gewartet bis sich mein Satz beendet habe um zu sagen Frau Burger tut mir leid ihnen das sagen zu müssen aber den nächsten Termin den wir frei haben der wäre in acht zehn Monaten.

00:09:59: Wow

00:10:00: Und das hat sich leider bis heute nicht geändert.

00:10:02: Das ist zum Teil nur noch schlimmer geworden weil einfach die Versorgungslage wirklich schlecht ist und es einfach zu wenig Menschen gibt, die vom Fach sind.

00:10:11: Und die sich wirklich mit dieser Thematik eben auch Erwachsenenalter und Frauen auskennt weil da eben doch so ein paar Fallstricke sind.

00:10:20: Das sind sicher die Feinheiten in Deutschland und Österreich ein bisschen anders.

00:10:23: aber ich glaube im Kern ist es doch sehr ähnlich dass eben so dieser auch bürokratische Weg hin zur Diagnose für neurodivergente Personen ein irrsinniger Kraftakt sein kann.

00:10:33: Warum ist denn überhaupt zu einer Diagnose so wichtig für Betroffene?

00:10:38: Genau, das ist eine Frage.

00:10:39: Die wird mir super oft gestellt weil es natürlich dann auch in meinem Umfeld war dass dann gesagt wurde wieso brauchst du den jetzt?

00:10:44: die Diagnos du kommst eigentlich zurecht Du bist doch erwachsen, du bist doch irgendwie hast ne Beziehung bis im Job hast ne Wohnung und so weiter.

00:10:51: ja aber das Problem ist eben dass es ein gewisser Preis ist den man sein Leben lang schon gezahlt hat indem man sich versucht anzupassen.

00:11:00: Also das wird auch häufig als Masking betittelt, da geht es eben darum dass man natürlich von klein auf Also jeder Mensch möchte dazugehören zu einer Gemeinschaft.

00:11:10: Niemand möchte alleine sein, niemand möchte ausgeschlossen werden und wenn du jetzt aber merkst dass du eben an das tippst anders funktionierst ob das jetzt darum geht dass du lauter bist als alle anderen leiser bist als aller anderen dass du mehr Bewegung brauchst dass Du eben wie das dann genannt wurde bei mir irgendwie sehr hamperlich bist Dass du ja deine energie schwierig einteilen kannst deine emotionen anders reguliert Das sind eben alles Dinge mit denen man irgendwie aneckt.

00:11:35: und dann gibt es ganz grob gesagt, eben zwei Wege.

00:11:39: Und bei kleinen Jungs oder bei Jungs ist es halt eher so, dass sie diesen Weg gehen, das okay dann bin ich halt so und dann eck' ich halt an?

00:11:47: Dann isst das eben das Bild was die Gesellschaft von mir hat!

00:11:51: Bei Frauen ist es eben oder Mädchen nachweislich so, daß sie sich sehr oft anpassen, dass Sie sehen ok das und das kriegt irgendwie mein Sitznachbar vielleicht Ärger für, dass er sich so verhält... Ich halte mich jetzt zurück, ich pass mich an.

00:12:04: Ich versuch dem zu genügen was an Erwartungen an mich gestellt wird und das hat aber eben diesen Preis dass unsere Psyche und unser Körper ja das häufig eine Zeit lang mitmachen kann aber irgendwann sich das Ganze dann manifestiert eben in Folgeerkrankungen so etwas wie Depressionen, Essstörung, Angststörung alle möglichen Dinge, die sich daraus entwickeln können.

00:12:26: Und dann ist ADHS eben auch nicht mehr nur einfach irgendwie lustig oder hat ja jeder ein bisschen, sondern dann geht es halt wirklich an die Substanz.

00:12:34: Es gibt eben Untersuchungen und viele, viele Studien dazu, dass Menschen mit ADHS beispielsweise eine kürzere Lebenserwartung haben.

00:12:42: Dass sie die Lebensqualität einfach deutlich niedriger ist.

00:12:45: Dass Sie niedrigere Bildungsabschlüsse haben, frühere Geschwangerschaften oder häufiggere Schwangerschaftsabbrüche.

00:12:53: in Kontakt mit bestimmten illegalen Substanzen kommen.

00:12:57: Oder eben auch Nikotin oder Marihuana, um ein Stück weit eine Art Selbstmedikation zu betreiben.

00:13:03: Weil sie merken, ich bin immer da oben und muss runterkommen.

00:13:07: Ich bin immer super weit unten und muss schaffen hochzukommen, um dieses Pensum zu halten.

00:13:13: Das sind dann Sachen, die sich wirklich manifestieren und nicht mehr so einfach wegzukriegen sind alleine.

00:13:19: Das ist wahrscheinlich dann auch der Grund, was du jetzt ansprichst.

00:13:22: Ich habe schon oft gelesen, dass hinter Burnout eben nicht nur eine Depression sondern oft auch ADHS stecken kann vor allem bei Frauen.

00:13:28: oder das ist wahrscheinlich genau der Punkt?

00:13:30: Richtig und Frauen neigen eben auch dazu.

00:13:34: also schließt natürlich Männern nicht aus.

00:13:36: aber es gibt eben dieses Verhältnis, dass Frauen eben dazu neigen dieses Kartenhaus mit aller Kraft aufrecht zu erhalten quasi darunter einbrechen und eben auch weniger mit ihrer Verzweiflung, ihrer Wut sich ans Außen richten.

00:13:54: sondern immer gegen sich selbst, also immer sagen ich bin das Schuld.

00:13:57: Das ist alles meine Schuld.

00:13:58: Ich krieg es nicht hin, sauer auf sich selbst sind dann vielleicht irgendwie so ... Ich mein zu sagen, ich ess jetzt gar nichts mehr oder ich ess zu viel oder fange an zu trinken.

00:14:08: Das sind ja in dem Sinne auch ein Mechanismus der so ein bisschen selbsterstörerisch wirkt.

00:14:14: Es sind natürlich auch Strategien mit denen man versucht zu überleben aber sie richten sich eben gegen einen selbst und können sehr schadhaft sein.

00:14:21: Ja,

00:14:22: und eben genau durch solche Strategien.

00:14:25: Und durch die Coping-Mechanismen und die soziale Erwünschtheit bei Mädchen und Frauen – das ist wahrscheinlich der Grund warum sie so lange in diesem diagnostischen Prozess übersehen wurden oder?

00:14:35: Richtig!

00:14:35: Siehst du da schön langsam dass sich da was tut?

00:14:38: Da tut es sich definitiv was einfach weil sich Menschen mehr mit der Thematik beschäftigen.

00:14:45: einmal aus der Gesellschaft heraus dieser Andrang, der eben gerade auch ist von Menschen die mit diesem Thema einfach zu Ärztinnen kommen.

00:14:54: Zu Psychotherapiepraxen und da anklopfen und sagen ich habe ein Problem, ich hab einen Leidensdruck könnte es vielleicht ADHS sein oder vielleicht auch Autismus dass sich da was tut.

00:15:05: auf der anderen Seite erreiche mich trotzdem noch jede Woche Nachrichten vor allem von Frauen die in Praxen sitzen acht Monate, ein Jahr, achtzehn Monate gewartet haben und die halt direkt damit abgewatzt werden.

00:15:18: Dass ihnen gesagt wird ja aber bei Ihnen sehe ich das überhaupt nicht.

00:15:21: sie kommen doch zurecht im Leben Sie haben doch einen hohen Abschluss.

00:15:25: was ist denn mit Ihren Kindern?

00:15:26: sind ihr auf dem Gymnasium ja läuft auch alles und dass dann gesagt wird wofür brauchen sie die Diagnose?

00:15:31: oder Ich seh das eben bei Ihnen nicht Ihre Zeugnisse sind doch unauffällig Und das sind dann eben diese Fallstricke.

00:15:36: und da brauchen wir Menschen die wirklich geschult sind auch erkennen können, die aber gleichermaßen eben auch erkennen kann wenn es kein ADHS ist.

00:15:46: Weil das ist tatsächlich so eine Thematik die mich auch wirklich persönlich ziemlich aufregt denn letztendlich ein Mensch der einen Leidensdruck hat und sich Hilfe suchen will und sich auf diesen Weg begibt da sitzt eben auf der anderen Seite jemanden der sich damit auskennen muss und der auch damit umgehen muss zu sagen Es ist kein adhs es ist vielleicht etwas anderes.

00:16:10: Menschen, die entscheiden darüber, ob jemand eine klinische Diagnose bekommt oder nicht.

00:16:14: Das kann ich nicht für mich entscheiden.

00:16:16: Nur weil ich sage, ich hab ADHS oder glaube, ich habe ADHS ist das immer noch keine klinischen Diagnosen.

00:16:21: Ich bekomme dadurch keine Medikamente verschrieben und keinen Zugang zu einer adhs-spezifischen Therapie.

00:16:28: Und dass dann dem Individuum zum Vorwurf zu machen, dass man sich selbst diagnostiziert, das finde ich sehr schwierig in dieser

00:16:35: Debatte.".

00:16:36: Dazu kommen wir gleich noch, ganz kurz noch zu diesem Diagnoseprozess.

00:16:40: Ich nehme wahr dass so die Diagnosen für viele oft auch ein ganz emotionaler Moment irgendwie ist und dass sie dann merken, okay Sie müssen ihr bisheriges Leben irgendwie ganz neu bewerten und sortieren.

00:16:52: Und das macht einfach was mit der Art und Weise wie man künftig durchs Leben geht.

00:16:56: Vor allem auch wenn die Diagnose erst im Erwachsenenalter kommt, wenn man sich das ganze Leben für einfach zu chaotisch, zu sensibel, zu laut, zu langsam, zu unkonzentriert gehalten hat... Wie war es denn bei dir?

00:17:07: Kannst du nachempfinden, dass das so ein emotionaler Prozess auch ist?

00:17:10: und was verändert so eine Diagnosis?

00:17:12: ist ja auch auslösen.

00:17:15: Total, also ich muss sagen für mich und da kann ich nicht für alle Menschen sprechen aber für mich war es ein total erlösender Moment also wirklich einen Stück weit das ich Frieden mit mir selber schließen konnte.

00:17:26: und das liegt eben auch vor allem daran dass ich begriffen habe, dass Gehirne unterschiedlich funktionieren, dass es eben nicht nur dieses eine Gehirn gibt und wenn du auf diese Art und Weise nicht funktionierst oder Erwartung einer Gesellschaft alle erfüllen kannst, dass das nicht automatisch bedeutet.

00:17:44: Dass was mit dir nicht stimmt oder dass du kaputt bist sondern dass vielleicht diese Welt nicht in allen Bereichen so ausgelegt ist, dass es für alle gleich gut funktioniert.

00:17:54: und das war für mich einfach... Das hat mir ehrlich gesagt Kontrolle zurückgegeben über mein Leben, weil ich dann gewusst habe okay Ich kann Dinge anlernen.

00:18:03: Ich kann sie anpassen damit Sie besser mit meinem Gehirn quasi zusammenarbeiten.

00:18:08: Es gibt aber vielleicht auch Dinge in meinem Leben die ich gar nicht ändern möchte.

00:18:12: Sondern so bin ich das ist ein Teil von mir und dass es auch in Ordnung so Und vielleicht suche ich mehr einfach auch noch andere Menschen Denes ähnlich geht und hab da eben diese gemeinsamen Erfahrungen Aber auch gemeinsam Möglichkeiten irgendwie was zu verändern.

00:18:27: Jetzt muss man sich aber vorstellen, dass das natürlich nicht für jeden Menschen so ist.

00:18:30: Das kann unterschiedliche Gründe haben, egal ob man jetzt irgendwie sieben, siebzehn oder siebenundsiebtzig ist.

00:18:36: also ich habe schon mit all diesen Altersklassen quasi darüber gesprochen die eben sagen ja ich hab die Diagnose als Kind bekommen Aber das waren einfach nur vier Buchstaben auf dem Zettel Rezept und meine Eltern wussten gar nicht damit umzugehen Und es hatte immer diesen Stempel von Mit dir stimmt was nicht hier nehmt deine Tabletten dann funktionierst du richtig?

00:18:54: Und das war's!

00:18:56: darüber geredet.

00:18:57: Und das sind eben Menschen, die ja dann häufig eine gewisse Wut oder Trauer empfinden genauso wie Menschen mit denen ich spreche, die vielleicht sechzig, fünfundsechzig sind und sagen Ich blicke auf ein Leben zurück.

00:19:09: Und wer weiß, wie das gelaufen wäre, wenn ich es früher gewusst hätte.

00:19:13: Wenn er mich aufgeklärt hätte, dass es Möglichkeiten gibt damit umzugehen und auch noch andere, denen's ähnlich geht?

00:19:20: Da verstehe ich auch, dass man dann eine Wut empfindet, dass sie traurig ist weil man denkt diese Zeit oder die Dinge, die ich erfahren habe ob es jetzt Mobbing ist, ob es Partnerschaftsgewalt ist, immer unter den Erwartungen beruflich geblieben zu sein bedeutet oder Menschen, die sagen ich hätte dann vielleicht nie Kinder bekommen.

00:19:38: Das sind halt alles Sachen, die ja damit rein spielen und die natürlich auch andere Gefühle außer Dankbarkeit und Versöhnung mit sich selbst irgendwie auslösen.

00:19:48: Klar das heißt nach dieser Diagnose ODC startet für viele auch irgendwie ein Prozess wieder oder der Selbsterkundung

00:19:55: Total.

00:19:56: Also viele Fragezeichen, es ist nicht automatisch alles dadurch gelöst.

00:20:00: aber und das muss man einfach sagen dass hier gerade Social Media oder eben dann auch gewisse Bücher, Beiträge, Podcasts dafür gesorgt haben, dass Menschen sich besser verstehen ob bis jetzt A bedeutet, dass sie überhaupt sich auf den Weg machen und sich trauen darüber zu sprechen oder sich auf diese Odyssee zu machen.

00:20:18: Oder eben danach auch wissen ich bin damit nicht alleine es gibt Möglichkeiten irgendwie doch vielleicht an den einzelnen Schräubchen in meinem eigenen Leben irgendwie zu drehen und was zu verändern oder eben auch diese radikale Selbstakzeptanz anzugehen?

00:20:31: zumindest ja

00:20:33: An welchen Schrauben hast du denn gedreht?

00:20:35: Weil du hast ja schon gesagt, die Diagnose ist erst mal nur die Diagnose.

00:20:39: Und man bekommt jetzt irgendwie nicht sofort ein Rezept in die Hand.

00:20:41: Du hast vorhin erzählt von der Therapeutin wo du schon im Moment als du es ausgesprochen hast gewusst dass das werde ich sowieso nicht umsetzen können oder nicht machen.

00:20:50: Was hat dir dann im Endeffekt wirklich geholfen?

00:20:53: Das sind ganz verschiedene Bausteine und das bedeutet auch Nicht Dass Es Für Alle Gleiches.

00:20:57: Aber Mir Hat eben Geholfen Erst Mal Wirklich Eine adrs spezifische Therapie zu Machen.

00:21:03: Coolerweise, meine Therapeutin hat selber ADHS.

00:21:06: Die mich damals betreut hat.

00:21:08: das war ganz cool weil ich musste viele Dinge einfach gar nicht erklären.

00:21:11: dann nehme ich seit vielen Jahren auch adhs Medikamente die mir in meinem Alltag helfen und der Austausch mit anderen, sowohl auf Social Media aber auch persönlich.

00:21:22: Ich habe mittlerweile in meinem Freundeskreis Menschen die ich schon vorher hatte, die jetzt nachträglich diese Diagnose bekommen haben und gesagt haben hey Angelina!

00:21:31: Ich muss dir da was erzählen?

00:21:32: Ich bin jetzt auch diagnostiziert, aber auch Menschen die neu in mein Leben gekommen sind durch meine Arbeit und das ist eben auch ein ganz wichtiger Baustein einfach andere Verbündete zu haben, mit denen man sich austauschen kann.

00:21:45: Dass das jetzt schon ein paar Mal angesprochen sei, dass da so viel Aufmerksamkeit auf Social Media über Neurodivergenz gibt wird auch das Thema Selbstdiagnostik immer größer.

00:21:55: In Anführungsstrichen Selbstdiagnostik.

00:21:57: Eben auf TikTok, Instagram und Co.

00:21:59: erkennen sich ganz viele Menschen dann einfach in Beschreibungen von ADHS wieder.

00:22:04: Wie siehst du denn das?

00:22:05: Man hört ja immer wieder so kritische Stimmen die sagen Ja okay jetzt wird irgendwie aus jeder menschlichen Eigenart sofort ein Symptom und jede Form von Unkonzentriertheit wird pathologisiert.

00:22:15: wie siehst Du das?

00:22:16: kann diese Form der Aufklärung auch hilfreich sein?

00:22:19: Definitiv.

00:22:20: Also ich verstehe die kritischen Punkte, dass Social Media einfach dazu neigt Dinge sehr verkürzt darzustellen oder das man dann eben Videos sieht wo sich vielleicht auch mal mit Humor über irgendwelche Dinge gesprochen wird.

00:22:34: Aber das ist eben nur ein Teil davon und ich möchte aber trotzdem auch meine Videos machen können, wo ich einfach mal darüber lache dass ich zum fünften Mal meine Waschmaschine anschmeißen muss weil ich schon wieder vergessen habe die Wäsche anzumachen.

00:22:45: Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Mensch der seine Wäschevergist automatisch ADHS hat sondern es ist eben viele viele Dinge gehören zueinander Und das is'eben der Teil eine medizinische Diagnose.

00:22:59: den Unterschied macht.

00:23:00: Denn da sitzt eben jemand vom Fach, der viele einzelne Items, wie man das nennt, zusammennimmt verschiedene Symptome sieht sich die Kindheit anguckt, dass jetzt leben.

00:23:11: also es gibt Fragebögen für Erziehungspersonen und Personen mit denen man gerade das Leben verbringt.

00:23:16: Man guckt sich die Schulzeugnisse an, man macht neurologische Tests Also ist ganz viel auch Differenzialdiagnostik und das irgendwie klarzukriegen, dass es doch einen Unterschied gibt zwischen diesen.

00:23:27: Ah lustig haha!

00:23:28: Das kenne ich.

00:23:29: Und ich habe wirklich ein Leidensdruck und brauche irgendwie Unterstützung und Hilfe.

00:23:34: Das ist dann noch mal der große Unterschied würde ich sagen.

00:23:38: Aber das heißt so die Auseinandersetzung mit dem Thema auf Social Media kann einfach ein erster Schritt sein?

00:23:44: Auf den Weg zu professioneller Hilfe und Unterstützung

00:23:47: Genau, oder vielleicht auch eine Überbrückung.

00:23:49: Denn diese achtzehn Monate ... Also man muss sich eben klarmachen es ist ein Thema.

00:23:53: Man sieht oft die Spitze des Eisbergs da geht's dann eben darum hat die Wäsche vergessen Oder hat irgendwie die falsche Seite bei den Hausaufgaben bearbeitet Keine Ahnung was, es hat ein chaotisches Zimmer.

00:24:06: Aber unter dieser Spitze des Eisbergs geht's halt bis hin zu deutlich höherem Suizidrisiko bei Menschen mit ADRS beispielsweise auch und da ist das dann eben nicht mehr so lustig.

00:24:15: Also das ist Prävention tatsächlich dass es eben Menschen gibt die über Social Media darüber sprechen aufklären ob es jetzt ist ich nehme dich mal einen Tag mit in meinen Kopf oder ob es wirklich auch wissen.

00:24:26: also ich arbeite ja oft sehr oft wissenschaftlich Ob es einfach Sachen sind die wirklich Leute auf klären kann eben auch unterm Strich Suizidprävention sein, bis man dann vielleicht eine Diagnostik hat oder einen Therapieplatz.

00:24:40: War für dich immer klar seit der Diagnose dass du damit so nach außen gehen wirst und das Thema zu deinem Thema machen wirst?

00:24:47: Ja von Anfang an.

00:24:48: also ich würde sagen das ist eben auch ein bisschen mein ADHS dieses nicht lange nachzudenken diese Impulsivität sehr auch manchmal vielleicht nicht riesigen abzuwägen.

00:24:57: Natürlich macht man sich verletzlich und angreifbar, aber für mich war ganz klar aus diesem Impuls heraus so warte mal wie!

00:25:04: Ich hab ADHS, wenn ich das schon nicht gecheckt habe mit neunzwanzig damals als jemand mit einem hohen Bildungsstand die Journalistin ist und tatsächlich sogar über mentale Gesundheit die meisten Stücke gemacht hat.

00:25:17: Wie viele Menschen da draußen gibt es wohl?

00:25:19: Die nicht davon wissen und die strugglen Und ich muss damit rausgehen und ich muss der Welt davon erzählen und ich mach dass eben am liebsten immer über eigene Geschichten über nahbare Erzählungen und nehmen die menschen dann mit und streue hier und da Fakten und wissenschaftliche Punkte mit ein.

00:25:36: Und das hat bis jetzt eigentlich ganz gut funktioniert,

00:25:40: was mir auch schon hin- und wieder begegnet ist so am Rande von irgendwelchen stammtisch Diskussionen oder in diversen Medienbeiträgen ist dann oft zu.

00:25:49: Ja, das klingt schon fast ein bisschen wie ein Vorwurf von wegen des ADH erst doch eine Trenddiagnose sei.

00:25:54: und wenn man das nicht hat gehört.

00:25:56: Man ja gar nicht mehr dazu und weiß nicht früher hat man da nicht so offensiv drüber gesprochen aber heute schreibt jeder seine Diagnose in die Insta-Bio.

00:26:03: quasi.

00:26:04: was entgegnest du denn da?

00:26:05: Ich habe ein bisschen das Gefühl wenn der Mensch nur leidet dann ist es okay.

00:26:10: Aber wenn daraus auch ein in gewisser Weise eben eine Stärke, eine Kraft wachsen kann, weil man damit nicht alleine ist?

00:26:17: Weil Menschen laut werden sich dafür einsetzen, dass ihre Bedürfnisse gehört werden, dass sich Dinge verändern auf der Arbeit, in der Schule oder zwischenmenschlichen Beziehungen.

00:26:27: Dann haben Menschen plötzlich ein Problem damit.

00:26:29: Wenn du einfach nur sagst mir geht's schlecht und ich bin aber leise und ruhig, dann ist das ok!

00:26:33: Aber wenn das bedeutet, dass da auch mal jemand auf den Tisch haut auf Frauen, die laut sind und für sich einstehen.

00:26:41: Das wirkt dann manchmal auch so ein bisschen als wäre das ein Problem?

00:26:45: Und es ist für mich eben ... Wir holen halt gerade auf!

00:26:48: Also es ist ein Nachholeffekt.

00:26:50: Klar wirkt das wie einen Trend wenn das jetzt alles irgendwie in den letzten drei vier Jahren geballt auf uns zukommt und dieses Thema nicht mehr wegzudenken ist.

00:26:59: aber es gibt eben Sachen über die wir viel zu lange nicht gesprochen haben und viele Menschen die eben unterm Radar waren diagnostiziert oder irgendwie an der Praxistüre abgewiesen worden sind, sich nicht getraut haben Hilfe zu suchen und die tauchen gerade eben alle auf in diesen Statistiken.

00:27:18: Und das ist unter dem Strich eigentlich eine ziemlich gute Sache weil das bedeutet dass sich was tut und dass Menschen um sich selber kümmern zumindest besseres Leben leben zu können.

00:27:30: Und ich frage mich wirklich immer, wie kann man damit ein Problem haben?

00:27:33: Dass Menschen sich um sie selbst kümmern, damit es ihnen besser geht weil das sicher auch wieder auf andere auswirkt.

00:27:40: Absolut und ich finde das voll schön was du sagst dass es eben auch darum geht vielleicht auch die positiven Seiten zum Vorschein zu bringen, dass das ganz zu Beginn von unserem Gespräch schon kurz gesagt hast du darüber sprechen möchtest, nur als Diagnose sieht, sondern einfach auch als besondere Wahrnehmungsweise oder als etwas das man für sich klemmen kann und vielleicht auch in manchen Situationen zum Positiven wenden kann.

00:28:03: Daher einfach mal ganz direkt die Frage was findest du denn an deinem Adress so richtig cool und super?

00:28:08: Was würdest du gar nicht mehr hergeben wollen?

00:28:10: Also beispielsweise ist es bei mir diese sehr... ausgeprägte Kreativität.

00:28:15: Also ich kann aus wenig viel machen, meistens dann auf eine unkonventionelle Art und Weise keine Ahnung.

00:28:21: Ich lehne dabei irgendwie mit einem Ellenbogen auf dem Küchentisch da hinten läuft noch ne Serie!

00:28:26: Und ich hab irgendeine Skizze vor mir und tippen noch was in mein Handy... ...und jeder Mensch der nicht so funktioniert wie ich würde sagen, so kann man sich doch nicht konzentrieren und das ist auch nicht ordentlich und nicht professionell.

00:28:37: aber am Ende entsteht daraus halt etwas häufig auch in einer viel kürzerem Zeit als jemand anders dafür gebraucht hat.

00:28:43: Dafür habe ich aber meine Probleme damit irgendwie Ordnung in meiner Küche zu halten oder meine Steuererklärung pünktlich abzugeben.

00:28:50: und mir ist es halt wichtig, dass beides eben dass es eben gleich viel wert ist, ob man jetzt in der einen Sache Hilfe braucht oder in der anderen Sache vielleicht auch viel schneller oder besser funktioniert als jemand anders.

00:29:02: Und das niemand das Recht hat, das einfach so abzuwerten oder immer an etwas zu messen was eben der Standard ist und dann vielleicht auch damit Kreativität Mut auch den Mut zum Risiko damit vielleicht auch im Keim erstickt bevor sich irgendetwas entwickeln kann.

00:29:21: sehr spontan, ich werfe gerne mal Pläne über Bord und neige dann aber gleichzeitig eben auch dazu Menschen aus ihrer Komfortzone rauszuholen.

00:29:31: Und einfach zu sagen hey!

00:29:32: Dann lass doch einfach morgen ans Meer fahren und dann arbeiten wir halt einen Tag am Meer.

00:29:36: Am Laptop ist doch scheißegal wo du sitzt.

00:29:39: Das ist eben auch was.

00:29:40: Menschen lassen sich durch meine Art anstecken und trauen sich irgendwie auch mal aus diesen Normen und dieser Gradlinigkeit raus und profitieren eben auch davon Und ich glaube, das ist was.

00:29:51: Dafür werde ich eben auch von Menschen in meinem Umfeld genauso geliebt – auch wenn sie manchmal dann wiederum an ihre Grenzen kommen!

00:29:58: Damit dass sich sie dann zwei Wochen lang danach ghoste und sie mich nicht mehr erreichen können weil ich jeder zu viel auf den Schreibtisch hab' und es nicht schaffe zu antworten.

00:30:06: Aber wie du sagst, beides darf Platz haben und ist doch voll das schöne Kompliment irgendwie zu hören, dass die Energie ansteckend ist oder?

00:30:13: Das hört man schon gerne.

00:30:16: Stichwort normal und Standard.

00:30:19: Ich würde noch ganz kurz gern über dein aktuelles Buch sprechen, da bist du irgendwie sehr weit in der Geschichte zurück gereist.

00:30:25: Du bist in deiner Recherche quasi einmal durch die Menschheitsgeschichte von der Standzeit bis zu TikTok quasi gereist und hast dir angeschaut was hat sich eigentlich verändert an unserem Verständnis von Normalität und Anderssein?

00:30:39: Auf was bist du da drauf gekommen und was hat dich vielleicht auch erstaunlich wenig verändert.

00:30:44: Man hat momentan ein wenig das Gefühl, es ist eine Art Rückschritt.

00:30:47: Dass wir schon mal an einem Punkt waren wo wir was weiter waren und mehr Arten eben zu funktionieren und zu denken akzeptiert haben.

00:30:55: also ich bin wirklich bis ganz ganz zurück an die Menschheitsgeschichte und habe mir das mal angeschaut dass es eben auch viele Theorien und auch Untersuchungen dazu gibt dass wir eben früh davon profitiert haben, dass Menschen unterschiedlich funktionieren.

00:31:10: Dann hast du vielleicht dieses Lagerfeuerbild und da ist dann die Angelina mit dem ADHS, die sagt zu den anderen, ey geht ihr mal pennen?

00:31:17: Ich sitze hier noch am Feuer, schnitz irgendwas weil ich grad total den Fokus darauf hab.

00:31:22: Bekomme aber gleichzeitig auch mit was überall um mich herum passiert!

00:31:26: Und kann euch irgendwie warnen wenn etwas im Gebüsch lauert oder ich mach' mich mal auf den Weg und suche nach einer neuen Futterquelle oder nach einem neuen Schlafplatz, weil ich eben abseits der Wege unterwegs... Und das kann natürlich dieses Risiko damit verbunden sein, dass ich vielleicht nicht wiederkomme.

00:31:41: Aber wenn es funktioniert, dann profitieren wir alle davon und das ist eben mit und mit verloren gegangen.

00:31:47: Alleine dadurch, dass Menschen eben sesshaft wurden, dass wir uns nur noch an einem Ort aufgehalten haben, dass Arbeit immer monotoner wurde und sehr nach Abläufen geregelt war, dass man wusste okay, wir säen, wir ärmten, dann wird's eingelagert, dann haben wir die harten Winter, da gehts von vorne los der seine Freiheit braucht, der Strukturen vielleicht auch braucht aber sich gleichzeitig auch ablehnt.

00:32:11: Der ist da an seinen Grenzen gekommen und ist dann immer auffälliger geworden.

00:32:15: und dann spätestens durch die Industrialisierung und dadurch dass der Mensch eben irgendwie nur noch zur Arbeitskraft geworden ist und der Maschine in dem Sinne unterliegt bis heute eben zur KI ist das eine Entwicklung die sehr gruselig ist und immer mehr Menschen an ihre Grenzen bringt beispielsweise mit ADHS oder Autismus, sondern wir alle werden immer kränkers.

00:32:39: Es gibt immer mehr Zahlen darüber das schon weiß ich nicht.

00:32:42: erst Klassler mit psychischen Auffälligkeiten irgendwie zum Arzt laufen und dass ist halt etwas.

00:32:48: Ich glaube die Gesellschaft muss nicht so krank sein wie sie ist wenn wir eben erlauben würden das Mehrarten zu denken zu lernen Die Welt wahrzunehmen Platz haben Und das fängt schon im Kindergarten an

00:33:01: Wie wir ganz zu Beginn gesprochen haben, wenn es nicht mehr darum geht sich ständig irgendwie anzupassen und dieses ich glaube Masking heißt das hast du vorher erwähnt.

00:33:08: Mein Eindruck ist auch dass es gerade beim Thema ADHS, dass wir sehr viel darüber reden wie sich eben Betroffene besser organisieren können welche Routinen helfen können.

00:33:17: man findet irgendwie zahlreiche Hacks und Tricks wie sie sich besser konzentrieren und anpassen können Gern mal umdrehen und dich fragen, was findest du denn?

00:33:26: läuft eben in Schule?

00:33:28: Im Kindergarten hast Du gerade gesagt schon im Studium oder in der Arbeitswelt aus Deiner Sicht falsch.

00:33:32: Was müsste sich da irgendwie gesellschaftlich ändern wenn es ums Thema Neurodivergenz geht?

00:33:38: Ich kann ja mal vielleicht ein ganz eindrückliches, aber simples Beispiel nennen.

00:33:42: Und zwar wenn wir uns jetzt vorstellen einen Klassenraum darin sitzen achtundzwanzig Kinder dann hast du LED-Deckenfluter wo vielleicht noch einer von so die ganze Zeit einen Wackelkontakt hat.

00:33:52: Dann ist es laut einfach die Reize die schon dazu führen, dass ein Kind beispielsweise mit ADHS oder Autismus Schwierigkeiten hat sich auf das zu konzentrieren was vor ihm liegt.

00:34:03: Und es gäbe die Möglichkeit durch ganz kleine Handgriffe wie beispielsweise einen zweiten Raum in den sich Kinder zurückziehen können weil sie eben mehr Ruhe brauchen um eine Aufgabe zu bearbeiten oder dass sie Dinge auch auf andere Art lösen dürfen.

00:34:16: In Bewegung ist nicht immer alles schriftlich also in Schriftsprache oder mündlich gemacht wird sondern dass man vielleicht auch künstlerisch bearbeiten kann, ob es jetzt sei in Bewegung oder musikalisch ist.

00:34:29: Ich habe mit Lehrkräften gesprochen die beispielsweise Prüfungen anbieten.

00:34:33: da durften die Kinder eine Minecraft Map erstellen über einen sage ich mal stinklangweiligen alten Klassiker, also irgendein Buch den wir irgendwie auch in der Schule durch hatten und durchgekaut haben.

00:34:45: Und sie haben das Ganze dann in einer Minecraft-Map umgesetzt und der Lehrer hat mir dann erzählt die hatten irgendwie eigentlich sollten es zehn Arbeitsstunden sein und hier haben am Ende dreißig Stunden da reingesteckt weil die so Bock hatten darauf und denen das so viel Spaß gemacht hat.

00:34:59: Und einfach mal diese Dinge mitzudenken und eben auch diese unterschiedlichen Arten zu lernen mehr einzubinden aber gleichzeitig auch zu sehen wenn jemand eben zu viel Energie gerade hat oder zu wenig dass man vielleicht auch mal mit so Neus-Canceling-Kopfhörern arbeiten kann oder das es verschiedene Lichteinstellungen gibt.

00:35:16: Also, es sind alles so Kleinigkeiten wo man ein bisschen rumprobieren kann und wo ich überzeugt bin, dass eben nicht nur neurodivergente Kinder davon profitieren sondern alle Kinder das gebrauchen könnten, dass sie sich mehr bewegen irgendwie in die Ruhe gehen können oder Aufgaben auch mal auf eine andere Art und Weise lösen.

00:35:35: Und sich vielleicht auch selber was ausdenken dürfen, wie man das machen könnte.

00:35:39: Das wollte ich grad sagen eben es würden ja alle Kinder irgendwie davon profitieren.

00:35:43: Und ganz viel von dem du jetzt gesagt hast kann man ja auch mit ein paar Adaptionen auch in der Arbeitswelt irgendwie übernehmen oder?

00:35:53: Manche Arbeitgeber in Erkant haben mittlerweile und vielleicht sogar auch ganz genau darauf setzen.

00:35:59: Also ich habe in meinem neuen Buch ein Interview mit jemanden, der durch die Autismusdiagnose ADH ist und Autismus Diagnose seines Sohnes und er war dann zu Besuch einer Selbsthilfegruppe und da saßen super viele vor allem autistische Menschen Super hohe Abschlüsse hatten, aber alle nicht in Arbeit waren oder nur in Minijobs.

00:36:17: Und er hat sich dann gedacht okay ich hänge jetzt meinen eigenen Job an den Nagel und gründe ein Unternehmen wo ich nur Menschen oder hauptsächlich Menschen mit Autismus einstelle.

00:36:26: Er hat dann erzählt dass er eben eine Bewerbung bekommen hat wo einfach nur drin stand Ich bewerbe mich auf Job Und er meinte, normalerweise würde man das aussortieren.

00:36:36: Weil man so denkt was ist das denn?

00:36:38: Es ist ja gar kein Anschreiben da.

00:36:39: Da bemüht sich ja keiner irgendwie um irgendwelche blumigen Worte die er uns schmiert mir hoch nicht um den Mund wie gern er den Job hätte.

00:36:46: und er meinten den haben wir dann eingeladen.

00:36:48: und Das war auch nur so.

00:36:49: ein Ja Nein Job Interview quasi aber am Ende ist rausgekommen.

00:36:53: dieser Mann hat sieben Sprachen gesprochen und konnte vier verschiedene Coding sprachen und ist eingestellt worden.

00:37:01: Und hat da dermaßen irgendwie die Jobs an Land gezogen, und war nachher.

00:37:07: also jeder wollte mit dem zusammenarbeiten.

00:37:09: Und das einfach nur weil da der Horizont erweitert wurde und akzeptiert wurde dass dieser Mensch vielleicht nicht viele Worte hat oder braucht aber in dem was er tut unfassbar gut und schnell ist und das eben überhaupt die Möglichkeit dazu bekommen hat das zu zeigen

00:37:27: Einfach auch riesen Chancen.

00:37:28: oder die sich Arbeitgeberinnen da entgehen lassen, wenn man es auf dieser Ebene auch noch betrachten will.

00:37:34: Genau

00:37:35: und weil du jetzt das Beispiel genannt hast mir fällt auf in meinem Feed ist es nicht nur ADHS sondern immer mehr Menschen die zusätzlich zu ADHS auch eine Autismusdiagnose erhalten haben beziehungsweise fallen diese beiden Begriffe ganz oft eigentlich im selben Satz.

00:37:48: was hat das denn damit Aufsicht?

00:37:49: kannst du da aufklären?

00:37:51: Also es ist tatsächlich so, dass wir eben mittlerweile wissen, dass es viele Überschneidungen gibt.

00:37:57: Dass wir eben auch nicht mehr von klar abgrenzbaren Diagnosen immer sprechen sondern das vieles eben ineinander einhergeht und auch ähnliche Symptome aufweist.

00:38:08: Deshalb ist eben gerade auch dieses Thema ADHS-und Autismus als Doppeldiagnose grade sehr populär und präsent.

00:38:15: aber das Thema Neurodivergenz geht eben auch noch darüber hinaus.

00:38:19: also Neurodivergenz bedeutet quasi, dass man ein Gehirn hat das auf eine andere Art und Weise funktioniert.

00:38:25: Und dadurch in unserer Gesellschaft eben gewisse Nachteile und Barrieren begegnet.

00:38:30: Dazu gehört auch sowas wie Epilepsie, Bipolarität, Schizophrenie aber auch Dinge wie Affantasie.

00:38:38: also wenn man Dinge sich nicht... bildlich vorstellen kann.

00:38:42: Also ganz, ganz viele Dinge weil das eben nicht an eine Diagnose geknüpft ist, eine medizinische sondern vor allem durch diese gemeinsame Erfahrung eben der Diskriminierung oder der Barrieren gekennzeichnet ist und da gibt es eben viel Überschneidung und vor allem auch viele Gemeinsamkeiten durch diese Erfahrungen die man in der Welt so macht.

00:39:03: Und noch mal zu dem Thema wie sich die Welt vielleicht ein bisschen verändern könnte Wenn man jetzt auf die ganz kleine Welt im unmittelbaren Umfeld schaut, was wünschen sich denn Betroffene oder was wünschst du dir von Familienangehörigen?

00:39:16: Ich meine, du hast schon gesagt dein Umfeld war immer sehr unterstützend.

00:39:19: Aber vielleicht hast du trotzdem so ein paar Tipps für Freundinnen und Freunde von betroffenen Personen.

00:39:25: in welchem Bereich kann man da wie ganz besonders gut unterstützen?

00:39:29: Also es geht nicht darum, dass man von heute auf morgen irgendwie alles verstanden haben muss oder nicht auch mal kritisch oder unsicher sein darf.

00:39:36: Das ist mir ganz wichtig weil für mich das ist ein Lernprozess und viele Dinge fallen Menschen mit ADAS dann beispielsweise auch heute noch schwer zu akzeptieren selbst wenn sie die Diagnose seit fünf oder zehn Jahren haben.

00:39:49: Und genauso braucht es eben auch Zeit bei Menschen im eigenen Umfeld das irgendwie zu verstehen.

00:39:54: aber ich glaube der Austausch ist wichtig und das Grundsätzliche in Frage stellen, dass es anders funktionieren oder der Struggle die man vielleicht auch damit hat.

00:40:03: Das ist glaube ich das erste weil wenn wir uns am Gegenüber schon absprechen seine Gefühle und die Erfahrung die die Person gemacht hat dann wird's schwierig glaub' ich mit dem Dialog aber genauso eben auch anzusprechen zu sagen Ich bin mir da unsicher wie soll ich damit umgehen?

00:40:19: was war nochmal damit kannst du mir das noch mal erklären?

00:40:21: Oder sich eben auch einfach mal einen Podcast anhören oder ein Buch durchlesen oder ein Hörbuch dazu hören das Interesse an dem anderen Menschen zu zeigen, denn ja also ich habe es auch mitbekommen dass natürlich vor allem in diesen ersten zwei Jahren nach der Diagnose hat sich bei mir alles da drum gedreht.

00:40:37: Also ich hab alles damit in Verbindung gebracht.

00:40:39: Ich wollte ständig darüber reden weil es für mich halt wirklich lebensverändernd war das über mich zu erfahren weil es mir eben Kraft zurückgegeben hat und Kontrolle über mein Leben andere dann eben nicht davon genervt sind, aber natürlich auch mal sagen können hey lass uns mal kurz auf was anderes konzentrieren und das ändert auch nichts an dir für mich.

00:40:59: Aber es ist glaube ich wichtig dass man versteht, dass damit eben auch andere Strukturen und andere Bedürfnisse einhergehen können

00:41:07: Und gibt es ganz konkrete Dinge, die man vielleicht eben als Freundin machen kann.

00:41:12: Die Betroffene unterstützen?

00:41:13: Ich weiß nicht!

00:41:14: Soll man dir schreiben an Jelina bitte die Wäsche noch aufhängen bevor du schlafen gehst?

00:41:18: Ja also das ist ein schmaler Grad weil es natürlich auch ein Stück weit darum geht.

00:41:23: ich möchte nicht bemuttert werden.

00:41:25: Ich möchte nicht dass jemand für mich Entscheidungen trifft oder mir die dinge abspricht dass sich dazu in der Lage bin.

00:41:31: Ich bin eine erwachsene Person und ja es kann sein vielleicht auch mal schlechter einschätzen kann, beispielsweise wie viel in einen Tag passt.

00:41:40: Dann ist es gut wenn man mir sagt ey lass das mal auf drei Tage aufteilen, dass werden wir nie im Leben heute alles schaffen.

00:41:45: aber das vielleicht immer mit ein bisschen schmunzeln und nicht mit einem Augenrollen und dem Genervt sein.

00:41:51: Es ist manchmal einfach wirklich der Ton.

00:41:53: also beim Menschen mit ADS ist es häufig so dadurch dass sie soviel Zurückweisung erlebt haben und sovieh Kritik in ihrem Leben schon begegnet sind oder vielleicht auch nur dann die Sorge davor haben, dass jetzt eine Kritik wieder ansteht und man dann ihn rummackert sind sie manchmal sehr empfindsam für diese Dinge.

00:42:12: Und das ist dann manchmal der Ton.

00:42:13: spielt die Musik oder die Art und Weise.

00:42:16: Aber ich glaube, dass man da schon gemeinsam einen Weg finden kann.

00:42:20: Diese Dinge anzusprechen und mir hilft es total wenn ich Reminder kriege.

00:42:24: Wenn Sachen nicht nur mündlich mit mir abgeklärt werden sondern ich das irgendwie schriftlich habe.

00:42:29: Und ja manchmal brauche auch ein bisschen mehr Verständnis und Rücksicht als vielleicht ein anderer Mensch.

00:42:35: aber Das bedeutet dann auf der anderen Seite Dass sich eben auch Dinge mitbringe von die das Leben anderer bereichern.

00:42:42: Voll schön, da ist auf jeden Fall ganz viel wertvoller Input dabei.

00:42:46: Ich versuche das ganz bestimmt so weiterzutragen.

00:42:49: Vielen lieben Dank für Deine Besuchern, Schädlina!

00:42:51: Sehr gerne Danke für die Einladung.

00:42:54: Vielleicht habt ihr auch noch wertvolle Hinweise oder persönliche Perspektiven.

00:42:58: Dann schreibt uns die gerne in die Kommentare, oder an besserleben at der Standardpunkt AT.

00:43:02: Da freuen wir uns übrigens immer über Feedback- und Themenvorschläge für kommende Folgen.

00:43:07: Und was uns ganz besonders freut sind fünf Sternebewertungen.

00:43:10: und wenn ihr uns weiterempfehlt auf Spotify, Apple Podcasts, das Standardapp und überall wo ihr sonst noch Podcasts hört Das war Besser Leben, der Standard-Podcast zum Glücklichwerden.

00:43:20: Ich bin Magdalena Patsch.

00:43:21: Produziert wurde diese Folge von Christoph Neuwert und wir hören uns nächste Woche wieder!